Der Kids Ride Shotgun Pro Evo will nicht weniger als der beste Mountainbike-Vordersitz für Kinder sein. Doch was kann das System eigentlich und für wen ist es gedacht? Wir erklären das Grundprinzip, zeigen Stärken und Schwächen und ordnen ein, was der Evo besser macht als der bisherige Shotgun Pro.

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Kids Ride Shotgun Shotgun Pro Evo | Gewicht: 3060 g (Sitzschale) / 2373 g (ohne Sitzschale)
Preis: 349€ | Testdauer: 3 Monate | Hersteller-Website

Habt ihr Kinder? Gut: weiterlesen, Shotgun kaufen. Seid ihr vergeben, aber habt keine Kinder? Kein Problem: Kind machen, weiterlesen, Shotgun kaufen. Single? Auch kein Drama: Partner:in finden, Kind machen, weiterlesen, Shotgun kaufen. Eigentlich könnte der Artikel hier enden – aber unser Chefredakteur meinte, ein bisschen Substanz wäre angebracht. Also gut.

Vordersitze fürs Mountainbike boomen nicht, weil Eltern plötzlich waghalsiger geworden sind, sondern weil diese Sitze etwas ermöglichen, was hinten einfach nicht geht: echte Nähe. Euer Kind sitzt vorne, zwischen euren Armen, hört euren Atem und ihr hört euch gegenseitig jauchzen und lachen. Es sieht, was ihr seht. Reagiert, wie ihr reagiert. Es erlebt Mountainbiken nicht als Mitfahrt, sondern als gemeinsames Abenteuer. Genau dieses Gefühl hat den bisherigen Shotgun Pro zu einem der beliebtesten Produkte im MTB-Familienuniversum gemacht.

Mit dem Shotgun Pro Evo geht Kids Ride Shotgun nun einen Schritt weiter. Doch bevor wir über die Upgrades reden, klären wir das Wichtigste: Wie funktioniert das Ding eigentlich?

Wie funktioniert der Shotgun Pro Evo?

Ein Vordersitz wie der Shotgun Pro Evo wird zwischen Vorbau und Sattelstütze montiert – konkret zwischen den Steuersatz-Spacern vorne und der Sattelstütze hinten. Vorne ersetzt ihr einen Spacer unter dem Vorbau durch einen speziellen und mitgelieferten Aufnahme-Spacer, hinten klemmt ihr einen Schnellverschluss an die Sattelstütze. Dazwischen liegt eine Schiene, auf der sich der Sitzschlitten flexibel positionieren lässt.

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What happens on shotgun, stays on shotgun – Ab 2 Jahren kann es ohne Sitzschale auf die Trails gehen.

Das Kind sitzt also nicht hinter, sondern direkt vor euch, zwischen euren Armen, und blickt gemeinsam mit euch den Trail hinunter. Das bringt nicht nur Nähe und bessere Kommunikation, sondern im Vergleich zu einem Hecksitz auch eine Sicherheit und Stabilität, die sogar gemäßigte Trail-Abenteuer erlaubt. Ja, richtig gehört. Trails. Mami sollte vielleicht nicht immer dabei sein, wenn Papi mit den Kleinen loszieht.

Der Shotgun Pro Evo erweitert dieses Grundprinzip erstmals um eine Sitzschale für kleinere Kinder. Dadurch können Kids bereits ab etwa neun Monaten sicher und gestützt mitfahren. Später lässt sich die Schale abnehmen und das offene Pro-Setup nutzen. Damit deckt der Evo die komplette Co-Pilot-Zeit ab: von den ganz Kleinen bis zu Kindern, die schon richtig „mittrailen“ wollen.

Was ist neu am Kids Ride Shotgun Pro Evo?

Auch wenn das Grundkonzept gleich bleibt, bringt der Evo mehrere gelungene Upgrades mit:

1. Neue Sitzschale für die jüngsten Mitfahrer

Der bisherige Shotgun Pro hatte keine Sitzschale, weshalb er erst für Kinder ab zwei Jahren freigegeben war. Vorher sitzen die Kleinen häufig noch nicht stabil genug. Der Evo führt nun eine robuste Schale ein, inklusive weich gummierter Haltestangen und Fidlock-Gurtsystem. So können Kinder bereits ab etwa neun Monaten sicher mitfahren.

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2. Überarbeitetes Befestigungssystem des Sitzschlittens

Früher wurde der Sitzschlitten auf der Schiene über vier Schrauben von unten fixiert – fummelig, im montierten Zustand schlecht erreichbar und anfällig für Verschleiß, weil in der Praxis meist nur eine Seite gelöst wurde. Der Evo nutzt jetzt nur noch zwei M4-Schrauben, die bequem von hinten erreichbar sind. Das verbessert sowohl Bedienung als auch Haltbarkeit und ermöglicht eine schnelle Anpassung an verschieden große Kinder.

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Die Schrauben für den Sitzschlitten sind nun auch bequem zu erreichen, wenn der Sitz am Rad montiert ist.
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Kratzt nun nicht mehr am Vorbau: Die Feststellschraube am Schnellverschluss ist clever weiter nach hinten gewandert.

3. Verbesserte Frontaufnahme

Der überarbeitete vordere Schnellverschluss benötigt weniger Spacer-Höhe und bietet mehr Bewegungsfreiheit beim Lenken. Sein kompakteres Design sorgt zudem dafür, dass der Evo besser an Bikes mit kurzen Cockpits oder ausladenden Vorbauten passt.

4. Adapter für intern verlegte Leitungen

Neu im Lieferumfang ist ein Adapter-Kit für Bikes, bei denen die Leitungen durch den Steuersatz laufen – eine inzwischen weit verbreitete Lösung, insbesondere bei modernen E-MTBs. Doch Vorsicht: Es gibt mittlerweile so viele unterschiedliche Varianten, dass ihr euch im Zweifel am besten vor dem Kauf beim Hersteller vergewissert, ob es in eurem Fall auch wirklich passen wird.

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Für wen ist der Shotgun Pro Evo?

Der Pro Evo richtet sich an:

  • Familien, die früh starten wollen – ab neun Monaten
  • Eltern, die ein langlebiges System für mehrere Jahre suchen
  • Bikes mit integrierter Kabelführung
  • Fahrerinnen und Fahrer, die zwischen mehreren Bikes wechseln (Pro und Pro Evo kompatibel dank identischer Spaceraufnahme)

Für die Montage braucht ihr mindestens eine 14 mm lange Sattelstütze außerhalb des Hubwegs, also an dem Teil der Stütze, der nicht ein- und ausfährt. Außerdem braucht ihr unter dem Vorbau mindestens 10 mm Spacer, die durch den Shotgun-Spacer ersetzt werden müssen. Dropbar- oder Urban-Bikes sind weiterhin nicht kompatibel – der Evo ist klar auf Mountainbikes und E-MTBs ausgelegt.

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Fazit zum Kids Ride Shotgun Pro Evo

Kinderkriegen sollte man sich gut überlegen. Aber der Kids Ride Shotgun Pro Evo macht die Entscheidung verdammt verlockend. Im Vergleich zum Vorgänger öffnet der MTB-Vordersitz das System für deutlich mehr Bikes, macht gemeinsame Ausfahrten schon mit sehr kleinen Kindern möglich und beseitigt einige kleinere Schwächen des alten Modells. Dabei bleibt der Kern des Konzepts erhalten: Ein direkter, intuitiver Fahrspaß, bei dem Kinder wirklich Teil des Erlebnisses werden. We like!

Tops

  • Trailabenteuer mit Kids ab neun Monaten
  • ein System für die gesamte Co-Piloten-Zeit
  • hohe Qualität der Materialien und Verarbeitung
  • kluge Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger

Flops

  • bei mehreren Kindern: Umbau der Sitzschale im Alltag nicht praktikabel

Alle weiteren Infos findet ihr unter Kids Ride Shotgun.

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Text: Jonny Grapentin Fotos: Robin Ulbrich, Jan Richter

Wer schreibt hier?

Jonny Grapentin
Editor

Jonny Grapentin ist Redakteur bei 41 Publishing für E-MOUNTAINBIKE und DOWNTOWN. Sein Hintergrund als Verleger in der digitalen Bildung erklärt seine didaktisch fundierte Herangehensweise. Er verantwortet die Rubrik „The MIRROR“ mit Fokus auf Entwicklungslogiken und die langfristige Relevanz von Produkten jenseits bloßer Launch-Zyklen. Seine Expertise liegt in der Bewertung technologischer Innovationen und ihrer Alltagsrelevanz, die er in zahlreichen Einzel- und Vergleichstests unter Beweis stellt. Ob Kids-Bikes, Pizzaöfen oder Siebträgermaschinen – stets prüft er Innovationen auf ihren realen Mehrwert und hinterfragt Markttrends kritisch.

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