Nackt stehen wir mit unseren beiden Lesern und Ben von Specialized da. Fuck, ist das kalt. Mit einem dicken Grinsen zwischen den Backen hopple ich über den Strand. Die Sonne ist gerade aufgegangen. Der Wasserfall prasselt ins Meer und spielt mit dem Rauschen der Pazifikwellen. Fotograf Kike wirft die Arme in die Luft. Das Leuchten in unseren Augen sagt alles. Und wir wissen: Hier sind wir richtig.
Eine Einladung, die es nur ein Mal gibt
Die Idee entstand bereits ein Jahr zuvor in Kalifornien. Specialized hatte mich eingeladen, den Prototyp eines neuen Bike-Konzepts zu erleben – in den Sierras, mit Schlafsack, Lagerfeuer und Birkenstocks. Irgendwo zwischen staubigen Trails, falschen Abzweigungen und Bärengeschichten am Lagerfeuer keimte ein Gedanke. Zurück in Deutschland, rief ich Ben Capron von Specialized an.
„Ihr wisst es noch nicht, aber ihr werdet dieses Bike gemeinsam mit E-MOUNTAINBIKE launchen. Und zwar auf eine Art, wie es weder Specialized noch irgendeine andere Bike-Marke zuvor getan hat.“
Statt einen klassischen Presse-Launch zu veranstalten, wollten wir Menschen auf diese Reise mitnehmen. Nicht Journalisten. Nicht Influencer. Nicht Profis. Sondern Leser.
Also entwickelten wir gemeinsam eine Einladung: Specialized steht am Anfang eines neuen Kapitels. Eines, das unser Verständnis davon, was auf einem Performance-E-MTB möglich ist, erweitert und die Frage neu stellt, was Innovation eigentlich bedeutet. Und du kannst Teil davon sein – lange, bevor der Rest der Welt davon erfährt.
Was folgte, überraschte selbst uns. Tausende begannen den Bewerbungsprozess – und brachen wieder ab. Natürlich hätten wir es einfacher gestalten können. Aber wir wollten nicht möglichst viele Bewerbungen. Wir wollten die richtigen Menschen finden. Am Ende waren es dennoch mehr als 300 Leser, die im Schnitt über eine Stunde für die Bewerbung investierten.
Zwei von euch machten am Ende das Rennen: Jonathan aus Idaho, USA, und Sasha aus Ecuador. Gemeinsam mit uns sollten sie San Francisco und Kalifornien auf zwei Rädern erkunden, am Geburtsort des Mountainbikens fahren, in der Wildnis campen, hinter die Kulissen von Specialized blicken, eine Nacht im Haus von Gründer Mike Sinyard verbringen und immer wieder dieselbe Frage diskutieren: Was bedeutet Innovation wirklich?
Wie groß ist deine Welt noch?
Der Geruch frisch angebratener Dumplings weht uns um die Nase. Die Stäbchen kreisen über dem letzten Dumpling auf dem Gepäckträger. Seit Stunden lassen wir uns durch San Francisco treiben. Chinatown. North Beach. Eine Seitenstraße. Noch eine Seitenstraße. Ohne Ziel, ohne Plan. Einfach immer der Nase nach.
Irgendwann fällt uns auf, wie ungewohnt sich das anfühlt. Und wie gut.
Wir leben in einer Welt voller Möglichkeiten, die sich gleichzeitig immer kleiner anfühlt. Unsere Routen werden von Komoot geplant, unsere Abenteuer von Social Media vorgegeben und unsere Träume als fertige Pakete verkauft. Wir wissen – oder glauben zu wissen –, welches Bike wir kaufen, welchen Trail wir fahren und welches Foto wir danach posten sollen.
Aber wissen wir noch, wie man die Welt und das Leben erkundet? Jonathan bringt es später auf den Punkt:
„Mountainbiking has shrunk from its roots.“
Früher ging es darum, loszufahren und zu entdecken. Heute fahren wir oft dieselben Trails, dieselben Trailcenter und dieselben Bikeparks. Nicht weil sie schlecht sind. Sondern weil sie vertraut sind. Weil sie sicher sind. Weil wir wissen, was uns erwartet. Vielleicht liegt genau darin die größte Gefahr. Nicht, dass uns die Abenteuer ausgehen. Sondern dass wir gar nicht erst nach ihnen suchen.
Als wir uns wenige Tage zuvor in einem Beach House im Sunset District von San Francisco trafen, kannten wir uns kaum. Leser Sasha, Partner einer internationalen Kanzlei aus Quito in Ecuador. Leser Jonathan, Outdoor-Enthusiast aus Coeur d’Alene in Idaho. Fotograf Kike und Filmer Charlie aus Barcelona. Ben von Specialized aus Marin County. Greg, unser Mann für alles, aus Santa Cruz. Und ich als Media-Jongleur aus Stuttgart, der aus 7 Tagen Kalifornien, einer Crew, die noch nie zusammengearbeitet hat, zwei Lesern und unzähligen Variablen eine geile Geschichte machen wollte. Kurz: Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten, verbunden durch eine einzige Frage: Was passiert, wenn wir unsere gewohnten Grenzen überschreiten und ins Unbekannte springen?
Ein Laundromat, ein Surfbrett und ein erstes Date – mit dem Specialized Levo X
Bevor wir überhaupt Richtung Wildnis aufbrachen, ließen wir unsere Leser erstmal richtig arbeiten und schickten uns gegenseitig in erste kleine Abenteuer – dorthin, wo man ein Performance-E-MTB nicht vermuten würde, wo es aber auch hin darf: Jonathan landete mit unserer Dreckwäsche im Laundromat, Sasha im Anzug bei einem Geschäftstermin, Fotograf Kike mit Surfbrett am Strand. Ben mit seiner BMW GS – um den Ursprungsgedanken des Levo X zu symbolisieren und sich mit Sasha ein Ampelrennen zu liefern. Charlie mit seiner Kamera und seiner selbstgebauten Video-Halterung durch die City, um geile B-Roll-Shots zu sammeln. Ich mit meiner kalifornischen Freundin Katie auf dem Gepäckträger zu unserem ersten richtigen Date im Golden Gate Park.
Abenteuer beginnen selten am Ende der Welt. Sie beginnen dort, wo unsere Gewohnheiten enden. Wir erkunden die Welt immer weiter – und bewegen uns dabei oft in immer kleineren Radien.
Vielleicht beschreibt das nicht nur Mountainbiken. Vielleicht beschreibt es auch unser Leben. Denn es ist erstaunlich einfach geworden, Abenteuer zu kaufen und sie nie zu erleben. Die Industrie verkauft uns Möglichkeiten. Social Media verkauft uns Träume. Algorithmen schlagen uns vor, wohin wir fahren, was wir sehen und was wir erleben sollen. Aber wer erkundet noch auf eigene Faust? Wer fährt los, ohne genau zu wissen, wohin? Wer folgt seiner Neugier statt einem (fremden) Plan?
Ben formuliert es später in den Redwoods besser als jeder Marketing-Slogan: „Keep looking at where the edge of your life is and where your curiosity leads you next.“
Suche den Rand deiner eigenen Realität. Nicht den Rand der Karte. Denn vielleicht beginnt genau dort dein nächstes Abenteuer.
Bitte bloß nicht nach Plan!
„Da drüben.“ Ben zeigt vom Balkon unseres Beach Houses über die Dächer von San Francisco hinweg auf einen Berg in der Ferne. „Dort fahren wir hin.“ Mount Tam. Der Berg, auf dem Mountainbike-Geschichte geschrieben wurde. Viel mehr sagt er nicht dazu. Außer vielleicht, dass wir die Geschichte weiter schreiben wollen.
Also stopfen wir Schlafsäcke, Kaffee, Wechselklamotten und alles, was man für ein paar Tage draußen braucht, in die Packtaschen. Wir lassen es gemütlich angehen. Gehen noch einen Kaffee trinken, genießen die Sonne und starten – natürlich – viel zu spät in den Tag. Oder vielleicht genau richtig?!
Einen weiteren Kaffee später sind wir dann bereit. Schnell noch Steaks und Gemüse fürs Camping-BBQ einkaufen. Dann rollen wir los.
Über die Golden Gate Bridge. Hinein nach Marin County. Keine halbe Stunde später fühlt sich die Welt plötzlich anders an. Mit jeder Pedalumdrehung lassen wir die Stadt ein Stück weiter hinter uns. Und mit ihr all die Dinge, die normalerweise unsere Tage bestimmen. Vor uns: grüne Hügel, Küstennebel und der Pazifik. Der Entdeckergeist geht mit uns durch. Wir halten an, machen Fotos, fahren weiter, halten wieder an. Ein Graureiher begleitet uns ein Stück, als wir Richtung Muir Beach hinabrollen. Magisch.
Irgendwann taucht ein englischer Pub auf. Die Sonne ist längst verschwunden und uns dämmert: Wir haben eigentlich gar keine Zeit, um hier anzuhalten. Wir müssen doch weiter, unser Camp aufbauen – und auch unser Produktionsplan sieht etwas völlig anderes vor. Also bestellen wir ein Pint. Und später noch eins.
Was soll der Stress? „Müssen“ haben wir schon genug in unserem Alltag. Und wir sind doch hier, um Abenteuer zu erleben. Um Spaß zu haben. Um uns lebendig zu fühlen.
Nicht um einen Plan abzuarbeiten. Die besten Dinge passieren eh dann, wenn man seinen Plan aufgibt und sich gehen lässt, sich erlaubt, einfach zu sein. Und so spielen wir Dart, quasseln mit Einheimischen und palavern über unser Leben.
Dass es stockdunkel ist, als wir aus dem Pub kommen, ist schnell egal. Wir haben ja Lampen dabei. Die letzten Meilen bis zum Camp-Spot rollen sich fast von selbst. Vor uns glitzert die Bucht im schwachen Mondschein. Am Horizont die Lichter von San Francisco.
Wir sitzen am Feuer. Jonathan holt die Steaks raus und wir schauen uns alle in die Augen: Keiner spricht über Reichweite. Keiner über Watt. Keiner über Newtonmeter. Sondern über die Erlebnisse des Tages, seine Träume und das, was einen gerade im Leben beschäftigt.
Die längst vergessene Frage
Am nächsten Morgen geht es Richtung Mount Tam. Nebel hängt über den Hügeln. Von den legendären Ausblicken, für die der Berg berühmt ist, sehen wir bis jetzt nicht viel.
Der Repack Trail wirkt fast unscheinbar. Mal breiter, mal schmaler. Und hier soll Mountainbike-Geschichte geschrieben worden sein? Überall anders wären wir vermutlich gähnend daran vorbeigefahren. Hier und da ausgewaschen, dann wieder erstaunlich gepflegt. Im Grunde eine Forststraße.
Und genau das macht ihn so faszinierend. Denn hier sind vor fünfzig Jahren Menschen mit schweren Klunkern, ohne richtige Bremsen und ohne zu wissen, was daraus einmal werden würde, bergab geballert.
Heute rollen wir mit den modernsten E-Mountainbikes der Welt dieselbe Strecke hinunter. Natürlich können diese Bikes Dinge, von denen damals niemand zu träumen wagte. Aber irgendwann hört man auf, darüber nachzudenken.
Wir fahren. Bremsen zu spät. Spielen mit dem Gelände. Lachen. Wie Kinder eben. Später – halb eingesaut – treffen wir Joe Breeze und Otis Guy in Fairfax. Zwei der Pioniere, die damals dabei waren und heute das Marin Museum of Bicycling und die Mountain Bike Hall of Fame betreiben.
Die Männer, die sich in der Offseason ihrer Rennrad-Saison damals einfach fragten: Was passiert eigentlich, wenn wir mit unseren Fahrrädern dort hochfahren, wo sie nicht hingehören?
Eine einfache Frage. Aber manchmal verändern genau solche Fragen alles. Denn das damals war keine Produktinnovation. Es war eine Denkinnovation. Neudeutsch: ein Mind Shift. Die Idee kam zuerst. Die Technik folgte. Heute diskutieren wir oft erstmal direkt über Reichweite, Gewicht, Watt oder Newtonmeter. Die Frage von damals war deutlich einfacher: Was können wir mit unseren Bikes erleben, das wir bisher nicht erlebt haben?
Als wir einige Tage später bei Mike Sinyard am Küchentisch sitzen, landet das Gespräch genau dort. Der Gründer von Specialized erinnert sich daran, wie die ersten Stumpjumper auf den Markt kamen:
„It’s not a new bike. It’s an all new sport.“
Natürlich, sagt Mike, interessieren ihn bessere Fahrwerke, bessere Motoren und bessere Bikes. Aber wofür? „Performance for what?“ Die eigentliche Frage lautet nicht, was ein Bike technisch kann. Sondern was es dem Rider tatsächlich ermöglicht. Weiter hinauszufahren. Sich sicherer zu fühlen. Mehr mitzunehmen. Erfahrungen zu machen, die man sonst vielleicht nie gemacht hätte.
Specialized Levo 4 X – Das Innovativste an diesem Bike ist nicht die Technologie
An diesem Punkt wird es kompliziert. Denn eigentlich müssten wir jetzt anfangen, über das Bike zu sprechen. Über den Motor. Die Akku-Optionen. Das besondere Gepäckträger-System. Die Federelemente. Die Reichweite. Und all die Dinge, die normalerweise sonst so in einem Bike-Test stehen. Aber genau das würde der Geschichte nicht gerecht werden. Denn Electric Overlanding ist keine technische Innovation. Zumindest nicht im klassischen Sinn. Die einzelnen Zutaten gibt es bereits: E-MTB. Gepäckträger. Schutzbleche. Navigation. Abenteuer. Neu ist nicht, was davon bereits existiert. Neu ist die Perspektive, wie man sie kombiniert.
Als Ben später am Lagerfeuer über das Projekt spricht, bringt er es auf den Punkt:
A bike like this. If you have curiosity, what’s beyond that next ridge? What would it be like to ride with friends and sleep under the stars? This bike lets you explore that curiosity.
Genau das macht das Levo X so spannend. Nicht weil es etwas komplett Neues erfindet. Sondern weil es Möglichkeiten eröffnet, die viele von uns längst vergessen haben. Ein Feierabend-Ride, der plötzlich nicht am Parkplatz endet. Eine Nacht unter Sternen statt vor dem Fernseher. Ein Umweg, weil man wissen will, was hinter dem nächsten Hügel liegt. Ein Bike, das morgens durch die Stadt rollt, mittags Trails frisst und abends mit Schlafsack, Kocher und Freunden irgendwo am Lagerfeuer landet. Bikepacking? Irgendwie schon. Aber irgendwie auch nicht. Ein SUV E-Bike? Vielleicht auf den ersten Blick. Doch der Fokus ist ein anderer. Denn während die meisten SUVs irgendwann am Ende der Straße stehen bleiben, fängt das Levo X dort erst an. Dicke Reifen, vollwertige Trail-Geometrie, leistungsfähiges Fahrwerk und vor allem: ein Gepäckträgersystem, das Teil der gefederten Masse ist und damit auch auf ruppigen Trails funktioniert.
Vielleicht liegt der beste Vergleich außerhalb der Bike-Welt – nämlich bei dem, was Dual-Sport-Motorräder oder echte Overlanding-Fahrzeuge seit Jahren so faszinierend macht: die Freiheit, spontan zwischen Alltag und Abenteuer hin und her zu springen, ohne das Fahrzeug wechseln zu müssen.
Genau das macht das Levo X so besonders. Nicht weil es eine weitere isolierte Kategorie schafft. Sondern weil es bestehende Kategorien plötzlich ziemlich klein wirken lässt und neue Welten für ein Performance-E-MTB eröffnet.
Sidenote für alle, die bereits ein Levo 4 oder Levo R haben: Ihr braucht kein neues Bike, sondern könnt das Gepäckträgersystem einfach nachrüsten.
Und genau deshalb erinnert uns Electric Overlanding so sehr an die Anfänge des Mountainbikens. Nicht weil das Produkt revolutionär ist. Sondern weil es die Frage dahinter ist. Was können wir mit unseren Bikes erleben, das wir bisher noch nicht erlebt haben?
Was suchen wir eigentlich da draußen?
Der Pazifik rauscht. Langsam öffne ich die Augen. Ich sehe, wie Ben halb verschlafen mit etwas Treibholz ankommt. Die Glut vom gestrigen Feuer ist noch da. Es ist frisch. Zeit, das Feuer wieder zu entfachen – geht übrigens auch mit nassem Treibholz – und Kaffee zu machen.
Es ist Tag drei. Und San Francisco fühlt sich an wie zwei Wochen und tausend Kilometer entfernt. Dabei sind es gerade einmal 50 Meilen. Vielleicht sogar weniger. Das Verrückte ist: Viele Menschen, die dort drüben leben, wissen vermutlich nicht einmal, dass dieser Ort existiert. Und viele werden ihn niemals sehen.
Gestern sind wir von Fairfax durch die Redwoods bis zum Wildcat Beach gefahren. Mal wieder viel zu spät. Mal wieder im Dunkeln. Mal wieder genau richtig.
Dieses Mal waren es die Redwoods, die uns aufgehalten haben. Immer wieder blieben wir stehen. Schauten nach oben. Machten Fotos. Redeten. Fuhren weiter. Blieben wieder stehen. Irgendwann wurde es dunkel. Dann richtig dunkel. Und neblig.
Als wir schließlich am Camp ankamen, hing der Nebel wie ein Vorhang über der Küste. Aus dem Schwarz blickten uns plötzlich überall Augenpaare entgegen. Dutzende. Vielleicht Hunderte. Elche. Keiner wusste so richtig, wo es langging. Außer Ben. Wir hörten den Ozean rauschen. Das war genug.
Jetzt sitzen wir mit Kaffee in der Hand am Strand und schauen aufs Meer. Und irgendwo zwischen den Gesprächen taucht eine Frage auf. Warum fühlt sich das hier eigentlich so anders an? Warum mutet ein Ort, der nur eine Stunde entfernt liegt, manchmal an wie eine andere Welt? Warum werden aus Fremden innerhalb weniger Tage Freunde? Warum erinnern wir uns Jahre später an solche Momente? An Nebel. An Lagerfeuer. An kalte Finger. An Sand in den Schuhen. An herausfordernde Nächte. Und kaum an perfekte Hotelzimmer. Vielleicht suchen wir gar nicht nach einem Ort. Vielleicht suchen wir nach einem Gefühl.
Mike hatte dafür später einen Satz, den ich seitdem nicht mehr aus dem Kopf bekomme:
„Most of the time we’re not going anywhere except in a good place.“
Die meiste Zeit fahren wir eigentlich nirgendwo hin. Außer an einen guten Ort. Und vielleicht reicht das manchmal schon vollkommen aus.
Zwei Leben. Eine Sehnsucht.
Als wir die Ausschreibung veröffentlichten, passierte etwas, womit wir nicht gerechnet hatten. Leser aus 34 Ländern haben sich beworben – und investierten im Schnitt über eine Stunde in ihre Bewerbung. Sie erzählten von ihrem Alltag, ihren Träumen und davon, warum sie Teil dieses Abenteuers sein wollten.
Je mehr wir lasen, desto klarer wurde: Die meisten bewarben sich nicht wegen eines Bikes.
Sondern wegen der Möglichkeit, Teil von etwas zu sein. Aus Neugier. Um etwas Neues und Einmaliges zu erleben. Menschen zu treffen, sich auszutauschen, zu lernen und gemeinsam auf Entdeckungsreise zu gehen.
Am Ende waren es Jonathan aus Idaho und Sasha aus Ecuador, die mit uns nach Kalifornien reisten. Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum hätten sein können.
Sasha ist Partner einer internationalen Anwaltskanzlei. Sein Kalender ist voller als die meisten Trails an einem sonnigen Sonntag. Er liebt Bikes, Technologie und Abenteuer. Seine große Frage lautet, wie man Abenteuer in einen Alltag integriert, der eigentlich keinen Platz dafür lässt. Sasha hat bislang fast jede Levo- und Kenevo-Generation von Specialized besessen und kann aus erster Hand von seinen Erfahrungen berichten – Erfahrungen, die mit dem Levo X für ihn noch einmal eine neue Dimension bekommen haben.
Jonathan dagegen lebt fast am anderen Ende des Spektrums: Outdoor-Enthusiast. Camper. Naturmensch. Mit seinem Dual-Sport-Motorrad verschwindet er regelmäßig für mehrtägige Touren in die Wildnis, schläft unter freiem Himmel und wacht dort auf, wo andere höchstens Urlaub machen. Bis zu dieser Reise war er überzeugter Analog-Mountainbiker und besaß kein einziges E-MTB.
Unterschiedliche Leben. Unterschiedliche Routinen. Unterschiedliche Skills. Und trotzdem landeten beide am selben Punkt. Vielleicht, weil sie dieselben Fragen mitgebracht haben. Nicht nur, welches Bike das beste ist. Sondern wie man mehr von dem erlebt, was wirklich zählt. Und wohin die Reise überhaupt geht.
Für Jonathan war das von Anfang an einer der Gründe, warum er sich beworben hatte. Ihn interessierte nicht nur ein neues Bike. Ihn interessierte die größere Frage dahinter: Wohin entwickelt sich Mountainbiken? Was bedeutet Innovation in fünf oder zehn Jahren? Und welche Rolle spielen wir als Rider dabei?
Der wahre Gegner ist nicht der Trail – sondern der Alltag
Mehr als zwei Monate nach unserer Reise bin ich wieder in Kalifornien und treffe mich mit Ben. Natürlich nicht in einem drögen Meetingraum. Stattdessen packen wir die Levo’s und fahren an einem Dienstagnachmittag vom Specialized HQ in Morgan Hill in den Coe State Park. Wir schicken Fotos in unsere Whatsapp-Gruppe vom Trip und Sasha schreibt:
„Hey Robin, good to hear from you. I am jealous! I am stuck at my desk at the law firm instead of riding. I see that Ben replaced the flute with a puppy … hahaha!“
In dieser Nachricht steckt etwas, das vermutlich viele von uns kennen. Sasha sitzt nicht in Ecuador fest, weil ihm die Fitness fehlt. Nicht weil er kein Bike besitzt. Nicht weil ihm die Abenteuer ausgegangen sind. Sondern weil ihm das Leben dazwischen gekommen ist. Meetings. Verpflichtungen. Kalendereinträge. All die Dinge, die uns oft wichtiger erscheinen, als sie am Ende wirklich sind. Genau deshalb war Sasha für diese Reise vielleicht der perfekte Teilnehmer.
Denn seine eigentliche Frage war nie, welches Bike das beste ist. Sondern wie man Abenteuer in einen Alltag integriert, der eigentlich keinen Platz dafür lässt.
Jonathan sah das ähnlich. E-Bikes, sagte er, geben Menschen Optionen. Mehr Optionen bedeuten mehr Möglichkeiten für Erlebnisse. Nicht jeder hat Zeit für sieben Tage Kalifornien. Nicht jeder möchte am Pazifik campen. Aber fast jeder hat einen Abend. Und genau dort wird es spannend.
Ben brachte es irgendwann auf den Punkt: Du musst nicht um die Welt reisen. Du musst nicht kündigen. Du musst nicht dein Leben grundlegend verändern. Du kannst einfach einen Freund anrufen, einen Burrito und ein Bier einpacken und am Dienstagabend losfahren.
Klingt lächerlich einfach. Und genau deshalb machen es die wenigsten. Vielleicht haben die meisten von uns kein Abenteuerproblem. Vielleicht haben wir ein Gewohnheitsproblem.
Wir verbringen unser Leben damit, bessere Bikes, bessere Routinen, bessere Pläne und bessere Versionen von uns selbst zu suchen. Dabei warten wir auf das große Abenteuer oder die große Reise. Statt das Beste aus dem zu machen, was wir jetzt und hier tun können. Abenteuer beginnen nicht am Ende der Welt. Sondern am Ende unserer Routine.
Kommst du auch nächsten Dienstag?
Das Levo X kann dir diese Erlebnisse nicht schenken. Es kann sie nur ermöglichen. Auf eine Art, wie es aktuell kein anderes Performance-E-MTB macht. Die eigentliche Einladung ist deshalb eine andere.
Ben formulierte sie am letzten Abend besser als jeder Marketing-Slogan es jemals könnte:
The biggest mistake is that people never try. They talk themselves out of something before even trying.
Die meisten Menschen scheitern nicht an fehlender Zeit. Nicht an fehlender Ausrüstung.
Nicht an fehlenden Möglichkeiten. Sie reden sich vorher ein, warum etwas nicht funktionieren wird. Dabei muss das nächste Abenteuer weder groß noch spektakulär sein. Ein Burrito. Ein Bier. Ein Schlafsack. Ein guter Freund. Mehr braucht es oft nicht.
Deshalb ist Electric Overlanding mehr als eine neue Bike-Kategorie, es ist eine Erinnerung daran, neugierig zu bleiben. So wie damals am Mount Tam. Die Frage ist nicht, ob du nach Kalifornien kommst. Die Frage ist, was hinter deinem nächsten Hügel liegt. Und ob du bereit bist, es herauszufinden.
Wir arbeiten gerade daran, zusammen mit Specialized genau solche Erlebnisse auch für andere Rider zugänglich zu machen – als kompakte Overnighter und zweitägige Abenteuer, für Outdoor-Veteranen genauso wie für Menschen, die noch nie draußen übernachtet haben. Denn das eine ist, über Produkte zu sprechen. Das andere, sie tatsächlich zu erleben. Hast du Lust darauf? Dann trag dich hier in unsere Interessentenliste ein.
Oder noch besser: Ruf einen Freund an. Pack einen Burrito und ein Bier ein. Und frag ihn: „Kommst du nächsten Dienstag mit?“
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Text: Robin Schmitt Fotos: Kike Kiks, Charlie Farrera
