Die Suunto Race S will mit ihren Eckdaten der ideale Trail-Begleiter fürs Mountainbike sein. Starkes GPS, lange Akkulaufzeit, flinke Bedienung und clevere Navigation verpackt in einem kompakten, robusten Gehäuse. Wir haben sie über Monate im harten MTB-Alltag getestet und verraten euch, ob sie ihr Versprechen hält.

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SUUNTO Race S | Gewicht: 81 g (Titan) | Preis: 399 € | Testdauer: 8 Monate | Hersteller-Website

Die Suunto Race S gehört zu den spannendsten Sportuhren, die wir in den letzten Jahren am Handgelenk hatten. Sie wirkt angenehm unaufdringlich und versteckt dennoch eine Menge Technik und praktische Funktionen: Ein starkes GPS, eine hohe Akkulaufzeit bei gleichzeitig extrem kurzer Ladedauer und zahlreiche Sport-Profile, die ihr nach euren eigenen Bedürfnissen konfigurieren könnt.

Aber fangen wir vorne an: Suunto wurde bereits vor über 80 Jahren von einem finnischen Abenteurer gegründet. Angefangen hat alles mit robusten Kompassen. Mittlerweile umfasst das Portfolio nicht nur Navigationsgeräte, sondern auch eine breite Auswahl an Sport- und Taucheruhren sowie Kopfhörern. Die Race S reiht sich hier als eines der kompakteren Modelle ein und ist die kleinere, leichtere Version der Suunto Race. Und genau diese Produktgruppe eignet sich aus unserer Sicht am besten für den MTB-Einsatz.

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Gefertigt wird die Race S klimaneutral in Finnland – ein Pluspunkt, der heutzutage nicht selbstverständlich ist. Angeboten wird sie wahlweise mit Edelstahl- oder Titan-Gehäuse. Natürlich gibt es auch gleich mehrere Farbvarianten und die Armbänder lassen sich austauschen. Für unseren Test hatten wir die Titan-Version am Start, die gerade einmal 81 g wiegt und damit beim Tragen kaum auffällt. Preislich ist Suunto erstaunlich aggressiv unterwegs: 399 € für die Titan-Variante und 349 € für das Edelstahl-Modell. Im Vergleich zu ähnlichen Modellen von Garmin, Fitbit oder Polar ist das wesentlich weniger – ohne dass man bei den Kernfunktionen Abstriche machen müsste.

Display, GPS und Passform der Suunto RACE S

Die Suunto Race S setzt auf ein 1,43” großes AMOLED-Display. Das Display ist gestochen scharf, farbkräftig und lässt sich sowohl in direkter Sonne als auch im dichten Waldschatten problemlos ablesen. Dreht ihr die Uhr zum Körper, aktiviert sich das Display automatisch. Das klappt in etwa 90 % der Fälle zuverlässig – nicht perfekt, aber absolut alltagstauglich. Geschützt wird die Technik vom sogenannten Gorillaglas, und das hat in unserem Test sehr überzeugt: Unzählige Schläge, Stürze und Kanten haben wir mitgenommen und die Race S hat alles absolut makellos überstanden. Keine Riefen, keine Blindstellen, keine Kratzer.

Noch beeindruckender ist jedoch der Multiband-GPS-Modus. Suunto wirbt mit hoher Präzision und hat ihr Versprechen auch gehalten. Wir haben mehrere Spots, an denen wir in der Vergangenheit mit den meisten anderen Geräten – auch High-End-Modellen – Probleme hatten: Tiefe Täler, dichter Wald, kein Handy-Empfang und dennoch waren die Aufzeichnungen der Race S vollständig und präzise. Insgesamt hatten wir von 165 aufgezeichneten Aktivitäten 0 fehlerhafte oder unvollständige Aufzeichnungen. Ein großer Pluspunkt, denn es gibt nichts Nervigeres, als nach einem langen Tag auf dem Bike festzustellen, dass die Aufzeichnung nicht geklappt hat. In unserem 8-monatigen Testzeitraum sind in 152 Tagen fast 5.000 km und 730 h aufgezeichnet worden – ohne Ausfälle, GPS-Drops oder Datenverlust.

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Für den sicheren Sitz sorgt ein klassisches Gummiarmband, das zusammen mit der Gehäuseform echten Mehrwert bietet. Die Uhr verrutscht beim Sport nicht, weder beim MTB noch beim Laufen, und sitzt sowohl an kräftigen als auch an schmalen Armen zuverlässig. An heißen Tagen wird das Band allerdings etwas sticky – nichts Dramatisches, aber im Alltag manchmal leicht unangenehm. Zudem hat sich das Band leicht verfärbt, was aber nicht super auffällig ist und die Bänder lassen sich für einen geringen Preis auch nachkaufen. Beim optischen Herzfrequenzsensor liefert die Race S solide Ergebnisse, aber auch hier gilt: Wie bei nahezu allen Handgelenksmessungen hängt die Genauigkeit stark davon ab, wie fest die Uhr sitzt. Für alltägliche Trainingswerte reicht das völlig, für exakte Intensitätsbereiche oder Wettkämpfe würden wir aber weiterhin auf einen Brustgurt setzen, den Suunto übrigens auch im Portfolio hat.

Bedienung, Navigation und Laufzeiten der Suunto Race S

Die Suunto Race S setzt auf eine Kombination aus drei Tasten auf der rechten Gehäuseseite, von denen eine als drehbare Krone ausgeführt ist. Ergänzt wird das Ganze durch einen sehr sensiblen Touchscreen, der überraschend gut funktioniert – selbst mit Handschuhen. Allerdings reagiert er auch stark auf Nässe wie Schweiß oder Wasser beim Duschen und so macht sich die Race S schnell mal selbständig. Genau deshalb hatten wir die Uhr während des Alltags oder beim Aufzeichnen meistens gesperrt, da sich der Touchscreen nicht deaktivieren lässt. Beim Navigieren ist er wiederum sehr hilfreich. Die Bedienung selbst ist nicht sofort intuitiv. Man braucht ein paar Tage, um zu verstehen, wie man durch Menüs, Widgets und Aktivitäten springt. Aber wenn man die Logik einmal geschnallt hat, sind die Wege kurz und die Uhr lässt sich schnell und flüssig bedienen.

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Wie jede moderne Sportuhr bringt auch die Race S eine eigene Suunto-App mit. Die ist übersichtlich, zuverlässig und macht im Grunde alles, was man erwartet: Designs anpassen, Aktivitäten detailliert auswerten, Verknüpfungen zu Strava, Komoot & Co. einrichten, Sportmodi personalisieren und zuverlässiges Synchronisieren von Aktivitäten. Auf der Uhr liegen bereits über 100 Sportmodi, von MTB über Trailrunning und Parcours bis hin zu Motorsport oder Indoor-Biking. Wie sinnvoll einzelne Modi sind, ist Geschmackssache, aber die Auswahl ist riesig. Zudem lassen sich alle Modi personalisieren und wir haben z. B. unseren MTB-Modus so angepasst, dass nur die Infos angezeigt werden, die wir auf dem Trail wirklich brauchen. Benachrichtigungen wie WhatsApp-Nachrichten oder Anrufe kann die Race S ebenfalls anzeigen. Antworten ist allerdings nicht möglich – was wir bei einer Sportuhr ehrlich gesagt auch nicht vermissen. Darüber hinaus bietet Suunto noch unzählige Zusatzfunktionen, die hier aber den Rahmen sprengen würden.

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Für die Navigation müsst ihr das Kartenmaterial zuerst kostenlos über die App herunterladen. Das dauert etwas und funktioniert nur, wenn die Uhr auf der Ladestation liegt. Ist das erledigt, habt ihr die Karten vollständig offline dabei – ein echter Vorteil, wenn ihr in Gegenden ohne Handyempfang unterwegs seid. Routen aus der Suunto- oder Komoot-App lassen sich schnell übertragen und stehen sofort auf der Uhr bereit. Die Karten sind sehr detailreich und die Navigation funktioniert zuverlässig. Wir haben im Test viel navigiert und uns eigentlich nie verfahren. Nur beim Radfahren selbst gibt es eine kleine Einschränkung: Bei Abzweigungen muss man eben kurz aufs Handgelenk schauen – einhändig fahren gehört dann dazu. Mit etwas Gewöhnung funktioniert das aber sehr gut und ist eine perfekte Ergänzung für längere Touren oder unbekannte Trails.

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Ein wichtiger Punkt vorweg: Die Suunto Race S nutzt ein proprietäres Ladepad, auf das ihr die Uhr auflegen müsst. Das bedeutet: auf Reisen unbedingt einpacken. Der Akku selbst ist dafür absolute Spitzenklasse. Nach unseren Testwerten könnt ihr rund 25–30 Stunden GPS-Aufzeichnung erwarten. Für den Alltag ohne Tracking reicht der Akku problemlos eine ganze Woche. Ein 3–4 Stunden Ride kostet euch ca. 15 % Akku, wobei ihr bei jedem Modi einstellen könnt, welchen Batterieprofi ihr verwenden möchtet, um die Laufzeit noch individuell anzupassen. Selbstverständlich zieht die Navigation etwas mehr Akku, aber auch das hält sich in Grenzen. Richtig beeindruckend ist aber die Ladegeschwindigkeit: In etwa 15 Minuten könnt ihr so viel Energie nachladen, dass ihr locker noch ein paar Stunden fahren könnt. Das ist perfekt, wenn man vor der Tour merkt, dass die Uhr quasi leer ist – kurz aufs Pad legen, Kaffee trinken, losfahren. Ist uns aber natürlich nie passiert ;).

Fazit zur Suunto Race S

Die Suunto Race S ist eine verdammt gute Sportuhr für den MTB-Einsatz und hat uns im Test zu echten Fans gemacht. Sie kombiniert einen fairen Preis mit geringem Gewicht, sehr gutem Sitz und einer extrem zuverlässigen, präzisen Aufzeichnung. Dazu kommen viele praktische Features wie Widgets und Navigation sowie eine starke Akkulaufzeit und ultraschnelle Ladezeit. Eine kompakte Uhr, die auf dem Trail richtig abliefert.

Tops

  • super Preis-Leistung
  • angenehmer und sicherer Sitz
  • präzise und zuverlässig
  • lange Akku-Laufzeit

Flops

  • Armband verfärbt sich

Alle weiteren Infos findet ihr auf der Website von Suunto.


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Text & Fotos: Peter Walker

Über den Autor

Peter Walker

Peter ist nicht nur ein Mann der Worte, sondern auch der Taten. Mit ernsthaften Bike- und Schrauber-Skills, seiner Motocross-Historie, diversen EWS-Teilnahmen und über 150 Bikepark-Tagen in Whistler – ja, der Neid der meisten Biker auf diesem Planeten ist ihm gewiss – ist für Peter kein Bike zu kompliziert und kein Trail zu steil. Gravel und Rennrad kann er übrigens auch! Das für unsere redaktionelle Arbeit wichtige Thema Kaufberatung hat Peter in Vancouvers ältestem Bike-Shop von der Pike auf gelernt und setzt sein Know-how auch im journalistischen Alltag um. Wenn er nicht gerade die Stuttgarter Hometrails auf neuen Test-Bikes unsicher macht, genießt er das Vanlife mit seinem selbst ausgebauten VW T5. Dass er dazu noch ausgebildeter Notfallsanitäter ist, beruhigt seine Kollegen bei riskanten Fahrmanövern. Zum Glück mussten wir Peter bislang nie bei seinem Spitznamen „Sani-Peter“ rufen. Wir klopfen auf Holz, dass es dazu auch nie kommen wird!