Der norwegische Hersteller Sweet Protection bringt mit dem Fixer Carbon 2Vi einen verdammt schicken und leichten Fullface-Helm an den Start – der bereits World-Cup-Erfahrung gesammelt hat. Doch ist der edle Carbon-Deckel wirklich 699 € wert? Wir haben den Helm ein halbes Jahr lang im Bikepark und auf den Trails getestet und verraten euch, ob er sein Gewicht in Gold wert ist.

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Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi | 1.025 g in Größe L | Matte Black Carbon | 699 € | Hersteller-Website

Sweet Protection ist bekannt für hochwertige Helme im Gravity- und Actionsport und längst nicht nur im MTB-Kosmos zuhause, sondern steht auch auf der Piste und im Wildwasser für den sicheren Begleiter. Anfang 2025 erweitern die Norweger ihr Portfolio mit dem neuen Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi. Und der hat bereits im World Cup unter Vali Höll und mit Emil Johansson bei Crankworx-Events auf sich aufmerksam gemacht.

Ausgestattet mit MIPS-Sicherheitssystem, bringt der Helm schlanke 1.025 g in Größe L auf die Waage und gehört damit zu den leichteren seiner Klasse. Beim Preis zeigt er sich allerdings selbstbewusst: 699 € ruft Sweet Protection für den Fixer Carbon auf und platziert sich damit auf Augenhöhe mit High-End-Modellen wie dem Troy Lee D4 Carbon. Abseits der offiziellen Website ist der Fixer Carbon aktuell bei verschiedenen Online-Shops bereits für rund 500 € erhältlich.

Wir haben den Fixer Carbon über ein halbes Jahr lang durch staubige Bikepark-Tage, matschige Shuttle-Laps und ruppige Trails gejagt. Wie schlägt sich der norwegische Edelhelm im Einsatz?

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Der Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi im Detail

Auf den ersten Blick lässt der Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi keinen Zweifel an seinem Anspruch: Die sicke Carbon-Prepreg-Schale verleiht dem Helm nicht nur einen hochwertigen Look, sondern soll laut Hersteller auch eine ausgewogene Mischung aus Steifigkeit und Flexibilität bieten – für einen hohen Schutz bei gleichzeitig geringem Gewicht.

Im Inneren setzt Sweet Protection auf ein zweilagiges MIPS-System, das Teil der hauseigenen 2Vi®-Technologieplattform ist. Sie soll vor allem bei einem schrägen Aufprall Rotationskräfte minimieren. Ergänzt wird das System durch sogenannte Multi-Density EPS Impact Shields im Stirn- und Hinterkopfbereich. Die verschiedenen Schaumdichten sollen die Aufprallenergie besser aufnehmen und über den gesamten Helm verteilen.

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Das Visier ist in zwei Positionen verstellbar und so konzipiert, dass es bei einem Sturz abbricht, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Für den Ernstfall lassen sich auch die Wangenpolster schnell herausnehmen. Gleichzeitig lässt sich die Passform des Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi über zwei unterschiedlich dicke Wangenpolster anpassen. Für ausreichend Frischluft sorgen insgesamt elf Belüftungsöffnungen, die laut Sweet Protection für einen optimalen Luftstrom im Helm sorgen sollen. Der Kinnbügel am Fullface-Helm wird klassisch mit einer Titan-Doppel-D-Schnalle geschlossen.

Wie es sich für einen High-End-Helm gehört, erfüllt der Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi sämtliche relevanten Sicherheitsstandards. Neben der europäischen und US-amerikanischen Pflichtnorm für Fahrradhelme trägt der Sweet Protection auch das Zertifikat ASTM F1952-15 für Downhill-Helme. Für alle E-Biker wichtig: Auch die NTA 8776-Sicherheitsnorm erfüllt der Fixer. Die Norweger bieten passend zum Helm auch gleich zwei eigene Goggles an, die Firewall (89 €) und die Durden (99 €). Beide schließen formschön mit dem Helmausschnitt ab. Die Oakley Airbrake hat in unserem Test aber auch problemlos gepasst – die Goggle-Kompatibilität ist also erfreulich hoch. Erhältlich ist der Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi in fünf Größen von XS bis XL und in zwei Farben. Neben dem schlichten Matte Black Carbon gibt es den Helm auch in einem helleren Bronco White.

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Für alle, die auf den edlen Carbon-Look verzichten können und bereit sind, ein paar Gramm mehr auf dem Kopf zu tragen, bietet Sweet Protection mit dem Fixer Composite 2Vi eine günstigere Alternative. Zwar bringt der Helm etwas mehr Gewicht mit sich, schont mit einem Preis von 449 € aber deutlich euren Geldbeutel und setzt auf die gleiche Schutztechnologie.

Der Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi im Test

Der Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi vermittelt einen hochwertigen Eindruck, das matte Carbon-Finish sieht edel aus und der Helm besticht mit klaren Linien und sauberen Übergängen. Zudem sitzt er eng an, ohne zu drücken, und ist auch bei langen Tagen im Bikepark angenehm zu tragen. Nichts scheuert oder reibt und die Wangenpolster sind mit einem robusten, gleichzeitig aber angenehmen Stoff bezogen, der Schweiß zuverlässig aufnimmt und nicht sofort wieder abgibt. Statt sich klatschnass anzufühlen, bleiben die Pads eher feucht-kühl, was sich beim erneuten Aufsetzen an einem langen Bike-Tag angenehm frisch anfühlt.

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Auch bei sommerlichen Temperaturen überzeugt die Belüftung und man hat immer einen angenehmen Luftzug im Gesicht. Durch das breite Sichtfeld hat man viel Überblick über den Trail und das Visier lässt sich schnell und werkzeuglos verstellen. Im direkten Vergleich zu anderen Helmen, wie dem neuen FOX Rampage RS oder Smith Hardline Carbon, sitzt der Fixer Carbon etwas weiter vorne auf dem Kopf, wodurch der Kinnbügel näher am Gesicht liegt – was sich im Laufe der Zeit jedoch relativiert, da sich die Polster leicht setzen.

Einziger echter Kritikpunkt: Das Gurtende des Doppel-D-Verschlusses muss nach dem Verschließen auf einen kleinen, ins Band integrierten Magneten gelegt werden. Dort hält es zwar zuverlässig, ist aber etwas fummelig und vor allem mit Handschuhen oder bei kalten Fingern nervig zu treffen.

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Fazit zum Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi

Der Sweet Protection Fixer Carbon 2Vi kombiniert leichtes Gewicht, exzellente Passform und starke Sicherheitsfeatures zu einer starken Performance im harten Gravity-Einsatz. Auch auf langen Bikepark-Tagen überzeugt er mit hohem Tragekomfort, guter Belüftung und einem jederzeit sicheren Gefühl auf dem Kopf. Das Verstauen des Gurtendes auf dem kleinen Magnet ist allerdings etwas fummelig und der Preis kein Schnäppchen. Doch wer Wert auf maximalen Schutz, Komfort und einen verdammt sicken Look legt, bekommt mit dem Fixer Carbon 2Vi einen echten Top-Helm, der sowohl ambitionierte Racer als auch eingefleischte Park-Rats glücklich macht.

Tops

  • hoher Tragekomfort und Passform
  • sicker Look
  • gute Belüftung
  • starke Sicherheitsfeatures

Flops

  • fummeliges Gurtende

Alle weiteren Infos findet ihr auf der Website von Sweet Protection.


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Text: Benedikt Schmidt Fotos: Peter Walker, Benedikt Schmidt