Mehr Grip, mehr Plattform, weniger Höhe: Mit den Clip Pedals bringt OneUp das dünnste Klickpedal auf den Markt und will Enduro-Fans eine echte Alternative bieten. Doch wie robust und alltagstauglich sind die flachen Klickpedale aus Squamish wirklich? Wir haben die OneUp Clip Pedals eine ganze Saison lang über ruppige Park-Tracks und staubige Hometrails gejagt.

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OneUp Clip Pedals | 410 g mit Pins (Herstellerangabe) | 159,99 € | Hersteller-Website

Mit den Clip Pedals bringt OneUp Components ihr erstes Klickpedal auf den Markt und will damit vor allem Trail- und Enduro- sowie DH-Fahrer ansprechen. Der Mix aus großflächiger Plattform, flacher Bauweise und bewährtem SPD-Mechanismus soll Kontrolle und Grip mit der nötigen Wartungsfreundlichkeit vereinen. Die Pedale kosten faire 159,99 €, wiegen mit Pins 410 g und zählen damit zu den leichteren Klickpedalen auf dem Markt. Wir haben die OneUp Clip Pedals eine komplette Saison lang über die Trails gejagt – von Hometrail-Runden bis zu mehrtägigen Bikepark-Trips – und verraten euch, wie sich die Klickpedale aus Squamish auf dem Trail schlagen.

Die OneUp Clip Pedals im Detail

Das Herzstück der OneUp Clip Pedals ist ein SPD-kompatibler Mechanismus, der 5° seitliches Spiel (Float) bietet und einen Auslösewinkel von 12° hat. Die Federspannung lässt sich über eine 3-mm-Inbusschraube feinjustieren und rastet dabei in klar spürbaren Stufen ein. Unterstützt wird das durch einen integrierten Spring-Tension-Indikator, der anzeigt, wie stark die Bindung vorgespannt ist. Das hilft, um beide Pedale genau gleich einzustellen.

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Die Federspannung lässt sich mit einem gängigen Inbusschlüssel aus dem Multitool in klar definierten Stufen anpassen …
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… und dank der Skala des Spring-Tension-Indikators an allen Bindungen gleichmäßig einstellen.

Die Bindungen sind mittig auf einem schicken Aluminiumkörper montiert, der mit einer großzügigen Plattform von 80 × 90 mm weit über die breite Kontaktfläche vieler Klickpedale hinausgeht. Die große Standfläche soll für mehr Stabilität gerade auf technischen Trails sorgen. Vier, je 8 mm lange, Pins pro Seite sorgen für zusätzlichen Grip zwischen Schuhsohle und Pedal. Mit einem 2,5 mm großen Inbusschlüssel lassen sich die Pins austauschen und sind hohl gebohrt, um Matsch und Dreck besser abzuleiten.

Mit einer Höhe von nur 26,8 mm zählt das OneUp Clip Pedal tatsächlich aktuell zu den flachsten MTB-Klickpedalen auf dem Markt, was vor allem die Gefahr von Pedalaufsetzern auf technischen Trails reduzieren soll. Trotz der schlanken Bauform vermittelt das Pedal einen robusten Eindruck und der Käfig schützt die Bindung zuverlässig vor Steinkontakt.

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Im Inneren setzt OneUp auf eine aus gehärtetem Chromoly-Stahl gefertigte Achse, die auf drei gedichteten Industrielagern und einem Igus-Gleitlager dreht. Die Achse soll vor allem den hohen Belastungen standhalten und gleichzeitig einfach zu servicen sein. OneUp legt dafür ein spezielles Werkzeug bei, mit dem sich die Achseinheit ohne Spezialwissen und mit Hilfe des Anleitungsvideos auf der Website einfach öffnen und neu fetten lässt. Cleats und zwei Spacer sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten.

Ersatzteile sind separat erhältlich, aber im Vergleich zu anderen Herstellern eher teuer: Ein komplettes Rebuild-Kit mit Lagern und Dichtungen kostet 30,99 €, Cleats inklusive Spacer 25,99 € und ein Satz Ersatzpins 23,99 €. OneUp empfiehlt die Nutzung der mitgelieferten Cleats, toleriert aber den Einsatz von Shimano SH51-Cleats auf eigenes Risiko. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch acht Farbvarianten, womit sich das Pedal optisch auf euer Bike abstimmen lässt.

Die OneUp Clip Pedals im Test

Die erste Montage der OneUp Clip Pedals ist wirklich unkompliziert: Cleats anschrauben, Position leicht anpassen, fertig. Mit den Canyon Scampr-Trail-Schuhen, die wir zu Beginn gefahren sind, war das Setup beim ersten Versuch perfekt. Der Einstieg ins Pedal gelingt einfach, ohne langes Suchen der Bindung, und das Ausklicken ist mit spürbarem Druckpunkt definiert. Auch beim späteren Wechsel auf die neuen FOX Union-Schuhe zeigt sich die breite Kompatibilität der Pedale. Zwar mussten wir anfangs die vorderen Pins rausschrauben und Spacer unter die Cleats montieren, danach funktionierte auch der Schuh problemlos mit dem Pedal.

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Auf dem Trail überzeugen die OneUp Pedals mit einem Klickgefühl, das man am ehesten als präzise und verbindlich beschreiben kann. Der Einstieg erfolgt sauber mit einem klaren, satten Klick. Der Ausstieg bei einem 12°-Winkel fühlt sich kontrolliert an und ist nicht zu früh oder zu spät. Praktisch ist die Möglichkeit, die Federspannung in klar spürbaren Stufen zu verstellen und über die kleine Skala des Spring-Tension-Indikators bei allen Bindungen gleichmäßig einzustellen.

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Egal, ob ruppiger DH-Track oder flowiger Singletrail – das OneUp Clip Pedal sorgt mit klar definiertem Einrasten und breiter Plattform für eine angenehm direkte Verbindung zum Bike.

Im Vergleich zu Crankbrothers Mallet, die wir davor hauptsächlich gefahren sind, fühlen sich die OneUp Clip Pedals deutlich definierter an. Während die Crankbrothers-Pedale durch ihr weiches Einrasten ein eher „freies“ Fahrgefühl erzeugen, wirken die OneUp Clip Pedals deutlich präziser. Man fühlt sich fest mit dem Bike verbunden und kann die Kraft beim Pedalieren effizient auf den Trail bringen. Gegenüber Shimano DEORE XT SPD punkten die OneUp-Pedale mit geringerer Höhe und einer breiten Plattform. Die Shimano-Pedale bleiben aber nach wie vor der Inbegriff von Haltbarkeit, denn die klassischen XT- oder Saint-Pedale sind fast unzerstörbar.

Nach knapp einer Saison im Einsatz mit Bikepark-Sessions, alpinen Trailtagen und unzähligen Hometrail-Runden, zeigen aber auch die OneUp Clip Pedals nur minimale Spuren. Der Edelstahlkäfig ist zwar leicht angekratzt, doch weder Achse noch Lager haben Spiel entwickelt. Selbst die Pins, die durch seltenes Aufsetzen mit Steinkontakt am stärksten belastet werden, sind größtenteils intakt – nur einer ist abgebrochen, hat sich aber problemlos austauschen lassen. Fairerweise muss man sagen: Die erste Charge der OneUp-Pedale hatte mit Problemen zu kämpfen und wurde daraufhin zurückgerufen, auch unser Paar war betroffen und musste zurück zum Hersteller. Doch OneUp hat schnell reagiert und die Pedale geupdatet. Seitdem kommen alle Modelle serienmäßig mit der überarbeiteten Binding Plate. Die neuen Versionen funktionieren nicht nur sehr zuverlässig, sondern werden auch mit zwei Jahren Garantie ausgeliefert. Nice Move, OneUp!

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Fazit zu den OneUp Clip Pedals

Die OneUp Clip Pedals überzeugen mit ultraflacher Bauweise, definiertem Klick-Mechanismus und robuster Konstruktion. Das Setup ist unkompliziert, die Bindung fein justierbar und die Schuhkompatibilität erfreulich breit. Ersatzteile sind zwar nicht gerade günstig, doch nach einer Saison im harten Dauereinsatz zeigen die Pedale kaum Verschleiß auf – was wiederum Vertrauen schafft. Wer ein leichtes, wartungsfreundliches Klickpedal sucht, findet hier einen starken Partner für Singletrails bis Bikepark, der sich seinen festen Platz an unseren Testbikes verdient hat.

Tops

  • sattes, definiertes Klickgefühl
  • gute Haltbarkeit
  • großzügige Plattform
  • extrem flach gebaut

Flops

  • Ersatzteile relativ teuer

Alle weiteren Infos findet ihr auf der Website von OneUp.


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Text: Benedikt Schmidt Fotos: Peter Walker, Jan Fock