Was wäre, wenn GHOST mit einem komplett neuen Bike inklusive frischem Look aus dem Stand den Vergleichstest zum besten Bikepark-Bike gewinnen würde? Das POACHA könnte der perfekte Kandidat sein – vorausgesetzt, man steht auf fette Sprünge, steile Anlieger und Highspeed.

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GHOST POACHA Full Party | 180/180 mm (v/h) | 17,6 kg in Größe L | 8.000 € | Hersteller-Website

Kantig, modern und ready to party – das neue GHOST POACHA markiert einen echten Paradigmenwechsel und passt mit seinem neuen Look und massig Federweg wie die Faust aufs Auge in unseren Vergleichstest. 180 mm vorne wie hinten, Mullet-Laufräder und ein robuster Spec sollen aus dem POACHA eine waschechte Park-Rat machen. Es kommt mit einem überarbeiteten TractionLink 3.0-System, das auf einem Dual-Link-Hinterbau mit virtuellem Drehpunkt basiert und maximale Traktion mit einem aktiven Fahrverhalten kombinieren soll.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Bikepark-Bike 2025 – 6 Modelle im Test

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Ausstattung und Detaillösungen des GHOST POACHA

GHOST lässt beim POACHA ordentlich die Korken knallen und schickt für 8.000 € die Full-Party-Ausstattungsvariante ins Rennen. Mit satten 17,6 kg in Größe L ist das Bike allerdings auch eines der schwersten im Testfeld – nur das Canyon Sender und das YT-E-MTB bringen noch mehr auf die Waage. Dafür ist aber robuste Komponenten ausgestattet, soweit das Auge reicht: An der Front arbeitet eine RockShox ZEB Ultimate-Gabel mit der aktuellen Charger 3.1-Kartusche, die mit breitem Einstellbereich und starker Performance überzeugt. Hinten steckt ein Vivid Ultimate-Luftdämpfer, dessen SAG dank Markierungen an der Kolbenstange easy einzustellen ist – ein kleines, aber cleveres Detail. Dazu gibt’s einen Kunststoff-Fender an der Sitzstrebe, der den Dämpfer an nassen Parktagen vor Schmutz und Matsch schützt. Für den Notfall ist im Steuerrohr das XLC-Multitool integriert – es ist zwar nicht das beste Tool im Test, aber immerhin vorhanden und gut erreichbar. Wer mehr mitnehmen will, freut sich über den zusätzlichen Toolmount am Oberrohr, denn ein Staufach gibt’s beim POACHA nicht.

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Keep it Low
Mithilfe des Flip-Chips könnt ihr großen Einfluss auf das Handling des POACHA nehmen.
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Kantig und modern
Der neue Look des POACHA kommt auch optisch gut an und platziert den Dämpfer schön tief im Bike.

Geschaltet wird mit der elektronischen SRAM GX Transmission, das für uns immer noch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis unter den Directmount-Schaltwerken liefert. Am Kettenblatt lässt sich direkt ein Bashguard montieren und ein robuster Unterfahrschutz aus Kunststoff schützt den Rahmen von unten – leider nicht seitlich, dafür reicht er aber weit hoch. Der Sitz- und Kettenstrebenschutz ist großzügig dimensioniert und eliminiert nerviges Geklapper effektiv. Gebremst wird mit fetten SRAM MAVEN Silver-Bremsen samt 220/200-mm-Scheiben – volle Power und Einstellbarkeit, nur eben ohne Titanschrauben wie bei der Ultimate-Variante. Die TranzX Rad+ Dropper bietet 200 mm Hub und lässt sich werkzeuglos um 5 mm justieren und vollständig im Rahmen versenken. Alle Leitungen verlaufen intern durch gut geklemmte Cable-Ports, was für ein sauberes Aussehen und eine ruhige Fahrt sorgt. Der SRAM Descendant Alu-Lenker passt ebenfalls gut zum Bike. Allerdings haben alle unsere Tester schnell die Prologo-Griffe ausgetauscht, was sonst nie der Fall ist. Richtig stark: der DT Swiss FR 1500 Laufradsatz aus Aluminium. Wir sind große Fans der stabilen Felgen und Naben. Kombiniert mit den robusten Continental Kryptotal-Reifen in dickwandiger Downhill-Karkasse – vorne der FR in SuperSoft, hinten der RE in Soft – seid ihr für lange Bikepark-Tage bestens gewappnet.

Was will man mehr? Das GHOST POACHA besitzt eine perfekte Ausstattung, um im Bikepark Spaß zu haben.

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GHOST POACHA Full Party

8.000 €

Specifications

Fork RockShox ZEB Ultimate 180 mm
Rear Shock RockShox Vivid Ultimate 180 mm
Seatpost TranzX Rad+ 200 mm
Brakes SRAM MAVEN Silver 220/200 mm
Drivetrain SRAM GX Eagle AXS Transmission 1x12
Stem TRUVATIV DESCENDANT 40 mm
Handlebar TRUVATIV DESCENDANT Riser DH 790 mm
Wheelset DT Swiss FR1500 29"/27,5"
Tires Continental Kryptotal FR SuperSoft DH/Continental Kryptotal RE Soft DH 2,4"/2,4"

Technical Data

Size S M L XL
Weight 17,6 kg

Specific Features

Flip-Chip
Reach-Verstellung
integriertes Tool

Tuning-Tipp: neue Griffe

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Besser haben, als brauchen
Auch wenn es bessere Tools für den Gabelschaft gibt, habt ihr mit dem XLC-Tool alles Wichtige dabei.
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Bang for Buck
Die SRAM GX Transmission-Schaltgruppe ist unser Favorit, wenn es um Preis-Leistung am Antrieb geht.
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Tuning is not a crime
Wir würden euch ja die originalen Prologo-Griffe zeigen, aber sie haben es nicht einmal aus der Werkstatt geschafft und wurden von uns direkt getauscht.

Die Geometrie des GHOST POACHA

Mit einem Reach von 490 mm bzw. 496 mm in Größe L ist das GHOST POACHA alles andere als kompakt unterwegs – das Bike fällt im Verhältnis eher groß aus und ihr solltet bei der Größenwahl die Augen offenhalten. Insgesamt gibt es aber nur vier Größen von S bis XL zur Auswahl. Mithilfe der Flip-Chips in der Sitzstrebe lässt sich das Setup von „Low“ auf „High“ umstellen. Die Anpassung beeinflusst neben dem Reach auch den Lenk- und Sitzwinkel sowie die Tretlagerhöhe – wichtige Parameter für das Handling des Bikes. Zwar müssen die Chips auf beiden Seiten gedreht werden, was etwas mehr Aufwand bedeutet, lässt sich mit etwas Routine aber auch problemlos auf dem Trail umsetzen. Zusätzlich ermöglicht euch GHOST beim POACHA, mithilfe eines Acros-Steuersatz den Reach um jeweils 5 mm zu verkürzen oder zu verlängern. Eine coole Option, um das Bike besser an eure Größe und Bedürfnisse anzupassen.

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Größe S M L XL
Sattelrohr 415 mm 430 mm 445 mm 475 mm
Oberrohr 570 mm 603 mm 630 mm 652 mm
Steuerrohr 100 mm 105 mm 115 mm 125 mm
Lenkwinkel low/high 63,5°/64° 63,5°/64° 63,5°/64° 63,5°/64°
Sitzwinkel low/high 78°/79° 78°/79° 78°/79° 78°/79°
Kettenstrebe 439 mm 439 mm 444 mm 444 mm
BB Drop low/high 14 mm/7 mm 14 mm/7 mm 14 mm/7 mm 14 mm/7 mm
Radstand 1.224 mm 1.256 mm 1.291 mm 1.315 mm
Reach low/high 435 mm/440 mm 466 mm/471 mm 490 mm/496 mm 510 mm/516 mm
Stack 636 mm 640 mm 649 mm 658 mm
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Helm GIRO Tyrant | Brille 100% S3 | Shirt DHARCO 3/4 Sleeve | Hose DHARCO Gravity Pants | Schuhe Fox Union BOA | Handschuhe Hirzl GRIPPP LIGHT FF

Das GHOST POACHA auf dem Trail

Das GHOST POACHA überrascht nicht nur mit seiner Ausstattung und dem modernen Look, sondern zeigt sich auch auf Touren erstaunlich vielseitig. Zusammen mit dem YT ist es das einzige Bikes im Vergleichstest, das sich auch ohne Lift-Unterstützung zum Trail-Einstieg treten lässt – und hier muss es sich absolut nicht verstecken. Der Hinterbau arbeitet angenehm antriebsneutral und die Sitzposition ist komfortabel genug für lange Transfers – perfekt, wenn ihr nach Bikepark-Schluss noch eine Trail-Runde dranhängen wollt.

Geht es im Park dann endlich bergab, glänzt das GHOST mit einer sehr ausgewogenen Balance – besonders im Low-Setting. Hier steht man tiefer im Bike, was für ein sattes, sicheres Fahrgefühl sorgt, speziell in steilen oder ruppigen Passagen. Auch die Front ist dann angenehm hoch und sorgt für zusätzliche Sicherheit, denn Überschlagsgefühle kommen im Low-Setting nicht auf. Allerdings verlangt das POACHA dann etwas mehr Input vom Fahrer auf das Vorderrad, um ausreichend Druck auf die Reifen zu bekommen– ein kleiner Kompromiss für alle, die eine tiefer integrierte Position bevorzugen. Im High-Setting fühlt sich das Bike hingegen insgesamt ausgeglichener an, die Front steht aber etwas tiefer, was subjektiv weniger Vertrauen gibt – unser klarer Favorit für den Park bleibt daher das tiefere Low-Setup.

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Das straffe Heck verleiht dem POACHA richtig Punch – das Bike lässt sich spielerisch in die Luft bewegen, generiert massig Speed in Anliegern und bleibt dabei trotzdem kontrolliert. Trotz der sportlichen Abstimmung liefert das starke Fahrwerk genug Traktion, um auch härteste Bremsaktionen souverän zu meistern. Und das Beste: Das GHOST ist mit Abstand das wendigste und agilste Bike im Test – noch vor dem Atherton S.200. Aber auch dicke Sprünge oder verpatzte Landungen kontert das straffe Heck souverän und bewahrt euch vor Sprunggelenkbrüchen. In schnellen, technischen Passagen muss es sich ebenfalls nicht vor den waschechten Downhill-Bikes verstecken. Durch Wurzelfelder pflügt das POACHA mit beeindruckender Laufruhe und der tiefe Stand vermittelt auch hier viel Sicherheit.

Mit keinem Bike im Vergleichstest fliegt ihr so agil und verspielt durch die Anlieger und über die Sprünge, wie mit dem GHOST POACHA.

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Für wen ist das GHOST POACHA?

Das GHOST POACHA liefert ganz klar den größten Fahrspaß im Vergleichstest und kein anderes Bike war so verspielt, agil und gleichzeitig derart vielseitig. Dank straffem Fahrwerk und gleichzeitig starker Laufruhe klebt ihr mit dem POACHA locker am Hinterrad eurer DH-Kumpels, mit einem Grinsen im Gesicht und einer deutlich wendigeren und verspielteren Fahrweise. Kombiniert mit dem durchdachten Spec – abgesehen von den Griffen, die ihr besser sofort tauscht – bekommt ihr ein Setup, das direkt funktioniert und keine Wünsche offenlässt. Für die meisten Bikeparks ist das GHOST POACHA damit das perfekte Bike: Ob fette Jumps, steile Downhill-Tracks, spaßige Flowlines oder die Shuttle-Tage in Finale Ligure – das Bike ist für alles zu haben. Und wenn’s doch mal einen Trail-Transfer gibt oder ihr kurz in die Pedale treten müsst, macht das GHOST das überraschend entspannt mit.

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Das Fazit zum GHOST POACHA

Mit dem POACHA läutet GHOST nicht nur optisch in eine neue Ära ein, sondern fährt auch direkt zum Testsieg – Glückwunsch! Die starke Ausstattung, das straffe Fahrwerk und die gelungene Geometrie mit dem agilen und verspielten Charakter machen das POACHA zum ultimativen Bikepark-Tool. Egal ob Jumps, Flowline oder DH-Track: Das POACHA macht Bock auf mehr und zeigt, dass GHOST es mit dem Freeride-Business ernst meint.

Tops

  • super agil und verspielt
  • vermittelt viel Selbstvertrauen
  • geiler und robuster Spec
  • kantiger, moderner Look

Flops

  • schwer
  • die Griffe …
Ghost TS scaled

Mehr Infos findet ihr auf der Website von GHOST Bikes.


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste Bikepark-Bike 2025 – 6 Modelle im Test

Alle Bikes im Test:
Atherton S.200 (Zum Test) | Canyon Sender CFR Team (Zum Test) | Ghost POACHA Full Party | Orbea Rallon D LTD 2026 (Zum Test) | Specialized Status 2 170 DH (Zum Test) | YT DECOY Core 4 (Zum Test)

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Text: Peter Walker Fotos: Peter Walker