Neben dem ganzen Trubel um die neue Shimano XT- und SLX-12-fach Schaltung kann man leicht übersehen, das die Japaner auch die neuen XT M8100- und SLX M7100-Bremsen gründlich überarbeitet haben. Sie ähneln der High End-Bremse XTR nicht nur optisch sehr stark, sondern verfügen auch über nahezu identische Fahreigenschaften, wie unser erster Test beweist.

Die Shimano XT- und SLX-Bremsen sind jetzt als Vierkolben- und Zweikolben-Version erhältlich

Die neuen Shimano-Bremsen im Detail

Im Rahmen der Präsentation der neuen XT und SLX 12-fach-Schaltung hat Shimano auch direkt neue SLX- und XT-Bremsen vorgestellt. Für jede Gruppe gibt es sowohl eine Cross Country-spezifische Zweikolbenbremse als auch eine vierkolbige Enduro-Bremse. Die jeweilige Zweikolben-Variante beruht auf dem bereits bekannten Design, wodurch die Bremse mit den bisherigen Bremsbelägen (G02A/3A/J02A/3A ) kompatibel ist. Die jeweilige neue Vierkolben-Variante setzt auf die gleiche Konstruktion wie das bereits bekannte XTR-Modell und ist mit den gleichen Belägen kompatibel (N03A, N03C, D03S, D02S).

Während der Zweikolben-Sattel auf die gleichen Beläge setzt wie sein Vorgänger …
… kommen bei den Vierkolben-Bremsen die bereits bekannten Beläge aus der XTR zum Einsatz

Sowohl bei der XT- als auch bei der SLX-Ausstattung kommen die gleichen Bremsgriffe zum Einsatz. Diese verfügen über die Shimano SERVO WAVE-Technologie und besitzen eine Abstützung am Lenker für ein direkteres Bremsgefühl. Außerdem lässt sich bei beiden Bremsen die Hebelweite ohne Werkzeug verstellen. Der Shimano XT-M8100-Hebel verfügt zusätzlich über eine Free-Stroke-Einstellung und Einkerbungen am Ende des Griffs. Darüber hinaus sind die Oberflächen je nach Model unterschiedlich veredelt. In Sachen Bremspower und Standfestigkeit gibt es laut Shimano keine Unterschiede zwischen den beiden Bremsen.

Wie schon bei der XTR gesehen, verfügen jetzt auch die SLX- und XT-Bremsen über eine zusätzliche Abstützung für einen steiferen Hebel
Beide neuen Bremshebel sind IPEC-EV kompatibel, wodurch sich die Griffe ideal an die eigenen Vorlieben anpassen lassen

Bei den Bremsscheiben gibt es dagegen größere Unterschiede. Zwar verfügen sowohl die TR-MT800-Scheiben der Shimano XT als auch die SM-RT70-Scheiben der SLX über die ICE-TECH Sandwich-Bauweise, bestehend aus einem weichen Aluminiumkern und einer robusten Hülle aus Stahl, doch wartet die XT-Scheibe mit zusätzlichen Kühlrippen auf. Beim Gewicht liegt eine Shimano XT-Vierkolbenbremse mit Scheibe und Bremsbelägen bei rund 410 g, eine vergleichbare SLX-Bremse ist mit 444 g rund 34 g schwerer.

Nahezu identisch: Unterschiede gibt es zwischen SLX und XT so gut wie keine.
Die XT verfügt lediglich über den zusätzlichen Free-Stroke-Adjuster.
Weitere, wenn auch nur feine Unterschiede finden sich in der Oberflächen-Behandlung und die Einstanzungen der XT am Hebel, die den Halt am Bremshebel verbessern sollen

Die neue Shimano XT M8100- und SLX M7100-Scheibenbremsen auf dem Trail

Wir hatten die Möglichkeit, die neue Shimano XT-Zweikolbenbremse sowie die neue SLX mit vier Kolben je einen Tag lang auf den Trails rund um Girona zu testen. Auch wenn die Abfahrten zu kurz waren, um die Dauerhaltbarkeit und Standfestigkeit auf eine ernste Probe zu stellen, konnte unser 90 kg schwerer Tester Christoph dennoch einige interessante Eindrücke gewinnen.

Die Dosierbarkeit der neuen Shimano SLX-Vierkolbenbremse ist top! Selbst auf nassen Steinen ist die Bremse super zu kontrollieren.

Als Erstes fällt auf, dass sich die Bremshebel von XT und SLX bis auf die Free-Stroke-Einstellung und die Ausfräsungen am Hebel nicht unterscheiden. Beide Hebel ähneln auch sehr stark dem XTR-Trail Modell. Die Einstellung an die eigenen Vorlieben gelingt schnell, allerdings wandert die Klemmschelle aufgrund der Abstützung weit in Richtung Lenkermitte. Der Hebel selbst ist im Vergleich zum Vorgänger etwas breiter geworden. Die Free-Stroke-Schraube am XT-Modell ist wie schon beim Vorgänger eher kosmetischer Natur, nach kurzen Experimentieren haben wir sie wieder ganz nach innen gedreht.

Wirklich lange Abfahrten gab es bei unseren Tests keine, doch wenn es darauf ankam, konnten wir uns immer auf die Bremse verlassen

Der von Shimano bekannte, knackige und sehr definierte Druckpunkt ist auch bei der neuesten Generation der Bremsen geblieben. Einen wandernden Druckpunkt, wie man ihn von einigen älteren XT-Modellen kannte, war bei unserem Test nicht zu spüren. Auch mit lediglich 180 mm großen Bremsscheiben ist die Verzögerung der SLX-Vierkolbenbremse sehr gut und konstant. Hart anbremsen? Kein Problem! Selbst bei nassen, schmierigen Bedingungen lassen sich die Bremsen sehr gut dosieren.

Von 100 auf 0 in wenigen Sekunden – na gut, so schnell sind wir dann doch nicht unterwegs, doch die Power der Bremse war dennoch beeindruckend

Preise und Verfügbarkeit der neuen Shimano Bremsen

Laut Shimano startet die Auslieferung ab dem 14. Juni dieses Jahres. Preise in Euro sind aktuell noch nicht bekannt. Da Shimano keine UVPs kommuniziert, werden diese aktuell von den einzelnen Vertrieben noch kalkuliert.

Unser Fazit zu den neuen Shimano XT- und SLX-Bremsen

Bei unserem Test hat uns vor allem die Vierkolbenbremse sehr positiv überrascht. Sie lässt sich super dosieren, besitzt massig Power und scheint der großen Schwester XTR außer bei Gewicht und Optik in nichts nachzustehen. Wer den ohnehin nur mäßig funktionierenden Free-Stroke Adjuster nicht benötigt und ein paar wenige Gramm extra Gewicht verschmerzen kann, findet mit der neuen Shimano SLX eine sehr kraftvolle Bremse zum vermutlich attraktiven Preis.

Hier findet ihr unseren Test zur neuen Shimano XT- und SLX-Schaltung: Shimano XT M8100 und SLX M7100 – neue bezahlbare 12-fach-Schaltungen vorgestellt

Mehr Informationen findet ihr unter bike.shimano.com

Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Antonio Obregon, Irmo Keizer

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Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.