Goliath trifft auf David – so oder so ähnlich könnte man die Partnerschaft von Giant und DVO beschreiben. Nicht nur die Giant-Rennteams setzen auf die Fahrwerke der US-Amerikaner, auch bei einigen Serien-Bikes kommen sie zum Einsatz. Wie gut Federgabel und Dämpfer im Giant Reign Advanced 0 funktionieren, haben wir herausgefunden.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2019 – 14 Bikes im Vergleichstest

Giant Reign Advanced 0 | 170/160 mm (v/h) | 13,42 kg | 7.399 €

Das Giant Reign ist ein echter Klassiker und wurde von uns schon unzählige Male getestet. Am Rahmen mit seinem Maestro-Hinterbau und der Geometrie hat sich im Vergleich zum letzten Jahr nichts verändert. Allerdings verfügt das Rad in der neuesten Evolutionsstufe über eine DVO Diamond-Federgabel mit 170 mm Federweg und einem DVO Jade-Stahlfederdämpfer am Heck (160 mm). Die Abstimmung beider Federelemente dauert insgesamt etwas länger als bei FOX oder RockShox, lässt sich aber mit etwas Geduld problemlos bewerkstelligen. Die restliche Ausstattung des 7.399 € teuren Bikes ist weniger außergewöhnlich. Geschaltet wird am Topmodell des Reign mit einer SRAM X01 Eagle, gebremst mit einer SRAM CODE RSC. Typisch für Giant, kommen hauseigene Carbon-Felgen zum Einsatz. Während der Hauptrahmen aus Carbon besteht, ist der Hinterbau aus Aluminium gefertigt. Aufgrund des kurzen Steuerrohrs ist es nicht verwunderlich, dass unter dem 45 mm langen TRUVATIV DESCENDANT-Vorbau einige Spacer verbaut sind.

Das Giant Reign Advanced 0 im Detail

Federgabel DVO Diamond D1 170 mm
Dämpfer DVO Jade Coil 160 mm
Bremsen SRAM CODE RSC
Schaltung SRAM X01 Eagle
Sattelstütze RockShox Reverb Stealth
Vorbau TRUVATIV DESCENDANT 45 mm
Lenker TRUVATIV DESCENDANT Carbon 800 mm
Laufradsatz Giant TRX 0 Carbon
Reifen MAXXIS Minion DHF/DHR II 27,5″ x 2,4″
Gewicht 13,42 kg
Preis 7.399 €

Sehr gut
Der Hinterbau des Reign mit dem DVO Jade saugt sämtliche Unebenheiten einfach auf, ohne aber Pop vermissen zu lassen. Das Einzige, was fehlt: eine zuschaltbare Plattformdämpfung.
Zu kurz
Um Lackschäden zu vermeiden, sollte man die Kettenstreben direkt nach dem Kauf bis nach vorn abkleben. Der montierte Kettenstrebenschutz ist leider zu kurz.
Gut, aber nicht überragend
Die DVO Diamond-Federgabel benötigt etwas Fingerspitzengefühl beim Setup und kann nicht ganz mit der Performance der besten Gabeln am Markt mithalten.
Mehr ist mehr
Durch das kurze Steuerrohr in Kombination mit dem langen Reach empfiehlt es sich, einige Spacer unter dem Vorbau zu montieren. So steht man noch besser integriert im Bike.

Die Geometrie des Giant Reign Advanced 0

Größe S M L XL
Sattelrohr 380 mm 431 mm 464 mm 496 mm
Oberrohr 601 mm 637 mm 657 mm 682 mm
Steuerrohr 95 mm 95 mm 115 mm 125 mm
Lenkwinkel 64,5° 64,5° 64,5° 64,5°
Sitzwinkel 72,5° 72,5° 72,5° 72,5°
Kettenstrebe 435 mm 435 mm 435 mm 435 mm
Tretlagerabsenkung 7 mm 7 mm 7 mm 7 mm
Radstand 1178 mm 1213 mm 1236 mm 1262 mm
Reach 419 mm 454 mm 469 mm 491 mm
Stack 580 mm 580 mm 599 mm 608 mm
Helm 100% Aircraft | Goggle 100% Accuri | Shirt ION TRAZE_AMP | Shorts iXS ASPER SHORTS | Knieschoner ION K-Pact | Schuhe ION Rascal

Das Giant Reign Advanced 0 auf dem Trail

Mit einem Gewicht von 13,42 kg ist das Reign das leichteste Bike in diesem Vergleichstest, dennoch rangiert es bergauf ganz hinten. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen sitzt man aufgrund des flachen Sitzwinkels weit über dem Hinterrad. Zum anderen kann man den Hinterbau, der beim Pedalieren stark wippt, nicht mit einer zuschaltbaren Plattformdämpfung ruhig stellen. In der Abfahrt kann das Reign hingegen überzeugen. Der Hinterbau besitzt mit dem DVO Jade-Dämpfer sehr guten Gegenhalt bei gleichzeitig seidenweichem Ansprechverhalten. Das Rad bleibt dank seiner Länge und dem satten Hinterbau auch bei hoher Geschwindigkeit sehr stabil. Auf steilen Passagen mit großen Steinen fährt man wie auf Schienen. Das geringe Gewicht und die leichten Laufräder erleichtern schnelle Richtungswechsel. Insgesamt ist die Gewichtsverteilung sehr gut gewählt und das Rad fährt sich gutmütig und intuitiv. Verglichen mit den besten Gabeln im Test wirkt die Diamond veraltet und kann nicht mit den aktuellen Benchmarks mithalten. In verwinkelten Trailabschnitten muss man das Reign aktiv fahren, um es durch enge Kurven zu dirigieren. Dagegen glänzt es aber in steilen Abschnitten mit viel Sicherheit. Die Endprogression des Hinterbaus ist angenehm gewählt, bei harten Schlägen wird der Federweg effektiv genutzt, ohne dass es zu Durchschlägen kommt.

Lass laufen! Erst bei Highspeed blüht das Reign so richtig auf.

Tuningtipp: Kettenstrebe zusätzlich abkleben | wer viel bergauf fährt, montiert einen Dämpfer mit Plattformdämpfung

Fazit

Das Giant Reign Advanced 0 ist nach wie vor ein sehr potentes Enduro-Bike für anspruchsvolles Terrain. Wer ein direktes Race-Bike sucht und gerne mit dem Fahrwerk experimentiert, wird hier fündig. Allerdings muss man in Sachen Agilität und vor allem bei der Performance bergauf einige Abstriche machen.

Stärken

  • sehr laufruhig
  • Hinterbau super satt und feinfühlig
  • race-ready

Schwächen

  • Federgabel kann nicht mit den besten mithalten
  • Sitzposition bergauf sehr hecklastig
  • Hinterbau bergauf wenig effizient

Uphill

Downhill

Laufruhe

Agilität

Value for money


Mehr Infos unter: giant-bicycles.com

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2019 – 14 Bikes im Vergleichstest

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Text & Fotos: Christoph Bayer

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Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.