Komplett überarbeitet: Das Kult-Bike Rocky Mountain Slayer ist erstmals auch mit 29”-Laufrädern erhältlich und soll dank seines potenten Fahrwerks und der abfahrtslastigen Geometrie selbst fiesesten Trails ihren Schrecken nehmen. In diesem Vergleich war es am Ende einer der Favoriten der Test-Crew!

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 | 170/170 mm | 15,20 kg | 8.600 €

„Keine Kompromisse“ – so lässt sich die Herangehensweise des Teams von Rocky Mountain bei der Entwicklung beschreiben. Das neue Slayer ist klar für maximale Abfahrtsperformance konzipiert und das merkt man sowohl an der Ausstattung als auch an der Kennlinie des Hinterbaus, bei der der Anti-Squat-Wert bewusst etwas reduziert wurde, um den Pedalrückschlag bergab zu reduzieren. So ist das Rocky Mountain eines der wenigen Bikes, das bereits serienmäßig mit für den Einsatzbereich angemessenen Doubledown-Reifen ausgeliefert wird. Standfeste Shimano XTR-Bremsen, eine integrierte Kettenführung und robuste Laufräder runden das Gesamtpaket ab. In Sachen Fahrwerk setzt Rocky beim 8.600 € teuren Slayer Carbon 90-Topmodell auf FOX Factory-Komponenten, bestehend aus einer 170 mm langen 36 GRIP2 und einem DHX2-Stahlfeder-Dämpfer, der ebenfalls 170 mm Federweg bereitstellt. Für Kritik sorgt der mit 820 mm zu breite und steife Race Face SixC-Lenker und der mit 40 mm sehr kurze Vorbau. Den Lenker kann man zwar kürzen – dann wird er aber noch steifer. Typisch Rocky Mountain, besitzt das Slayer das RIDE-4-System an der unteren Dämpferaufnahme, mit dem sich die Geometrie in vier Positionen verstellen lässt.

Aufwendig
Beim FOX DHX2 lohnt es sich, etwas mehr Zeit ins optimale Setup zu investieren, um ihm das volle Potenzial zu entlocken. Speziell bei der Druckstufe haben wir viel herumgespielt und sind am Ende ein paar Klicks mehr gefahren. Die Federhärte gibt es in 25-Lbs-Schritten – mit rund 85 kg war die 475er-Feder ideal.
Super leise
Am Slayer werden die Züge sehr effektiv im Inneren geführt und in Kombination mit dem großen Kettenstrebenschutz klappert hier nichts!
Selfmade
Die Kettenführung hat Rocky Mountain selbst entwickelt und direkt auf der Kettenstrebe befestigt – nice!

Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29

8.600 €

Ausstattung

Federgabel FOX 36 Factory GRIP2 170 mm
Dämpfer FOX DHX2 Factory 170 mm
Sattelstütze FOX Transfer Performance Elite 150 mm
Bremsen Shimano XTR 4-Kolben 200/200 mm
Schaltung Shimano XTR M9100 32 - 10/51
Vorbau Rocky Mountain 35 40 mm
Lenker Race Face SixC 820 mm
Laufradsatz Race Face ARC30 / DT Swiss 350 29

Technische Daten

Größe M, L, XL
Gewicht 15,2 kg


Zu kurz und zu breit
Das Cockpit des Slayer konnte keinen unserer Tester überzeugen: „Zu kurz und zu breit“, lautete die einhellige Meinung – hier lohnt ein Upgrade.
Volle Bremspower
Wer viel steile und anspruchsvolle Trails fährt, braucht Bremspower – umso besser, dass Rocky Mountain vorn und hinten 203-mm-Scheiben verbaut.
Dem Einsatzzweck entsprechend
Mit leichten Reifen lässt sich auf dem Papier schnell Gewicht sparen – allerdings immer auf Kosten der Abfahrtsperformance. Ein Glück, dass Rocky Mountain hier keine Kompromisse eingeht und robuste Doubledown-Reifen verbaut.
Ganz schön flach
Der Lenkwinkel ist mit 63,8° in der flachsten Einstellung des RIDE-4-Systems super flach. Wir empfehlen dieses Setup nur für sehr, sehr steile Tracks. Auf weniger extremen Trails empfanden wir ein etwas steileres Setup als die bessere Wahl.

Geometrie und Größe des Rocky Mountain

Typisch Rocky Mountain, besitzt auch das neue Slayer das bekannte RIDE-4-System, mit dem sich die Geometrie in vier Positionen verstellen lässt. Wir sind das Rad aufgrund des flachen Lenkwinkels am liebsten im neutralen Setting (Pos. 3) gefahren. Obwohl das Bike keinen super langen Reach besitzt, war es doch bergab eines der potentesten Räder im Test.

Größe M L XL
Sattelrohr 420 mm 445 mm 480 mm
Oberrohr 600 mm 628 mm 657 mm
Steuerrohr 95 mm 110 mm 125 mm
Lenkwinkel 63,8° 63,8° 63,8°
Sitzwinkel 75,8° 75,8° 75,8°
Kettenstrebe 443 mm 443 mm 443 mm
Tretlagerabsenkung 34 mm 34 mm 34 mm
Radstand 1.220 mm 1.249 mm 1.286 mm
Reach 442 mm 469 mm 492 mm
Stack 622 mm 635 mm 649 mm
Helm Giro Tyrant MIPS | Brille Oakley Airbrake PRIZM Trail | Jersey Fox Drirelease Jersey | Short Fox Ranger Cargo Shorts | Knieschoner Fox Enduro Pro

Das Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 im Test

Sobald man auf das Rocky Mountain Slayer steigt, weiten sich das erste Mal die Pupillen – kein anderes Rad besitzt einen so feinfühligen Hinterbau und spricht so seidenweich an. Sobald man mit dem Slayer in den Uphill startet, greift man völlig automatisch zum Plattform-Hebel am Dämpfer. Andernfalls spürt man auch beim runden Tritt ein leichtes Wippen. Ist das geschehen, klettert das Slayer insgesamt sehr solide bergauf. Neigt sich der Trail bergab, merkt man sofort, was die große Besonderheit des Slayer ist: die enorme Traktion! Das Bike gleitet wie ein fliegender Teppich über den Trail und filtert selbst kleinste Unebenheiten einfach weg. Dennoch bietet das Fahrwerk guten Pop an Kanten. Einzig in Kurven sackt das Heck leicht weg – ein Phänomen, das wir in der Vergangenheit öfter beim FOX DHX2 beobachtet haben.

Wer die Trails in North Vancouver kennt, weiß, wofür das Slayer gemacht wurde: steile Abfahrten mit hohen Kanten und fiesen Wurzelteppichen.

Das Slayer vermittelt enorme Sicherheit in anspruchsvollen Sektionen und dank dem gut gewählten Reach (469 mm Gr. L) und dem kurzen Sitzrohr fühlt man sich im steilen Gelände unverwüstlich. Da das Rad nicht übertrieben lang ist, bleibt es auch in engen Sektionen gut kontrollierbar und setzt den Impuls vom Fahrer direkt um. Kritik bietet nur das Lenkverhalten. Aufgrund des sehr flachen Lenkwinkels in Kombination mit dem leicht wegsackenden Heck, dem kurzen Vorbau und dem super breiten Lenker besitzt das Vorderrad eine hohe Eigendynamik und muss mit einer sehr aktiven und kräftezehrenden Fahrweise unter Kontrolle gehalten werden. Passt man nicht auf, verliert man hier schnell den Grip und plötzliche Schläge wirken mit hoher Kraft auf den Oberkörper. Wir empfehlen daher nicht nur, den Lenker zu kürzen und einen längeren Vorbau zu montieren, sondern auch beim RIDE-4 auf ein höheres Setting zu wechseln.

Bleib wachsam – wer das Slayer im Low-Setting fährt, muss sein Vorderrad im Auge behalten!

Wie fährt sich das Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 im Vergleich zur Konkurrenz?

Das Rocky Mountain Slayer und das RAAW Madonna sind sich ziemlich ähnlich. Das Slayer punktet mit einem noch sensibleren Hinterbau – zumindest bei unterschiedlichen Dämpfern – und bietet bergab noch mehr Traktion. In engen Sektionen sind sich beide Bikes sehr ähnlich, wobei das RAAW sich noch etwas ausgewogener und gutmütiger fährt und so auf langen Abfahrten viel Kraft spart. Verglichen mit dem Nukeproof Mega 290C und dem RAAW muss man beim Slayer deutlich mehr arbeiten, um Grip am Vorderrad zu haben, erhält dafür aber ein etwas lebendigeres Handling.

Tuning Tipp: schmaler Lenker mit mehr Flex | 50-mm-Vorbau montieren | für den Alltag RIDE-4 in Position 3 (neutral) stellen | Aggressor am Hinterrad ersetzen

Fahreigenschaften

12

Uphill

1
  1. schwerfällig
  2. effizient

Agilität

2
  1. träge
  2. verspielt

Laufruhe

3
  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

4
  1. fordernd
  2. gutmütig

Fahrwerk

5
  1. unsensibel
  2. feinfühlig

Fahrspass

6
  1. langweilig
  2. lebendig

Value for money

7
  1. schlecht
  2. sehr gut

Einsatzbereich

XC

8

Trail

9

Enduro

10

Downhill

11

Fazit

Das Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 bestätigt den wirklich positiven Eindruck, den wir bereits nach einem ersten Test in Kanada hatten. Sein unglaublich sensibler Hinterbau bietet haufenweise Traktion und dank des nicht zu lang gewählten Reachs macht es sowohl in engen Sektionen als auch bei Highspeed-Geballer eine sehr gute Figur. Leider kann die Lenkgeometrie nicht voll überzeugen – hier sind Umbauten nötig, um die Allround-Performance zu verbessern.

Stärken

  • unglaublich feinfühliger Hinterbau
  • super durchdachte und hochwertige Ausstattung
  • gute Sitzposition bergauf

Schwächen

  • Vorderrad verspringt leicht
  • Rad braucht bergauf den Climb Switch
  • Aggressor am Hinterrad sehr speziell

Mehr Informationen zum Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 findet ihr auf bikes.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

Alle Bikes im Test: Canyon Strive CFR 9.0 LTD | CUBE Stereo 170 SL 29 | Giant Reign Advanced 29 0 | Ibis Mojo HD5 | Norco Sight C1 29 | Nukeproof Mega 275C RS | Nukeproof Mega 290C Pro | Orbea Rallon M-LTD | Pole Stamina 180 LE | RAAW Madonna V2 FOX Factory Built | Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 | Santa Cruz Megatower CC X01 Reserve | SCOTT Ransom 900 Tuned | Specialized S-Works Enduro 2020 | Specialized Turbo Kenevo Expert | Trek Slash 9.9 X01 AXS | Yeti SB150 T2 | YT CAPRA 29 CF Pro Race

Text: Lars Arendt Fotos: Christoph Bayer / Finlay Anderson / Markus Frühmann

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