Ist das jetzt ein Santa Cruz Hightower, Megatower, Nomad oder Bronson? Auf den ersten Blick sehen sich die verschiedenen Santa Cruz Bikes sehr ähnlich. Doch auf dem Trail sind die Unterschiede dann sehr deutlich spürbar. Wenn ihr wissen wollt, wie sich das Hightower fährt, verraten wir es euch hier!

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail-Bike im Test

Santa Cruz Hightower CC X01 Reserve | 29″ | 150/140 mm | 13,41 kg | 8.599 € | Hersteller-Website

Mit der Vorstellung des neuen Hinterbau-Konzepts hat Santa Cruz seinem kompletten Line-up nicht nur einen neuen Look, sondern auch einen massiven Performance-Boost verliehen. Durch eine progressivere Federkennlinie soll der Hinterbau feinfühliger ansprechen und mehr Gegenhalt bieten. Typisch Santa Cruz besitzt auch das Hightower all die smarten Details, die das Biker-Leben leichter machen. Vom Grease-Port am Umlenkhebel über die einfach Kabelführung oder die extra großen Gummi-Pads gegen nerviges Klappern – hier wurde an alles gedacht. Außerdem besitzt das Rad eine lebenslange Garantie auf den Rahmen und die Lager, sowie bei unserem Test-Bike auch auf die edlen 29”-Reserve-Laufräder aus Carbon. Das gibt einem als Kunden bei einem Preis von 8.599,00 € ein gutes Gefühl. Die Ausstattung ist Santa Cruz typisch auf Performance getrimmt und lässt keine Wünsche offen. Eine RockShox Lyrik Ultimate RC2, gepaart mit einem Super Deluxe Ultimate RCT sowie SRAM CODE RSC-Bremsen und ein X01-Eagle-Antrieb sind bewährt und beliebt. Bevor es mit dem Hightower auf den Trail geht, ist allerdings etwas Geduld beim Set-up gefordert, am tief im Rahmen liegende Dämpfer lässt sich der SAG nur schwer ablesen.

Santa Cruz Hightower CC X01 Reserve

8.599 €

Ausstattung

Federgabel RockShox Lyrik Ultimate RC2
Dämpfer RockShox Super Deluxe Ultimate RCT
Sattelstütze RockShox Reverb 170 mm
Bremsen SRAM Code RSC 180/180 mm
Schaltung SRAM X01 Eagle 30/10-50
Vorbau Race Face Aeffect R 50
Lenker Santa Cruz AM Carbon 800 mm
Laufradsatz Santa Cruz Reserve 30 / DT Swiss 350
Reifen MAXXIS MINION DHR II EXO 2,4

Technische Daten

Größe S M L XL XXL
Gewicht 13,41 kg
Laufradgröße 29"
Federweg (v/h) 150/140 mm

Straffer ist besser
Wer seine Federgabeln gern super soft fährt, der hat beim Hightower möglicherweise mit einer Dysbalance aus Front und Heck zu kämpfen. Das straffe Heck verlangt auch nach einer straff abgestimmten Federgabel.
Viel Raum
Dank des tiefgezogenen Oberrohrs und der 170 mm langen Sattelstütze hat man auf dem Hightower jede Menge Bewegungsspielraum – genial!
Super leise
Santa Cruz weiß einfach, wie es geht: Das Hightower ist eines der leisesten Bikes im Test. Kein Klappern stört den Trail-Spaß.
Zwei-Klassen-Gesellschaft
Santa Cruz bietet das Hightower wie gewohnt mit dem leichten CC- und einem etwas schweren C-Carbon-Rahmen an. Steifigkeit und Stabilität soll bei beiden Bikes identisch sein.
Get low
Den Flip-Chip am Hightower erachten wir als überflüssig. Selbst im Low-Setting klettert das Rad noch super bergauf und es ist auch auf flachen Trails bergab sehr ausgewogen.
Schwer abzustimmen
Die Kolbenstange wird nahezu komplett vom Rahmen verdeckt. Das Ablesen des maximal genutzten Federwegs gelingt einfach, aber den SAG kann man kaum erkennen.
Die Details die überzeugen
Santa Cruz will nicht nur Bikes mit top Handling schaffen, sie sollen ihren Fahrern auch sonst keine Sorgen bereiten. Das geschraubte Tretlager lässt sich bei Bedarf einfach von jedem wechseln.
Standhaft
Ein Trail-Bike braucht gute Bremsen. Die SRAM CODE ist nicht nur standfest, sie lässt sich auch top dosieren. Schwere Fahrer upgraden dennoch besser auf größere Scheiben.

Die Geometrie des Santa Cruz Hightower CC

Ein Flip-Chip an der Dämpferaufnahme ermöglicht es, die Geometrie des Hightower an die eigenen Vorlieben anzupassen. Wir sind das Rad fast ausnahmslos im Low-Setting gefahren. Der Lenkwinkel ist mit 65,2° für ein Trail-Bike eher flach, der Sitzwinkel effektiv mit 76,3° auf dem Papier ausreichend steil. Kombiniert mit einem gut gewählten Reach von 470 mm und einem tiefen Tretlager mit 33 mm Absenkung sowie 434 mm kurzen Kettenstreben stehen die Zeichen ganz klar auf Fahrspaß!

Jedes Mal, wenn man sich das Rad ansieht, merkt man, wie viel Liebe zum Detail in das Bike geflossen sind!

Size S (Low/High) M (Low/High) L (Low/High) XL (Low/High) XXL (Low/High)
Sitzrohr 380 mm 405 mm 430 mm 460 mm 500 mm
Oberrohr 567/566 mm 596/594 mm 619/618 mm 646/645 mm 680/679 mm
Steuerrohr 90 mm 100 mm 110 mm 130 mm 155 mm
Lenkwinkel 65,2/65,5° 65,2/65,5° 65,2/65,5° 65,2/65,5° 65,2/65,5°
Sitzwinkel 76,7/77,1° 76,6/77,0° 76,5/76,8° 76,3/76,6° 76,0/76,3°
Kettenstreben 434/433 mm 434/433 mm 434/433 mm 434/433 mm 434/439 mm
Tretlager Höhe 340/344 mm 340/344 mm 340/344 mm 340/344 mm 340/344 mm
Radstand 1.179/1.178 mm 1.208/1.207 mm 1.232/1.231 mm 1.261/1.260 mm 1.296/1.301 mm
Reach 425/428 mm 450/453 mm 470/473 mm 490/493 mm 515/518 mm
Stack 603/601 mm 612/610 mm 621/619 mm 639/637 mm 662/660 mm

Das Hightower CC im Test

Anders als es der Sitzwinkel vermuten lässt, ist die Sitzposition auf dem Hightower gar nicht so zentral und aufrecht wie bei anderen Bikes mit ähnlichen Werten. Der Grund ist der Knick im Sitzrohr. Doch keine Angst – das Gefühl von hinten zu pedalieren hat man hier nicht! Durch die leichte Streckung ist die Sitzposition auch in der Ebene sehr komfortabel, es lastet weniger Druck auf den Händen und das Hightower ist für lange Rides perfekt geeignet. Den Griff zur Plattformdämpfung kann man sich getrost sparen, das Hightower ist sehr antriebsneutral und marschiert in Kombination mit den leichten und steifen Laufrädern sehr willig nach vorn. Uphills machen mit diesem Bike echt Spaß – so gut Uphills eben Spaß machen können.

Lieber abziehen als draufhalten, lautet die Devise des Hightower – sein straffes Fahrwerk verleitet einen förmlich dazu, maximal Flugmeilen zu sammeln!

In der Abfahrt braucht es quasi keinerlei Eingewöhnungszeit, um sich auf dem Hightower zuhause zu fühlen. Das Fahrwerk arbeitet feinfühlig, aber sehr definiert. Es ist zwar kein Komfortwunder, bietet aber dennoch sehr gute Traktion. Der Hinterbau hat sehr guten Gegenhalt und schiebt den Fahrer förmlich nach vorn. Das sorgt auf flachen und flowigen Trails für ein sehr ausgewogenes Handling und hilft weniger aktiven Fahrern, ausreichend Druck am Vorderrad zu haben. Wenn man es aber richtig laufen lässt und im steilen Terrain unterwegs ist, lastet zu viel Druck auf der Front. Es empfiehlt sich hierfür das Set-up etwas anzupassen und mit mehr Luftdruck in der Federgabel oder minimal mehr SAG im Dämpfer zu fahren. Auch eine Federgabel mit einem Zentimeter mehr Federweg würde dem Rad gut zu Gesicht stehen. Das tiefgezogene Oberrohr führt zu maximaler Bewegungsfreiheit auf dem Bike und dank des guten Gegenhalts aus dem Fahrwerk macht es richtig Bock, das Hightower in die Luft zu bewegen.

Tuning-Tipps: für alle, die es bergab krachen lassen wollen, lohnt ein 160-mm-Airshaft in der Gabel | ggf. größere Bremsscheiben

Helm Fox Flux | Shirt Troy Lee Designs Trail Jersey | Short Fox Ranger | Hipback Bontrager Rapid Pack

Wie fährt sich das Hightower im Vergleich zur Konkurrenz?

Ibis oder Santa Cruz? Beide Marken kommen nicht nur aus der gleichen Stadt, sondern sind für viele Käufer auch in der engeren Auswahl. Das Ibis klettert bergauf aufgrund des steileren Sitzwinkel etwas besser, wobei der Hinterbau des Hightower im Uphill noch etwas mehr Traktion bietet. Bergab sorgen beide Bikes für massig Spaß. Das Hightower hat auf Flowtrails die Nase vorn, das Ibis besitzt für anspruchsvolle Trails die größeren Reserven.

Fahreigenschaften

12

Uphill

1
  1. schwerfällig
  2. effizient

Agilität

2
  1. träge
  2. verspielt

Laufruhe

3
  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

4
  1. fordernd
  2. gutmütig

Fahrwerk

5
  1. unsensibel
  2. feinfühlig

Fahrspass

6
  1. langweilig
  2. lebendig

Value for money

7
  1. schlecht
  2. sehr gut

Einsatzbereich

XC

8

Trail

9

Enduro

10

Downhill

11

Unser Fazit zum Santa Cruz Hightower

Das Santa Cruz Hightower ist ein super Allrounder und kommt dem perfekten Trail-Bike extrem nahe. Es überzeugt bergauf wie bergab mit seinem top Handling und dem guten Fahrwerk. Die Rahmendetails sind herausragend, die Ausstattung über jeden Zweifel erhaben. Einzig in wirklich harten Sektionen hätten wir uns noch etwas mehr Stabilität gewünscht – hier kommt dann das Megatower ins Spiel.

Stärken

  • vermittelt enormen Fahrspaß
  • direktes und verspieltes Handling
  • hochwertige Verarbeitung und top Garantie

Schwächen

  • im Steilen schiebt das Heck den Fahrer über die Front
  • Hinterbau insgesamt eher straff abgestimmt

Mehr Informationen findet ihr unter santacruzbicycles.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail-Bike im Test

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Text & Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.