Um nicht aus der Übung zu kommen, ging das Team MIA SantaCruz Ende letzten Jahres mal wieder frische Luft schnappen. Das Reiseziel war dabei eher untypisch. Yohan Triboulat und Maxime Peythieu zog es dieses Mal in Begleitung von Will Camus, der für die Fotos und Videos zuständig war, sowie von Thiromana Yin, der sich um die Organisation und die Logistik kümmerte, auf die Philippinen.

Für die ersten Spots geht es Richtung Baguio

Baguio befindet sich 200 km nördlich von Manila in 1500 Meter Höhe. Die ersten Meter absolvieren wir im Naturpark Camp John Hay. Dieser Park inmitten der Stadt diente ehemals als Erholungsort für die amerikanischen Streitkräfte während der Besatzung im letzten Jahrhundert. Zahlreiche Wege kreuzen sich in einem hübschen Kiefernwald, in dem es sogar für die Einrichtung von ein paar MTB-Modulen Platz hatte. Der ideale Spot, um sich warm zu fahren. Yohan schafft es sogar, seine Qualitäten als Street trialiste zum Besten zu geben, in dem er auf liegenden Baumstämmen, die sich in 3 Meter Höhe befinden, entlangfährt, oder mit einem energischen 360 Nose pick an einer Mauer!

Wir schnappen frische Luft im Flow

In Trinidad, einer Nachbarstadt von Baguio, befindet sich der Flow auf einem über der Stadt gelegenen Hügel. Der Spot wurde von einer Gruppe Verrückter vollständig mit Hacke und Schaufel errichtet.

Im oberen und flacheren Teil des Spots befindet sich ein regelrechtes Buckelfeld mit bis zu 10 Metern langen Jumps. Das Ganze perfekt geshaped. Es kreuzen sich zwei Linien. Die eine ist gerade mit großen Sprüngen und die andere verläuft parallel und ist sehr kurvenreich. Ein unglaublicher Bikepark!

Auf geht‘s ins Abenteuer

In Begleitung von Jordan, einem der Einheimischen des Flows, ziehen wir am frühen Morgen los. Unser Ziel ist ein natürlicher Spot, den er selbst vor einigen Monaten entdeckt hat. Drei Stunden Fahrt und dann 4:30 Stunden Anstieg auf dem Fahrrad. Dabei sind immer wieder längere nicht befahrbare Abschnitte durch feuchtes mit Blutegeln übersätes Gestrüpp im Regen zu bewältigen. Wir wollten ja das Abenteuer …

Nach einer kurzen Verpflegungspause am Gipfel in 2150 Meter Höhe, von wo aus wir eine prächtige Aussicht haben, nehmen wir schließlich eine über 14 km lange Abfahrt in Angriff. Ein sehr guter Flow mit einem sanften Gefälle mit mehreren anschließenden Abschnitten auf weniger als einem Meter breiten Gipfeln. Was für ein Genuss nach den vielen Anstrengungen! Wir begegnen sogar frei laufenden Pferden und Kühen, bevor wir ein Reisfeld durchqueren. Tief im Tal überqueren wir eine Hängebrücke, die sich 30 Meter über dem Fluss befindet, um ans andere Ufer zu gelangen. Ein sehr langer Tag, der in einem kleinen Dorf zu Ende geht, in dem uns ein herzlicher Empfang vorbehalten war.

Balanga, gegenüber von Manila

Am nächsten Morgen brechen wir wieder auf, um uns über das „Tal der Goldsucher“ nach Balanga zu begeben. Wir verlassen die Berge in Richtung Balanga.

Die örtliche Szene erwartet uns schon sehnlichst. Wir erklimmen den Mount Samat, wobei wir für eine Handvoll Pesos von Motorrädern mit Beiwagen mehrere Kilometer lang gezogen werden.Vom Gipfel aus kann man das ca. 90 Meter hohe Kreuz entdecken, das zu Ehren der philippinischen und amerikanischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gestorben sind, errichtet wurde. Wir gehen sodann die erste Strecke an, die von den Einheimischen des Teams B.E.E.R frisch gereinigt wurde. DH-typisch, ziemlich brüchig, mit Geröll, Wurzeln, mit einigen Sprüngen und Schrägkurven versehen, das Ganze zwischen Bananenstauden und Kokospalmen hindurch. Noch exotischer ist kaum möglich!

Abends noch ein Sprung an den Strand und ein wunderbares Essen mit Meeresfrüchten und frischem Fisch auf dem Wasser. Falls Sie auch den Winter verkürzen wollen, dann denken Sie an die Philippinen. Garantierte Abwechslung, super MTB-Spots und immer ein herzlicher Empfang. Zum guten Ende geht unser Dank an Thiromana Yin für die Logistik sowie an die einheimischen Rider, die uns begleitet haben, an die Partner des Teams MIA SantaCruz und an Race Company.

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Text: MIA SantaCruz Fotos: Will Camus