Das Giant Trance durfte bei diesem Test nicht fehlen: Es ist mittlerweile ein echter Klassiker und hat nicht zuletzt dank seines Maestro-Hinterbaus eine große Fangemeinde. Auch uns hat das Rad schon mehrfach überzeugen können, daher sollte ja eigentlich keine Überraschungen geben, oder?

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Giant Trance 1.5 LTD | 150/140 mm (v/h) | 13,68 kg | 2.799 €

Für die neue Saison hat Giant dem bekannten Trance-Rahmen eine neue Lackierung und eine überarbeitete Ausstattung verpasst. In der Vergangenheit haben wir mehrfach zu dünnwandige Reifen kritisiert, darauf hat Giant reagiert und stattet das Rad nun mit hervorragenden MAXXIS HighRoller II aus. Generell ist die gesamte Ausstattung des 2.799 € teuren Bikes sehr stimmig – abgesehen vom Shimano XT 2-fach-Antrieb. So besitzt das Trance standfeste Shimano XT-Bremsen, eine Sattelstütze mit 150 mm Verstellbereich und ein sehr gut arbeitendes FOX Performance-Fahrwerk. Auch die Eckdaten des Cockpits stimmen: Der Lenker ist 780 mm breit, der Vorbau 50 mm lang, top!

Helm Leatt DBX 3.0 | Brille 100% Speedcraft 7 | Shirt Mons Royale Redwood ¾ Raglan Tee | Shorts ION Bikeshorts Traze

In der Abfahrt begeistert das Trance mit seinem sehr plushen und schluckfreudigen Hinterbau. Die 140 mm Federweg werden sehr bereitwillig zur Verfügung gestellt und dank ausreichend Progression gegen Ende gibt es auch keine Durchschläge. Trotz des eher steilen Lenkwinkels von 67° und des kurzen Hauptrahmens (Reach 448 mm) besitzt das Trance ein hohes Maß an Laufruhe. Auch in stark verblockten Sektionen voller Steine und Wurzeln gerät das Bike nicht aus der Ruhe und bleibt souverän auf Kurs. Wird der Trail jedoch flacher, flowiger und hat viele Anlieger, lohnt sich der Griff zum Verstellhebel am Dämpfer. Er sackt sonst in Kompressionen etwas weg und schluckt viel Energie. Im Trail-Mode dagegen lässt sich durch Pushen gut Speed aufbauen. Die FOX 34 Performance funktioniert am besten, wenn man den Verstellhebel um rund ein Drittel schließt. Sie spricht dann noch immer sehr feinfühlig an, sackt jedoch beim Anbremsen und im steilen Terrain deutlich weniger weg. In offenen Kurven erfordert das Rad einen etwas beherzteren Fahrstil, um ausreichend Grip am Vorderrad zu generieren. Gleichzeitig belohnt es den Fahrer dann mit einem hohen Maß an Agilität, speziell bei schnellen Richtungswechseln.

  Two Face: Das Trance hat zwei Seiten – schnell bergab, gemächlich bergauf.

Auf dem Weg zum Traileinstieg geht es das Trance eher gemütlich an. Die griffigen Reifen besitzen einen spürbaren Rollwiderstand. Außerdem sollte man den Sattel auf jeden Fall weit nach vorn schieben, um nicht zu weit über dem Hinterrad zu sitzen. Geht es steil bergauf, greift man fast schon intuitiv zum Dämpfer-Verstellhebel. Andernfalls sackt das Rad spürbar in den Federweg und man tritt von hinten. Hat man all das getan, erklimmt man mit dem Giant jedoch problemlos jeden Berg.

Das Giant Trance 1.5 LTD im Detail

Federgabel Fox 34 Float Performance 150 mm
Dämpfer Fox Float DPS Performance 140 mm
Bremsen Shimano XT 180/180 mm
Schaltung Shimano XT
Sattelstütze Giant Contact 150 mm
Vorbau Giant Contact 50
Lenker Giant Contact TR Risebar 780 mm
Reifen Maxxis Highroller II
Laufradsatz Giant XC Disc
Gewicht 13,68 kg
Preis 2.799 €

Griffig
Die MAXXIS Highroller II-Reifen überzeugen mit sehr gutem Grip und Pannenschutz, auch ihr Rollwiderstand geht in Ordnung. Unser Tipp fürs Trailbike!
Smooth
Die Giant Contact-Teleskopstütze bietet 150 mm Verstellbereich und lässt sich mit sehr geringen Hebelkräften bedienen. Top!
Veraltet
Seinen letzten Trumpf, die Übersetzungsbandbreite, hat der 2-fach-Antrieb mit der Einführung von 12-fach-Schaltungen verloren. Zeit, sich von ihm zu verabschieden!
Ineffizient
Auf anspruchsvollen Trails bergab ist der Hinterbau des Giant Trance eine Klasse für sich. Bergauf sackt er jedoch leider weg, wodurch man beim Pedalieren tief im Federweg sitzt.
Leicht geschlossen
Die FOX 34 Performance liefert eine gute Performance. Aktive Fahrer sollten jedoch den Verstellhebel um rund ein Drittel schließen.

Die Geometrie des Giant Trance 1.5 LTD

Größe S M L XL
Oberrohr 580 mm 610 mm 630 mm 655 mm
Steuerrohr 100 mm 105 mm 130 mm 145 mm
Lenkwinkel 67,0° 67,0° 67,0° 67,0°
Sitzwinkel 73,5° 73,5° 73,5° 73,5°
Kettenstrebe 435 mm 435 mm 435 mm 435 mm
BB Drop 15 mm 15 mm 15 mm 15 mm
Radstand 1129 mm 1160 mm 1183 mm 1209 mm
Reach 406 mm 435 mm 448 mm 469 mm
Stack 587 mm 591 mm 614 mm 628 mm

  Tuning-Tipp: Kauft das Giant Trance 1 für 300 € mehr!

Fazit

Das Giant Trance 1.5 LTD überzeugt bergab zwar mit seinem top Fahrwerk und einem sehr berechenbaren Handling mit großen Reserven. Aber es leistet sich bergauf und bei der Ausstattung Schwächen und überzeugt auf Flowtrails nur mit umgelegtem Verstellhebel. Wenn es ein Trance sein soll, dann würden wir zum 3.099 € teuren Trance 1 mit deutlich besserer Ausstattung greifen.

Stärken

+ hohe Laufruhe
+ Hinterbau sehr schluckfreudig
+ 150 mm Teleskopsattelstütze

Schwächen

– Hinterbau sackt weg
– bergauf sehr gemächlich

Uphill
Downhill
Laufruhe
Agilität
Preis/Leistung


Mehr Infos findet ihr unter: giant-bicycles.com

Das Testfeld

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Alle Bikes im Test: Canyon Spectral CF 8.0 | Ghost SLAMR X 5.9 AL | ROSE ROOT MILLER 2 | Trek Fuel EX 8 29 XT | Whyte T-130 S | YT JEFFSY 29 AL Comp


Dieser Artikel ist aus ENDURO Ausgabe #033

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Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Valentin Rühl

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Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.