Nahezu alle gängigen Reifenmodelle von MAXXIS waren mit der bisherigen 3C MaxxTerra-Variante erhältlich – und wenn ihr aktuell ein Mountainbike mit MAXXIS-Reifen kauft oder fahrt, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass zumindest der Hinterreifen genau auf dieses Compound setzt. Doch auch an der Front – vor allem an leichten Trail-Bikes – ist MaxxTerra längst etabliert.
MaxxTerra gehört zu den 3C-Mischungen – es ist also ein Triple-Compound, bei dem jede Schicht eine definierte Eigenschaft haben soll: eine harte Basisschicht mit darüberliegenden mittelharten Stollen auf der Lauffläche und weichen Seitenstollen. Diese Konstruktion soll einen geringen Rollwiderstand bei gleichzeitig gutem Grip ermöglichen, was sich auch in unserem aktuellen Reifen-Vergleichstest bestätigt hat.
Auch die neue MaxxTerra-Generation bleibt dem Triple-Compound-Konzept treu, wurde jedoch laut MAXXIS in entscheidenden Punkten überarbeitet: Bis zu 30 % mehr Haltbarkeit und 15 % mehr Traktion verspricht der taiwanesische Hersteller – und das bei angeblich unverändertem Rollwiderstand. Klingt ambitioniert, aber auch nach einem Schritt in die richtige Richtung, denn die bisherigen MAXXIS-Reifen waren nicht für ihre hohe Haltbarkeit bekannt. Wichtig dabei: Weder Stollenanordnung noch Karkassen wurden verändert, lediglich die Gummimischung wurde überarbeitet.
Die neue MaxxTerra-Gummimischung rollt weiterhin flächendeckend im MAXXIS-Portfolio und ist bei allen gängigen Profilen ab sofort verfügbar. Dazu zählen Klassiker wie der ASSEGAI, Minion DHR II und Minion DHF, aber auch neuere bzw. leichtere Optionen wie der DISSECTOR, Forekaster und REKON sind dabei. Auch bei den Karkassen gibt es keine Einschränkungen: Von leichten EXO-Konstruktionen bis hin zu robusten Doubledown- oder DH-Karkassen ist die neue Mischung durchgängig verfügbar. So könnt ihr die neue MaxxTerra-Version überall einsetzen, egal, ob ihr mit leichten Trail-Reifen oder dem kompromisslosen Gravity-Setup unterwegs seid. In der Praxis würden wir die MaxxTerra-Gummimischung an Trail- und Enduro-Bikes jedoch primär am Hinterrad empfehlen, wo der Mix aus Rollwiderstand und Haltbarkeit seine Stärken am besten ausspielt – aber dazu mehr in unserem großen Reifen-Vergleichstest.
Erkennen könnt ihr die neue Mischung aktuell am einfachsten über die Verpackung: Ein Sticker mit der Aufschrift „New MaxxTerra” weist auf die überarbeitete Version hin. Am Reifen selbst wird es etwas subtiler – hier entfällt der bisherige „3C”-Zusatz, sodass nur noch „MaxxTerra” auf der Flanke steht.
Die neue MAXXIS MaxxTerra-Gummimischung im Test
Für unseren Test hatten wir MAXXIS DISSECTOR- und Minion DHR II-Modelle mit der neuen MaxxTerra-Gummimischung über rund drei Monate im Dauereinsatz. Um möglichst vergleichbare Daten zu erhalten, haben wir die Reifen nicht nur intensiv auf dem Trail gefahren, sondern auch direkt wieder unserem standardisierten Labortest unterzogen – exakt unter denselben Bedingungen wie bei unserem großen Reifen-Vergleichstest.
Beim Gewicht zeigen sich zunächst leichte Unterschiede: Unser Minion DHR II in 29 × 2,5 und DH-Karkasse bringt 1.399 g auf die Waage und liegt damit rund 20 g über der alten Version. Deutlicher fällt der Unterschied beim 29 × 2,4-Doubledown-Modell aus, das mit 1.285 g sogar 86 g schwerer ist als sein Vorgänger. Allerdings sollte man diese Werte nicht überbewerten. In unserem großen Reifen-Vergleichstest haben wir bei vermeintlich identischen Modellen Gewichtsschwankungen von teils über 200 g festgestellt – ein bekanntes Phänomen, über das wir auch schon in unserem Zusatzartikel vom Reifenvergleichstest berichtet haben. Entsprechend lassen sich daraus keine wirklichen Rückschlüsse auf die neue Gummimischung ziehen, die ohnehin keinen wirklichen Gewichtsunterschied auslösen sollte.
Im Labortest sieht es allerdings anders aus: Denn das Versprechen von MAXXIS, dass sich der Rollwiderstand im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert hat, wurde in unserem Labortest nicht bestätigt. Im Gegenteil: Der 29 x 2,4″ Minion DHR II mit neuer MaxxTerra-Mischung und Doubledown-Karkasse benötigt 1,7 Watt mehr als sein direkter Vorgänger. Noch deutlicher fällt der Unterschied beim 29 x 2,4″ DISSECTOR mit neuer MaxxTerra-Mischung und Doubledown-Karkasse aus: Bei identischen Parametern verlangt er im Labor 6,8 Watt mehr – das entspricht einem 22 % höheren Rollwiderstand. Und das bei einem Reifen, der häufig an leichten Trail-Bikes zum Einsatz kommt. Somit liegt er in Sachen Rollwiderstand fast auf dem Niveau eines vergleichbaren Minion DHR II, der dafür aber mit mehr Grip und Bremstraktion im Downhill überzeugt.

Aber auch auf dem Trail haben wir die Reifen ordentlich rangenommen. Neben unzähligen Runs auf unterschiedlichen Bikes haben wir bewusst lange Distanzen abgespult und einen der DHR II-Reifen über rund 800 Kilometer gefahren. Parallel dazu musste das Pendant mit alter MaxxTerra-Mischung exakt die gleiche Distanz absolvieren. Gefahren sind wir auf einer Mischung aus Single-Trails und Schotterstraßen. So hatten wir insgesamt einen direkten Vergleich.
Das Ergebnis fällt allerdings differenziert aus: Beim klassischen Verschleißbild – also wie stark ein Reifen nach langer Distanz „runtergefahren” ist – konnten wir hier keinen klaren Unterschied feststellen. Deutlicher wurde es dagegen unter harten Bedingungen im Bikepark oder auf ruppigen Enduro-Strecken. Hier zeigte die neue Mischung eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen das typische „Zerfetzen” der Stollen, das meistens beim Anbremsen entsteht. Genau das war bei der alten MaxxTerra-Version oft der limitierende Faktor: Die Stollen verabschiedeten sich, bevor der Reifen tatsächlich abgefahren war – und er deshalb getauscht wurde. Hier wurde also effektiv nachgebessert. Mehr Traktion auf dem Trail konnten wir hingegen nicht eindeutig feststellen, auch wenn wir in der Vergangenheit extrem viele Kilometer auf der alten MaxxTerra-Mischung abgespult haben. In der Praxis ist der angestrebte Grip-Zuwachs von 15 % kaum sauber messbar: Ständig wechselnde Streckenbedingungen und die nie ganz identische Linienwahl machen einen direkten Vergleich schwierig.
Das Fazit zur neuen MAXXIS MaxxTerra-Gummimischung
Die neue MAXXIS MaxxTerra-Gummimischung bleibt dem bewährten Triple-Compound-Aufbau treu und wurde gezielt überarbeitet. Der Fokus lag klar auf höherer Haltbarkeit und einer verbesserten Traktion im Vergleich zu seinem Vorgänger. Das wurde allerdings nur mit teilweise hohen Einbußen im Rollwiderstand realisiert, wie unser Labortest bewiesen hat. Auf dem Trail zeigt sich vor allem eine höhere Widerstandsfähigkeit der Stollen, die so weniger zum Aufreißen neigen. Einen klar spürbaren Zuwachs an Grip konnten wir auf dem Trail hingegen nicht feststellen.
Tops
- Weniger Zerfetzen der Stollen
- Unveränderter Preis
Flops
- Stark erhöhter Rollwiderstand
Alle weiteren Infos findet ihr auf der Website von MAXXIS.
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Text: Peter Walker Fotos: Benedikt Schmidt, Peter Walker, Sven Martin
