Ausgabe #037 Test

The Lab: POC Coron Air SPIN Fullface-Helm im Test

In der Kategorie „The Lab“ präsentieren wir spannende Produkte, die wir für euch ausprobiert haben. Manche waren monatelang im Einsatz, andere haben wir nur kurz abgecheckt. Diesmal verraten wir euch, wie sich der POC Coron Air SPIN Helm im Test geschlagen hat.

Das Design des POC Coron Air SPIN mag sich zwar für heutige Standards überdimensioniert anfühlen, aber wenn Sicherheit eure oberste Priorität ist, dann ist er der Helm, den ihr bei einem Crash gern auf eurem Kopf hättet

Der Fullface-Helm POC Coron Air SPIN wurde entwickelt, um die ohnehin hohen Anforderungen bei Downhill- und Enduro-Rennen sogar noch zu übertreffen. Eines ist sicher: Schon bevor man ihn aufsetzt, sieht der POC Coron Air SPIN wie ein Helm aus, den man bei einem Crash gerne tragen würde! In Zeiten super leichter Enduro-Helme erscheint er zwar überdimensioniert, aber die Innenschale aus geschäumtem Polypropylen (EPP) ist in der Lage, mehrfache Schläge zu verkraften – anders als die meisten Helme, die aus geschäumtem Styropor (EPS) hergestellt sind und lediglich einen einzelnen Einschlag überstehen. Somit seid ihr abgesichert, falls ihr zum Beispiel schon am Beginn einer langen Abfahrt oder eines Rennens unsanft Kontakt mit dem Boden aufnehmt. Selbstverständlich muss jeder Helm nach einem heftigen Sturz trotzdem ersetzt werden! Die SPIN-Technologie ist POCs Antwort auf das MIPS-System: Sie hilft, die auftretenden Rotationskräfte bei einem Sturz abzuleiten, da die Innenschale dem äußeren Helm erlaubt, sich „entkoppelt“ von eurem Kopf zu bewegen.

Der Coron Air SPIN ist zwar dank POCs zielstrebigem Design nicht der leichteste Helm auf dem Markt, aber definitiv einer der sichersten
Bei einem Crash sorgt POCs SPIN-Technologie dafür, dass die Innenschale des Helmes eurem Kopf etwas Bewegungsspielraum ermöglicht, um so die auftretenden Rotationskräfte abzuschwächen, wenn ihr hart auf dem Boden aufschlagt

Um Anstiege oder Transfers angenehmer zu gestalten, hat POC anstelle eines abnehmbaren Kinnbügels das grundlegende Design seines Coron DH-Helms beibehalten, dabei jedoch die Belüftungsöffnungen verbessert, die Polsterung um die Ohren herum minimiert und die Zone um den Mund erweitert. Ihr bekommt also die volle Schutzwirkung eines DH-Helmes, ohne euch selbst wie Darth Vader atmen zu hören – oder euch zu fühlen, als würdet ihr eure verbrauchte Luft wieder einatmen, wenn ihr euch richtig verausgabt. Atmungsaktivität und Luftzirkulation sind trotzdem nicht ganz so gut wie bei den besten Enduro-Helmen mit offener Kinnpartie oder abnehmbarem Kinnbügel. Daher könnten Fahrer, die nach einem Helm zum Trail-Biken Ausschau halten, die Luft im Coron SPIN zu stickig und heiß finden. Der POC Coron Air SPIN verfügt über Kinn-Polster, die sich schnell herausnehmen lassen, um die ärztliche Versorgung im Falle einer Nackenverletzung zu unterstützen. Wir haben sie jedoch auch während Transferpassagen entfernt, da sich dadurch die Luftzirkulation im Helm massiv verbessert.
Wir haben den POC Coron Air SPIN bei Rennen, an Uphill-lastigen Tagen und sogar bei einigen Ausfahrten mit kühleren Bedingungen im Einsatz gehabt und das Gewicht kaum gespürt. Insgesamt also eine lohnende, nicht zu hohe Investition für einen kompromisslosen Schutz. Für diejenigen, die allerdings jedes Gramm zählen, ist auch eine Carbon-Version für 450 € verfügbar – sie spart euch 100 g.

Fazit

Der POC Coron Air SPIN versucht erst gar nicht, ein Alleskönner-Helm im Trail- und Enduro-Bereich zu sein. Er bietet umfassenden Schutz auf DH-Level mit ausreichend Belüftung – für Enduro-Biken am Limit. Mit seiner exzellenten Verarbeitungsqualität und einem hohen Maß an Sicherheit und Komfort stellt der POC Coron Air SPIN eine ausgezeichnete Wahl für Racer oder Bikepark-Fans dar, die auf Nummer sicher gehen und ihren Kopf mit dem besten Schutz umgeben wollen, den man bekommen kann.

Stärken

  • Sicherheit auch bei mehrfachen Aufprallen
  • kompromissloser Schutz

Schwächen

  • schwer

Tester Tom
Dauer 6 Monate
Preis 290 €
Gewicht 1.170 g in Größe Medium
Mehr Infos pocsports.com

Über den Autor

Thomas Corfield

Nach fast 30 Jahren auf dem Bike und einer Karriere im Vertrieb einer Fahrradmarke begeistert mich das Thema Mountainbike noch wie am ersten Tag. In meiner Heimat in der Nähe der schottischen Grenze genieße ich Solo-Abenteuer in den Bergen ebenso wie Nightrides in größeren Gruppen.