Sam Hill hat es bewiesen: Auch mit Flat-Pedalen kann man verdammt schnell unterwegs sein. Bei einem guten Flat-Pedal zählt aber nicht nur der richtige Grip, sondern auch die Größe der Standfläche, die Haltbarkeit und natürlich der Preis. Deshalb haben wir acht spannende Modelle miteinander verglichen.

Bevor wir in den Testbericht einsteigen, möchten wir dich noch kurz auf unseren neuen ENDURO Kalender 2019 hinweisen. Der hochwertige Wandkalender im A2 Format bringt die Lieblingsbilder unserer Redaktion in dein Zuhause: Sichere dir jetzt dein Exemplar! (neues Fenster)

Das Testfeld

Die Flat-Pedale in diesem Test sind dank auswechselbarer Pins, hochwertiger Lager und viel Grip zu einem bezahlbaren Preispunkt für viele von uns super interessant. Alle Pedale in dem Test kommen mit zuverlässigen CroMo-Achsen und bewegen sich in einem Preisbereich von 80 € bis 150 €. Um die Pedale an ihre Grenzen zu bringen, waren wir nicht nur auf unseren Hometrails unterwegs, sondern sind mit ihnen gependelt, sind auf unseren Dirtbikes über riesige Kicker gesprungen und haben die Alpen überquert. Da das Einsatzgebiet von Flatpedals so enorm vielseitig ist, mussten wir bei der Auswahl der Pedale den Durchschnitt erwischen und Produkte aussuchen, die in so gut wie jeder Disziplin funktionieren. Aus diesem Grund haben alle Pedale eine Plattform von ungefähr 100 x 100 x 15 mm. Ausreißer sind das OneUp Components Aluminum Pedals mit 115 x 105 x 10 mm und das ACROS A-FLAT MD mit 100 x 98 x 18 mm. Bei der Anzahl von Pins sind wir nicht unter 8 pro Seite gegangen. Mit 11 Pins pro Seite hat das DMR Vault ganz klar die Nase vorne – dicht gefolgt vom Dauerbrenner Hope F20, von Reverse Black ONE, Nukeproof Horizon und Crankbrothers Stamp 7 mit 10 Pins und dem SPANK OOZY TRAIL mit 9 Pins pro Seite.

Pedal Plattform in mm (L x B x H) Pins pro Seite Gewicht Preis
ACROS A-FLAT MD 100 x 98 x 18 8 353 g 74,95 €
Crankbrothers Stamp 7 100 x 100 x 11-13 10 350 g 150 €
DMR Vault 105 x 105 x 17 11 428 g 130 €
Hope F20 110 x 102 x 15 10 393 g 155 €
Nukeproof Horizon Pro 100 x 100 x 17 10 420 g 104,99 €
OneUp Components Aluminum Pedals 115 x 105 x 8,3 – 12 10 368 g 125 $
SPANK OOZY TRAIL 100 x 100 x 12 9 365 g 135 €
Reverse Black One 100 x 100 x 14,5 10 313 g 120 €

Das macht ein gutes Flat-Pedal aus

Was ist essenziell für den Grip von Flat-Pedalen? Klar, die Pins. Ein Trugschluss ist jedoch, dass die Anzahl der Pins maßgeblich darüber entscheidet, wie viel Halt ein Flat-Pedal bietet. Entscheidend sind eher die Anordnung, Größe und Oberfläche der Pins. Dicke und lange Pins mit rauher Oberfläche bieten deutlich mehr Grip als glatte oder zu schmale Pins.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, wie der Name schon sagt, die Plattform. Wichtig ist zuallererst, dass die Plattform zur entsprechenden Schuhgröße passt, um einen festen Stand und genügend Bodenfreiheit zu gewährleisten. Pedale mit großen Lagern oder ungünstigen Wölbungen in der Plattform verhindern ebenfalls, dass sich die Pins in die Sohle des Schuhs graben und strapazieren die Nerven, sobald man den Schuh unsauber auf dem Pedal platziert.

Was bringt dir maximaler Grip, wenn du den Stand auf dem Pedal nicht schnell genug korrigieren kannst? Pedale wie das Nukeproof Horizon Pro oder das DMR Vault stellen so viel Halt zur Verfügung, dass es unter Umständen schwer ist, die Fußstellung auf dem Pedal anzupassen. Das Beste aus genügend Grip und schnellem Korrigieren der Füße bietet das Hope F20, das wegen seiner konisch gestanzten Pins genügend Spielraum zum Versetzen des Fußes bietet, ohne wertvollen Grip zu verschenken.

Ist der Pin zu dünn, dann rührt er im weichen Gummi der Sohle wie ein Rührgerät im Kuchenteig.

Der letzte und wahrscheinlich am meisten verkannte Punkt ist die Selbstreinigung eines Pedals. Im Sommer bei trockenen Trails ist das absolut irrelevant, sobald sich jedoch die Jahreszeiten wandeln und der Regen den Kampf gegen die Sonne gewinnt, weichen die staubigen Trails schlammigen. Und wenn euer Pedal erst einmal mit Schlamm vollgefressen ist, dann versagen auch die längsten Pins ihren Dienst. Viel Platz und Freifläche in der Plattform sind daher angesagt, damit der lose Waldboden keine Chance hat, deinen Pedalen zuzusetzen.

Wartung

Jeder braucht ein bisschen Liebe, Pedale nicht ausgeschlossen. Das einfachste und effektivste Mittel, um lange Spaß an seinen Flat-Pedalen zu haben, ist die regelmäßige Reinigung des Pedals. Darüber hinaus empfehlen wir, die Lager einmal pro Jahr vollständig zu reinigen und neu zu fetten. Die meisten Hersteller setzen auf einen Mix aus Kugel- und Gleitlagern, um einen Kompromiss aus Stoßfestigkeit, Spiel der Plattform, Gewicht und Preis des Pedals zu erzielen. Für alle Pedale in diesem Test gibt es spezielle Service-Kits, die alle wichtigen Lager zur Verfügung stellen.

Wer häufig in alpinem Gelände unterwegs ist und dazu neigt, hin und wieder mit dem Pedal aufzusetzen, sollte darauf achten, dass sich die Pins auch noch vollkommen zerstört vom Pedal lösen lassen. Das ist in diesem Test nur bei den Hope F20 der Fall, da sich die Pins von innen nach außen drehen lassen und so nicht nur der Zustand der Pins egal ist, sondern auch der Schraubenkopf vollkommen unberührt bleibt.

Tops & Flops


Tops

Abgeschmiert
Dank der Öffnung am Stamp 7 lassen sich die Lager ohne Aufwand mit Fett versorgen
Fein gefräst
Schon optisch wäre das Hope F20 klarer Testsieger
Festgesessen
Der Locktight auf dem Gewinde der Pins hält die Pins an Ort und Stelle
Schienbein-Killer
Die Pins am Nukeproof Horizon Pro lassen jeden Hai vor Neid erblassen.

Flops

Großes Lager, kleine Nerven
Das exponierte Lager am OneUp nervt beim Drauftreten
Fehlender Schutz
Die Highend-Lager am Horizon Pro sind leider low-end abgedichtet
Madig
Zerstörte Madenschrauben lassen sich je nach Zustand schwer bis gar nicht aus dem Pedal entfernen
Matschig
Die Freiflächen zur Selbstreinigung lassen beim F20 zu wünschen übrig

Fazit

Keins der Pedale hat in diesem Test versagt. Alle Modelle bieten sowohl auf harten Endurotrails als auch in alpinem Gelände oder auf Dirtkickern ausreichend Halt. Schlussendlich kann es aber nur einen Sieger geben und bei genauem Hinsehen sind die Unterschiede zwischen den Pedalen nicht von der Hand zu weisen. Das Reverse Black ONE ist zwar das Leichtgewicht im Test, kann aber in Sachen Halt nicht mit dem nur 33 g schwereren ACROS A-FLAT MD mithalten. Für gerade mal 75 € bietet das ACROS A-FLAT alles, was ein solides Pedal besitzen sollen – wegen der einfachen Lagerung und den gerade mal 8 Pins lediglich ein bisschen abgespeckt. Für ca. 30 € mehr bekommt ihr das Nukeproof Horizon Pro, das nicht nur am meisten Grip liefert, sondern auch mit schnieker Fräsoptik besticht. Allerdings gibt es Abstriche beim Abdichten der Lager und wegen der anfälligen Pins in Form von Madenschrauben an der Außenkante. Deshalb fliegt das Nukeproof knapp am Testsieg vorbei und sichert sich mit seinem Preis von 105 € den begehrten ENDURO-Kauftipp.

Viele Pins = viel Grip? Fehlanzeige!

Mit 11 Pins pro Seite und einem Preis von 130 € lag das DMR Vault nicht schlecht im Rennen, aber leider ist es zu schwer und bietet dafür nicht viel Mehrwert. Sowohl das OneUp als auch das SPANK OOZY TRAIL überzeugt durch eine sehr flache Plattform, die einem im Steinfeld die nötigen Millimeter an Bodenfreiheit schenken kann. Dafür muss das große Lager an der Innenseite in Kauf genommen werden, auf das man öfter tritt, als einem lieb ist. Am Ende trumpft das Hope F20 mit seiner außergewöhnlichen Fräsoptik, viel Grip und den durchdachten Details, wie beispielsweise den Pins, die sich in jedem Grad der Zerstörung einwandfrei lösen lassen. Damit schlägt es sich an die Spitze des Tests und gewinnt den ENDURO Flat-Pedal-Vergleichstest 2018.

Testsieger: Hope F20
Kauftipp: Nukeproof Horizon Pro

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr Plattformpedale oder doch lieber Klickpedale fahren solltet? Ihr fragt euch, auf was es bei einem guten Pedal wirklich ankommt? Dann verpasst nicht den Hauptartikel: Kontaktpunkt Nr. 1: Die besten Pedale für Trail- und Endurofahrer im Vergleichstest und werft einen Blick in unseren Klickpedal-Vergleichstest: Die besten Klickpedale für Mountainbiker: 7 Modelle im Vergleichstest

Über den Autor

Valentin Rühl

„Der Mann für alles“ trifft bei mir wahrscheinlich am ehesten zu. Ganz gleich ob als Texter für Tests, Fotograf für das Magazin und die Website oder Sprinterfahrer bei Produktionen. Mach ich nicht gibt es nicht. Wenn ich nicht gerade irgendwo im Busch hinter der Kamera hänge, bin ich am liebsten auf schnellen, gebauten Strecken mit fetten Sprüngen oder meinen Hometrails rund um Stuttgart unterwegs.