
Neu, neuer, Stage Stunt! Und wir mittendrin – nein, nicht als Stunt-Helden, jedoch als Tester des neuen Jet-Helms Troy Lee Design exklusiv vor dem offiziellen Release. Klar, dass wir ihn direkt in unseren Vergleichstest aufgenommen haben. Knapp 20 Jahre nach dem D2 Open Face wagt Troy Lee Designs – kurz: TLD – damit erneut einen Vorstoß ins Segment der MTB-Jet-Helme.
Wie sein Fullface-Bruder Stage verzichtet auch der Stage Stunt auf ein klassisches Verstellrad im Nacken. Stattdessen setzt TLD auf zwei unterschiedlich dicke Polster, die in den Helm geclipst werden können. Das spart Gewicht, macht die richtige Größenwahl jedoch umso wichtiger.
| Brand | Modell | Preis | Gewicht (Gramm) | verfügbare Größen | verfügbare Farben | Material | Zertifizierung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Troy Lee Designs | Stage Stunt | 280,00 € | 549 | XS/S (54–56 cm) M/L (57–59 cm) XL/XXL (60–63 cm) |
Split Black Camo, Drone Pumice / Real Teal, Drone Black, Pinstripe Black, Pinstripe White | leichte Polycarbonat-Schale, faserverstärkt | EN 1078:2012+A1:2012, CPSC 1203, ASTM F2032, AS/NZS 2063, NTA-8776 |
Wie alle Helme im Test – mit Ausnahme des Urge Rascas – ist auch der Stage Stunt in drei Größen erhältlich. In unserer getesteten Größe M/L bringt er 559 g auf die Waage und liegt damit im Mittelfeld. Preislich spielt er jedoch ganz oben mit: Mit 280 € befindet er sich gemeinsam mit dem Fox Dropframe Pro hier ganz oben im Testfeld.
Optisch bleibt Troy Lee Designs seinem charakteristischen Look treu. Die spitzen Kanten in der Mitte zusammen mit den fließenden Rundungen sorgen für einen unverwechselbaren Look, der sich klar vom Rest des Testfelds abhebt. Bei den Features liefert der Kalifornier solide Kost: MIPS-Rotationsschutz, ein magnetischer FIDLOCK-Verschluss, ein dreifach verstellbares Visier und insgesamt 22 Belüftungsöffnungen. Doch reicht das, um sich im starken Testfeld an die Spitze zu setzen?
Bei unseren Testern sorgte der Stage Stunt zunächst für gemischte Gefühle. Hauptgrund war die fehlende Feinverstellung im Nacken. Bei einem Kopfumfang von 58 cm – also genau in der Mitte der angegebenen Größe M/L – saß der Helm gut und stabil. Wer allerdings ein schmaleres Gesicht hat, sollte besonders genau auf die Passform achten, da sich hier weniger nachjustieren lässt. Wenn die Schale passt, sitzt der Stage Stunt komfortabel auf dem Kopf. Das Sicherheitsgefühl bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau wie beim Fox Dropframe Pro und dem Bluegrass Jetro – nicht zuletzt, weil der Ohrenschutz weit in den Wangenbereich reicht.
Auffällig ist die Führung der FIDLOCK-Riemen: Beim Stage Stunt verlaufen sie über die Wangenpolster statt dahinter. Zusätzlich werden sie von kleinen Straps auf den Polstern fixiert, was anfangs etwas ungewohnt ist, im Fahrbetrieb aber nicht weiter auffällt.
Das Visier lässt sich in drei Positionen einfach und ohne Gefummel einstellen. Sowohl Brille als auch Goggle lassen sich sauber integrieren, der Helm wirkt dabei weder überladen noch disproportional. In Sachen Belüftung positioniert sich der Stage Stunt zwischen den Lagern: etwas luftiger als der Fox Dropframe Pro, aber nicht so offen wie der Alpina. In Sachen Windgeräusche bleibt der Stage Stunt angenehm ruhig, erreicht jedoch nicht ganz das niedrige Geräuschniveau des Urge Rascas.
Fazit zum Troy Lee Designs Stage Stunt
Troy bleibt Troy. Auch der Stage Stunt folgt der klaren Designsprache der Kalifornier und verzichtet – wie seine Fullface-Geschwister – konsequent auf ein Verstellrad im Nacken. Sitzt die gewählte Größe, überzeugt der Helm mit hohem Tragekomfort und einem guten Sicherheitsgefühl. Gerade die weit heruntergezogene Ohrpartie vermittelt spürbar Vertrauen auf dem Trail. Die fehlende Feinjustierung nimmt dem Stage Stunt jedoch etwas Flexibilität, was ihn im direkten Vergleich entscheidende Punkte kostet. Der Stage Stunt ist ein hochwertiger, sportlicher Jet-Helm mit klarer Race-DNA – für den Testsieg reicht es am Ende jedoch nicht.
Tops
- eigenständige Optik
- gute Belüftung
Flops
- Größenanpassung nur über Polster
Auf den Bildern ist noch eine frühe Version des Helms zu sehen. Seitdem haben sich insbesondere die beschriebenen Straps an den Wangenpolstern geändert – damals lagen sie noch darunter.
Mehr Information findet ihr unter TLD.com
Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann würde es uns sehr freuen, wenn auch du uns als Supporter mit einem monatlichen Beitrag unterstützt. Als ENDURO-Supporter sicherst du dem hochwertigen Bike-Journalismus eine nachhaltige Zukunft und sorgst dafür, das die Mountainbike-Welt auch weiter ein kostenloses und unabhängiges Leitmedium hat. Jetzt Supporter werden!
Text: Robin Ulbrich Fotos: Peter Walker
