Das Trek Slash ist ein echter Dauerbrenner auf dem Enduro-Markt. Das Bike wurde bereits im Jahr 2016 vorgestellt, wirkt aber optisch noch immer absolut up to date. Wir waren sehr gespannt, ob das Slash 9.9 X01 mit einer neuen, edlen Ausstattung noch immer ganz vorne mitspielen kann.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

Trek Slash 9.9 X01 AXS | 160/150 mm | 13,58 kg | 8.999 €

Das Trek Slash war eines der ersten echten 29”-Enduro-Bikes und hat eine riesige Fangemeinde. Am Rahmen selbst hat sich seit dem Launch im Jahre 2016 zwar nichts getan, doch Trek hat dem Bike letztes Jahr einen Thru-Shaft-Dämpfer spendiert, der zusammen mit Penske Racing entwickelt wurde. Diesen kombiniert Trek am 8.999 € teuren Topmodell mit einer RockShox Lyrik Ultimate. Verzögert wird das Rad von einer standfesten Shimano XT-Vierkolbenbremse. Eine SRAM X01 Eagle AXS reduziert in Kombination mit einer RockShox Reverb AXS die Anzahl an Zügen und verleiht dem Rad einen noch cleaneren Look – ah, und im Übrigen funktionieren beide Bauteile auch hervorragend! Mit einem Gewicht von 13,58 kg ist das Slash das zweitleichteste Bike im Test, was u. a. an den leichten Bontrager Line Carbon 30-Laufrädern sowie den dünnwandigen Bontrager SE5 Team Issue-Reifen liegt. Auch beim Cockpit setzt Trek auf Bontrager-Komponenten und verbaut einen 50 mm langen Vorbau und einen 800 mm breiten Lenker. Erstmals ist das Slash bei Trek jetzt auch als Project-One-Bike erhältlich. Das heißt, man kann die Lackierung komplett an die eigenen Vorlieben anpassen oder auch eines der super schicken vorgefertigten Designs wählen – unser Favorit ist das feuerrote ICON Molten Marble Design.

Super edel
Der Rahmen überzeugt noch immer mit seiner gelungenen Linienführung und der schicken Lackierung mit Farbverlauf.
Straff und direkt
Beim Thru-Shaft-Dämpfer wandert die Kolbenstange beim Einfedern nach unten aus dem Federbein. Dadurch wird kein Öl durch sein Volumen verdrängt und man braucht keinen Ausgleichsbehälter mit IFP. Das verbessert die Traktion trotz des insgesamt straffen Setups.
Nervig
Der Knock Block verhindert, dass die Federgabel ans Unterrohr schlagen kann. Er erschwert aber z. B. auch das Einladen des Bikes ins Auto. Für uns ist er mehr ein Bug als ein Feature.

Trek Slash 9.9 X01 AXS

8.999 €

Ausstattung

Federgabel RockShox Lyrik Ultimate 160 mm
Dämpfer RockShox Deluxe RT3 Thru Shaft 150 mm
Sattelstütze RockShox Reverb AXS 170 mm
Bremsen Shimano XT 4-Kolben 200/180 mm
Schaltung SRAM XX1 Eagle AXS 32 - 10/50
Vorbau Bontrager Line Pro 50 mm
Lenker Bontrager Line Pro OCLV Carbon 800 mm
Laufradsatz Bontrager Line Carbon 30 29

Technische Daten

Größe S, M, L, XL
Gewicht 13,58 kg


Viel Power
Die Shimano XT-Vierkolbenbremse überzeugt mit guter Power und hoher Standfestigkeit. Allerdings muss man sie penibel entlüften, da sonst der Druckpunkt wandert.
Unangemessen
Details wie der Lackplatzer an der Kettenstrebe werden dem hochpreisigen Trek nicht gerecht – hier hätten wir uns einen effektiveren Kettenstrebenschutz gewünscht. Außerdem klapperten immer wieder Züge im Rahmen.
Überflüssig
Der Mino-Link-Flip-Chip ermöglicht es, die Geometrie des Slash zu verstellen. Wir haben für eine optimale Abfahrtsperformance das Low-Setup gewählt und die Einstellung des Flip-Chips nicht verändert.

Geometrie und Größe des Trek

Die Geometrie des Slash wirkt auf dem Papier schon etwas in die Jahre gekommen. Der Reach ist kurz, der Sitzwinkel flach. Aufgrund des langen Sitzrohrs ist ein Upsizing für viele Fahrer nicht möglich. Via Flip-Chip lässt sich die Geometrie zwar verstellen – wir empfehlen hier aber das flache Setup.

Größe S M L XL
Sattelrohr 394 mm 419 mm 470 mm 521 mm
Oberrohr 589 mm 604 mm 635 mm 661 mm
Steuerrohr 100 mm 100 mm 110 mm 125 mm
Lenkwinkel 65,6° 65,6° 65,6° 65,6°
Sitzwinkel 64,8° 64,8° 64,8° 64,8°
Kettenstrebe 433 mm 433 mm 433 mm 433 mm
Tretlagerabsenkung 21 mm 21 mm 21 mm 21 mm
Radstand 1.171 mm 1.186 mm 1.219 mm 1.247 mm
Reach 416 mm 431 mm 459 mm 481 mm
Stack 608 mm 608 mm 618 mm 631 mm
Helm Troy Lee D3 | Goggle NAKED The TROOP Bike | Shirt ION Tee SS Seek DR | Shorts ION SEEK Jeans

Das Trek Slash 9.9 X01 AXS im Test

In Zeiten, in denen Bikes immer länger werden, wirkt das Slash mit seinem Reach von 453 mm fast schon altbacken. Doch auf den ersten Metern überzeugt es vor allem mit einem: seiner Ausgewogenheit. Die Balance auf dem Rad ist trotz des kurzen Reachs sehr gut, die Gewichtsverteilung zwischen den Laufrädern ausgeglichen. Fahrimpulse setzt das insgesamt sehr steife Slash 9.9 X01 AXS super direkt und präzise um. Auf engen Trails lässt es sich willig und leichtfüßig um die Ecke manövrieren. Wird es allerdings schnell und verblockt, braucht es Kraft, um das Rad auf Kurs zu halten.

Durch sein straffes und direktes Setup belohnt das Slash aktive Fahrer beim Pushen – fordert gleichzeitig aber auch einiges an Kraft im harten Gelände.

Das Fahrwerk arbeitet wenig feinfühlig und ist insgesamt straff abgestimmt. Wer aktiv fährt und viel pusht, kann mit ihm viel Speed aufbauen. Wer dagegen weniger fit ist, wird mit dem Rad schnell ermüden. Aus Kurven und im Antritt beschleunigt das Slash absolut willig. In steilem Gelände zeigt es sich unbeeindruckt, erfordert aber viel Körperspannung, um den eigenen Schwerpunkt immer optimal über dem kurzen Rahmen zu positionieren. Trotz des geringen Gewichts sind Uphills mit dem Trek Slash aufgrund des extrem flachen Sitzwinkels kein echtes Vergnügen. Selbst wenn der Sattel nach vorne geschoben ist, sitzt man weit über dem Hinterrad und muss speziell bei steilen Anstiegen den Oberkörper tief absenken.

Dem Slash merkt man sein Alter mittlerweile an: Sowohl die Geometrie als auch das Fahrwerk und die Details des Rahmens wirken in die Jahre gekommen.

Wie fährt sich das Trek Slash 9.9 X01 AXS im Vergleich zur Konkurrenz?

Lange Jahre war das Trek Slash das Synonym schlechthin für ein 29er-Enduro-Bike. Doch die Konkurrenz hat aufgeholt und so fährt das Rad im anspruchsvollen Terrain und bergauf mittlerweile hinterher. Die großen Stärken des Slash sind seine enorme Präzision und ein sehr direktes Handling, wie es sonst nur das Orbea Rallon besitzt.

Tuning Tipp: Sattel ganz nach vorn schieben | robustere Reifen montieren

Fahreigenschaften

12

Uphill

1
  1. schwerfällig
  2. effizient

Agilität

2
  1. träge
  2. verspielt

Laufruhe

3
  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

4
  1. fordernd
  2. gutmütig

Fahrwerk

5
  1. unsensibel
  2. feinfühlig

Fahrspass

6
  1. langweilig
  2. lebendig

Value for money

7
  1. schlecht
  2. sehr gut

Einsatzbereich

XC

8

Trail

9

Enduro

10

Downhill

11

Fazit

Das Trek Slash 9.9 X01 AXS ist noch immer kein schlechtes Bike, kann aber nicht mehr mit der Konkurrenz mithalten. So punktet es zwar mit einem sehr direkten und agilen Handling, lässt es aber aufgrund der kompakten Geometrie und des straffen Fahrwerks an Laufruhe und Sicherheit mangeln. So fordert das Bike vom Fahrer einiges an Fitness, wenn man mit ihm bergab richtig schnell unterwegs sein will.

Stärken

  • direktes, spritziges Handling
  • dank Project One einzigartige Optik
  • lässt sich sehr aktiv fahren

Schwächen

  • fordert viel Energie vom Fahrer
  • unkomfortable Sitzposition bergauf
  • Rahmendetails werden dem hohen Preis nicht mehr gerecht

Mehr Informationen zum Trek Slash 9.9 X01 AXS findet ihr auf trekbikes.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Enduro-Bike 2020

Alle Bikes im Test: Canyon Strive CFR 9.0 LTD | CUBE Stereo 170 SL 29 | Giant Reign Advanced 29 0 | Ibis Mojo HD5 | Norco Sight C1 29 | Nukeproof Mega 275C RS | Nukeproof Mega 290C Pro | Orbea Rallon M-LTD | Pole Stamina 180 LE | RAAW Madonna V2 FOX Factory Built | Rocky Mountain Slayer Carbon 90 29 | Santa Cruz Megatower CC X01 Reserve | SCOTT Ransom 900 Tuned | Specialized S-Works Enduro 2020 | Specialized Turbo Kenevo Expert | Trek Slash 9.9 X01 AXS | Yeti SB150 T2 | YT CAPRA 29 CF Pro Race

Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer / Finlay Anderson / Markus Frühmann

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Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.