Reifen am Mountainbike werden seit jeher heiß diskutiert. Neben den altbekannten Reifen-Giganten mischen immer mehr neue Hersteller im umkämpften Markt mit. So auch VEE Tire Co mit ihrer Snap WCE MK2 und Attack-Reifenkombi. Wir haben dem schwarzen Gold für euch auf den Zahn gefühlt.

VEE Tire Co Snap WCE MK2 I 29” oder 27,5” I 1.378 g I 59,95 € I Hersteller-Website
VEE Tire Co Attack FSX I 29” oder 27,5” I 1.420 g I 64,95 € I Hersteller-Website

Während Reifen von Continental, Schwalbe, Michelin und MAXXIS in großer Anzahl über die Trails dieser Welt rollen, sind die Reifen von VEE Tire Co selten zu sehen. Der Reifenhersteller aus Thailand hat seine Wurzeln eigentlich in der Automobil- und Motorradreifenindustrie. Dadurch haben die Entwickler schon lange Erfahrung mit der Forschung und Entwicklung von Profilen, Karkassen und Gummimischungen. Nun drückt VEE Tire Co immer mehr in den MTB-Markt und die Reifen wurden bereits seit längerem im DH World Cup eingesetzt. Die Thailänder haben bereits ein breites Portfolio an verschiedensten Reifen aufgestellt: Von Pneus, die auf allen Untergründen gleichermaßen gut funktionieren sollen, bis hin zu Spezialisten, die auch den widrigsten Bedingungen wie Matsch trotzen sollen.

Der VEE Tire Co Snap WCE MK2 kommt mit einem offenen Profil, das für eine gute Selbstreinigung sorgen soll.
Beide Reifen sind in 29” und 27,5” zu bekommen. Bei der Breite nimmt VEE Tire Co euch die Entscheidung ab und bietet die Reifen nur in 2,5” an.

Wir haben den VEE Tire Co Snap WCE MK2 und Attack FSX getestet. Der Snap soll der Allrounder im VEE-Tire-Portfolio sein und unter allen Bedingungen eine gute Figur machen. Ganz im Zeichen eines Allrounders kann er sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad gefahren werden. Er kommt mit einem offenen Profil und die Stollen sind weit voneinander entfernt, um eine gute Selbstreinigung zu gewährleisten. Den Snap WCE MK2 gibt es nur in zwei Größen, in 29” und 27,5” mit jeweils 2,5” Breite und ist ab 59,95 € zu haben. Auch die Auswahl der Karkassen hält sich in Grenzen. Die GXE Core ist eine 1,5-lagige Karkasse für den Trail- und Enduro-Einsatz und Apex-Einlagen mit einer zusätzlichen Verstärkung im Wulst-Bereich sollen Durchschläge am Felgenhorn verhindern. Die robustere DH Core-Karkasse wurde für die strengen Anforderungen im DH World Cup entwickelt und kommt mit einem 2-lagigen Aufbau. Wie bei der GXE Core-Karkasse wurde der Reifen durch Apex-Einlagen und eine zusätzliche Verstärkung im Wulst-Bereich ausgestattet. Darüber hinaus soll die Synthesis-Seitenwand-Technologie scharfen Steinen und Kanten keine Chance lassen und durch ein spezielles Gewebe zusätzlichen Schutz bieten. Der VEE Tire Co Snap WCE MK2 ist nur in der weichsten Full40-Gummimischung erhältlich. Mit 1.378 g in der robusten DH Core-Mischung und mit 29” liegt der VEE Tire Co Snap WCE MK2 am oberen Ende von robusten Enduro- oder DH-Reifen.

Die Stollen sind am Attack FSX flacher und breiter ausgelegt und in der Mitte angeschrägt, was für einen geringen Rollwiderstand sorgen soll.
Hier macht VEE Tire Co keine halben Sachen und bietet die Reifen nur in der weichen TOP40-Gummimischung an.

Der VEE Tire Co Attack FSX wurde für hartes und schnelles Gelände entwickelt. Er ist wie der Snap in 29” und 27,5” jeweils mit 2,5” Breite und nur in der weichen Full40-Gummimischung verfügbar. Die Stollen fallen hier im Vergleich zum Snap deutlich flacher und breiter aus. Die Mittelstollen sind stark angeschrägt und sollen für einen geringen Rollwiderstand sorgen. Bei den Karkassen hat man neben der GXE Core- und der DH Core-Karkasse noch die Möglichkeit, zur Gravity Core-Karkasse zu greifen. Sie stellt die höchste Schutzstufe bei VEE Tire Co dar und kommt mit einem 3-lagigen Aufbau inklusive der Synthesis-Seitenwand-Technologie. Der Reifen bringt in der robusten DH Core-Mischung in 29” 1.420 g auf die Waage.

Wir haben die Reifen von VEE Tire Co über mehrere Wochen und Monate auf unterschiedlichen Untergründen und Bedingungen getestet. Von unseren flowigen Hometrails, über wurzelige und loamige Singletrails, bis hin zu harten Downhill- und Bikepark-Strecken und auch einige Enduro-Rennen war alles dabei. Die Reifen waren auf unterschiedlichen Carbon- und Alu-Laufrädern montiert und wir sind sie sowohl in der etwas dünneren GXE Core- als auch in der dicken DH Core-Karkasse und der weichen Full40-Gummimischung gefahren. Bergauf gewinnt man mit den VEE-Tire-Reifen, vor allem in der robusten DH Core-Karkasse, keine Bestzeiten, aber am Enduro ist der Uphill ja auch nur Mittel zum Zweck. Die DH Core-Karkasse ist vergleichbar mit der MAXXIS Doubledown-Karkasse. Auf dem Trail haben beide Reifen, sowohl der Snap WCE MK2 als auch der Attack FSX, einen breiten Grenzbereich. Sie bieten ein hohes Maß an Grip und sollte man es doch mal übertreiben, kündigt sich der Gripverlust frühzeitig an und man wird nicht überrascht, als würde man über eine Eisfläche fahren. Man gewöhnt sich schnell an die Reifen und sie animieren einen, auch die schwierige Highline anzupeilen. Die Stollen der Reifen graben sich zuverlässig in den Waldboden und man ist wie angeklebt, selbst beim Anbremsen hat man immer viel Grip. Selbst unter nassen und rutschigen Bedingungen bietet die Reifenkombi enormen Grip und man hat nie das Gefühl, unerwartet wegzurutschen. Die großen Seitenstollen des Attack FSX überzeugen in technischen Kurven genauso wie in schnellen Anliegern mit gutem Seitenhalt. Die Reifen haben alle Strapazen unversehrt über sich ergehen lassen und unbeeindruckt weggesteckt: Egal, ob spitze Steine, Wurzeln oder harte G-Kräfte in Anliegern wie bei einem Raketenstart. Trotz der weichen Gummimischung sind die Reifen nicht innerhalb weniger Tage auf dem Bike runter radiert, sondern überzeugen mit einer guten Haltbarkeit.

Fazit zu den VEE Tire Co Snap WCE MK2 und Attack FSX

Die VEE Tire Co Snap WCE MK2 und Attack FSX-Reifenkombination ist breit einsetzbar für eine Vielzahl von Szenarien. Die Reifen punkten mit einem berechenbaren Handling auf allen Untergründen und mit viel Grip, selbst wenn es nass wird. Sie vermitteln ein hohes Maß an Sicherheit und Vertrauen und animieren einen, die Bremsen noch weiter offenzulassen und die schwierigsten Lines zu versuchen. Dabei haben sie alle Strapazen unbeschadet über sich ergehen lassen und punkten mit einer hohen Pannensicherheit.

Tops

  • breiter Grenzbereich
  • viel Grip, selbst im Nassen
  • guter Pannenschutz

Flops

  • etwas höherer Rollwiderstand

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Text: Mike Hunger Fotos: Peter Walker

Über den Autor

Mike Hunger

Von Slopestyle und Landschaftsfotografie, hin zu Enduro und Actionfotografie. Mike probiert gerne neue Dinge aus und hat eine Vorliebe für Action. Und Handwerk: So zieht es ihn mit seinem Syncro-Van, den er selbst restauriert und umgebaut hat, regelmäßig auf verschiedenste Roadtrips. Natürlich immer mit dabei ist sein Bike und seine Kamera, um die feinsten Trails von Italien bis in die Alpen unter die Stollen zu nehmen und die schönsten Momente festzuhalten. Durch seine Ausbildung als Industriemechaniker, seiner Erfahrung aus dem Radsport und seinen Foto-Skills kann er das Know-How perfekt in den journalistischen Alltag umsetzen und testet jetzt als Redakteur die neuesten Bikes und Parts. Als “Foto-Nerd” hält er außerdem die Tests fotografisch fest und sorgt im Magazin für geiles Bildmaterial.