#vanlife steht für einen Lifestyle: Einfach einsteigen, losfahren und den Alltag hinter sich lassen! Abends gemeinsam mit Freunden vorm Van chillen und eine sorgenfreie Zeit genießen. Wer dabei zudem noch die besten Trails in der Toskana erleben will, überlässt die Planung am besten Claudi und Roman von BUCKETRIDE!

Dolce Vino – äh, Vita! Wer an Italien denkt, denkt vermutlich instinktiv an guten Wein, Pizza und Pasta, Meer und Kultur. Und welcher Mountainbiker hat nicht schonmal von Punta Ala und Finale Ligure gehört? Mainstream ist aber nicht der Strom, mit dem wir gerne schwimmen. Auf unserem Trip mit BUCKETRIDE entdecken wir die noch unbekannteren Spots – die Geheimtipps – der Toskana und uns bleibt auch eine Reise in das historische und kulinarische Italien nicht verwehrt.
Wir sind gespannt was uns erwartet, denn unsere Gruppe ist ein bunt gemischter Haufen der unterschiedlichsten Bike-Genres: Manuel Mayer liebt Airtime und „braapt“ am liebsten Inside-Lines, Mäx Löffler ist an technische Trails à la Nordkette gewöhnt, Karin Pasterer fühlt sich auf schnellen, flowigen Strecken im Bikepark am wohlsten und Mia Knoll heizt mit ihrem E-Bike und trotz des 20 Kilo schweren Fotorucksacks jede Strecke hinunter. Unsere Guides werden es also nicht einfach haben, uns alle zufriedenzustellen. 😉

Roman schafft es mit seiner lustigen Art immer wieder, die Gruppe bei Laune zu halten oder besser gesagt: sie noch weiter zu heben.
Ein Rockgarden wie aus dem Bilderbuch.

Wer sind eigentlich Claudi und Roman? Und was ist BUCKETRIDE?

Wer kennt das nicht? Man hat eine Woche Urlaub, wählt eine grobe Route für den Roadtrip und abends sitzt man dann doch wieder irgendwie planlos da, um den nächsten Tag zu organisieren, anstatt gemütlich mit Freunden zusammenzusitzen, zu plaudern und die Zeit zu genießen. Für die Auswahl der Trails verlässt man sich dabei auf die Beschreibungen auf Trailforks oder man landet doch wieder auf den vielbefahrenen Pfaden der altbekannten Spots. Nicht mit BUCKETRIDE! Claudi Wolf und Roman Beckord haben ein Jahr lang recherchiert und sind alle Trails gefahren, um ihre Favoriten in einem Roadtrip zu kombinieren. Das Ergebnis: Die Creme de la Creme aller Toskana-Trails mit zertifizierten MTB Guides und Fahrtechniktrainern, verpackt in einer Woche Camping, Dolce Vita und Urlaub am Meer mit tollen Menschen. Und das Beste daran: Man kann sich abends entspannt in den Campingsessel fallen lassen, den Guides die Planung überlassen und sich sicher sein, dass man keinen Highlight-Trail verpasst.

Der kurze Fahrtechnik-Check kann auf Wunsch auch ausgedehnt werden. Claudi und Roman sind ausgebildete Trainer und helfen gerne, wenn jemand an seiner Technik feilen möchte.
Der Biketräger des BUCKETRIDE-Mobils dient morgens als Frühstücksbuffet.

And so the adventure begins

Wir treffen uns mit Claudi und Roman beim Agricampeggio Podere Etrusco in der Nähe von Piombino. Der Ort liegt rund eine Stunde südlich von Pisa und nur ca. 30 Minuten von Punta Ala entfernt. Wie aus dem Bilderbuch liegt der Campingplatz eingebettet zwischen grünen Hügeln, Weinbergen und Olivenhainen, unweit des langen Sandstrandes vom Golfo di Baratti. Die Oliven verarbeitet der Hofherr übrigens zu superleckerem Olivenöl. Bei unserer Ankunft werden wir von Leon dem Hauslöwen (der in Wahrheit ein Hund ist) und witzig kollernden Truthähnen empfangen, die uns während unseres Aufenthalts – und erst recht nach zwei Gläsern des hofeigenen Weins – immer wieder ein Lachen entlocken.

Piombino und seine Feen

Die ersten beiden Tage gehören Piombino und dem historischen Ort Populonia. Nach einem gründlichen Bike- und einem kurzen Fahrtechnik-Check, geht es los auf unsere erste Tour. Direkt vom Campingplatz, auf dem wir vier Nächte bleiben werden, erreichen wir nach nur 5 Kilometern den Einstieg zum Trailnetz. Um uns erstmal einzugrooven, bleiben wir am ersten Halbtag auf den flowigen Trails des 300 Meter hohen Hügels. Die letzte Abfahrt des Tages führt uns über Offcambers, Anlieger und etwas steilere Passagen mit Wurzeln direkt zum Meer, wo wir am Strand noch ein wenig die Sonne genießen, ehe uns Claudi und Roman mit dem leckersten Gemüse-Curry aller Zeiten verwöhnen.

No bearings were harmed in this picture.
Der Trail Richtung Giglio Porto lässt kreative Freiheit bei der Linienwahl zu.

Die Toskana bietet eine Vielzahl an Trails mit ganz unterschiedlichen Charakter. Von fies steinig bis zum absoluten Hero-Dirt – hier gibt’s alles!

Die Toskana bietet eine Vielzahl an Strecken mit unterschiedlichster Charakteristik. Aussichtsreiche Pfade findet man hier ebenso wie Trails auf weichem Waldboden oder felsigem Untergrund.

Nach eineinhalb Tagen in Piombino haben wir zwar noch immer nicht alle, aber mit Sicherheit die besten Trails rund um unseren Campingplatz gesehen. Verspielt, gut gebaut aber natürlich belassen und vor allem schnell sind die Pfade auf unserem ersten Stopp des Roadtrips. Die Uphills sind mit weniger als 300 Höhenmeter pro Aufstieg locker mehrmals am Tag machbar. Außerdem ist die leichte Anstrengung sofort vergessen, wenn man rund um sich in die toskanische Landschaft blickt.

Wenn man beim Uphill trödelt wird man mit einem schönen Sonnenuntergang belohnt. Wer noch bei Tageslicht unten ankommen will, sollte aber etwas zügiger als wir den Berg hoch treten.
Im unteren Teil finden Freunde von felsigen Spitzkehren ihr Paradies.
Matteo hat seinen Job als Architekt aufgegeben, um seine Leidenschaft zu leben. Mit Tuscany Bike hat er geschafft, wovon viele träumen.

Campiglia: Im „Backcountry“ der Toskana

Matteo, Gründer von Tuscany Bike und „Trail-Architekt“, holt uns am dritten Bike-Tag beim Campingplatz ab und bringt uns mit seinem Shuttle 20 km ins Landesinnere zu einer Backcountry Tour rund um Campiglia Marittima, einem mittelalterlichen Dorf mit vielen kleinen Gassen, herrlichen Trattorien und gemütlichen Cafés. Mit einer guten Handvoll Trails, die sich um den Monte Calvi schlängeln, haben wir einige Auswahlmöglichkeiten und Matteo, Roman und Claudi richten sich nach den Wünschen und der noch vorhandenen Kondition der Gruppe. Matteo steckt uns mit seiner Lebensfreude an und die nachlassende Kraft in unseren Oberschenkeln ist schnell vergessen.

Die Straße am Monte Argentario ist kaum befahren und aussichtsreich. Links im Hintergrund sieht man eine der drei Landzungen, die die Halbinsel mit dem Festland verbinden.

Auf nach Monte Argentario

Wir haben Halbzeit und unser zweites Basecamp liegt am Fuße des Monte Argentario. Früher war der Berg eine Insel, aber bis heute haben sich drei Landzungen gebildet, über die die Insel nun vom Festland erreichbar ist. Bevor wir dort ankommen und unser Camp aufschlagen, halten wir noch in Talamone, denn auch hier warten noch einige Schmankerl auf die ganz Eifrigen. Ein Teil unserer Gruppe nutzt den Tag allerdings, um wieder Kräfte zu tanken. Der Ort, auf dem wir unser Lager jetzt aufgeschlagen haben, wirkt irgendwie skurril und hat einen abenteuerlichen Charakter. Aber der rote Lehmboden, eine romantische Beleuchtung und die Feuerstelle machen den Stellplatz äußerst gemütlich. Ab und zu kommt ein freundlicher, weißer Hund namens „Luce“ vorbei und sieht nach dem Rechten – fast so, als würde er uns und die Esel, die hier so durch die Bäume schlendern, bewachen. Das Grundstück, auf dem wir parken und campen, gehört einem Professor aus Rom, den Roman während seiner Recherche kennengelernt hat. Hier soll in nächster Zukunft ein kleiner Familienfreizeitpark mit Streichelzoo, Kinderspielplatz, Bike-Verleih und Steak-House entstehen. Bis dahin sind wir die einzigen Gäste auf dem ganzen Gelände, denn BUCKETRIDE hat bereits jetzt die Erlaubnis, das Grundstück als Basecamp für Roadtrips zu nutzen.

Über Wächter, Vipern und Parasiten

Tags darauf geht es auf zum höchsten Punkt der Insel. Die 550 hm bergauf lassen wir bei einer angenehmen Steigung und dem traumhaften Blick aufs Meer fast ohne Anstrengung hinter uns. Wir werden nur ab und zu von einem Roadie mit einem freundlichen „Ciao“ überholt. Eine stetig kühle Brise kommt uns gerade recht zur Abkühlung und die Stille rund um die Insel wird nur durch Vogelzwitschern und dem Geräusch der Reifen auf dem Asphalt durchbrochen. Zudem lassen Bäume, auf denen Erdbeeren wachsen, die Umgebung schon fast utopisch wirken. Während uns Roman nach unserer ersten Abfahrt durch den Dschungel von „Madonnina“ seinen Lieblingstrail, den „Sentinel“ (z. Dt.: „Wächter“) schmackhaft macht, kramt Claudi in ihrem Rucksack und zaubert Kekse, Nüsse und andere Leckereien für die ganze Gruppe hervor. Eine Mischung aus steilen Kehren, losem Waldboden und schnellen, flowigen Parts bringt uns zum „Vipera“, der uns mit seinen kleinen verspielten Jumps und einem fotogenen „Rockface“ immer wieder Freudenschreie entlockt. Der Trail mündet direkt in den „Parassiti“, der in seiner Charakteristik seinem Vorgänger um nichts nachsteht. Wir sind uns alle einig: Diese Trailkombination ist nicht zu Unrecht Roman’s Favorit! Wir sind fix und fertig, glücklich und zufrieden. Und das, obwohl wir gerade mal die Hälfte der Trails am Monte Argentario gesehen haben.

Flowig, schnell und verspielt: Die Trailkombination Sentinel, Vipera und Parassiti auf Monte Argentario.
An anderer Stelle warten aber auch Steilabfahrten darauf, bezwungen zu werden.

Per Fähre gen Inselparadies

Das absolute Highlight unseres MTB Roadtrips haben sich die beiden Guides für den vorletzten Bike-Tag aufgespart. Nach dem Frühstück, das die Beiden jeden Morgen liebevoll für die ganze Gruppe zubereiten, geht es direkt per Bike los zum Hafen von Porto Santo Stefano, wo wir die Fähre um 09:00 Uhr nehmen, um auf die Insel Giglio zu kommen. Bei der Einfahrt in den Hafen mit den bunten Häusern sieht man am höchsten Punkt der Insel das „Giglio Castello“ – unser erstes Ziel des heutigen Tages. Das Schloss gehört nicht umsonst zu den „borghi più belli d’Italia“, übersetzt: zu den schönsten Orten Italiens. Auch wenn der Aufstieg nicht allzu anstrengend war, machen wir Pause bei einem Lokal am Rande des Castellos. Nach einer Stärkung mit Kaffee und Croissants entdecken wir die kleinen Gassen der historischen Stadt, bevor wir uns bereit für die Abfahrt machen. Der erste Trail ist geschmückt von zwei Meter hohen Kakteen und führt uns auf die andere Seite der Insel nach Campese, wo wir an einem Strand mit sanften Felsformationen landen. Wir haben genug Zeit, um die Sonne zu genießen, bevor wir uns auf den Weg Richtung Fähre machen. Es geht wieder hoch und nur wenig unterhalb des Castellos biegen wir ab, um über einen Trail direkt in den Hafen zu gelangen. Fast ein wenig traurig, dass wir diesen Ort schon wieder verlassen müssen, blicken wir über das Heck der Fähre noch einmal auf die pittoreske Insel.

Ein besonderes Erlebnis für „Landratten“: Mit der Fähre von Porto Santo Stefano erreichen wir die Insel Giglio nach nur einer Stunde.

Immer ein besonderes Erlebnis: Mit der Fähre zu den Trails. Für uns geht’s von Porto Santo Stefano rüber auf die Insel Giglio!

Meterhohe Kakteen weisen uns den Weg.
Cruisen entlang der Stadtmauern des Giglio Castello. Im Inneren gibt es kleine Gassen, die eine Erkundungstour auf alle Fälle wert sind.

Monte Argentario #2

An unserem letzten Tag treten wir noch einmal den Monte Argentario hoch – immer wieder freuen wir uns über die schattenspendenden „Brokkoli-Wälder“, die eigentlich Pinien sind, aber aussehen wie überdimensionaler Brokkoli – denn Claudi hat uns noch den aussichtsreichsten Trail der Halbinsel versprochen. Sehr anspruchsvoll schlängelt sich der „Crepaccio“ den Bergrücken entlang Richtung Meer. Wir bleiben immer wieder stehen, um die Aussicht zu genießen – zumindest dient uns das als Vorwand –, denn der Trail fordert uns mit seinen technischen Passagen fordert uns zunehmend. Er ist den Aufstieg aber auf alle Fälle wert und ein toller Abschluss für unseren Camping Roadtrip mit BUCKETRIDE.

One more off the Bucket List! Eine Reise mit Claudi und Roman gehört auf die Löffelliste eines jeden Mountainbikers, der das Vanlife schätzt und zu zelebrieren weiß. Jeder Tag startet mit einem Frühstück in der Morgensonne. Jede Bike-Tour wird von der nächsten übertroffen. Und jeder Abend endet gestoked und mit tollen Menschen am Lagerfeuer. Einsteigen, losfahren und sich um (fast) nichts kümmern müssen. What a BUCKETRIDE!

Mehr Infos zum Roadtrip, Trailcamps und weitere „BUCKETRIDES“ findet ihr unter bucketride.de

Text: Karin Pasterer Fotos: Maria Knoll, Claudia Wolf