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First Ride Test: Kenda Hellkat Pro und Helldiver Pro

Der neue Kenda Hellkat Pro und der Helldiver Pro: leicht, griffig, kugelsicher und für jeden Boden geschaffen. Weshalb davon mehr wahr ist, als ihr denkt, und wie sich die neuen Reifen tatsächlich fahren? Das lest ihr hier.

Der Kenda Hellkat Pro und der Helldiver Pro sind Teil des neuen Kenda Line-up im Bereich der Downhill- und Gravityreifen. Beide Reifen gleichen sich bis auf Stollen und Wulst wie ein Ei dem anderen. Sowohl der Hellkat Pro als auch der Helldiver Pro sind zweilagig aufgebaut. Die untere Lage besteht aus dem neuen und härteren SRC (Standard-Rubber-Compound), der ein festes Fundament für den weichen und bereits vom Helldiver bekannten RSR-Compound bieten soll.

Zwischen den beiden Lagen liegt so viel Kevlar, dass die Reifen eigentlich schusssicher sein müssten: Sowohl die verstärkten Seitenwände als auch der Durchschlagschutz unter den mittigen Stollen sind aus Kevlar. Dadurch sollen die Reifen eine hohe Pannensicherheit und Durchschlagschutz bieten, ohne dass die Waage Mucken macht. Darüber hinaus ist die Apex-Schicht an der Wulst auf 20 mm gewachsen, wodurch sich ein geringerer Luftdruck fahren lassen soll – ohne dass der Reifen in Kurven von der Felge springt. Alles zusammen soll die Reifen vor scharfen Steinen und Durchschlägen bewahren, das Feedback zum Boden verbessern, mehr Grip liefern und die Reifen insgesamt leichter machen. Sowohl der Hellkat Pro als auch der Helldiver Pro sind für Tubeless optimiert.

Kenda Hellkat Pro im Detail

Den Kenda Hellkat Pro wird es nur als 27,5″-Reifen in 2,4er-Breite geben. Mit seinem aggressiven Profil soll der Hellkat besonders auf nassen und weichen Untergründen seine Karten ausspielen. Die Anordnung der Stollen soll eine optimale Balance aus Bremssicherheit, Seitenführung und Grip bieten. Mit 1.172 g ist der für Downhill optimierte Gravityreifen vergleichsweise leicht.

Kenda Helldiver Pro im Detail

Der Kenda Helldiver Pro Semi-Slick kommt ebenfalls nur als 27,5″-Modell mit einer Breite von 2,4″ in die Läden. Aufgrund der schwach ausgeprägten Stollen in der Mitte ist der Reifen eher für trockene Trails gedacht. Das mittlere Profil vermindert den Rollwiderstand, die massiven Schulterstollen sorgen für den nötigen Grip in Kurven. Durch die rundum weiche Gummimischung hat der Reifen eine angenehme Eigendämpfung. Mit 995 g ist der Semi-Slick ebenfalls, im Vergleich zu anderen Downhillreifen, leicht.

Kenda Hellkat Pro und Helldiver Pro auf dem Trail

Die neuen Kenda-Reifen sind grobschlächtige DH-Kaliber und klar ist, dass der Vorderreifen anderen Herausforderungen ausgesetzt ist als der hintere. Daher haben wir an unserem Testrad den extrem griffigen Kenda Hellkat Pro vorne und den rolligeren Kenda Helldiver Pro hinten montiert. Auf dem Weg zum Trail machen sich die weiche Gummimischung und das Gewicht der beiden Reifen sehr schnell bemerkbar. Den Rollwiderstand des Hellkat Pro kann nicht mal das Semi-Slick-Profil des Helldiver verheimlichen und so sollte man den Transfer etwas entspannter angehen.

Was auf der Straße lästig ist, brilliert anstandslos auf dem Trail. Schon auf den ersten Metern bergab verbeißt sich der Hellkat Pro in den Waldboden wie ein Tiger ins Genick einer Gazelle. Jetzt heißt es laufen lassen. Es wirkt, als wolle der Halt nicht abreißen. Keine Kurve ist zu eng und kein Boden zu weich. Während der Hellkat Pro förmlich durch den Boden pflügt, schwingt der Helldiver brav hinterher und sorgt insbesondere bei trockenem Untergrund für Sicherheit am Hinterrad. Auch beim Bremsen muss sich der Hellkat nicht verstecken. Auf beinahe jedem Untergrund verzögert der Hellkat zuverlässig und brilliert mit astreinen Führungsqualitäten. Der Grip ist der Wahnsinn! Und auch der Helldiver am Heck überrascht.

Bei Trockenheit bietet er super Kontrolle, dank der ausgeprägten Seitenstollen ist er außerdem ein richtiger Kurvenkünstler und grippt auch gut im Schräghang. Die Bremsperformance leidet natürlich unter dem deutlich kleineren Profil der Mittelstollen. Doch wie schlägt er sich bei Nässe? Erfahrene Fahrer kommen selbst hier sehr gut mit ihm zurecht, was der hervorragenden Gummimischung und dem gleichmäßigen Profil zuzuschreiben ist, das für kontrollierte Drifteinlagen sorgt. Für Fahrer, die überwiegend mit der Hinterradbremse verzögern, wird der Helldiver Pro bei Schlamm und Matsch eher zur Herausforderung: Dann heißt es, Mut zu beweisen und das Vertrauen sowie die Balance auf die Schulterstollen zu verlagern.

Fazit zum Kenda Hellkat Pro und Helldiver Pro

Die beiden neuen Kenda-Gravityreifen sind für Grenzbereiche geschaffen. Für Downhillrennen, Bikepark-Wochenenden oder entspannte Endurotouren. Hier glänzen beide mit massig Grip und hoher Pannensicherheit. Gerade in der Kombination Hellkat Pro vorne und Helldiver Pro haben die Reifen in unserem Test brilliert. Vorsicht ist dennoch geboten, da der Helldiver vor allem bei Nässe viel Erfahrung verlangt. Die originalen Reifen des YT CAPRA wollen wir trotzdem nicht wieder eintauschen. Für alle, denen der Hellkat als Drahtreifen zu schwer ist, kommt bald noch eine Faltversion auf den Markt.

Mehr Informationen findet ihr auf bicycle.kendatire.com

Text & Fotos: Valentin Rühl