Fangt schon mal an, euch umzugewöhnen: Ab Januar soll die neue EU-Richtlinie OTB0104 in Kraft treten, die allen Bike-Herstellern vorschreibt, die Bremsen im „Moto-Style“ zu montieren und die Vorderradbremse so in die rechte Hand der Fahrer zu geben. Verschiedene Lobbyverbände, unter anderem der ADFC und der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) wollen Beschwerde einlegen und haben angekündigt, im Notfall rechtliche Schritte einzuleiten.

Achtung: Dieser Artikel war ein Aprilscherz zum 1. April 2017!

Initiator der Kampagne ist der Europäische Ratgeber Richard Head aus Großbritannien. Head engagiert sich schon seit Jahren für eine einheitliche Regelung der EU-Länder. Er erklärte in einer Pressemitteilung: „Ich führe diesen Kampf seit 2011. Seit ich über den Lenker flog, weil ich bei einem geliehenen Specialized Demo auf einem Radweg am Genfer See den linken Bremshebel zog. Bremsen sind essenzielle Sicherheitsvorrichtungen und es ist Irrsinn, dass sie in vielen Regionen Europas falsch herum montiert werden. Zum Glück trug ich damals nur einen Kratzer an meinem Fullface-Helm und ein kleines Loch in meinem Lycra Triathlon-Einteiler davon. Es ist schön zu sehen, dass die Welt diesen neuen Standard annimmt, denn er ist eine Chance für Harmonie und Gleichheit, ein Sieg der Eintracht.“

Der neue Moto-Style-Standard verlangt, dass alle Vorderradbremsen rechtsseitig montiert und „notbremsenrot“ lackiert werden müssen. Wir hatten einen Prototyp zum Testen bei uns.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der neue Rechts-Bremser-Standard wird weltweit „True-Moto“ heißen, während illegale Links-Bremser fortan als „Faux-Moto“ bezeichnet werden. Ab dem ersten Januar müssen alle Bremsen diesen neuen EU-Standard erfüllen. Dieser Standard verlangt auch, dass der Hebel der Vorderradbremse rot lackiert sein muss, damit man ihn einfach unterscheiden und die potenzielle Gefahr erkennen kann. In Reaktion auf diese Vorschrift wird SRAM eine neue Linie der Guide für den europäischen Markt herausbringen, die auf den Namen „Red Baron“ hören wird, während das entsprechende Modell von Shimano für den Endverbrauch „The Widowmaker“ heißt. Alpine Stars werden ihren neuen Handschuh ebenfalls nachbearbeiten, sodass auf dem Handrücken des rechten Handschuhs fortan „FRONT“ zu lesen sein wird.

Das Team von SRAM hat schnell auf die Richtlinie OTB0104 reagiert und die SRAM Red Baron herausgebracht.

Eine EU-Kommission tagte für vier Monate, um sich darauf zu einigen, welcher Standard einheitlich gelten solle. Nach langen Diskussionen gaben Untersuchungen der Universität Oxford den Ausschlag für die Kommission. Professor Ivor Bighouse, ein führender Neurochirurg, stellte fest: „Es ist nicht jedem bekannt, aber die rechte Seite des Hirns steuert die linke Körperhälfte und andersherum. Die rechte Hirnhälfte ist auch verantwortlich für das räumliche Denken und die Verwertung visueller Eindrücke. Indem man die Vorderbremse in die rechte Hand des Fahrers legt, die von der linken Hirnhälfte gesteuert wird, gibt man der rechten Hirnhälfte Kapazität, um sich auf den Weg vor dem Fahrer zu konzentrieren. Wir schätzen, dass die Umstellung eine um 9,21 % verbesserte räumliche Wahrnehmung erbringen wird.“

Professor Ivor Bighouse, ein führender Neurochirurg, erklärt, wie sich der Tausch der Vorderbremse positiv auf die räumliche Wahrnehmung auswirken wird.

Laut einem der Top-EWS-Fahrer aus Deutschland, Hans Rapido, begrüßt die Racing-Community den Wechsel: „Wir versuchen seit Jahren zu verstehen, warum die Fahrer aus Großbritannien so schnell sind. Es ist eigentlich unmöglich: Wir haben die besseren Bikes, trainieren genauso hart, essen mehr Fleisch, haben eine bessere Wirtschaft, bessere Autos und hinken den Briten trotzdem hinterher. Das ist einfach inakzeptabel. Jetzt wissen wir, dass uns die Faux-Moto-Bremsen … na ja, eben bremsten. In den letzten vier Monaten hat unser Kader True-Moto-Bremsen im Geheimen getestet und trotz zwei fataler Unfälle konnten wir unsere Performance um 7,1136356432 % verbessern.“

Einer der führenden Endurofahrer aus Deutschland, Hans Rapido, muss sich noch an True-Moto gewöhnen, konnte aber bereits eine deutliche Verbesserung seiner Performance von 7,1136356432 % feststellen.

Wir wollten Statements von den britischen Downhill-Assen Danny Hart und Josh Bryceland haben, deren Akzent war aber selbst für den Google-Übersetzer unverständlich. Wir sind uns relativ sicher, dass beide etwas zu Kuchen sagten.

Es gibt allerdings nicht nur gute Nachrichten, manche haben mit der Umstellung von Faux-Moto auf den richtigen Standard noch zu kämpfen. Wir trafen uns mit dem bekannten deutschen Mountainbike-Profi Axel Großeier, dessen Video „Faux-Moto Fail“ bereits über 64 Milliarden Klicks auf YouTube und damit fast „Charlie Bit My Finger“ überflügelt hat. Alex, der immer noch in einem Berliner Krankenhaus liegt, sagte uns: „Ich war an einer kritischen Stelle auf einer kritischen Abfahrt in den Dolomiten und wollte gerade meinen Signature Liteville 301 Umsetzer abziehen. Ich zog also die Vorderbremse und lupfte das Hinterrad in die Luft, hatte aber vergessen, dass ich auf True-Moto umgestellt hatte – ich rollte also mit dem Vorderrad einfach über die Klippe. Zum Glück verhakte sich meine Hip Bag an einem Ast und bremste meinen Fall.“ Der Vorfall wurde von einem vorbeikommenden Wanderer gefilmt und Axel hat seitdem einen Sponsoringvertrag mit Red Bull.

Nachdem sein Video „Faux-Moto Fail“ über 64 Milliarden Klicks auf YouTube absahnen konnte, sahnte der bekannte deutsche Mountainbiker Axel Großeier ebenfalls ab: ein Red-Bull-Sponsoring.

Ab dem ersten Januar 2018 wird es einen globalen Rückruf aller Faux-Moto-Bremsen geben. Um den Ansturm bewältigen zu können, werden SRAM und Shimano neue Garantie-Zweigstellen in Derby, Manchester, Bristol und London eröffnen und damit von den lachhaft geringen Lohnkosten profitieren, die mit dem Artikel-50-Desaster einhergehen werden. Wer seine beidseitig montierbare Bremse den neuen True-Moto-Richtlinien anpassen will, kann eine Flasche der EU-zertifizierten Farbe „Notbremsenrot“ für 499 € erstehen.

Wir von ENDURO empfehlen euch diese Modifikation, bis ihr für den neuen True-Moto-Standard bereit seid.

Wenn ihr euch der neuen EU-Richtlinie wegen Gedanken macht und wie sie euer Fahren beeinflussen könnte, könnte euch die Onlinepetition gegen True-Moto interessieren, die bereits über 47 Unterschriften hat. T-Shirts mit der Aufschrift „FAUX-MOTO 4 LIFE“, „FAUX-MOTO IST NICHT TOT“ und „ICH MACH’S MIR MIT LINKS“ sind ab sofort erhältlich. Die deutsche ENDURO-Redaktion empfiehlt euch, euren rechten Bremsfinger an den Lenker zu tapen, bis ihr genug mit dem neuen Standard geübt habt.

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Text & Fotos: Trev Worsey

Über den Autor

Trev Worsey

Seit den frühen 90ern mit dem Bike-Virus infiziert, arbeitete Trev zunächst als Wissenschaftler und Statistiker, bevor ihn Bikes und Berge endgültig zu sich riefen. Nach sieben Jahren als Mountainbike-Guide wechselte er dann zu ENDURO, wo er sich seitdem von unserem UK-Office aus um News, Storys und Testberichte für unsere Website und die Ausgaben kümmert.