Das Trek Fuel EX 9.9 ist ein absoluter Klassiker im Trail-Bike Segment. Im letzten Jahr hat Trek das Rad grundlegend überarbeitet und ihm neben einer moderneren Geometrie und einem überarbeiteten Fahrwerk auch eine Box für Ersatzteile im Unterrohr spendiert. Wir verraten euch, ob das neue Fuel EX an die Erfolge seines Vorgängers anknüpfen kann.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail-Bike im Test

Trek Fuel EX 9.9 X01 AXS Project ONE | 29″ | 140/130 mm | 13,08 kg | 9.099 € | Hersteller-Website

Wer über das nötige Kleingeld verfügt, der kann sich dank des Project One-Programms sein ganz persönliches Fuel EX-Traum-Bike erstellen. Bei der Custom-Lackierung sind fast keine Grenzen gesetzt und obendrein gibt es super ausgefallene Effekt-Lacke. Unser Favorit: die ICON-Refliptive-Version. Trek hat den Federweg des Fuel EX erhöht und das 29er-Bike verfügt nun über 140 mm in Front und 130 mm am Heck. Letzteres wird von einer FOX 36 Factory mit GRIP2-Kartusche und einem speziell entwickelten RockShox Deluxe RT3-Dämpfer mit RE:aktiv-Dämpfung und Thru Shaft-Technologie kontrolliert. Bei Thru Shaft kann die Kolbenstange beim Einfedern aus dem Dämpferkörper austreten, wodurch kein Öl in ein extra IFP-Reservoir (Internal Floating Piston) verdrängt wird. Durch den Verzicht auf die zusätzliche Dichtungen des IFPs, welche für extra Reibung sorgt, soll das Fahrwerk besser ansprechen und schneller auf Schläge reagieren können. Die restliche Ausstattung des 9.099 € teuren Project-One-Bikes lässt fast keine Wünsche offen. SRAM AXS-Komponenten und eine Shimano XTR-Vierkolbenbremse sind bewährt. Wir hätten uns aber nicht nur eine Sattelstütze mit mehr als 150 mm Verstellbereich, sondern auch deutlich griffigere Reifen gewünscht. Die Bontrager XR4-Reifen in 2,6” Breite konnten uns leider nicht überzeugen und sollten noch im Laden getauscht werden. Ebenfalls nervig: Auf der hohen Kettenstrebe schlägt die Kette in schweren Gängen ständig auf.

Trek Fuel EX 9.9 X01 AXS Project ONE

9.099 €

Ausstattung

Federgabel FOX 36 FLOAT Factory GRIP2
Dämpfer FOX Float RE:aktiv Thru Shaft
Sattelstütze RockShox Reverb AXS 150 mm
Bremsen Shimano XTR M9120 (Serie XT) 200/180 mm
Schaltung SRAM X01 Eagle AXS 32/10-50
Vorbau Bontrager Line Pro 50
Lenker Bontrager Line Pro 780 mm
Laufradsatz Bontrager Carbon 30
Reifen Bontrager XR4-Team Issue 120 TPI 120 2,6

Technische Daten

Größe XS S M L XL
Gewicht 13,08 kg
Laufradgröße 29"
Federweg (v/h) 140/130 mm

Straff und direkt
Trotz aufwändiger Technik im Dämpfer ist der Hinterbau des Fuel EX nicht super plush und satt, sondern straff und definiert abgestimmt
Undefiniert
Die Bontrager XR4-Team Issue-Reifen konnten nicht überzeugen. Sie bieten wenig Grip und rutschen gleichzeitig relativ unkontrolliert über die gesamte Lauffläche. Wir würden ein Modell mit definierteren Seitenstollen montieren.
Eine top Wahl
Ein Trail-Bike mit 140 mm Federweg hätte vor wenigen Jahren noch eine FOX 34 besessen. Umso besser ist es, zu sehen, dass Trek eine FOX 36 mit GRIP2-Dämpfung montiert – top!
Praktisch, aber beengt
Die Box im Unterrohr am Trek bietet Raum für einen Schlauch und Werkzeug und lässt sich super leicht mit einem Hebel öffnen. Leider ist die Luke aber sehr schmal gehalten – hier muss man – verglichen zur Specialized SWAT-Box – mehr fummeln, um das Material zu verstauen.
Unnötig
Den Flip-Chip am Hinterbau haben wir nicht genutzt, zwar wäre der steilere Sitzwinkel bergauf wünschenswert, bergab möchten wir aber nicht auf die flache Einstellung verzichten. Ständiges Umbauen ist aufwändig und nervig.
Super edel
Der Effektlack in Kombination mit den matt-schwarzen Elementen ist nur eine Möglichkeit, um zu verdeutlichen, was beim Project-One-Konfigurator von Trek möglich ist

Die Geometrie des Trek Fuel EX 9.9

Trek war bisher noch nie für extreme Geometrie bekannt und macht auch beim Fuel EX keine Ausnahme. Der Reach ist mit 470 mm in Größe Large genau richtig, der Lenkwinkel mit 66° nicht sonderlich flach und der Sitzwinkel mit 75° eher konservativ gewählt. Obendrein flacht sich letzterer wegen des Knicks bei Auszug der Sattelstütze weiter ab. Wie auch das Slash verfügt auch das Fuel EE über die Mino-Link genannte Geometrie-Verstellung via Flip-Chip – wir haben diese aber immer in der flachen Einstellung belassen.

Das Fuel EX ist ein super vielseitiges Rad und punktet bergauf mit hoher Effizienz und bergab mit seinem ausgewogenen Handling!

Größe XS 27,5″ S 27,5″ S 29″ M 29″ ML 29″ L 29″ XL 29″ XXL 29″
Sattelrohr 356 mm 395 mm 395 mm 420 mm 435 mm 450 mm 500 mm 540 mm
Oberrohr 546 mm 568 mm 578 mm 603 mm 619 mm 634 mm 663 mm 688 mm
Steuerrohr 90 mm 100 mm 100 mm 100 mm 105 mm 105 mm 105 mm 140 mm
Lenkwinkel 66° 66° 66° 66° 66° 66° 66° 66°
Sitzwinkel 75° 75° 75° 75° 75° 75° 75° 75°
Kettenstreben 437 mm 437 mm 437 mm 437 mm 437 mm 437 mm 437 mm 437 mm
BB–Offset 43 mm 43 mm 43 mm 43 mm 43 mm 43 mm 43 mm 43 mm
Radstand 1.120 mm 1.144 mm 1.154 mm 1.179 mm 1.196 mm 1.211 mm 1.242 mm 1.270 mm
Reach 395 mm 415 mm 415 mm 440 mm 455 mm 470 mm 495 mm 515 mm
Stack 563 mm 572 mm 608 mm 608 mm 613 mm 613 mm 627 mm 64 5mm

Das Fuel EX im Test

Bereits auf den ersten Metern vermittelt das Fuel EX das typische Trek-Feeling. Die Sitzposition ist aufgrund des eher flachen Sitzwinkels leicht gestreckt, die Front tief. Das ist perfekt, um in der Ebene ordentlich Tempo zu machen. Geht es allerdings steil bergauf, sollte man den Sattel nach vorn schieben. Dank des straffen Fahrwerks und der leichten Laufräder beschleunigt das Fuel EX sehr willig und spart auf langen Touren viel Kraft. Technische Uphills meistert man mit dem Rad leichtfüßig, allerdings lassen bereits hier die Bontrager Reifen Grip auf feuchten Wurzeln missen.

Mit dem Project-One-Programm sind der eigenen Kreativität fast keine Grenzen gesetzt – wer ein individuelles Bike sucht, wird hier fündig!

In der Abfahrt werfen die Reifen das Rad deutlich hinter der Konkurrenz zurück – aus diesem Grund sind wir das Fuel EX auch mit anderen Pneus gefahren. Die Position auf dem Rad ist zentral und das Handling super intuitiv. Das macht es leicht, das Trek schnell zu fahren. Richtungswechsel gelingen im Handumdrehen und an Kanten und bei Wellen motiviert das Rad förmlich zum Manual oder Bunny-Hop. Das leichtfüßige Handling wird nur bei richtig hartem Terrain ein Nachteil – hier braucht es Kraft, um das Rad auf Kurs zu halten. Bei Highspeed sorgt auch das straffe Fahrwerk für wenig Ruhe im Bike, denn trotz Thru Shaft spricht das Heck nicht so gut an wie die besten Bikes im Test.

Tuning-Tipps: Reifen tauschen | Sattel nach vorn schieben | mehr dämpfendes Tape auf die Kettenstrebe

Helm 100% Altec | Brille Oakley Jawbreaker | Shirt Fox Ranger | Short Short POC Resistance Enduro Light Shorts | Knieschoner Fox Launch Pro | Hip Bag USWE Zulo 2l

Wie fährt sich das Fuel EX im Vergleich zur Konkurrenz?

Das Trek Fuel EX ist mit seinem straffen Charakter dem Norco Optic C1 nicht unähnlich, bietet gleichzeitig aber ein Plus an Komfort. Aggressive Fahrer sollten aufgrund des Plus an Support im Fahrwerk und der progressiveren Geometrie zum Norco greifen. Tourenfahrer dagegen finden im Trek das vielseitigere und gutmütigere Bike.

Fahreigenschaften

12

Uphill

1
  1. schwerfällig
  2. effizient

Agilität

2
  1. träge
  2. verspielt

Laufruhe

3
  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

4
  1. fordernd
  2. gutmütig

Fahrwerk

5
  1. unsensibel
  2. feinfühlig

Fahrspass

6
  1. langweilig
  2. lebendig

Value for money

7
  1. schlecht
  2. sehr gut

Einsatzbereich

XC

8

Trail

9

Enduro

10

Downhill

11

Unser Fazit zum Trek Fuel EX

Das Trek Fuel EX ist ein echter Alleskönner, der mit seinem sehr intuitiven und gutmütigen Handling überzeugt. Es punktet mit hohem Vortrieb und großem Spieltrieb, lässt im anspruchsvollen Terrain aber an Souveränität missen. Wer ein Bike für alles sucht, wird hier fündig – sollte aber unbedingt die Reifen tauschen.

Stärken

  • leichtfüßig und effizient bergauf
  • intuitiv, gutmütig und spaßiges Handling
  • Fach im Unterrohr für Tools oder Essen

Schwächen

  • Hinterbau wenig sensibel
  • Reifen bieten wenig Grip
  • Kette schlägt auf Strebe

Mehr Informationen findet ihr unter trekbikes.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail-Bike im Test

Alle Bikes im Test: Cannondale Habit Carbon 1 (Zum Test) | Canyon Spectral CFR 9.0 SL (Zum Test) | Giant Trance Advanced Pro 29 (Zum Test) | Ibis Ripmo AXS (Zum Test) | Nukeproof Reactor 290 (Zum Test) | Norco Optic C1 (Zum Test) | Orbea Occam M-LTD (Zum Test) | Radon Slide Trail 10 (Zum Test) | Santa Cruz Hightower CC X01 Reserve (Zum Test) | Scott Genius 900 Tuned AXS (Zum Test) | Specialized Levo SL Expert Carbon (Zum Test) | Specialized S-Works Stumpjumper SRAM AXS 29 (Zum Test) | Yeti SB130 TLR (Zum Test) | YT JEFFSY CF PRO (Zum Test)

Text & Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Christoph Bayer

Wenn sich Arbeit nicht nach Arbeit anfühlt, dann hat man alles richtig gemacht – und das hat Christoph geschafft! Er liebt das Biken, ist ein Fan von Tech-Talk (zum Leid seiner Freundin Toni), hat super viel Spaß an der Fotografie und bereist gerne die Welt. Er ist fast seit Anfang an bei ENDURO dabei und als Chefredakteur dafür verantwortlich, dass ENDURO das progressivste und aufregendste Magazin der Branche ist. Natürlich schreibt er noch jede Menge Content selbst, testet knapp 100 Bikes im Jahr und sitzt nahezu täglich auf dem Rad. Die alpinen Trails rund um seinen Heimatort dienen dabei als perfektes Testgelände. Den klassischen Arbeitstag gibt es für ihn nicht, mal ist er im Office, mal mit dem Laptop im Garten oder er arbeitet direkt vom Van aus in den Top-Bikespots dieser Welt – für Christoph sind die Grenzen fließend und genau das weiß er so zu schätzen.