Das Norco Sight C1 ist nach Angaben des kanadischen Herstellers gar kein waschechtes Enduro, sondern vielmehr irgendwo zwischen dem Trail-Bike Optik und dem in die Jahre gekommenen Enduro Range angesiedelt. Nach einem vielversprechenden Einzeltest waren wir mehr als gespannt, wie es sich im direkten Vergleich schlägt.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

Norco Sight C1 29 | 160/150 mm | 14,62 kg | 6.999 €

„Lang und flach“, das sind mittlerweile ja fast alle Enduro-Bikes auf dem Markt. Doch nur wenige sind so vollgepackt mit smarten Details wie das Norco Sight C1, das in Front über 160 mm und am Heck über 150 mm Federweg verfügt. So kommt das Bike serienmäßig mit einer 170 mm langen Teleskopsattelstütze und besitzt ein sehr kurzes Sitzrohr und ein tiefgezogenes Oberrohr für maximale Bewegungsfreiheit. Außerdem passt Norco die Hinterbaulänge bei jeder Rahmengröße an, um so eine optimale Gewichtsverteilung zu garantieren. Am Hauptrahmen kann nicht nur eine Trinkflasche, sondern über eine Halterung am Oberrohr auch ein Schlauch inkl. Tool befestigt werden. Bei der Ausstattung des 6.999 € teuren Sight C1 steht ebenfalls die Performance im Fokus. Das RockShox-Fahrwerk mit einer Lyrik Ultimate und einem Super Deluxe Select+ ist ebenso bewährt wie die CODE RSC-Bremsen oder die DT Swiss M1700-Laufräder. Beim Alu-Cockpit muss man zwar auf Bling-Bling verzichten, an dem Deity-Lenker und dem Norco-Vorbau gibt es aber nichts auszusetzen. Ein Setup-Guide auf der Norco-Website gibt alle Informationen für ein perfektes Start-Setup, abhängig vom Fahrergewicht und dem eigenen Fahrstil – nice!

Unnötig
Am Hinterbau des Sight C1 kam es an mehreren Stellen schnell zu unschönen Lackabplatzern – heutzutage ist so etwas mehr als unnötig.
Praktisch
Die Aufnahme am Oberrohr beherbergt bei Bedarf einen Schlauch oder ein Tool mit einer speziellen Basisplatte, wie sie z. B. Wolf Tooth anbietet.
Leider am Klappern
Obwohl die Züge an der Unterseite des Unterrohrs fixiert werden, kam es bei unserem Bike immer wieder zu nervigem Geklapper – hier sollte man direkt nach dem Kauf nachbessern, um für Ruhe zu sorgen.

Norco Sight C1 29

6.999 €

Ausstattung

Federgabel RockShox Lyrik Ultimate 160 mm
Dämpfer RockShox SuperDeluxe Select+ 150 mm
Sattelstütze RockShox Reverb Stealth 175 mm
Bremsen SRAM Code RSC 200/180 mm
Schaltung SRAM X01 Eagle 32 - 10/50
Vorbau Norco Alu 40 mm
Lenker Deity Ridgeline 800 mm
Laufradsatz DT Swiss M1700 Spline 29

Technische Daten

Größe S, M, L, XL
Gewicht 14,62 kg


Straff und direkt
Verglichen mit dem FOX X2 im Sight C2 ist das Fahrwerk im Sight C1 mit dem RockShox Super Deluxe deutlich straffer und direkter abgestimmt.
Viel Bewegungsfreiheit
Ein Highlight des neuen Sight ist das kurze, gerade Sattelrohr, das Platz für lange Dropper-Posts bietet. So hat man als Fahrer maximale Bewegungsfreiheit, was für viel Sicherheit im steilen Terrain sorgt.
Gut und günstig
Tuning-Fans bietet das Cockpit des Sight Potenzial für Gewichtsersparnis und einen größeren Bling-Bling-Effekt. Rein technisch gibt es an den Teilen aber nichts auszusetzen.

Geometrie und Größe des Norco

Norco weiß, dass es auf mehr als nur einen langen Reach oder einen flachen Lenkwinkel ankommt. Die Kanadier führen eine der wenigen Marken, die den Mehraufwand nicht scheut und dem Sight bei jeder Rahmengröße eine an den Hauptrahmen angepasste Hinterbaulänge spendiert. Das soll die Balance verbessern. Außerdem besitzt das Rad in allen Größen ein tiefgezogenes Ober- und ein kurzes und gerades Sattelrohr. In Kombination mit einer Dropper-Post mit großem Hub ermöglicht das maximale Bewegungsfreiheit und dadurch viel Fahrspaß und Sicherheit.

Größe S M L XL
Sattelrohr 370 mm 395 mm 435 mm 465 mm
Oberrohr 564 mm 593 mm 621 mm 649 mm
Steuerrohr 90 mm 100 mm 110 mm 120 mm
Lenkwinkel 64,0° 64,0° 64,0° 64,0°
Sitzwinkel 77,0° 77,3° 77,7° 78,0°
Kettenstrebe 430 mm 435 mm 440 mm 445 mm
Tretlagerabsenkung 25 mm 25 mm 25 mm 25 mm
Radstand 1.183 mm 1.222 mm 1.262 mm 1.301 mm
Reach 425 mm 455 mm 485 mm 515 mm
Stack 603 mm 612 mm 621 mm 630 mm
Helm 100% Trajecta | Goggle 100% Armega | Shirt SCOTT Trail Progressive L/SL Shirt | Shorts Fox Ranger | Knieschoner Fox Launch Pro

Das Norco Sight C1 29 im Test

„Ride it like you stole it!“, so lautet das Motto wenn man auf das Norco Sight steigt. Der lange Hauptrahmen gibt dem Fahrer in Kombination mit dem tiefgezogenen Oberrohr sehr viel Bewegungsfreiheit. Das motiviert einen förmlich dazu, das Rad super loose zu fahren und mit dem Hinterrad in Kurven zu driften oder Kurven anzuflicken. Trotz seiner Länge ist das Rad aber angenehm ausgewogen und der Druck am Vorderrad ist stets ausreichend. Im steilen Gelände steht man super integriert zwischen den Laufrädern. Das Fahrwerk ist mit dem Super Deluxe am Heck eher straff und direkt abgestimmt. Dadurch besitzt das Rad viel Pop, liefert gutes Feedback vom Trail und fährt sich sehr agil, allerdings hätten wir uns noch etwas mehr Traktion gewünscht.

Wer das Norco Sight C1 29 aktiv fährt, wird mit enormer Geschwindigkeit belohnt!

Bei schnellen, spitzen Schlägen verhärtet das Heck außerdem spürbar und reicht Energie an die Fußgelenke des Fahrers weiter. Wer es gern richtig krachen lässt, kann das mit dem Sight C1 problemlos tun, muss sich ab einem gewissen Punkt aber etwas mehr am Lenker festhalten. Den Uphill erledigt man mit dem Norco dank seines steilen Sitzwinkels und einem effizienten Fahrwerk sehr entspannt und gelassen. Als Fahrer sitzt man super zentral, aufrecht und komfortabel auf dem Rad und erreicht den Trail absolut entspannt.

Steiler Sitzwinkel trifft effizientes Fahrwerk – Uphills sind mit dem Sight eine entspannte Angelegenheit!

Wie fährt sich das Norco Sight C1 im Vergleich zur Konkurrenz?

Das Sight C1 wird zwar von Norco nicht als Enduro beworben, kann in diesem Test aber problemlos mit den meisten Bikes mithalten. Sein Fahrwerk erinnert stark an das Trek Slash, allerdings besitzt es dank der längeren Geometrie mehr Laufruhe und klettert obendrein deutlich besser bergauf. In hartem Gelände ist es speziell die fehlende Traktion am Heck, die es hinter Räder wie das RAAW Madonna oder das Specialized Enduro zurückwerfen.

Tuning Tipp: Züge im Rahmen richtig fixieren | Kettenstrebenschutz verlängern

Fahreigenschaften

12

Uphill

1
  1. schwerfällig
  2. effizient

Agilität

2
  1. träge
  2. verspielt

Laufruhe

3
  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

4
  1. fordernd
  2. gutmütig

Fahrwerk

5
  1. unsensibel
  2. feinfühlig

Fahrspass

6
  1. langweilig
  2. lebendig

Value for money

7
  1. schlecht
  2. sehr gut

Einsatzbereich

XC

8

Trail

9

Enduro

10

Downhill

11

Fazit

Das Norco Sight C1 29 ist eines der besten Bikes am Markt für alle, die maximalen Trail-Spaß suchen. Es begeistert mit seinem sehr lebendigen Handling, den top Klettereigenschaften und der enormen Bewegungsfreiheit. Erst wenn der Trail richtig hart wird, ist es aufgrund des straffen Fahrwerks nicht mehr gleichauf mit den besten Bikes im Test. Und auch bei der Verarbeitung gibt es im Detail noch Luft nach oben.

Stärken

  • sehr lebendiges und spaßiges Handling
  • super Klettereigenschaften
  • viel Bewegungsfreiheit bergab

Schwächen

  • Hinterbau verhärtet bei harten Schlägen
  • klappernde Züge
  • Lackschäden an der Kettenstrebe

Mehr Informationen zum Norco Sight C1 29 findet ihr auf norco.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

Alle Bikes im Test: Canyon Strive CFR 9.0 LTD | CUBE Stereo 170 SL 29 | Giant Reign Advanced 29 0 | Ibis Mojo HD5 | Norco Sight C1 29 | Nukeproof Mega 275C RS | Nukeproof Mega 290C Pro | Orbea Rallon M-LTD | Pole Stamina 180 LE | RAAW Madonna V2 FOX Factory Built | Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 | Santa Cruz Megatower CC X01 Reserve | SCOTT Ransom 900 Tuned | Specialized S-Works Enduro 2020 | Specialized Turbo Kenevo Expert | Trek Slash 9.9 X01 AXS | Yeti SB150 T2 | YT CAPRA 29 CF Pro Race

Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer / Finlay Anderson / Markus Frühmann

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Über den Autor

Christoph Bayer

Wenn sich Arbeit nicht nach Arbeit anfühlt, dann hat man alles richtig gemacht – und das hat Christoph geschafft! Er liebt das Biken, ist ein Fan von Tech-Talk (zum Leidwesen seiner Freundin Toni), hat super viel Spaß an der Fotografie und bereist gerne die Welt. Er ist fast seit Anfang an bei ENDURO dabei und als Chefredakteur mittlerweile dafür verantwortlich, dass ENDURO das progressivste und aufregendste Magazin der Branche ist. Natürlich schreibt er noch jede Menge Storys selbst, testet um die 100 Bikes im Jahr und sitzt nahezu täglich auf dem Rad. Die alpinen Trails rund um seinen Heimatort dienen dabei als perfektes Testgelände. Den klassischen Arbeitstag gibt es für ihn nicht, mal ist er im Office, mal mit dem Laptop im Garten oder arbeitet direkt vom Van aus in einem der Top-Bike-Spots dieser Welt – für Christoph sind die Grenzen fließend und genau das weiß er so zu schätzen.