
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Der beste MTB-Helm mit Ohrenschutz – 6 Jet-Helme im Vergleich
Die Wurzeln von Urge reichen bis ins Jahr 2001 zurück, als die Marke unter dem Namen Urge Snow Products gegründet wurde. 2008 folgte der Schritt zu Urge Bike Products und damit der Fokus auf den Fahrradbereich. Seitdem steht Urge für eigenständige Konzepte und einen klar nachhaltigen Ansatz. 2012 brachten die Franzosen mit dem Real Jet einen der frühen Jet-Helme für den MTB-Einsatz auf den Markt. Inspiriert vom Moto-Trial traf das Konzept einen Nerv und baute sich schnell eine eigene Fangemeinde auf.
Diese Philosophie setzt Urge beim Rascas konsequent fort. Laut Hersteller besteht die DARK MOON-Version zu 100 % aus recycelten Materialien. Auch wenn das nicht für alle Farbvarianten gilt, gefällt uns der Ansatz. Auch technisch geht der Rascas eigene Wege. Statt auf MIPS zu setzen, integrieren die Franzosen das System ERT, kurz für Energy Reduction Technology: Blaue Schaumstoffeinlagen zwischen EPS-Schale und Kopf sollen die Aufprallenergie durch besonders leichte Verformbarkeit reduzieren.
Auch optisch fällt der Rascas sofort auf: Er ist der schmalste Helm im Testfeld und wirkt fast schon minimalistisch. Allerdings ist er auch der einzige Kandidat, der nur in zwei Größen erhältlich ist. Dafür setzt er beim Gewicht eine klare Marke: Mit nur 434 Gramm ist er der leichteste Helm in diesem Test. Zum Vergleich: Das schwerste Modell, der Fox Dropframe Pro, kommt in Größe M auf 640 Gramm. Das zeigt sich auch in der Abdeckung: In diesem Punkt ist der Urge dem Alpina ROOTAGE EVO und dem iXS Trigger X MIPS am ähnlichsten – mit zusätzlichem Ohrenschutz, aber insgesamt weniger Material im Wangenbereich.
| Brand | Modell | Preis | Gewicht (Gramm) | verfügbare Größen | verfügbare Farben | Material | Zertifizierung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Urge | Rascas | 199,00 € | 434 | S/M (54–58 cm) L/XL (58–62 cm) |
4 Farben | recyceltes Polycarbonat, Visier aus recyceltem Material (Nylon) | EN 1078:2012+A1:2012 |
Das dreifach verstellbare Visier ist laut Hersteller auf die Nutzung mit Goggle ausgelegt. Zusätzlich liefert Urge verschiedene Wangenpolster mit, um den Sitz individuell anzupassen. Der schnittige Urge kann uns noch weiter überraschen: Mit rund 200 € ist er das zweitgünstigste Modell im Testfeld.
Setzt man den Urge Rascas auf, wird schnell klar, warum er im Testfeld neben seiner schmalen Bauweise auffällt: Der Helm sitzt bei all unseren Testern am komfortabelsten. Trotz seiner schmalen Silhouette vermittelt er dabei ein überzeugendes Sicherheitsgefühl. Er wirkt fast wie eine sportliche Halbschale, deckt aber deutlich mehr Fläche ab. Kombiniert mit dem hohen Komfort greift man so gerne auch dort zum Rascas, wo sonst eine Halbschale zum Einsatz käme. Er sitzt auf Anhieb wie eine Eins und benötigt kaum Feintuning über das kleine Verstellrädchen, das zuverlässig funktioniert, mit Handschuhen aber etwas fummelig zu bedienen ist. Pluspunkte sammelt der Urge auf dem Trail auch durch seine ruhige Geräuschkulisse: Windgeräusche werden effektiv herausgefiltert. Dafür staut sich die Hitze unter der Schale etwas mehr als bei der Konkurrenz – ein Spitzenreiter in Sachen Belüftung ist er damit nicht.
In der Verarbeitung wirkt der Rascas insgesamt etwas weniger massiv als etwa ein Troy Lee Designs Stage Stunt oder ein Bluegrass Jetro. Das bedeutet jedoch nicht, dass er minderwertig ist – vielmehr verfolgt Urge einen anderen Ansatz: weniger Volumen, weniger Material, dafür ein leichter, unaufdringlicher Helm, der nicht klobig auf dem Kopf wirkt.
Einen kleinen Makel gibt es beim Urge dann doch: Bei Kontakt mit Ästen oder Bäumen gibt das Visier wie gewünscht nach – sicherheitstechnisch absolut sinnvoll. In der obersten Position sitzt es jedoch nicht besonders fest und löst sich gerne auf der einen Seite. Dafür punktet der Helm mit einer durchdachten Brillenlösung: Unterhalb des Visiers lässt sich die Brille sicher verstauen, selbst auf ruppigen Trails bleibt sie zuverlässig an Ort und Stelle. Auch mit Goggle überzeugt der Urge mit angenehmem Sitz – egal ob Brille oder Goggle, der Rascas funktioniert in beiden Fällen problemlos.
Fazit zum Urge Rascas
Der Urge Rascas hat uns im Vergleichstest überzeugt. Seine weitgehend kopfformunabhängige Passform, der hohe Tragekomfort und das sportliche Design machen ihn zu dem Helm, den man tatsächlich gern trägt – und genau das ist entscheidend. Denn der beste Schutz ist bekanntlich der, den man auch wirklich anzieht. Mit nur 434 g ist der Urge Rascas der leichteste Helm im Testfeld, auch preislich siedelt er sich im unteren Bereich an. Auf dem Trail wirkt er angenehm unaufdringlich auf dem Kopf, vermittelt dabei aber immer ein sicheres Gefühl. Für uns ist der Urge Rascas deshalb der klare Testsieger.
Tops
- hoher Tragekomfort
- leichtester Helm
- schmale Silhouette
Flops
- Verstellrädchen etwas klein
- nicht die beste Belüftung
Mehr Information findet ihr unter iXS.com
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Text: Robin Ulbrich Fotos: Peter Walker
