Das Nukeproof Mega 275C RS hat sich letztes Jahr nicht nur den Kauftipp in unserem großen Enduro-Bike-Vergleichstest gesichert, es hat auch Sam Hill auf seinem Weg zum dritten Overall-Titel in der EWS begleitet. Doch die Konkurrenz schläft nicht – und kommt mit dem Mega 290C auch aus dem eigenen Haus.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

Nukeproof Mega 275C RS | 180/165 mm | 14,54 kg | 5.299 €

Das Nukeproof Mega 275C RS startet auf den ersten Blick nahezu unverändert in die neue Saison. Wenn man genau hinschaut, findet man aber doch was: So wurde am Rahmen die Lackierung angepasst und die Lagerung wurde durch hochwertige Enduro-Bearings upgedatet. Außerdem werden die Bikes ab sofort mit einer extra Schutzfolie an den kritischen Stellen ausgeliefert. Auch bei der Ausstattung finden sich kleinere Änderungen. Es wird zwar immer noch eine rote RockShox Lyrik verbaut – jetzt allerdings in der Ultimate-Variante mit satten 170 mm Federweg. Kombiniert wird sie mit einem Super Deluxe-Dämpfer am Heck. Schaltvorgänge erledigt ein SRAM X01-Antrieb, griffige Michelin Wild Enduro-Reifen sorgen für ordentlich Grip. Die Reifen sind für das neue Jahr auf Mavic Deemax DH-Laufrädern montiert. Den einzigen kleinen Kritikpunkt an der Ausstattung vom letzten Jahr hat Nukeproof behoben und am Rad jetzt SRAM CODE RSC-Bremsen anstelle der einfachen CODE R-Modelle verbaut. Durch den Dämpfer im Rahmendreieck findet ein Flaschenhalter leider noch immer nur unter dem Unterrohr Platz. Der Preis des Mega 275C RS ist von 4.799 € um satte 500 € auf 5.299 € gestiegen. Nukeproof begründet das mit der besseren Ausstattung und den Vorwirkungen des Brexit, die zu schlechteren Wechselkursen für die britische Firma führen.

Ultra schick
Der graue Lack des Mega konnte wirklich alle Tester überzeugen – nur die Nummer 1 auf dem Oberrohr hat die Geschmäcker gespalten.
Sehr leise
Das Mega 275C gibt im anspruchsvollen Terrain keinen Mucks von sich und arbeitet super leise. Hier klappert nichts, so muss das sein!
Vorn Carbon, hinten Alu
Das Mega 275C setzt auf einen Carbon-Hauptrahmen in Kombination mit einem Alu-Hinterbau. Funktionell ist daran nichts auszusetzen.

Nukeproof Mega 275c RS

5.299 €

Ausstattung

Federgabel RockShox Lyrik Ultimate 180 mm
Dämpfer RockShox SuperDeluxe Ultimate RCT 165 mm
Sattelstütze RockShox Reverb Stealth 175 mm
Bremsen SRAM Code RSC 200/180 mm
Schaltung SRAM X01 Eagle 32 - 10/50
Vorbau Nukeproof Horizon 50 mm
Lenker Nukeproof Horizon Carbon 800 mm
Laufradsatz Mavic Deemax DH 27,5

Technische Daten

Größe S, M, ML, L, XL
Gewicht 14,54 kg


Sehr sensibel
Der Hinterbau des Nukeproof Mega 275C arbeitet sehr definiert und dennoch feinfühlig – top!
Upgrade
Das Team von Nukeproof hat sich unsere Kritik zu Herzen genommen und dem Rad für 2020 eine SRAM CODE RSC anstelle der CODE R spendiert. Sie lässt sich noch besser dosieren und fühlt sich insgesamt deutlich hochwertiger an.

Geometrie und Größe des Nukeproof

Das Nukeproof Mega 275C ist vor allem eins: extrem ausgewogen! Und das lässt sich primär auf die Geometrie des Bikes zurückführen. Der Reach ist nicht sonderlich extrem und die Kettenstreben sind für ein Bike mit 27,5”-Laufrädern relativ lang. Das positioniert den Fahrer sehr zentral zwischen den Laufrädern. Auch die weiteren Daten sind ziemlich perfekt und dank des moderaten Sattelrohrs bleibt genug Platz für eine 170 mm lange Sattelstütze.

Größe S M ML L XL
Sattelrohr 381 mm 420 mm 420 mm 458 mm 508 mm
Oberrohr 560 mm 586 mm 603 mm 623 mm 669 mm
Steuerrohr 105 mm 105 mm 105 mm 115 mm 120 mm
Lenkwinkel 64,5° 64,5° 64,5° 64,5° 64,5°
Sitzwinkel 75,5° 75,5° 75,5° 75,5° 75,5°
Kettenstrebe 435 mm 435 mm 435 mm 435 mm 435 mm
Tretlagerabsenkung 10 mm 10 mm 10 mm 10 mm 10 mm
Radstand 1.165 mm 1.190 mm 1.209 mm 1.229 mm 1.276 mm
Reach 410 mm 435 mm 453 mm 470 mm 515 mm
Stack 590 mm 590 mm 590 mm 600 mm 604 mm
Helm 100% Aircraft | Goggle Oakley A-Frame MX | Jersey ION Scrub LS | Shorts ION Scrub Amp Pants | Schuhe Specialized 2FO Cliplite

Das Nukeproof Mega 275C RS im Test

Die Sitzposition auf dem Mega 275C ist bergauf sehr zentral, aufrecht und komfortabel. Auch der Hinterbau arbeitet effizient und so lohnt sich einzig bei langen Anstiegen auf smoothem Untergrund der Griff zum Verstellhebel am Dämpfer. So unauffällig wie das Kletterverhalten ist auch die Performance bergab – und zwar im absolut positiven Sinne! Das Mega 275C ist ein Synonym für Ausgewogenheit und begeistert mit seinem grandiosen Handling in wirklich jeder Fahrsituation. Erreicht wurde das durch die klasse Balance, die auch auf die mit 435 mm eher langen Kettenstreben (für ein 27,5”-Bike) zurückzuführen ist.

Vollgas-Drifts im Sam-Hill-Style sind mit dem Mega 275C super kontrolliert machbar!

In Kurven hat man auch ohne große Gewichtsverlagerung wirklich guten Grip auf beiden Rädern, wodurch man sich komplett auf den Trail konzentrieren kann. Der Hinterbau spricht feinfühlig an, gibt dann massig Support und besitzt gegen Ende schier endlose Reserven. Das Mega 275C lässt sich sehr einfach sehr schnell fahren, ohne dabei viel Energie vom Fahrer zu fordern. Gleichzeitig besitzt das Rad eine ausgesprochen hohe Agilität, wodurch es Richtungsänderungen direkt, schnell und präzise umsetzt. Eine 170 mm lange RockShox Reverb garantiert maximale Bewegungsfreiheit und erhöht so zusätzlich die Fahrsicherheit in steilem Terrain.

Das Mega 275C ist noch immer ein grandioses Bike, das einzige Problem: Das 29er ist noch besser!

Wie fährt sich das Nukeproof Mega 275C RS im direkten Vergleich?

Der naheliegendste Vergleich ist der mit dem Nukeproof Mega 290C – und hier zieht das Mega 275C leider klar den Kürzeren. Es ist zwar in engen Sektionen minimaler agiler, bietet aber nicht das gute Überrollverhalten und die noch mal deutlich höhere Fahrsicherheit des 29er. Die Masse an Fahrern ist mit dem 29er klar besser beraten, nur wer wirklich ein sehr agiles Bike sucht, könnte noch zu den kleineren Laufrädern greifen – wobei Nukeproof hierfür ja auch das neue Reactor im Line-up hat.

Tuning Tipp: keiner

Fahreigenschaften

12

Uphill

1
  1. schwerfällig
  2. effizient

Agilität

2
  1. träge
  2. verspielt

Laufruhe

3
  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

4
  1. fordernd
  2. gutmütig

Fahrwerk

5
  1. unsensibel
  2. feinfühlig

Fahrspass

6
  1. langweilig
  2. lebendig

Value for money

7
  1. schlecht
  2. sehr gut

Einsatzbereich

XC

8

Trail

9

Enduro

10

Downhill

11

Fazit

Das Nukeproof Mega 275C RS brilliert dank seines super ausgewogenen Handlings, seines top Fahrwerks und seiner durchdachten Ausstattung in jedem Terrain. Es fährt sich absolut berechenbar und liefert noch immer EWS-Performance für jedermann. Das einzige Problem des 275 ist die Tatsache, dass es jetzt auch das 29er mit der gleichen Rahmenplattform gibt und so rollen die kleinen Laufräder in diesem Vergleich leider hinterher.

Stärken

  • in Kurven eine echte Macht
  • super Fahrwerk
  • durchdachte Ausstattung zum noch immer fairen Preis

Schwächen

  • kein Platz für einen Flaschenhalter im Rahmendreieck

Mehr Informationen zum Nukeproof Mega 275C RS findet ihr auf nukeproof.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

Alle Bikes im Test: Canyon Strive CFR 9.0 LTD | CUBE Stereo 170 SL 29 | Giant Reign Advanced 29 0 | Ibis Mojo HD5 | Norco Sight C1 29 | Nukeproof Mega 275C RS | Nukeproof Mega 290C Pro | Orbea Rallon M-LTD | Pole Stamina 180 LE | RAAW Madonna V2 FOX Factory Built | Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 | Santa Cruz Megatower CC X01 Reserve | SCOTT Ransom 900 Tuned | Specialized S-Works Enduro 2020 | Specialized Turbo Kenevo Expert | Trek Slash 9.9 X01 AXS | Yeti SB150 T2 | YT CAPRA 29 CF Pro Race

Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer / Finlay Anderson / Markus Frühmann

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.