Pivot-Bikes sieht man in Europa bisher recht selten, doch die Edelmarke aus Arizona baut ihre Präsenz hier kontinuierlich aus und hat sich eine kleine, aber feine Fangemeinde aufgebaut. Wir haben das Pivot Mach 429 Trail ein Jahr lang über die Trails gejagt, um herauszufinden, wie sich das vielseitige Trailbike im Dauertest schlägt.

In unserem ersten Test haben wir das Pivot Mach 429 Trail als echtes Do-It-All-Bike gelobt und waren daher besonders gespannt, ob sich der positive Eindruck auch über die Dauer einer ganzen Saison halten könnte. Da wir sonst meistens auf etwas langhubigeren Bikes unterwegs sind, waren wir zunächst etwas skeptisch, ob das Pivot mit seinen 116 mm Federweg im Gelände genügend Reserven bieten würde. Doch nach 9 Monaten mit dem 429 Trail wird klar: Es kann deutlich mehr, als die Zahlen vermuten lassen!

Das Pivot Mach 429 Trail wurde nicht mit Samthandschuhen angepackt und musste sich eine volle Saison unter Beweis stellen.

Das Fahrverhalten des Pivot Mach 429

Im Laufe des Tests hat sich der erste Testeindruck vollkommen bestätigt, das Pivot ist eine echte Allzweckwaffe! Der Vortrieb kommt in der Ebene und im Uphill fast an ein XC-Bike ran, das 429 Trail klettert hervorragend. Auf langen Touren lässt es sich äußerst kraftschonend bewegen und nimmt steilen Anstiegen den Schrecken. Der Hinterbau arbeitet sehr antriebsneutral und sorgt dafür, dass das Hinterrad auch bei technischen Kletterpassagen sehr viel Traktion bietet.

Doch macht ein solcher Kletterkünstler auch auf den Abfahrten Spaß? Auf jeden Fall! Auf Trails aller Art lädt das 429 Trail mit seinem geringen Gewicht und dem ausgewogenen Handling förmlich zum Spielen ein. Von wegen träger 29er – dieses Klischee wird eindrucksvoll widerlegt! Auf schnellen und flowigen Strecken fühlt sich das Pivot am wohlsten und läuft zu Höchstform auf. Im technisch anspruchsvollen Gelände kann es sich aber durchaus auch sehen lassen und muss sich erst sehr spät langhubigeren Bikes wie seinem großen Bruder Switchblade geschlagen geben.

Anpassungen im Laufe der Saison

Pivot bietet zu allen Bikes neben einem SAG Indikator auch eine äußerst praktische und realitätsnahe Setup-Anleitung an, die schnell zu einer sehr guten Grundeinstellung führt und auch weniger versierten Fahrern hilft, das Beste aus ihrem Fahrwerk herauszuholen. Das Fahrwerk des Pivot Mach 429 Trail lieferte bereits mit der empfohlenen Einstellung eine sehr gute Performance ab, fühlte sich jedoch bei hohen Geschwindigkeiten etwas undefiniert an.

Um die Reserven bei großen Schlägen zu verbessern, verbauten wir daher einen größeren Volumenspacer im FOX FLOAT DPS-Dämpfer, um die Progression zu erhöhen. Die FOX 34 an der Front bekam ebenfalls einen zusätzlichen Volumen-Spacer spendiert. Das Fahrwerk konnte so weiterhin relativ komfortabel gefahren werden, blieb aber höher im Federweg und bot eine bessere Rückmeldung vom Untergrund.

Kleine Wundertüte: Der FOX FLOAT DPS verwaltet die 116 mm Federweg hervorragend, die dreistufige Plattform-Dämpfung kam trotz des antriebsneutralen Hinterbaus auf längeren Anstiegen regelmäßig zum Einsatz.
Serienmäßig kam die FOX 34 mit drei Volumen-Spacern, sechs sind maximal möglich. Nach einigem Experimentieren stellten sich vier Spacer als ideales Maß heraus.

Der getestete XTR-Aufbau besteht nur aus edelsten Parts und lässt kaum Wünsche offen, was man für einen Preis von 8.888 € aber auch erwarten kann. Dennoch wurden einige kleine Änderungen vorgenommen, um das Bike auf die persönlichen Vorlieben des Testers abzustimmen. Mit dem Mach 429 Trail kann man es bergab ordentlich laufen lassen. Damit der Grip dabei nicht ausgeht, wurde vorne ein Schwalbe Magic Mary und hinten ein Hans Dampf aufgezogen, die Tubeless-Montage auf den DT Swiss-Carbonfelgen war ein Kinderspiel. Die Reifenwahl mag etwas überdimensioniert erscheinen, funktioniert in der Praxis aber ausgezeichnet und verschiebt den Einsatzbereich ein Stück mehr in Richtung Abfahrt.

Kontaktpunkte sind immer Geschmackssache. Der Original-Sattel war zwar durchaus bequem, musste jedoch im Laufe des Tests dem neuen SQlab 612 Ergowave weichen.
Gleiches gilt für die Pivot Griffe – der Tester wechselte auf ein Paar Ergon GE1.
Da das 429 Trail so leichtfüßig klettert und vorwiegend im Mittelgebirge bewegt wurde, waren wir meist mit einem 32er Kettenblatt unterwegs. In den Alpen fährt man aber mit dem serienmäßigen 30er besser.
Die KS LEV Integra bot bereits 150 mm Absenkung, aber bei langen Beinen darf es gerne noch ein bisschen mehr sein. Die neue RockShox Reverb mit 170 mm erhöhte den Fahrspaß noch mal spürbar.

Haltbarkeit

Der Carbonrahmen des Mach 429 Trail war über den gesamten Testzeitraum im besten Sinne unauffällig. Der Lack zeigt kaum Gebrauchsspuren, die Lager laufen noch wie am ersten Tag. Lediglich der aufgeklebte Kettenstrebenschutz löste sich ab, doch Pivot hat bereits auf die Kritik reagiert und nachgebessert, die Bikes kommen künftig mit einer stabileren Lösung. Die außen verlaufenden Züge erleichtern zwar Wartungsarbeiten, verlangen dafür aber beim Saubermachen des Bikes immer etwas Aufmerksamkeit. Außer einem Satz Bremsbeläge und einer neue Kette gab es nichts zu ersetzen, der Shimano-Antrieb überzeugte auch bei widrigen Bedingungen. Nach einer harten Saison sind die Federelemente reif für einen Service und das Tretlager läuft etwas rau, beides aber im Rahmen des üblichen Verschleißes.

Das Mach 429 Trail lieferte sich kaum Schwächen und dürfte Käufern sehr lange Freude bereiten.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Pivot hat das Mach 429 Trail ursprünglich nur mit 29″-Laufrädern angeboten, es ist jedoch auch problemlos mit Plus-Reifen bis 2,8″ Breite kompatibel. Wir haben die Gelegenheit genutzt und mehrfach hin und her getauscht. Mit Plus-Reifen lässt sich die Performance im technischen Gelände merklich steigern, da die breiten Schlappen viel Traktion und Sicherheit generieren. Das Tretlager kommt mit Plus-Reifen etwas niedriger, was jedoch nach kurzer Eingewöhnung kaum mehr auffällt. Hätten wir die Wahl, würden wir uns aber immer noch für die 29″-Laufräder entscheiden und sie, wie im Dauertest geschehen, mit griffigen Reifen fahren.

Seit Kurzem wird das Pivot Mach 429 Trail auf Wunsch auch serienmäßig mit 27.5+ Laufrädern ausgeliefert, ein Spacer unter dem Steuerrohr sorgt dann für eine angepasste Geometrie – der stand uns zum Testzeitpunkt allerdings noch nicht zur Verfügung.
Transformer: Mit 2,8″ breiten Plus-Reifen ist das 429 Trail noch besser fürs grobe Gelände gewappnet, im Alltag dürften die meisten jedoch mit 29″ besser fahren.

Fazit

Auch nach knapp einem Jahr kann das Pivot Mach 429 Trail noch genauso überzeugen wie am ersten Tag. Das leichte Trailbike überstand die Saison ohne Murren und untermauert den positiven Eindruck aus unserem ersten Test. Durch die Wahl der Reifen und die Anpassungsmöglichkeiten des Fahrwerks bedient das 429 Trail eine enorm breite Zielgruppe von XC bis Trail und empfiehlt sich damit für viele Biker als hervorragender Allrounder.

Mehr Infos zum Mach 429 Trail auf der Pivot-Website.

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Text: Moritz Dittmar Fotos: Christoph Bayer, Valentin Rühl

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Über den Autor

Moritz Dittmar

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Das Beste an meinem Job ist, dass ich täglich mit unserem internationalen Team überall in der Welt in Kontakt bin und dass wir uns gemeinsam ständig weiterentwickeln. Genau wie in meinem Job, lasse ich mich beim Biken ungern in eine bestimmte Schublade stecken. Egal ob es darum geht sich endlose Anstiege rauf zu quälen oder Tiefenmeter auf ruppigen Downhills zu sammeln, am Ende zählt für mich vor allem eins: Der Spaß am Biken!