Das SCOTT Genius wurde für die neue Saison komplett überarbeitet und hat bis auf seinen Namen mit dem Vorgänger nichts mehr gemein! Nachdem sich die alte Variante im letzten Racebike-Vergleich vor drei Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat – es war das langsamste Bike im Test –, waren wir umso gespannter, wie sich die neue Version schlägt.

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Let’s go Racing! – Die 10 schnellsten Endurobikes der Welt im Test

SCOTT Genius 900 Tuned 2018 | 150/150 mm (v/h) | 12,76 kg | 7.499

Das Thema Racing hat bei SCOTT schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Derzeit haben die Schweizer mit Nino Schurter nicht nur den schnellsten XC-Racer der Welt unter Vertrag, sondern sponsern auch ein Downhillteam sowie den Enduro-Racer Remy Absalon. Dessen neues Arbeitsgerät ist das erst kürzlich vorgestellte, völlig überarbeitete Genius, das offenbar so potent ist, dass SCOTT das alte Genius LT mit mehr Federweg kurzerhand aus dem Portfolio nahm. Dank des Flip-Chips in der Dämpferaufnahme kann das Rad sowohl mit 29″- als auch 27,5″-Laufrädern gefahren werden. SCOTT entschied sich bei unserem Test für die 29er-Option und motzte das Rad ordentlich auf: mit standfesten SRAM Code-Bremsen, griffigen MAXXIS Minion DHF 2,5 WT-Reifen und steifen Pancho Wheels-Carbonlaufrädern. Das bekannte TwinLoc-System, mit dem sich der Federweg in drei Schritten an der Federgabel und dem Dämpfer variieren lässt, kommt auch weiterhin zum Einsatz.

Mit dem neuen Genius fliegt man SCOTT-typisch förmlich zum Beginn der Stage. Stellt man das Fahrwerk in den Traction-Mode, verhärtet der Hinterbau, der SAG reduziert sich und das Bike sprintet willig nach vorn. Das ermöglicht es wiederum, das Rad im Descend-Mode mit etwas mehr SAG zu fahren. Richtig gut funktioniert der sehr progressive Hinterbau erst ab ca. 30 % SAG. Dann spricht er sehr feinfühlig an und verhärtet bei schnellen Schlägen nicht.

Helm Troy Lee D3 | Goggle Oakley O-Frame | Shirt ION TRAZE_AMP | Shorts ION TRAZE_AMP | Schuhe ION RASCAL

Der steife Rahmen, gepaart mit dem Carbon-Cockpit und den Carbon-Laufrädern, verleiht dem Rad ein sehr direktes Handling und verzeiht nur wenige Fehler. Wer mit dem Genius in anspruchsvollem Terrain schnell sein will, muss stets voll konzentriert sein, wird dann aber mit massig Vortrieb belohnt. Auf flachen Passagen lässt sich durch Pushen viel Speed mitnehmen und auch Kurven durchfährt das Rad souverän.

Das SCOTT Genius 900 Tuned 2018 im Detail

Federgabel Fox 36 Float Factory 150 mm
Dämpfer Fox Nude EVOL Trunnion 150 mm
Bremsen SRAM Code RSC
Schaltung SRAM X01 Eagle
Sattelstütze Fox Transfer Factory
Vorbau Syncros Hixon IC SL Carbon
Lenker Syncros Hixon IC SL Carbon
Reifen* Maxxis Minion DHF WT
Laufräder* Pancho Wheels DEFY 29er
Preis 7.499 €
*Tuning-Teil

Super Special
Bisher gab es die orange FOX 36 exklusiv für Teamfahrer, ab der kommenden Saison wird sie serienmäßig im Genius Tuned verbaut.
Einteilig
Das Syncros Hixon iC SL Carbon-Cockpit vereint Vorbau und Lenker. Serienmäßig ist es leider lediglich 760 mm breit. Für diesen Test verbaute SCOTT eine 780-mm-Version. Wir hoffen, diese auch bald in Serie zu erhalten.
Tuned
SCOTT hat die Laufräder upgedatet und dem Genius steife Pancho Wheels spendiert. Sie verleihen dem Rad zwar ein sehr direktes Handling, verkleinern aber den Grenzbereich und erfordern eine erhöhte Wachsamkeit.
More SAG, More Performance
Der Hinterbau des SCOTT Genius blüht erst mit etwas mehr SAG richtig auf. Wir empfehlen ca. 30–35 %. Fährt man ihn mit weniger, neigt er dazu, bei schnellen Schlägen zu verhärten.

Die Geometrie des SCOTT Genius 900 Tuned 2018

Größe S M L XL
Sattelrohr 410 mm 440 mm 480 mm 520 mm
Oberrohr 568 mm 601 mm 632 mm 668 mm
Steuerrohr 95 mm 95 mm 110 mm 125 mm
Lenkwinkel 65° 65° 65° 65°
Sitzwinkel 74,7° 74,7° 74,8° 74,8°
Kettenstrebe 438 mm 438 mm 438 mm 438 mm
BB Drop 28 mm 28 mm 28 mm 28 mm
Radstand 1166 mm 1199 mm 1232 mm 1271 mm
Reach 406 mm 439 mm 466 mm 499 mm
Stack 600 mm 600 mm 614 mm 627 mm
„So scharf, dass es eigentlich hinter Gitter muss!“ Das Handling des Genius erinnert stark an den Werbeslogan eines bekannten Rasierklingen-Herstellers.

Fazit

Das brandneue SCOTT Genius ist weit mehr als nur ein Trailbike. Die potente Geometrie und der progressive Hinterbau machen das Rad in den Händen erfahrener Fahrer zu einem echten Geschoss, das obendrein gewohnt effizient bergauf marschiert.

Stärken

– sehr vielseitiges Gesamtpaket
– effizient bergauf
– super direktes Handling

Schwächen

– bei Highspeed sehr fordernd


Weitere Informationen findet ihr unter: scott-sports.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Let’s go Racing! – Die 10 schnellsten Endurobikes der Welt im Test

Alle Bikes im Test: Canyon Canyon Strive CF 9.0 Team | Giant Reign Advanced 0 | Lapierre Spicy Team Ultimate | Nukeproof Mega 275 RS | Pole EVOLINK 140 29 | Rocky Mountain Altitude Carbon 90 | Santa Cruz Hightower LT | Specialized S-Works Enduro 29 | YT JEFFSY 27 CF Pro Race

Text & Fotos: Christoph Bayer