Bib-Short oder Rückenprotektor? Die DHaRCO Enduro-Trägerhose will beides sein. Auf dem Trail verspricht das Konzept hohen Tragekomfort und zusätzlichen Schutz – wie gut die Kombilösung in der Praxis funktioniert, lest ihr hier.

DHaRCO Enduro Traeger Short inklusive RHEON Rueckenprotektor WEB
DHaRCO Enduro-Trägerhose inklusive RHEON-Rückenprotektor | Preis 159,99 € | Gewicht 532 g (Größe XL) mit Protektor | Hersteller-Website

Nach den ersten Knieprotektoren erweitert der australische Hersteller DHaRCO sein Sortiment nun um eine Bib-Short mit integriertem Rückenprotektor. Das klingt zunächst nach einer cleveren Lösung: weniger Ausrüstung, weniger Dinge, die man vor der Tour vergessen kann. Ganz ohne Haken kommt das Konzept allerdings nicht aus.

Mit 159,99 € ist die Enduro-Latzhose inklusive RHEON-Rückenprotektor fair bepreist – vor allem, wenn man bedenkt, dass manche Rückenprotektoren allein bereits ähnlich viel kosten. Dafür gibt es eine Bib-Short mit kleinem Stauraum, Sitzpolster und integriertem Rückenschutz nach CE-Level 1. Alternativ bietet DHaRCO die Polsterhose auch ohne Protektor an, hier bleibt das Einschubfach für den Rückenschutz einfach leer. In dieser Variante kostet sie 129 €, der RHEON-Rückenprotektor ist separat in zwei Größen für 59 € erhältlich. Für Frauen gibt es auch eine geschlechterspezifische Variante. Im Gegensatz zum Herrenmodell verzichtet diese auf einen Eingriff, der bei der Männer-Version vorhanden ist.

Die Bib besteht überwiegend aus Nylon-Elasthan-Netzgewebe und kommt mit einem Coolmax-Performance-Sitzpolster. Für den Rückenschutz setzt DHaRCO auf RHEON, ein stoßreaktives Polymer, das weich und flexibel bleibt, sich bei einem Aufprall aber versteift und so Schutz und Tragekomfort miteinander verbinden soll. Waschen könnt ihr die Polsterhose im Schonwaschgang bei 30°. Aber: Bitte den Protektor davor rausnehmen und von Hand putzen.

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Wie schlägt sich die DHaRCO Enduro-Bib-Short inklusive RHEON-Rückenprotektor in der Praxis?

Nachdem wir uns im Office ein ruhiges Plätzchen zum Umziehen gefunden haben, überzeugt die DHaRCO Enduro-Bib-Short zunächst mit einer angenehmen Passform.

Träger, Länge und Sitz fallen stimmig aus. Auch auf dem Rad sitzt das Polster an der richtigen Stelle, und die Bib trägt sich selbst beim Pedalieren angenehm komfortabel. Das Sitzpolster fällt für eine MTB-Bib, die unter einer Hose getragen wird, vergleichsweise dick aus – was die Sitzknochen einem sicherlich danken.

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Der integrierte RHEON-Rückenprotektor ist aber klar das Highlight: Er liegt sauber an, fällt im Fahrbetrieb kaum auf und ist überhaupt einer der unauffälligsten Rückenprotektoren, die wir bisher gefahren sind. Auf dem Trail stört er praktisch nicht und verbindet Schutz mit hohem Tragekomfort erstaunlich gut.

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Mit 40,5 × 15,5 cm fällt der Rückenprotektor kompakt aus und bringt 250 g auf die Waage.

Die tiefen Rückentaschen halten ihren Inhalt zwar sicher an Ort und Stelle, enden bei unserem 1,90 m großen Tester, der die Polsterhose in Größe XL trägt, jedoch genau auf Höhe des Hosenbunds. Dadurch geraten Riegel schnell unter den Bund oder werden unangenehm abgeschnürt, was beim Pedalieren nervt. Schade ist außerdem, dass eine verschließbare Tasche fehlt, etwa für den Haustürschlüssel, den man nur am Anfang und Ende des Rides braucht. Die Seitentaschen wirken mit ihrem Cargo-Bib-Ansatz zwar zunächst praktisch, sind unter einer MTB-Hose im Trail-Alltag aber nur eingeschränkt nutzbar. Zumindest bei eng geschnittener MTB-Hose kommt man während der Fahrt kaum sinnvoll an den Oberschenkel, ohne die Hose runter oder gleich ganz auszuziehen.

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Stauraum bringt die Bib auf jeden Fall mehr als genug mit.
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Noch mal Gel nachladen, und unser Tester musse weitere 120 km fahren.

Der größte Haken liegt für uns allerdings im Konzept selbst. Für Tagestouren, Wochenenden oder kurze Trips ist die integrierte Lösung richtig stark, weil sie zusätzlichen Schutz ohne separate Protektorenweste bietet. Auf längeren Bike-Urlauben ersetzt sie einen separaten Rückenprotektor jedoch nur bedingt, schließlich will man nicht mehrere Tage am Stück dieselbe Bib tragen. Wer grundsätzlich immer mit Rückenprotektor fährt, kommt deshalb auf Reisen meist trotzdem nicht drum herum, ein zusätzliches Modell einzupacken oder die Bib-Hose nach mindestens zwei Tagen zu waschen. Oder man kauft sich gleich mehrere Polsterhosen von DHaRCO, um den Rückenprotektor einfach in die jeweils frische Bib umzupflanzen.

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Viel hilft viel? Nicht ganz: Mit darüber getragener Hose ist die Taschenposition beim Biken nicht ideal.

Das Fazit zur DHaRCO Enduro-Trägerhose inklusive RHEON-Rückenprotektor

Die Idee einer Bib-Short mit integriertem Rückenprotektor geht bei der DHaRCO erstaunlich gut auf – zumindest auf dem Trail. Der RHEON-Protektor sitzt unauffällig und trägt sich sehr komfortabel. Gleichzeitig zeigt sich im Praxiseinsatz, dass das Konzept nicht frei von Kompromissen ist: Taschen und Erreichbarkeit sind nur bedingt alltagstauglich, und auf längeren Trips bleibt ein separater Rückenprotektor oft unverzichtbar. Damit ist die DHaRCO weniger Allround-Lösung als vielmehr ein sinnvoller Spezialist für das Wochenende oder Ride-Outs. Dort funktioniert sie aber gut – quick’n’dirty halt!

Tops

  • unauffälliger, sehr komfortabler Rückenprotektor
  • angenehmer Fit mit stimmigen Trägern
  • faire Preisgestaltung für Bib und Protektor

Flops

  • Konzept auf Mehrtagestouren nur bedingt praktisch
  • Rückentaschen je nach Körpergröße ungünstig positioniert
  • keine verschließbare Tasche

Alle weiteren Infos findet ihr bei DHaRCO.


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Text & Fotos: Robin Ulbrich

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Robin Ulbrich
Junior Editor

Robin Ulbrich ist bei 41 Publishing Spezialist für urbane Mobilität und technisches Produktmanagement. Als gelernter Meister im Fahrzeuginnenausstatter-Handwerk bringt er eine fundierte Werkstoffkenntnis in die Redaktion ein, mit besonderem Fokus auf ergonomische Schnittstellen, Materialeigenschaften und eine Verarbeitung bis ins Detail. Für die Magazine DOWNTOWN und E-MOUNTAINBIKE analysiert der leidenschaftliche Radfahrer aktuelle City- und Offroad-Trends. Neben seiner redaktionellen Tätigkeit nutzt er sein handwerkliches Know-how vor allem für tiefgehende Materialanalysen und praxisnahe Produkttests.

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