Trail- und Touren-Bikes begeistern mit einem großen Einsatzbereich. Von der schnellen Hometrail-Runde, maximalen Fahrspaß auf Flowtrails und hoher Effizienz auf langen Uphills – sie sind echte Alleskönner. Wir haben 8 günstige Modelle verglichen. Findet man hier ein echtes Schnäppchen?

Realitätscheck: Wo fahrt ihr und welches Bike braucht ihr wirklich?

Bevor man sich ein neues oder sogar sein erstes Mountainbike kauft, sollte man sich erst einmal darüber im Klaren sein, was man mit dem Rad eigentlich machen will. Wenn ihr jedes Wochenende in den Bikepark fahrt und bergauf eh fast immer den Lift oder ein Shuttle nutzt, sind die Bikes in diesem Vergleich nicht die richtigen für euch. In diesem Fall solltet ihr lieber unseren Vergleichstest zu 9 Enduro-Bikes bis 3.500 € lesen. Wenn ihr aber gern lange Touren unternehmt, eure Hometrails ein ständiger Mix aus Up- und Downhill sind und ihr hohe Effizienz bergauf genauso schätzt wie den Fahrspaß bergab, dann ist dieser Test hier wie für euch gemacht.

Inhaltsverzeichnis

  1. Das Testfeld
  2. Wo haben wir getestet?
  3. Die spannendsten Erkenntnisse
  4. Das beste Trail- und Touren-Bike unter 3.200 €
  5. Weitere spannende Bikes und eine Enttäuschung
Trail- und Touren-Bikes müssen mit viel Vortrieb bergauf …
… und einem potenten und direkten Handling bergab punkten

Die Trail-Bikes in diesem Vergleichstest

Bekommt man für 2.239 € ein solides neues Bike? Bedeutet mehr Federweg gleichzeitig mehr Reserven und mehr Abfahrts-Performance? Klettern leichte Bikes automatisch besser bergauf? All diese und viele weitere Fragen beantworten wir mit diesem Test. Dazu haben wir 9 sehr unterschiedliche Trail-Bikes mit 115–150 mm Federweg und Preisen von 2.239 €–3.199 € zum Test geladen. Alle Modelle in diesem Test setzen auf 29”-Laufräder, 1-fach-Antriebe und besitzen erfreulicherweise alle eine Teleskopsattelstütze. Das Gewicht der Bikes variiert um rund 1 kg von 13,7–14,68 kg.

Bike Preis Gewicht Federweg v/h Radgröße
Canyon Neuron AL 7.0
(Zum Test)
2.239 € 14,36 kg 130/130 mm 29″
FOCUS JAM 6.8 NINE
(Zum Test)
2.699 € 14,40 kg 140/140 mm 29″
GIANT Trance 29 1
(Zum Test)
2.999 € 13,72 kg 130/115 mm 29″
MERIDA ONE-TWENTY 9.700
(Zum Test)
2.999 € 14,36 kg 130/120 mm 29″
ROSE GROUND CONTROL 3
(Zum Test)
2.499 € 13,70 kg 120/120 mm 29″
SCOTT Genius 950
(Zum Test)
2.999 € 14,60 kg 150/150 mm 29″
Specialized Stumpjumper ST COMP
(Zum Test)
3.099 € 14,68 kg 130/120 mm 29″
Trek Fuel EX 8 XT
(Zum Test)
3.199 € 14,18 kg 140/130 mm 29″
YT IZZO COMP
(Zum Test)
2.999 € 13,80 kg 130/130 mm 29″
Ø 2.859 € Ø 14,20 kg

Wie kommt das Testfeld zustande und warum ist die Marke XY nicht dabei?

Wie immer haben wir die Bikes in erster Linie nach eurem Interesse und dem Feedback bei unserer Leserumfrage ausgewählt. Ergänzt wird das Testfeld von Wildcards wie dem ROSE GROUND CONTROL oder dem MERIDA ONE-TWENTY – aus unserer Sicht super spannende Bikes. Natürlich haben wir auch wieder einige Hersteller wie z. B. COMMENCAL, CUBE oder RADON eingeladen, die dann am Ende entweder kein Test-Bike liefern konnten oder wollten.

Wo, wie und von wem wurden die Bikes getestet?

Wenn man Touren-Bikes testet und ihre Uphill-Performance beurteilen will, macht es keinen Sinn, sie nur bei Shuttle-Runs auf die Probe zu stellen. Deshalb sind wir alle Räder ausführlich auf den Trails rund um unser Alpine-Office im Chiemgau gefahren. Außerdem haben wir die Bikes im direkten Vergleich im Bikepark Samerberg auf die Probe gestellt. Der Trail dort ist sehr abwechslungsreich und bietet einen sehr guten Mix aus natürlichen Abschnitten, alle erdenkliche Arten von Kurven und einige Sprünge.

Getestet wurden die Bikes da, wo sie hingehören – draußen auf unterschiedlichsten Trails, nicht drinnen im Labor
Wir sind die Bikes im alpinen Gelände gefahren …
… und haben sie auf jeder Menge gebauter Trails getestet

Wie bei ENDURO üblich, werden die Bikes nicht nur von einem Fahrer getestet und beurteilt der dann seine eigenen Vorlieben in den Fokus stellt, sondern von mehreren Bikern mit verschiedenen Fahrlevel und Vorlieben. Am Ende tauscht sich das Team dann über die Erkenntnisse aus. Spannend: Beim Testsieger sind sich alle immer einig.

Christoph Bayer, 32, testet über 100 Bikes im Jahr
Das beste Trail-Bike ist für mich ein riesiger Kompromiss. Das Rad muss nicht in jeder Situation perfekt sein, aber es muss mit jeder Situation sehr gut umgehen können. Es ist das eine Rad für alles, auf das man aufsteigt und immer weiß, dass man richtig gerüstet ist.
Andreas Maschke, 34, Bikepacker und Trail-Surfer
Vollgas-Action ist nicht mein Fall – ich lass es bergauf und bergab eher gemütlich angehen und will ein Bike, das es mir ermöglicht, meine Fähigkeiten aufs nächste Level zu heben. Ein intuitives und berechenbares Handling ist dafür essenziell.
Felix Stix, 28, Fahrwerksnerd und Reifenschreck
Schnell, direkt und alles andere als materialschonend – das beschreibt meinen Fahrstil wohl am besten. Ich will ein Trail-Bike, das mich motiviert, noch schneller zu fahren, und das dabei nicht zu schnell in die Knie geht.
Fred Tyler, XX, Connaisseur
Über mein Alter spreche ich genauso wenig wie über das Gewicht meiner Bikes – beides spielt, wenn man ehrlich ist, isoliert betrachtet ja keine Rolle. Wann immer es möglich ist, sitze ich im Sattel – und das ist ganz schön häufig. Entscheidend ist dabei, neben einem potenten Fahrwerk, vor allem auch der Fahrkomfort.
Michael Paulick, 33, Testfahrer
Normalerweise bin ich immer mit dem gleichen Bike unterwegs. Dieser Test war nun die perfekte Möglichkeit, mehrere Bikes im direkten Vergleich zu fahren – und die Unterschiede sind enorm.

Die spannendsten Erkenntnisse aus diesem Vergleichstest

Vergleichstests sind nicht nur ideal, um mehrere Bikes direkt miteinander zu vergleichen, sie eignen sich auch perfekt, um aktuelle Trends und Entwicklungen zu analysieren. Auch bei diesem Vergleichstest gab es einige spannende Erkenntnisse, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Im direkten Vergleich zeigen sich nicht nur deutliche Unterschiede, sondern auch spannende Trends und viele Erkenntnisse lassen sich gewinnen.

29”-Laufräder sind bei Touren-Bikes gesetzt

Wer ein Rad sucht, das möglichst leichtfüßig klettert, bergab viel Sicherheit vermittelt und eine komfortable Sitzposition besitzt, der kommt an 29”-Laufrädern nicht vorbei. Speziell für Trail- und Touren-Bikes sind die großen Laufräder ideal. Ein 29er kann zwar nie ganz so agil sein wie ein 27,5”-Bike, allerdings fahren sich die Räder in diesem Vergleichstest – verglichen zu schweren Enduro-Bikes – ohnehin sehr wendig und verspielt. Die größeren Laufräder kompensieren außerdem etwas den geringen Federweg, indem sie Hindernisse besser überrollen. Alle Fahrer, die über 170 cm groß sind und ein Allround-Bike suchen, greifen am besten zu einem 29er.

Jeder Euro zählt

Eins ist Fakt: Noch nie gab es so viel Performance zu einem so fairen Preis. Die meisten Bikes in diesem Vergleichstest können es mit ihrem Handling problemlos mit deutlich teureren Rädern aufnehmen. Einerseits sind die Geometrien und Hinterbauten besser geworden, andererseits auch die Komponenten. Wir würden einen neuen Shimano SLX 12-fach-Antrieb immer einer älteren XT 11-fach o. ä. vorziehen. Was dieser Vergleichstest aber auch zeigt: Die Bikes bilden die Preis-Untergrenze ab, wenn es um hohe Trail-Performance geht. Speziell bei Modellen unter 2.500 € müssen in der Regel Abstriche bei der Ausstattung in Kauf genommen werden, die auf dem Trail die Performance limitieren. Wer es sich leisten kann, ein paar Hundert Euro mehr zu investieren, bekommt in diesem Segment einen echten Performance-Benefit. Doch teuer ist nicht unbedingt besser! Bei den einzelnen Tests der Bikes verraten wir euch, wo Tuning-Potenzial steckt und ob es sich lohnt, zu einem teureren oder auch günstigeren Modell zu greifen.

Wählt die Reifen nach eurem Einsatzbereich

Kaum ein Bauteil hat so hohen Einfluss auf die Fahr-Performance eines Bikes wie sein Reifen. In diesem Test reicht die Spanne von sehr flach profilierten, leichten aber auch pannenanfälligen Modellen, wie dem MAXXIS Rekon Race am Hinterrad des FOCUS JAM, bis hinzu Pneus, die auch auf anspruchsvollen Strecken eine gute Figur abgeben, wie die MAXXIS Minion/Forekaster-Kombo am MERIDA ONE-TWENTY. Welcher Reifen der beste für euch ist, hängt stark von euren eigenen Vorlieben und dem Einsatzgebiet des Bikes ab. Speziell bei diesen auf Vortrieb gepushten Bikes, sind schnell rollende Reifen mit weniger Profil nicht per se etwas Schlechtes – allerdings müssen sie natürlich in den Gesamtkontext passen. In den einzelnen Tests verraten wir euch dazu mehr. Wenn ihr auf der Suche nach einem neuen Reifen seid, solltet ihr unbedingt unsere große Reifen-Kaufberatung einmal genauer ansehen.

Wer mit seinem Bike stundenlang bergauf fährt oder ständig Zwischensprints fährt, freut sich über einen geringen Rollwiderstand am Hinterrad

Lass dich nicht von einem Schaltwerk blenden!

Noch immer kaufen viele Kunden ihre Bikes anhand des verbauten Schaltwerks. Das ist gleich in zweierlei Hinsicht ein Fehler. Erstens verrät nämlich eine hochwertige Schaltung nichts über das Handling, den Komfort und den Fahrspaß. Ein Rad mit top Schaltung kann noch immer richtig schlecht klettern. Zweitens verstecken sich hinter einem teuren Schaltwerk häufig eine einfache Kassette, Kette und auch ein günstiger Schalthebel. Das Negativ-Beispiel hier ist das Canyon Neuron. Während das SRAM GX-Schaltwerk auf Qualität hinweist, setzen die Koblenzer auf einen einfache NX-Kassette, welche noch dazu auf einer Shimano-Nabe steckt. Das Problem: Wer hier hochwertige Kassette nachrüsten will, braucht auch ein neues Hinterrad – denn die Nabe ist nicht mit dem benötigten XD-Freilauf kompatibel.

Teures GX-Schaltwerk trifft auf günstige NX-Kassette und …
… einen NX-Trigger. Die Kombination macht aus Performance-Sicht leider wenig Sinn.

Die richtigen Kontaktpunkte sind entscheidend

Wie wichtig der richtige Sattel ist, weiß wohl jeder. Dass aber auch die Griffe, der Lenker und der passende Vorbau den Fahrspaß und auch das Handling deutlich erhöhen können, ist nicht allen bekannt. Dabei muss es gar nicht teuer sein. Denn entscheidend ist oft nicht das verbaute Material, sondern vor allem die Form. Das gilt für den Sattel genauso wie den Lenker. Highlights in diesem Test waren die Bikes Specialized Stumpjumper ST und Trek Fuel EX 8, die hier alles richtig machen. Bei vielen anderen Rädern kommen dagegen nicht nur sehr unbequeme Sättel, sondern häufig auch zu schmale und flache Lenker zum Einsatz.

Gerade auf langen Touren sind ein bequemer Sattel …
… und komfortable Griffe essenziell

Das Fahrwerk und die Geometrie sind wichtiger als das Gewicht

Nichts hat sich in die Köpfe von Bikern mehr eingebrannt als die vermeintliche Weisheit leichter = besser. Doch auch dieser Test beweist: Das Gewicht eines Bikes sagt nur wenig über das Fahrverhalten eines Bikes aus. Viel wichtiger als ein paar Gramm Gewichtsersparnis sind in erster Linie die Geometrie und das Fahrwerk eines Bikes. Denn was bringt ein leichtes Bike, wenn der Hinterbau beim Klettern jede Menge Energie schluckt. Besonders gute Kletterer mit einem gelungenen Mix aus Komfort und Effizienz in diesem Test waren das Trek Fuel EX, das GIANT Trance 29, das YT IZZO COMP und das Canyon Neuron. Auch die Bikes MERIDA und ROSE klettern leichtfüßig, besitzen aber eine sehr sportliche Sitzposition, die nicht jedem liegt. SCOTT und FOCUS fallen hier etwas zurück und benötigen beide einen Lockout am Dämpfer. Beim SCOTT Genius lässt sich dieser zum Glück sehr einfach vom Lenker aus betätigen. Das Schlusslicht ist das Specialized Stumpjumper. Es klettert zwar sehr komfortabel, aber auch sehr gemächlich.

Das YT IZZO COMP zeigt, wie Uphill-Performance funktioniert. Es klettert effizient und komfortabel.

Der Sitzwinkel ist immer ein Kompromiss

Wer vor allem die Geometriedaten von Enduro-Bikes gewöhnt ist, wird bei den Sitzwinkeln der Trail-Bikes in diesem Test erst einmal große Augen machen. Die Winkel sind ja viel zu flach! Doch es gibt einiges zu bedenken: Denn zum einen ist der dynamische Sitzwinkel aufgrund des reduzierten SAG deutlich steiler als bei einem Rad mit mehr Federweg. Außerdem fährt man mit den Bikes häufig auch eine flache Strecke und hier ist eine zu aufrechte Sitzposition unangenehm. Und last but not least verlagert sich das Gewicht eines Rucksacks bei langen Touren besser am Rücken, er schnürt also weniger stark an den Schultern ein, wenn man etwas gestreckter sitzt. Der Sitzwinkel selbst kann durch ein Verschieben des Sattels nach vorne bzw. hinten um 2–3°an die eigenen Vorlieben angepasst werden.

Steiler ist beim Sitzwinkel nicht zwangsweise besser, aber zu flach ist zu flach. Gerade bei Trail- und Touren-Bikes ist die Sitzposition essenziell und gleichzeitig immer ein Kompromiss.

Erkauft man sich mit mehr Federweg auch mehr Reserven und Fahrspaß?

Warum sollte man überhaupt ein Rad mit wenig Federweg fahren, wenn ein Rad mit mehr Federweg doch genauso gut klettert? Wichtig ist hier zum einen, dass es nicht auf die Länge an Federweg ankommt, sondern stark darauf, wie ein Rad diesen nutzt. 150 mm Federweg bringen nichts, wenn sie viel zu schnell freigegeben werden. Gleichzeitig bedeutet weniger Federweg häufig ein direktes Handling. Mit einem strafferen Rad kann man mehr Geschwindigkeit durch Pushen aufbauen und aktiver durch Kurven heizen. Ein Highlight in diesem Test ist das MERIDA ONE-TWENTY, das sich sehr direkt fährt und dank einer gelungenen Kinematik dennoch große Reserven besitzt. Speziell aktive Fahrer werden dieses Bike lieben. Das SCOTT Genius dagegen spricht vor allem Fahrer an, die viel Grip und Komfort suchen. Mit seinen voluminösen Reifen und dem großen Federweg vermittelt es viel Sicherheit und Stabilität, fährt sich aber weniger präzise.

Am Ende zählt nicht die Gesamtpunktzahl, sondern das beste Gesamtpaket – und natürlich die Breite des Grinsens!

Das beste Trail- und Touren-Bike für unter 3.200 €
YT IZZO COMP

YT IZZO COMP | 130/130 mm (v/h) | 13,8 kg in Größe L | 2.999 €

Welches ist nun das beste Bike in diesem Vergleichstest? Mit welchen Bikes lassen sich lange Touren am besten bewältigen? Welches macht am meisten Spaß auf Flowtrails und welches ist der beste Allrounder? Am Ende war das Ergebnis dieses Tests sehr eindeutig. Das YT IZZO COMP ist das beste Bike in diesem Vergleichstest. Es begeistert mit unglaublich hohem Vortrieb, klettert schon mit offenen Dämpfer leichtfüßig und effizient bergauf und verwandelt sich mit dem Twist-Loc am Lenker, der den Hinterbau verhärtet, zu einer absoluten Rakete. Gleichzeitig besitzt es eine super gelungene Sitzposition, die steilen und langen Anstiegen ihren Schrecken nimmt. Bergab ist das IZZO direkt, spaßig und besitzt dank des progressiven Fahrwerks hohe Reserven. Der Hinterbau vermittelt aber noch viel Feedback, was zum Spielen mit dem Trail einlädt. Abgerundet wird das Package von einer Ausstattung ohne Schwächen und einer unglaublich hochwertigen und edlen Optik – unser Testsieg!

Hier findet ihr unseren ausführlichen Test zum YT IZZO COMP


Unser Kauftipp im Test – Trek Fuel EX 8 XT

Trek Fuel EX 8 XT | 140/130 mm (v/h) | 14,18 kg in Größe L | 3.199 €

Unseren Kauftipp sichert sich ausgerechnet das teuerste Bike im Test – das Trek Fuel EX 8 XT für 3.199 €. Es ist das vielseitigste Bike mit dem größten Einsatzbereich, und das ist bei unserem Kauftipp entscheidender als ein möglichst günstiger Preis. Gleichzeitig leistet sich das Trek keine Schwächen und garantiert lang anhaltenden Fahrspaß auf den vielfältigsten Trails. Verglichen mit dem YT IZZO klettert es zwar minimal gemächlicher und ist in der Abfahrt etwas weniger direkt, dafür ist sein Einsatzbereich nach oben deutlich weiter geöffnet. Während man es sich mit dem IZZO gut überlegen sollte, es einen Tag in den Bikepark zu entführen, ist das mit dem Fuel EX kein Problem. Das IZZO ist das beste Trail-Bike für den definierten Einsatzbereich und deshalb Testsieger. Das Trek dagegen ist der beste Allrounder und daher unser Kauftipp für all jene, die auf der Suche nach nur einem Bike für alles sind und dabei noch immer sehr hohen Wert auf Effizienz und Vortrieb legen.

Hier findet ihr unseren ausführlichen Test zum Trek Fuel EX 8 XT


Weitere spannende Bikes und eine Enttäuschung

Doch der beste Allrounder ist nicht zwangsläufig auch das beste Bike in bestimmten Kategorien. Wenn ihr sehr genau wisst, was ihr wollt, haben wir hier noch weitere spannende Bikes für euch.

Das beste Trail-Bike zum geringsten Preis – Das Canyon Neuron AL 7.0

Canyon Neuron AL 7.0 | 130/130 mm (v/h) | 14,36 kg in Größe L | 2.239 €

Wenn ihr wirklich auf euer Budget achten müsst und nicht mehr als 2.300 € ausgeben könnt oder wollt, dann ist das Canyon Neuron AL 7.0 die beste Wahl. Dieses Bike klettert trotz seiner günstigen Ausstattung hervorragend bergauf und begeistert bergab mit einem super ausgewogenen Handling sowie einem super abgestimmten Fahrwerk. Leider trübt die zum Teil unverständlich gewählte Ausstattung das Gesamtbild und verhindert so den Kauftipp. Wer hier aber kleine Kompromisse eingeht, erhält ein top Bike zu einem unfassbar fairen Preis.

Hier findet ihr unseren ausführlichen Test zum Canyon Neuron AL 7.0


Der König der Flowtrails – Das MERIDA ONE-TWENTY

MERIDA ONE-TWENTY 9.700 | 130/120 mm (v/h) | 14,36 kg in Größe L | 2.999 €

Ihr sucht ein Bike, um es auf Flowtrails so richtig krachen zu lassen? Ihr wollt massig Airtime sammeln und steht auf ein direktes Handling? Dann seht euch das MERIDA ONE-TWENTY genauer an. Sein teures Pendant hat sich in unserem Highend Trail-Bike-Test von 6 Bikes mit wenig Federweg den Testsieg gesichert. Das günstige Bike begeistert mit einem genauso lebendigen Charakter und einem grandiosen Handling. Dieses straffe Fahrwerk ist allerdings nichts für Fahrer, die Wert auf hohen Komfort legen.

Hier findet ihr unseren ausführlichen Test zum MERIDA ONE-TWENTY 9.700


Die Enttäuschung – Das Specialized Stumpjumper ST COMP

Specialized Stumpjumper ST COMP | 130/120 mm (v/h) | 14,68 kg in Größe L | 3.099 €

Wo viel Licht, da gibt es leider auch Schatten. In diesem Vergleichstest gab es leider auch ein Rad, das wir euch nicht empfehlen können: das Specialized Stumpjumper ST Comp. Das Bike ist mit einem Preis von 3.099 € das zweitteuerste Rad und besitzt dennoch eine sehr einfache Ausstattung. So verfügt der 1×11-Antrieb über eine geringe Übersetzungsbandbreite. Mit 14,68 kg ist es zudem das schwerste Bike im Test und klettert in Kombination mit dem stark wippenden Fahrwerk nur sehr mäßig bergauf – der Griff zur Plattformdämpfung ist hier absolute Pflicht. In der Abfahrt schlägt der Dämpfer dann schon bei geringen Geschwindigkeiten durch und sackt unangenehm weg. Das Stumpy eignet sich nur für Fahrer, die auf der Suche nach sehr viel Komfort sind und es sowohl bergauf als auch bergab entspannt angehen lassen. Positiv: Die Kontaktpunkte sind sehr gut gewählt. Insgesamt schade, sonst ist Specialized ja für seine herausragenden Bikes bekannt.

Hier findet ihr unseren ausführlichen Test zum Specialized Stumpjumper ST COMP


Die Konkurrenz

FOCUS JAM 6.8 NINE (Zum Test)
140/140 mm (v/h) | 14,40 kg in Größe L | 2.699 €
GIANT Trance 29 1 (Zum Test)
130/115 mm (v/h) | 13,72 kg in Größe L | 2.999 €
ROSE GROUND CONTROL 3 (Zum Test)
120/120 mm (v/h) | 13,70 kg in Größe L | 2.499 €
SCOTT Genius 950 (Zum Test)
150/150 mm (v/h) | 14,60 kg in Größe L | 2.999 €

Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Valentin Rühl

Über den Autor

Christoph Bayer

Wenn sich Arbeit nicht nach Arbeit anfühlt, dann hat man alles richtig gemacht – und das hat Christoph geschafft! Er liebt das Biken, ist ein Fan von Tech-Talk (zum Leid seiner Freundin Toni), hat super viel Spaß an der Fotografie und bereist gerne die Welt. Er ist fast seit Anfang an bei ENDURO dabei und als Chefredakteur dafür verantwortlich, dass ENDURO das progressivste und aufregendste Magazin der Branche ist. Natürlich schreibt er noch jede Menge Content selbst, testet knapp 100 Bikes im Jahr und sitzt nahezu täglich auf dem Rad. Die alpinen Trails rund um seinen Heimatort dienen dabei als perfektes Testgelände. Den klassischen Arbeitstag gibt es für ihn nicht, mal ist er im Office, mal mit dem Laptop im Garten oder er arbeitet direkt vom Van aus in den Top-Bikespots dieser Welt – für Christoph sind die Grenzen fließend und genau das weiß er so zu schätzen.