X

Kurztest: Teuer & exklusiv – Cube Stereo Super HPC 160 SLT

Cube Stereo

Einem Enduro wird zunehmend immer mehr abverlangt. Die Strecken werden härter, der Fahrstil verändert sich entsprechend. Viele Maßnahmen hinsichtlich Gewichtsoptimierung haben oft Einbußen der Stabilität zur Folge. Vorallem bei harten und anspruchsvollen Strecken liegt nur ein schmaler Grat zwischen Totalausfall und dem sicheren Erreichen der Ziellinie. Das richtige Material scheint unabdingbar bei der Jagd nach den entscheidenden Sekunden. Doch wo gerät Leichtbau an seine Grenzen? Die Vorstellung des Cube Stereo HPC 160 SLT auf der Eurobike 2012 rief unter anderem genau diese Frage hervor.

Ein renntaugliches Enduro mit 160mm Federweg bei gerade einmal 11,08kg (mit Rockshox Reverb)? Mitverantwortlich hierfür zeigt sich vorallem der eigens entwickelte und durch das Action Team erprobte Rahmen aus Carbon. Ausserdem mit ausschlaggebend ist das Zutun exquisiter Teile wie Tune Naben, Reynolds Carbonfelgen, Syntace Carbon Cockpit, Sram XX Schaltkomponenten – sogar ein Tune Sattelschnellspanner findet sich am bayrischen Nobel-Hobel wieder. Jedes noch so kleine Detail scheint durchdacht. Das alles verlangt auch nach einem stolzen Preis. 7699 Euro sind zu entrichten, möchte man das Stereo Super HPC 160 SLT sein Eigen nennen. Doch wozu all der Hokus-Pokus? Sind 11,08kg nun wirklich soviel schneller? Und noch interessanter: Wie verhält sich solch ein Rad auf dem Trail?
Zunächst die goldene Regel: Jedes Rad ist nur so schnell wie sein Fahrer es fährt. Klingt zunächst zwar wie eine abgedroschene Weißheit, soll aber heißen, dass auch ein noch so leichtes Rad alleine nicht ausreicht um gleichzeitig auch schnell zu fahren. Somit ist Leichtbau kein Allheilmittel.

Cube Stereo Standbild

Edel, wem Edel gebührt. Fotograf Daniel Geiger inszeniert das Stereo in der herrschaftlichen Atmosphäre des vergangenen Jahrhunderts.

Nimmt man auf dem HPC SLT Platz, macht sich schon auf den ersten Metern ein deutlicher Unterschied zu schwereren Kontrahenten bemerkbar. In Punkto Spritzigkeit und Vortrieb fühlt man sich im Sattel des Cube sowohl bergauf, als auch auf dem Trail subjektiv schneller. Das Handling scheint Anfangs etwas nervös und erfordert ein wenig Routine ehe man die Vorteile der rennorientierte Geometrie auch voll und ganz bergab ausspielen kann. Dabei schlägt sich das Fliegengewicht mit 650B Laufrädern überraschend gut, gerät aber in wirklich ausgesetztem, hartem Terrain an seine Grenzen, wo abfahrtsorientiertere Konkurrenten etwas mehr Reserve und Sicherheit bieten.

Auch auf den steinigen, teils verblockten Trails Spaniens war das sündhaft teure Geschoss nicht kleinzukriegen und verrichtete einen sehr guten Job. Ready to Race? Wer mit dem HPC 160 SLT voll durchstarten will montiert je nach Gusto zusätzlich eine Kettenführung und einen etwas kürzeren Vorbau (50-60mm). Die Reifenwahl (Schwalbe Nobby Nic) mag zwar im Verhältnis Gewicht/Grip stehen, verlangt auf Rennstrecken und im härteren Gelände aber nach mehr Pannenschutz und Grip, was zwangsweise zur Gewichtszunahme führt.

Die anfangs angesprochene Gratwanderung zwischen geringem Gewicht und ausreichend Stabilität scheint Cube sehr gut gelungen zu sein. Mit dem Stereo Super HPC 160 SLT bietet Cube dem Endkunden nicht nur ein top ausgestattetes Komplettbike zum Kauf, sondern gleichzeitig ein nahezu renntaugliches Enduro mit spektakulärem Gewicht. Vorallem auf langen Ausfahrten spart man merklich Kraft. Die 650B Laufräder und die moderne, abfahrtsorientierte Geometrie erhöhen zudem den Spassfaktor. Der kann nur noch durch den stolzen Preis getrübt werden.

Preis: 7699 Euro

Kurzinfo zur Geometrie:

Rahmengrößen: 16″, 18″(getestet), 20″, 22″
Oberrohrlänge (horizontal): 586mm
Sitzwinkel: 74,6°
Lenkwinkel: 66,5°
Kettenstrebenlänge: 441,5mm

Text: Daniel Häberle Bilder: Daniel Geiger

Neu: Hol dir jetzt ENDURO für Google Currents, um unsere Artikel auf deinem Smartphone oder Tablet zu lesen. Schöner wirds nicht! Jetzt ausprobieren!

cervinza
Video: Enduro Marathon – MEGA2RX CERVINIA 2013

Schließen