Mit dem neuen RockShox Super Deluxe Air 2027 kommt ein komplett überarbeiteter Dämpfer für den Trail-Einsatz auf den Markt – passend zu den neuen Gabeln. Auch der RockShox Vivid Air wurde umfassend optimiert. Was steckt dahinter und wie schlagen sich die beiden auf dem Trail? Wir haben sie für euch getestet.

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RockShox Super Deluxe Ultimate 2027 | 185x55mm | 548 g | 765 € | Hersteller-Website

Gleichzeitig mit der neuen RockShox ZEB für den Enduro-Einsatz und der überarbeiteten Lyrik als Trail-Gabel bringt RockShox auch die dazu passenden Luftdämpfer an den Start: den neu aufgelegten Vivid Air und den komplett neu entwickelten Super Deluxe Air. Damit decken die Amerikaner das Einsatzspektrum von Trail bis hin zu Enduro und Downhill ab. Während der Vivid Air weiterhin klar auf harten Enduro- und DH-Einsatz zielt und in der neuen Generation vor allem einen Feinschliff erhält, geht RockShox beim Super Deluxe Air einen Schritt weiter: Er wurde von Grund auf neu entwickelt und soll als Allrounder auf unterschiedlichsten Trails überzeugen. Wie bereits bei den neuen Gabeln kommt auch bei beiden Dämpfern die überarbeitete Linear XL-Luftfeder zum Einsatz. Ziel ist es, die Geschwindigkeitsabhängigkeit der Luftfeder zu reduzieren und ein berechenbareres Fahrverhalten zu schaffen, was sich über die eigentliche Dämpfung einstellen lässt.

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Die neuen RockShox Super Deluxe- und Vivid Air-Dämpfer im Detail

Der neue RockShox Super Deluxe bringt eine ganze Reihe an technischen Updates mit sich. Herzstück ist die neue RCT2-Dämpfung, die nun mit einem weiterentwickelten Base Valve arbeitet. Laut RockShox konnten dadurch die Kräfte im IFP um rund 40 % reduziert werden – ohne dabei Kavitation zu riskieren. In der Praxis soll das vor allem das Ansprechverhalten verbessern und dem Dämpfer mehr Sensibilität verleihen.

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Beim Thema Bottom-Out bleibt RockShox dem bewährten Konzept treu. Wie schon bei den Vorgängern wird der Endbereich des Federwegs gezielt angepasst, indem sich ein nadelförmiger Stift in die Durchströmbohrung des Dämpferkolbens schiebt und den Ölfluss verlangsamt, was für zusätzliche Dämpfung sorgt. Trotz der neuen Namensgebung bei anderen Produkten bleibt es hier beim klassischen HBO (Hydraulic Bottom Out), da das System nicht extern verstellbar ist. Anders beim neuen Vivid: Bei ihm arbeitet der Bottom-Out zwar ebenfalls hydraulisch, heißt dort aber ABO (Adjustable Bottom Out), weil er einstellbar ist.

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Ebenfalls neu ist die Linear XL-Luftkammer, die sich deutlich von den bisherigen, nachrüstbaren Luftkammern unterscheidet. Sie ist nicht rückwärtskompatibel, da sie einen höheren maximalen Luftdruck sowie ein komplett neues Tokensystem ermöglicht. Statt klassischer Kunststoff-Spacer setzt RockShox hier auf ein cleveres Dichtungssystem: Eine Gummidichtung kann in verschiedenen Positionen innerhalb der Luftkammer platziert werden, was das Luftvolumen gezielt anpasst. So könnt ihr wesentlich schneller die Anzahl der Tokens verändern und bei vielen Bikes müsst ihr dafür den Dämpfer nicht einmal aus dem Rahmen nehmen. Zur leichteren Orientierung hat RockShox die unterschiedlichen Positionen, in denen die Dichtung liegen kann, mit einer vergleichbaren Anzahl an Tokens beschriftet.

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Auch wenn es keine wirklichen Tokens mehr sind, ist das System zur besseren Orientierung mit einer symbolischen Anzahl beschriftet.

Auch beim Service hat RockShox nachgelegt: Das Wartungsintervall des neuen Super Deluxe wurde von 50 auf 100 Stunden verdoppelt, wie es auch schon beim bisherigen Vivid Air der Fall war.

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Der Vivid Air bleibt hingegen größtenteils unverändert, er erhält einige gezielte, aber recht kleine Updates. Der hydraulische Bottom-Out trägt nun auch hier, wie bei den Federgabeln, die Bezeichnung ABO, da er verstellbar ist. Zudem bekommt auch der Vivid die neue Linear XL-Luftkammer, die es zuvor nicht gab. Darüber hinaus wurde der Ölfluss im Reservoir angepasst. Die Low-Speed-Druckstufe soll so eher zu einer Mid-Speed-Druckstufe werden, was zusammen mit einem reduzierten IFP-Druck für ein sensibleres Ansprechverhalten sorgen soll.

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Bei beiden Dämpfern hat RockShox außerdem die Optik der Versteller überarbeitet. Die Rädchen sind nun deutlich beschriftet, teilweise nummeriert und lassen sich dadurch deutlich einfacher ablesen – ein kleines Detail, was das Setup vereinfacht.

Alle Preise und Modelle der neuen RockShox Dämpfer 2027

Für den Aftermarket – also den Einzelhandel – sind beide Dämpfer zunächst ausschließlich als Ultimate- oder Flight-Attendant-Version erhältlich. Wer also das komplette Feature-Set oder die elektronische Dämpfungssteuerung will, wird hier fündig. Beim Vivid gibt es zusätzlich noch eine dedizierte DH-Variante ohne Lockout-Hebel. Die günstigeren Select+, Select- und Base-Modelle bleiben hingegen vorerst den Komplett-Bikes vorbehalten und sind nicht separat im Handel erhältlich.

RockShox Super Deluxe 2027 Overview

Die neue Vivid kommt mit 55 mm bis 75 mm Hub und richtet sich so auch an langhubige Downhill- und Enduro-Bikes. Der neue Super Deluxe ist mit 45 mm bis 65 mm Hub mehr im Trail- und Enduro-Segment angesiedelt.

RockShox Vivid Air 2027 Overview

Der neue RockShox Super Deluxe Ultimate mit einem Einbaumaß von 185 × 55 mm bringt nun 548 Gramm auf die Waage. Sprich, er ist ca. 100 Gramm schwerer geworden als sein Vorgänger. Der neue RockShox Vivid Ultimate mit einem Einbaumaß von 205 × 65 mm wiegt hingegen 672 Gramm und damit so viel wie sein Vorgänger.

Modell Dämpfung Preis
RockShox Super Deluxe Ultimate Flight-Attendant RC3 mit HBO 1.145 €
RockShox Super Deluxe Ultimate RC2T mit HBO 765 €
RockShox Super Deluxe Select+ RCT mit HBO nicht im Aftermarket erhältlich
RockShox Super Deluxe Select RT nicht im Aftermarket erhältlich
RockShox Super Deluxe Base R nicht im Aftermarket erhältlich
Modell Dämpfung Preis
RockShox Vivid Ultimate DH RC2 mit ABO 850 €
RockShox Vivid Ultimate RC2T mit ABO 850 €
RockShox Vivid Select+ RCT mit HBO nicht im Aftermarket erhältlich
RockShox Vivid Select RT nicht im Aftermarket erhältlich
RockShox Vivid Base R nicht im Aftermarket erhältlich

Der RockShox Vivid Air 2027 auf dem Trail

Den neuen RockShox Vivid Air konnten wir über etwas mehr als zwei Monate hinweg auf unterschiedlichen Bikes testen. Hauptsächlich kam er dabei im Pivot Firebird zum Einsatz – einem Bike, das wir bestens kennen und bislang mit einem FOX X2 Factory gefahren sind. Zusätzlich hatten wir ein uns ebenfalls vertrautes Specialized Levo mit dem neuen Vivid-Air im Einsatz. So konnten wir die Performance dank der bekannten Hinterbauten gut einordnen. Klar ist aber auch: Das lässt sich nicht eins zu eins für jedes Bike übertragen, denn das Fahrverhalten hängt bei Dämpfern immer stark vom jeweiligen Hinterbau ab.

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Helm Troy Lee Designs D4 | Goggle Coast Optics Alta 2 | Shirt Vans Classic T | Hose Specialized Trail Cordura MTB | | Knieschoner FOX Enduro Pro | Schuhe SHIMANO SH-GE900HS | Uhr SUUNTO Race S

Das Setup am Vivid ist gewohnt unkompliziert. Die SAG-Markierungen sind weiterhin vorhanden und bieten eine gute Orientierung. Wer es genauer will, kann zusätzlich auf die TrailHead-App zurückgreifen. Die Low-Speed-Compression ist jetzt zusätzlich nummeriert, rastet sauber ein und lässt sich werkzeuglos verstellen. Die High-Speed-Compression wird weiterhin über das abziehbare Rebound-Rädchen eingestellt, was mit Handschuhen etwas fummelig ist, aber dennoch werkzeuglos vonstatten geht. Zahlen fehlen hier zwar, die Position lässt sich aber trotzdem ausreichend gut ablesen. Auch der Adjustable Bottom Out (ABO) wird mithilfe des Rebound-Rädchens verstellt, ist aber je nach Einbausituation etwas schwer zu erreichen, da man oft zwischen Rahmen und Reservoir hantieren muss. Allerdings ist das auch kein Versteller, an dem man ständig dreht. Auch der Rebound-Versteller selbst ist dementsprechend etwas fummelig und je nach Bike nicht ganz einfach zu erreichen, rastet aber spürbar ein. Hier ist aber auch die Konkurrenz nicht wirklich besser aufgestellt.

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Auffällig: Im Uphill wippt der neue Vivid Air ohne Lockout-Hebel spürbar. Selbst Bikes wie das Pivot Firebird mit seinem DW-Link-Hinterbau, die mit dem zuvor verbauten FOX X2 sehr antriebsneutral waren, verlangen hier deutlich häufiger nach dem Lockout. Wir mussten diesen sogar auf entspannten Straßen-Uphills aktivieren. Mit dem Levo war der gleiche Effekt spürbar, auch wenn es bei einem E-MTB weniger ins Gewicht fällt. Aktiviert man aber den Lockout, wird das Fahrwerk wie gewohnt straff und effizient, sodass sich die Bikes wieder ruhig pedalieren lassen und nur minimal federn, um etwas Komfort und Traktion zu generieren. Der Lockout-Hebel selbst sitzt am Reservoir und ist meist gut erreichbar, lässt sich aber nicht immer sofort eindeutig ertasten. Direkt daneben befindet sich eine Kante, die sich sehr ähnlich anfühlt – man greift also gerne mal daneben. Auch das haptische Feedback des Hebels könnte definierter sein, da er nicht immer sauber einrastet und gelegentlich zwischen den Positionen stehen bleibt. Hier gibt es also noch Luft nach oben.

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Bergab zeigt der Vivid dann seine Stärken: Das Fahrgefühl ist angenehm straff, direkt und poppig. Der Dämpfer bietet viel Gegenhalt, lädt zum Pushen ein und vermittelt gleichzeitig ein gutes Feedback vom Untergrund. Im direkten Vergleich zum FOX X2 fehlt ihm allerdings etwas Sensibilität – vor allem beim Anbremsen auf losem Untergrund wirkt er etwas weniger traktionsstark. Auch das Flex-Verhalten fühlt sich minimal steifer an, wobei der Unterschied nicht riesig ist und der FOX X2 hat hier seine absolute Stärke. Mit offen gefahrenen Einstellungen von High-Speed-Compression- und Low-Speed-Compression lässt sich die Traktion spürbar erhöhen, ohne dass der Support oder der Pop komplett verloren gehen – zumindest auf dem Firebird. Wie stark das greift, hängt aber klar vom jeweiligen Bike und Tune ab.

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Auch auf langen Abfahrten von über zehn Minuten zeigt der Vivid keinerlei Performance-Einbrüche. Die Dämpfung bleibt konstant – ein klarer Hinweis auf die hohe Temperaturstabilität, die schon den Vorgänger ausgezeichnet hat. Im Betrieb arbeitet der Dämpfer zudem angenehm leise und blieb im Testzeitraum unauffällig. Wie immer gilt jedoch: Die Aussagekraft ist begrenzt, da die Performance stark vom jeweiligen Bike abhängt.

Der RockShox Super Deluxe Air 2027 auf dem Trail

Den neuen Super Deluxe konnten wir zwar nicht ganz so lange fahren wie den Vivid, dafür aber auch auf zwei uns gut bekannten Plattformen: einem Pivot Trailcat sowie einem weiteren Bike mit DW-Link-Hinterbau, das wir euch aber erst in ein paar Tagen zeigen dürfen.

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Beim Setup gibt es keine Überraschungen, denn die Einstelllogik entspricht weitgehend der des Vivid-Dämpfers. Entsprechend schnell findet man sich zurecht. Sehr cool ist der neue Rebound-Versteller, der nicht nur wesentlich besser erreichbar ist, sondern auch eine bessere Haptik aufweist. Der Lockout-Hebel sitzt ebenfalls am Reservoir und zeigt die gleichen kleinen Schwächen: Durch den mechanischen Anschlag und den kleinen Metallbegrenzer ist er nicht immer intuitiv zu ertasten. Dafür ist die Wirkung umso deutlicher – aktiviert man den Lockout, wird das Heck spürbar straffer und das Bike deutlich stabiler im Antritt.

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Auf dem Trail zeigt der neue Super Deluxe dann schnell, dass er mehr ist als nur ein Update. Im Vergleich zum Vorgänger spricht er spürbar sensibler auf kleine Schläge an und liefert insgesamt ein feineres Ansprechverhalten. Gleichzeitig bleibt genug Gegenhalt erhalten, sodass das Fahrwerk nicht wegsackt, sondern aktiv arbeitet. Genau hier gelingt dem Dämpfer ein sehr guter Spagat aus Komfort und Support. Auch beim Thema Grip legt der neue Super Deluxe deutlich zu. Vor allem auf technischen Trails ist der Zugewinn an Traktion klar spürbar und gibt euch mehr Vertrauen, das Bike auch in schwierigen Passagen laufen zu lassen. Dabei bleibt der Mid-Stroke stabil und definiert – das Fahrwerk sackt nicht ein, sondern bietet eine solide Plattform, aus der ihr aktiv arbeiten und euch sauber herauspoppen könnt.

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Der größte Unterschied zeigt sich dann, sobald es richtig ruppig wird. Bei harten Schlägen und schnellen Kompressionen wirkt der neue Super Deluxe deutlich potenter als sein Vorgänger. Vor allem im Endbereich des Federwegs bietet er mehr Reserven und bewegt sich damit spürbar in Richtung Vivid – ohne dabei seine Trail-DNA zu verlieren. Der Dämpfer führt euch kontrolliert ans Ende des Federwegs heran und vermittelt das Gefühl, noch ausreichend Reserven zu haben. Unterm Strich wirkt der neue Super Deluxe insgesamt belastbarer, souveräner und gibt euch gerade bei hohen Geschwindigkeiten und harten Impacts deutlich mehr Kontrolle und Sicherheit.

Das Fazit zu den RockShox Super Deluxe- und Vivid Air-Dämpfern

Mit dem neuen Super Deluxe und dem überarbeiteten Vivid Air deckt RockShox zwei klar unterschiedliche Charaktere ab. Der Vivid bleibt der Spezialist für harte Einsätze mit viel Support und hoher Temperaturstabilität, zeigt im Uphill aber Schwächen. Der neue Super Deluxe hingegen macht einen großen Schritt nach vorne: mehr Grip, bessere Sensibilität und deutlich mehr Reserven. Damit wird er zum starken Allrounder und wirkt deutlich belastbarer, um auch in Bikes mit mehr Federweg seinen Platz zu finden.

Tops

  • Simples Setup und verbesserte Ablesbarkeit
  • Beide Dämpfer mit modernem, berechenbarem Fahrverhalten
  • Super Deluxe mit deutlich mehr Grip, Sensibilität und Reserven
  • Vivid Air mit starkem Support und hoher Temperaturstabilität

Flops

  • Vivid Air wippt im Uphill deutlich und zwingt oft zum Lockout
  • Lockout-Hebel bei beiden Dämpfern nicht optimal zu ertasten und wenig definiert

Alle weiteren Informationen findet ihr auf der Website von RockShox.


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Text: Peter Walker Fotos: Sven Martin, Callum Wood, Lars Engmann, Peter Walker

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