
Ob Naturtrail oder Bikepark – wenn es auf dem Bike richtig zur Sache geht, ist der Kontakt zum Pedal Gold wert. Giro schickt mit dem Chamber III und dem Chamber TR zwei Klickschuhe ins Rennen, die mit Robustheit, Stabilität und Grip überzeugen sollen. Während der Hersteller mit dem Chamber III die Neuinterpretation seines Klassikers verspricht – schlanker und leichter als sein Vorgänger –, setzt der Chamber TR auf maximale Performance und ein noch besseres Pedalgefühl. Wir haben beide Chamber-Modelle von Kanada über Innsbruck bis in den Schwarzwald über unterschiedliche Trails gejagt. Kann Giro seine Versprechen halten? Und lohnen sich die rund 210 € beim Chamber III bzw. 164 € beim Chamber TR auf dem Trail wirklich?


| Marke | Modell | Farbe | Gewicht* | Preis | Testdauer |
| Giro | Chamber III | weiß | 517 g | 164,95 € (UVP), je nach Farbe auch 189,99€ | 5 Monate Frühjahr bis Hochsommer |
| Giro | Chamber TR | weiß | 453 g | 209,99 € (UVP) | 6 Wochen |
* pro Schuh, Größe 43, inkl. Cleat
Der Giro Chamber III im Detail – Mehr Schutz?
Der Chamber III zeigt sich mit vier Farben (schwarz, schwarz mit weißer Sohle, weiß, weiß/ schwarz) und in den Größen 36–48 flexibel, passend für viele Fußgrößen. Die neueste Generation des Klassikers soll abspecken, doch nur beim Gewicht – mit verschlankter Zunge samt bestehendem Velcro-Klettverschluss und Schnürsenkel. Giro zielt mit einer Mischung aus Kunstleder, Textil und Gummi sowie einem Mikrofaser-Obermaterial auf hohe Robustheit ab. Mit der explizit für Giro entwickelten Sensor-Gummisohle in Kombination mit der SPD-Aufnahme und der clipless-kompatiblen DH-Platte mit +10 mm optimiertem Cleat-Setback soll die perfekte Balance zwischen Steifigkeit auf dem Pedal und angenehmem Tragegefühl getroffen werden.
Der Giro Chamber III im Test – Schutz vor Wind und Wetter?
Schon beim ersten Reinschlüpfen kommt man in den Genuss eines angenehmen Sitzes im Schuh. Im Vergleich zum TR spürt man sofort den Zuwachs an Schutz und Stabilität. Die Passform fällt insgesamt etwas schmaler aus, wodurch der Fuß angenehm fest im Schuh sitzt. An der Spitze schützt spürbar mehr Material vor Steinschlägen, und die dicke Polsterung umfasst die Ferse. Dadurch schmiegt sich der Schuh nicht an, sondern umschließt den Fuß angenehm und vermittelt auf Anhieb ein sicheres Gefühl. Eile sollte man beim Ausrollen aus der Garage allerdings nicht haben: Die Schnürsenkel und das Zuziehen des Klettverschlusses kosten etwas mehr Zeit als der BOA-Verschluss des TR-Modells, stehen dem Halt jedoch in nichts nach. Durch dickeres Material und reduzierte Belüftungsöffnungen bringt er zwar etwas mehr auf die Waage, zeigt sich dafür im kühleren Frühjahr und in der Übergangszeit von seiner besten Seite. Im Bereich Wetterschutz legt er spürbar einen drauf: Die schlanke Zunge hält Wärme im Schuh, Schmutz und Wasser hingegen draußen.
Durch die raue Beschichtung an der Front wird der Schuh robuster und Spritzwasser kann entspannt abperlen. Eingeklickt und beim Gehen zeigt sich die Sohle im Positiven unauffällig und solide. An den Grip des Northwave Enduro Mid 2 – unabhängig davon, ob auf dem Trail oder Pedal – kommt er nicht heran.

Nach 5 Monaten Tragezeit zeigt sich erster Verschleiß an manchen Stellen. Durch Kurbel-Kontakt löst sich der Strap an der Innenseite leicht ab und öffnet erste Stiche der Naht. Zudem stellt ein Riss in der Cleatbox die Haltbarkeit infrage.
Fazit zum Giro Chamber III
Der Giro Chamber III steckt auch kalte, nasse Tage locker weg. Die Kombination aus Schnürung, Klettverschluss und dickem Fersenpolster sorgt für einen starken Halt. Einziger Schwachpunkt ist der Verschleiß am Außenmaterial und der Cleatbox – doch insgesamt begeistert der Schuh auf dem Trail auf ganzer Linie.
Tops
- solider Grip auf dem Pedal
- gute Wetterbeständigkeit
- top Isolierung für Übergangszeit
- guter Fersenhalt durch satte Polsterung
Flops
- Verschleiß an Cleatbox und Straps außen
- Anpassung durch Klettverschluss und Schnürsenkel dauert etwas länger
- Belüftung an heißen Tagen mäßig
Mehr Sommer-Performance mit dem Giro Chamber TR?
Auch den Chamber TR schickt Giro in den Größen 36–48 auf die Trails. Mit den drei Farben Dunkel-Salbei-Grün, Weiß und Schwarz sollte der Hersteller fast jeden Geschmack treffen. Giro setzt bei dem Schuh auf smarte Features: Für den optimalen Sitz sorgt das BOA Fit-System mit Li2-Alu-Drehrädern, spritzgegossenen Führungen und beschichteten Schnürsenkeln, mit denen im Handumdrehen millimetergenau eingestellt werden kann. Das Mikrofaser-Obermaterial mit großzügigen seitlichen Mesh-Einsätzen soll dem TR dabei die bessere Belüftung verleihen, während der flexible Strick-Schuhkragen Trail-Dreck draußen hält. Robustheit soll durch Verstärkungen im Zehen- und Fersenbereich erzielt werden. Auf dem Pedalkörper soll die Sensor-Gummisohle ebenso einen satten Grip garantieren, der in Kombi mit dem +10 mm Cleat-Setback ein optimiertes Setup ermöglicht, ebenso wie beim Chamber III.
Der Giro Chamber TR auf dem Trail – Nicht nur schnell geschnürt?
Dank der praktischen Anziehschlaufen schlüpft man zügig in den integrierten Strick-Schuhkragen, der den Knöchel angenehm umschließt und zu einem schnellen Start einlädt. Ist der Fuß erst einmal drin, zieht das BOA-System den Schuh blitzschnell zu und passt den Schuh genau an den Fuß an – schnelles Nachjustieren auf dem Trail inklusive. Verglichen mit dem Chamber III fällt die Passform etwas breiter aus, was dem TR ein bequemes und flexibles Tragegefühl gibt. Durch die Belüftungslöcher und die Seitenwände mit Mesheinsatz fällt auf den ersten Metern direkt der Fahrtwind auf: der perfekte Begleiter für heiße Sommer-Laps im Bikepark oder auf langen Pedalier-Runden. Dementsprechend ist der Wetterschutz, verglichen mit dem Chamber III, limitiert und für die nasse, kalte Jahreszeit zu luftig.

Durch die beschichtete Fußspitze und Fersenbereich perlt auch Spritzwasser problemlos ab und schützt den Schuh zusätzlich. Eingeklickt liefert die Sensor-Gummisohle einen gewohnt soliden Grip auf dem Pedal. Nur die Position des BOA-Drehrads lässt leichte Bedenken bei Kontakt auf dem Trail aufkommen – im bisherigen Testverlauf gab es hier jedoch keine Schwierigkeiten.
Fazit zum Giro Chamber TR
Der Giro Chamber TR punktet als komfortabler und luftiger Trail-Schuh für heiße Tage. Dank des integrierten Schuhkragens bleibt lästiger Schmutz draußen, und ist der Fuß erst einmal drin, sorgt das BOA-System für eine extrem schnelle und präzise Anpassung. Während der Tragekomfort und die starke Belüftung überzeugen, fällt der Schutz an der Fußspitze geringer aus als beim Chamber III. Ob die Position des BOA-Rads bei hartem Trail-Kontakt auf Dauer ein Nachteil ist, wird erst der Langzeittest zeigen.
Tops
- schnelle und präzise Anpassung dank BOA-System
- top Belüftung für heiße Tage
- bequemer Sitz mit hoher Flexibilität
- solider Grip auf dem Pedal
Flops
- mäßige Isolierung
Gesamtfazit zu den Giro Chamber-Schuhen
Das Duell innerhalb der Giro Chamber-Familie ist eine reine Frage des Einsatzbereichs. Beide Schuhe punkten mit schicker Optik, Stabilität und solidem Grip. Der schmaler geschnittene Chamber III ist der robustere und satter sitzende Schuh für die kühle Übergangszeit im Frühjahr und Herbst. Der etwas breitere Chamber TR überzeugt dank des BOA-Systems, Schuhkragen und starker Belüftung als Sommerschuh. Am Ende entscheiden das Wetter und das Thermometer, welcher der beiden Schuhe zu euch passt.
Weitere Informationen findet ihr auf Giro.com
Tester: Benedikt
Testdauer: 5 Monate (Chamber III) 6 Wochen (Chamber TR)
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Text: Sarah Baumert Fotos: Benedikt Schmidt
