Das Propain Spindrift war bis vor Kurzem das meistgekaufte Bike im Propain-Portfolio. Mit der Neuauflage könnte das auch bald wieder so sein. Das Spindrift 2021 besitzt satte 180 mm Federweg, ist als Carbon- und Alu-Version erhältlich und kann wahlweise mit 27,5”-, 29”- oder Mixed-Laufrädern bestellt werden. Nach unserem Test waren wir vom Rad überzeugt – wir verraten euch warum.

Propain Spindrift CF 2021 | 180–190/180 mm Federweg (v/h) | 29”-, 27,5”- oder Mixed-Laufräder | Preis ab 3.199 € | Hersteller-Website

Das neue Propain Spindrift 2021 im Detail

„Freeride ain’t dead” – mit diesem Slogan bewirbt Propain das brandneue Spindrift. Dabei kann das Bike so viel mehr als die Bikes aus der Vergangenheit. Das neue Spindrift ist ein echtes Multi-Talent. Optisch ähnelt es sehr stark dem im letzten Jahr vorgestellten Tyee, welches bei uns bereits einen Kauftipp sichern konnte. Der Dämpfer sitzt jetzt im Hauptrahmen, wird aber weiterhin durch das von Propain PRO10 genannte Federungssystem mit virtuellem Drehpunkt angesteuert. Dieses wurde beim Spindrift überarbeitet und besitzt jetzt deutlich mehr Anti-Squat als der Vorgänger, um effizienter bergauf zu klettern. Das Übersetzungsverhältnis wurde so gewählt, dass das Rad sowohl mit Coil- als auch Luftdämpfern funktioniert. Das Bike besitzt 180 mm Federweg am Heck, der wahlweise mit 180 oder sogar 190 mm Federweg in Front kombiniert wird. Letzteren bekommt man nur bei der RockShox ZEB Ultimate, welche wir bereits getestet haben. Außerdem kann man das Rad je nach Rahmengröße entweder mit 27,5”-, 29”- oder auch Mixed-Laufrädern bestellen. Nachträglich lässt es sich aber nicht ganz einfach zwischen der Laufradgröße wechseln, wie ihr weiter unten erfahren könnt. Erstmalig ist das neue Spindrift auch mit einem Carbon- und Alu-Rahmen erhältlich. Wie gewohnt lässt sich die Ausstattung im umfangreichen Konfigurator komplett an die eigenen Vorlieben und das persönliche Budget anpassen – genial!


Ist das ein Tyee? Das neue Spindrift sieht dem bekannten Enduro zum Verwechseln ähnlich.
Das Spindrift 2021 besitzt satte 180 mm Federweg am Heck …
… und bis zu 190 mm an der Front (mit RockShox ZEB Ultimate)
Erstmals ist das neue Spindrift auch mit einem Carbon-Rahmen erhältlich

Die Key-Features des neuen Propain Spindrift auf einen Blick

  • Carbon- und Aluminium-Rahmen
  • drei Laufradgrößen: 27,5”, 29” und Mixed
  • Dämpfer ins Rahmendreieck integriert – wie beim Tyee
  • längerer Reach und steilerer Sitzwinkel
  • doppelt gedichtete Lager (Propain Dirt-Shields)
  • Flaschenhalter-Montage möglich
  • innenverlegte Züge
  • überarbeitete Zugführung am Hinterbau
  • SRAM UDH-Schaltauge
  • drei Farboptionen je Rahmenmaterial
  • komplett konfigurierbar
  • Gewicht des Komplett-Bikes: Carbon-Version ca. 15,1 kg (Highend, Coil) / Alu-Version 16,0 (Highend, Coil)
  • Rahmengewicht: Carbon-Rahmen: 3,0 kg, Alu-Rahmen: 3,9 kg
  • Preis ab 3.199 € (Carbon) bzw. 2.599 € (Alu)
Sexy Beast! Das neue Spindrift wirkt extrem hochwertig und edel

Propain selbst beschreibt sich als Marke von Bikern für Biker. Sie bauen Bikes, die sie einfach selbst am liebsten fahren wollen und lassen bei der Entwicklung das Feedback von Kunden einfließen. Beim aktuellen Enduro-Bike Tyee wurde von vielen die Zugführung unter dem Tretlager wie auch der zu harte Kettenstrebenschutz kritisiert. Beide Teile haben jetzt beim Spindrift eine Nachbesserung erfahren: Die Kabel verlaufen statt unter dem Tretlager neben dem Rahmen und sind dort clever und clean verlegt. Der Kettenstrebenschutz soll weicher ausfallen und Schläge besser dämpfen.

Der Kettenstrebenschutz soll im Vergleich zum Tyee deutlich softer ausfallen und Geräusche besser dämpfen. Bei unserem Test-Bike wurde noch mit etwas Slapper-Tape nachgeholfen.
Propain hat die Zugführung beim neuen Spindrift im Vergleich zum Tyee deutlich verbessert
Die Züge laufen statt unter dem Tretlager jetzt seitlich am Rahmen und werden dort effizient fixiert
Das geschraubte Tretlager lässt sich auch von Hobby-Mechanikern einfach und unkompliziert tauschen
Für langanhaltenden Fahrspaß verbaut Propain eine Dirt-Shield genannte Dichtung an den Lagern, welche Schmutz und Feuchtigkeit draußen halten soll

Ein Bike, drei Laufradgrößen – Wie macht das Propain?

Als einer der ersten Hersteller überhaupt bietet Propain das neue Spindrift mit drei Laufrad-Optionen an. Die kleinen 27,5”-Laufräder gibt es in den Größen S–L, Mixed- und 29er-Laufräder können in den Rahmengrößen M–XL gefahren werden. Propain realisiert die Anpassung der Laufräder nicht über einen Flip-Chip, sondern über den gesamten Hinterbau. Bei den Mixed-Bikes wird der 29er-Hauptrahmen mit dem 27,5”-Hinterbau kombiniert. Über die Absenkung der Hinterradachse werden die Winkel und das Tretlager angepasst. Das bedeutet, dass man am Hinterbau nicht einfach zwischen 29” und 27,5” wechseln kann, sondern sich beim Kauf bewusst für eine Option entscheiden muss.

Als einer der ersten Hersteller am Markt bietet Propain das Spindrift sowohl als 27,5”-, 29”- wie auch als Mullet-Bike an. Man muss sich aber beim Kauf für eine Option entscheiden.

Kleinen Fahrern steht das Spindrift in Größe S nur mit 27,5”-Laufrädern zur Verfügung. Ein sinnvoller Schritt, wie wir nach dem Test des SCOTT Ransom Contessa bestätigen können. Gleichzeitig gibt es kein Spindrift in XL mit 27,5”-Laufrädern an Front und Heck – eine ebenfalls verständliche Entscheidung. Das Bike in XL ist wahlweise als volles 29er oder im Mixed-Setup erhältlich. In den Größen M und L kann man aus allen drei Varianten wählen.

Die Geometrien der verschiedenen Spindrift-Rahmen

Wie bereits erwähnt bietet Propain das neue Spindrift in vier Rahmengrößen von S–XL an. Betrachtet man die verschiedenen Geometriedaten, so fällt auf, dass sich – bis auf die Kettenstrebenlänge und die Tretlagerabsenkung – zwischen der Mixed- und 29er-Option kaum etwas ändert. Die Geometrie des Spindrift fällt insgesamt modern und gleichzeitig ausgewogen aus. Der Reach ist in Größe L mit 475 mm moderat gewählt, die Kettenstrebenlänge mit 445 mm (29”) eher lang. Der Lenkwinkel ist mit 64,5° (180 mm Federgabel) flach, aber nicht extrem flach und der Sitzwinkel mit 78° angenehm steil. Die Tretlagerabsenkung ist mit 23 mm auf den ersten Blick gar nicht so groß, allerdings muss hier der hohe SAG aufgrund des vielen Federwegs berücksichtigt werden. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann die noch immer langen Sitzrohre. Denn sie erschweren möglicherweise es Fahrern, die zwischen zwei Größen stehen, sich für das größere Modell zu entscheiden. Zudem limitieren die langen Sitzrohre auch den Hub der Sattelstütze unnötig. Ansonsten wirkt das Spindrift schon auf dem Papier extrem ausgewogen und stimmig.

Hier die Geometrie des Spindrift mit 27,5”

Größe S M L
Sattelrohr 420 mm 440 mm 460 mm
Oberrohr 554 mm 581 mm 608 mm
Steuerrohr 100 mm 110 mm 120 mm
Lenkwinkel 64.5° 64.5° 64.5°
Sitzwinkel 78° 78° 78°
Kettenstrebe 435 mm 435 mm 435 mm
Tretlagerabsenkung 10 mm 10 mm 10 mm
Radstand 1187 mm 1216 mm 1246 mm
Reach 425 mm 450 mm 475 mm
Stack 608 mm 617 mm 626 mm

Da sich die Geometrie zwischen Mixed- und 29er-Laufrädern nur marginal unterscheidet, hier die 29er-Geometrie mit Hinweis auf die Änderungen bei Mixed

Größe M L XL
Sattelrohr 440 mm 460 mm 480 mm
Oberrohr 584 mm 612 mm 640 mm
Steuerrohr 95 mm 110 mm 125 mm
Lenkwinkel 64.5° 64.5° 64.5°
Sitzwinkel 78° 78° 78°
Kettenstrebe 445 mm (435 mm Mixed) 445 mm (435 mm Mixed) 445 mm (435 mm Mixed)
Tretlagerabsenkung 23 mm (H: 10 mm, V: 23 mm) 23 mm (H: 10 mm, V: 23 mm) 23 mm (H: 10 mm, V: 23 mm)
Radstand 1234 mm 1265 mm 1297 mm
Reach 450 mm 475 mm 500 mm
Stack 633 mm 646 mm 660 mm
Mit einer Körpergröße von 180 cm sind wir das Spindrift in Größe Large gefahren. Das passt perfekt! Ein Hinweis am Rande: Der Sticker befindet sich leider unter dem Lack und lässt sich nicht entfernen. Schade!

Viel Auswahl zum fairen Preis – Die Ausstattung des Propain Spindrift

Es ist Fakt: Kaum ein Propain auf dieser Welt gleicht einem anderen. Der Grund dafür ist der Online-Konfigurator, mit dem nicht nur die Ausstattung des Bikes konfiguriert werden kann, sondern sich auch die Lackierung und die Decals individualisieren lassen. Das ist auch beim neuen Spindrift der Fall. Propain bietet das Rad sowohl in der Alu- als auch Carbon-Version in drei vorkonfigurierten Optionen an, allerdings können diese dann noch an die eigenen Vorlieben angepasst werden. Wer will, kann sich die Teile für sein Bike auch komplett selbst zusammenstellen. Auf Shimano-Komponenten muss man allerdings verzichten – Propain bietet aktuell weder Schaltungen noch Bremsen von Shimano an. Grund dafür ist unter anderem der zu hohe logistische Aufwand der ohnehin schon enormen Lagerführung. Propain verbaut beim Spindrift ausschließlich Federgabeln mit 38 mm dicken Standrohren, beim Tyee wiederum kommen nur Modelle mit maximal 36 mm zum Einsatz. Bei der Schaltung setzt Propain auf SRAM 52-Produkte ab dem GX-Level, da NX und SX für sie qualitativ nicht ausreichend ist. Bei den Bremsen hat man die Wahl zwischen SRAM- und MAGURA-Modellen. Auch bei den Laufrädern gibt es mehrere Optionen, um sein Rad auf Wunsch upzugraden oder doch ein paar Euro zu sparen.

Alle Spindrift-Modelle kommen mit dicken 38-mm-Federgabeln, wahlweise eine FOX mit 180 mm oder eine ZEB Ultimate mit satten 190 mm Federweg.
Der Hinterbau des Spindrift funktioniert laut Propain mit Luft- und Stahlfederdämpfer. Wir sind ihn mit dem FOX DHX2 gefahren, dazu gleich mehr.
Beim Cockpit kann man zwischen verschiedenen Vorbaulängen wählen. Wir raten zur Variante mit 45 mm Länge. Bei noch kürzeren Vorbauten leidet unserer Meinung nach der Grip und die Kontrolle am Vorderrad.
Im Konfigurator kann auch das Logo gewählt werden: Chrom, Schwarz glänzend und Schwarz matt steht dabei zur Wahl.
Auf Wunsch kann das Bike auch direkt mit Kettenführung gewählt werden. Wir würden hier unser Häkchen setzen.
Geplant war, das Bike nur mit Schwalbe Super-Trail und VEE Tire-Reifen anzubieten. Nach unserem Feedback wird möglicherweise auch die Super Gravity-Karkasse in den Konfigurator aufgenommen. Für sehr ambitionierte Fahrer ist sie die beste Wahl.

Die drei Standard-Ausstattungsvarianten auf einen Blick:

Start

Federgabel RockShox ZEB R 180 mm
Dämpfer RockShox Select R Coil 180 mm
Bremsen SRAM G2 R 200 mm
Schaltung SRAM GX Eagle
Sattelstütze PROPAIN
Vorbau SIXPACK Vertic 35
Lenker SIXPACK Millenium 805
Laufräder PROPAIN ZTR Flow S1
Reifen Schwalbe Magic Mary

Performance

Federgabel RockShox ZEB Ultimate 190 mm
Dämpfer RockShox Super Deluxe Ultimate RCT Coil 180 mm
Bremsen SRAM Code RSC 200 mm
Schaltung SRAM X01 Eagle
Sattelstütze Bikeyoke Revive
Vorbau SIXPACK Vertic 35
Lenker SIXPACK Millenium 805
Laufräder Stans FLOW EX3
Reifen Vee Flow SNAP Trail

Highend

Federgabel FOX 38 Factory 180 mm
Dämpfer FOX DHX2 Factory 180 mm
Bremsen Magura MT7 203 mm
Schaltung SRAM X01 Eagle AXS
Sattelstütze FOX Transfer Factory
Vorbau SIXPACK Millenium 35
Lenker SIXPACK Millenium Carbon 805
Laufräder Crankbrothers Synthesis Enduro Carbon i9
Reifen Schwalbe Magic Mary

Erstaunlich entspannt und effizient – Das neue Propain Spindrift im Uphill

Für ein Bike mit 180 mm Federweg ist eine gute Uphill-Performance eher die Kür als die Pflicht. Niemand erwartet, dass ein solches Bike super leichtfüßig klettert. Umso besser ist es aber, wenn man den Trail-Einstieg nicht komplett ausgepowert erreicht! Das Spindrift ist bergauf eine echte Wucht. Klar, es kann nicht mit einem leichten Trail-Bike mithalten, aber dank seiner zentralen Sitzposition und dem neutralen Fahrwerk sind auch lange Anstiege kein Problem. Selbst mit verbauten Stahlfederdämpfer haben wir nicht zum Verstellhebel am Dämpfer gegriffen. Die Front hält trotz des vielen Federwegs gut Bodenkontakt und man hat nicht den Eindruck, zu sehr von hinten zu pedalieren – perfekt!

Bergauf hat man mit dem Spindrift gut lachen – dank der gelungenen Sitzposition und dem effizienten Fahrwerk klettert das Rad erstaunlich leichtfüßig

Schnell, spaßig, ausgewogen – Das Propain Spindrift in der Abfahrt

Um das Potenzial des Propain Spindrift zu testen, haben wir zwei Tage im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis verbracht und das Bike dort nicht nur auf gut geshapten Jumplines, sondern auch auf der dortigen Downhill-Strecke und naturbelassenen Trails auf die Probe gestellt . Dank der schnellen Gondel konnten wir unzählige Runs absolvieren und einen guten ersten Eindruck des Bikes gewinnen.

Wir haben das Spindrift zwei Tage lang im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis getestet. Auf den 420 Höhenmetern finden sich unterschiedlichste Trails, um einen guten Gesamteindruck vom Bike zu gewinnen.
Vor den Rides haben wir das Bike an unsere Vorlieben angepasst
Dazu haben wir auch den 805 mm breiten Lenker auf 770 mm gekürzt. Ein echter Tuning-Tipp für jeden Käufer!

„Aufsteigen und abgehen!“, lautet die Devise beim neuen Spindrift. Mit einer Körpergröße von 180 cm passt das Bike in größe Large wie die Faust aufs Auge. Dank der eher langen Kettenstrebe beim 29er-Modell und dem moderaten Reach steht man zentral im Bike und hat vom Start weg guten Grip auf beiden Laufrädern. Schon in den ersten Anliegern haben die Balance und somit auch der Grip gestimmt – top! Auch in offenen und flachen Sektionen muss man nicht weit nach vorn arbeiten und das Spindrift macht es einem einfach, viel Schwung mit aus der Kurve zu nehmen.

Immer guter Grip! In Kurven ist das Spindrift ausgewogen und gutmütig zu fahren.

Perfekt ausbalanciert und super berechenbar – das Spindrift macht Kurvenfahren zu einer wahren Freude!

In offenen Wurzelsegmenten bietet das Rad dank des feinfühligen Fahrwerks viel Traktion
Am Kurvenausgang kann man viel Schwung mitnehmen
Das Setup gelingt einfach und schnell. Wir haben während des Tests nur die Zugstufe etwas angepasst und einmal die Feder gewechselt.

Wenn man es richtig fliegen lässt, bietet das Spindrift mit seinen satten 180 mm Federweg und einer gut gewählten Progression enorme Reserven. Laut Robert Krauss, dem schnellen CEO von Propain, kann man das Rad problemlos mit knapp über 30 % SAG fahren, was wir auch ausprobiert haben. Zwischen den Abfahrten haben wir von einer 500er- auf eine 450er-Feder gewechselt. Trotz des erhöhten SAG sackt das Rad nicht weg und bietet guten Gegenhalt, um mit dem Gelände zu spielen. Man bekommt man es auf eine Highline ebenso einfach navigiert wie an einer Kante abgezogen. Wir haben das Rad nicht mit unterschiedlichen Dämpfern gefahren und empfinden den DHX2 als eine super Wahl. Wer das Mehrgewicht verkraften kann, erhält hier, wie auch beim Tyee, garantiert mehr Abfahrts-Performance – und darum geht es doch bei einem Bike mit 180 mm Federweg, oder?

Roost, we need more roost!
Zurücklehnen und Bremse auf! Das Spindrift hat massig Reserven um es ordentlich krachen zu lassen.
Große und kleine Wurzeln gab es im Bikepark mehr als genug.
Die Progression ist hoch und Durchschläge sind daher kein Problem!

Dem Spindrift gelingt eine super Mischung aus hoher Laufruhe und Agilität. Das Fahrwerk hat massig Federweg, gibt diesen aber nur dann frei, wenn er wirklich benötigt wird. Dadurch lässt sich auch durch Pushen noch gut Geschwindigkeit mitnehmen. Schnelle, harte Schläge schluckt der Hinterbau sehr gut weg, bei mehreren großen Hindernissen merkt man aber, dass das Hinterrad nicht ganz so effektiv nach hinten ausweicht wie bei anderen Bikes der Klasse. Das könnte möglicherweise am hohen Anti-Squat liegen. In steilen Sektionen steht man gut integriert im Bike und ist permanent Herr der Lage.

Bei Highspeed bleibt das Spindrift auf Kurs
Push, push, push! Mit dem Spindrift lässt sich gut Geschwindigkeit mitnehmen.
An Kanten kann der Hinterbau etwas hängen bleiben, wodurch man weniger Schwung mitnehmen kann

Tyee oder Spindrift? Eine Frage, die sich sicher viele stellen

Zwei Bikes, zwei geile Foto-Locations. Vom Charakter unterscheiden sich das Spindrift …
… und das Tyee spürbar. Wer zu welchem Bike greifen sollte, verraten wir hier.

Das neue Spindrift und das bekannte Tyee sehen sich nicht nur optisch sehr ähnlich, sie sprechen auch ähnliche Kunden an. Wir sind beide Bikes zwar nicht im direkten Vergleich gefahren, haben aber viel Erfahrung mit dem Tyee und haben auch vom Spindrift einen guten Gesamteindruck gewinnen können. Fahrer, die „nur ein Bike besitzen“ wollen, gerne auch lange Touren fahren und deren Hometrails oft auch mal etwas flacher ausfallen, sind mit dem Tyee besser beraten. Es bietet mehr Pop und fährt sich spritziger. Wer allerdings jedes Wochenende im Bikepark unterwegs ist, gerne shuttelt und es bergab richtig krachen lässt, greift zum Spindrift. Für flache Hometrails ist es dann aber empfehlenswert, sich noch ein spritziges Trail-Bike als Ergänzung anzuschaffen, wie wir sie in diesem Vergleich für euch getestet haben.

Auch auf alpinen Trails macht das Spindrift viel Spaß. Das Bike verlangt aber nach Gefälle. Wer in der meisten Zeit auf flachen Trails unterwegs ist und richtig lange Touren fahren will, greift zum Tyee.

27,5”-, 29”- oder doch Mixed-Laufräder? Welche Option ist die richtige für mich?

Wir hätten euch hier gern direkt unseren Testeindruck über alle drei Optionen präsentiert. Leider stand während unseres Tests kein Spindrift in der Mullet-Konfiguration zur Verfügung. Dass kleine Fahrer bei einem Rad mit so viel Federweg in Größe S mit 27,5” am besten beraten sind, davon sind auch wir überzeugt. Das Spindrift mit 29”-Laufrädern empfanden wir als super ausgewogen und angenehm agil. Für Fahrer, die ein super verspieltes Bike wollen und es vor allem in Kurven gern richtig krachen lassen, ist das Mullet-Bike eine sehr spannende Option. Durch den kürzeren Hinterbau wird hier möglicherweise ein aktiverer Fahrstil nötig. Das 29er ist für alle geeignet, die den besten Allrounder auch für lange Touren suchen.

29er oder Mullet-Bike? Aktuell können wir keine endgültige Antwort geben, ein Test-Bike ist aber schon unterwegs.

Was ist uns beim Test des Spindrift sonst noch aufgefallen?

Neben dem Handling gibt es noch andere Faktoren, die den Fahrspaß mit dem Bike kurzfristig, aber auch langfristig beeinflussen. Beim Spindrift sind bei unserem Test zwei Dinge aufgefallen: Das Klappern der Züge ist bei unserem Test-Bike unüberhörbar gewesen. Trotz spezieller Hüllen im Rahmen haben wir das Rad nicht leise bekommen. Es gibt Bikes, die während des Test-Camps nicht geklappert haben, doch eine Garantie für Ruhe gibt es generell nicht. Propain kennt das Problem und arbeitet zusätzlich an extra Klemmen, welche die Züge am Eingang fixieren.

Die Züge haben bei unserem Bike leider laut im Rahmen geklappert. Auch mit Tape haben sie sich nicht beruhigen lassen. In Serie will Propain hier mit extra Klemmen am Eingang nachbessern.
Bei unserem Test haben sich leider die Speichen am NEWMEN-Hinterrad gelöst. Hier scheint die LOCTITE-Schraubensicherung auf den Nippeln zu fehlen. Wir müssen aber sagen: Bisher haben wir nur gute Erfahrungen mit NEWMEN-Laufrädern gemacht.

Ein weiteres Problem während unseres Tests ist mit den NEWMEN-Laufrädern aufgetreten. Dort fehlte offensichtlich LOCTITE-Schraubensicherung auf den Nippeln, wodurch sich die Speichen am Hinterrad permanent gelöst haben. Hier handelt es sich offensichtlich um eine fehlerhafte Charge, denn insgesamt sind wir nur sehr robuste Laufräder von NEWMEN gewohnt.

Helm: Giro Tyrant / Brille: Smith Wildcat / Jersey: Fasthouse bzw. Specialized Atlas Pro / Hose: ION Scrub Shorts und Pants | Schuhe: Ride Concepts Transition

Ab wann ist das neue Spindrift verfügbar?

Das neue Spindrift Carbon kann ab sofort bestellt werden. Die Alu-Version gibt es dann ab November im Shop. Bis die Bikes den Weg zu euch nach Hause finden, wird es aber noch einige Wochen dauern. Eine fixie Lieferzeit ist uns aktuell noch nicht bekannt.

Unser Fazit zum neuen Propain Spindrift CF 2021

Das brandneue Propain Spindrift CF ist ein erstklassiges Bike für alle, die nicht nur maximalen Fahrspaß im Bikepark oder beim Shutteln in Finale haben wollen, sondern ab und an auch aus eigener Kraft bergauf pedalieren möchten. Es begeistert mit seinem top Fahrwerk und ausgewogenen Handling. Mit den drei Laufrad-Optionen und dem umfangreichen Online-Konfigurator findet hier jeder sein persönliches Traum-Bike.

Stärken

  • ausgewogenes, spaßiges Handling
  • potenter Hinterbau
  • drei Laufrad-Optionen für persönliche Vorlieben
  • Online-Konfigurator

Schwächen

  • klappernde Züge und lockere Speichen an unserem Test-Bike
  • Sattelrohr könnte kürzer sein
Go check this Bike! Für alle, die es bergab gern krachen lassen, ist das Spindrift ein super spannendes Bike.

Für weitere Informationen besucht propain-bikes.com

Text & Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Christoph Bayer

Wenn sich Arbeit nicht nach Arbeit anfühlt, dann hat man alles richtig gemacht – und das hat Christoph geschafft! Er liebt das Biken, ist ein Fan von Tech-Talk (zum Leid seiner Freundin Toni), hat super viel Spaß an der Fotografie und bereist gerne die Welt. Er ist fast seit Anfang an bei ENDURO dabei und als Chefredakteur dafür verantwortlich, dass ENDURO das progressivste und aufregendste Magazin der Branche ist. Natürlich schreibt er noch jede Menge Content selbst, testet knapp 100 Bikes im Jahr und sitzt nahezu täglich auf dem Rad. Die alpinen Trails rund um seinen Heimatort dienen dabei als perfektes Testgelände. Den klassischen Arbeitstag gibt es für ihn nicht, mal ist er im Office, mal mit dem Laptop im Garten oder er arbeitet direkt vom Van aus in den Top-Bikespots dieser Welt – für Christoph sind die Grenzen fließend und genau das weiß er so zu schätzen.