Pivot stellt das Switchblade als „Next-Level Endurobike“ vor. Aber langsam mit den jungen Pferden, das könnte ja jeder behaupten. Doch wer die Bikes aus Arizona kennt weiß, dass auch andere Modelle ihrem selbstbewussten Auftritt gerecht werden. Hält das neue Switchblade, was es verspricht?

Bevor man ein neues Bike genauer unter die Lupe nimmt, sollte man es erst mal in eine Kategorie einordnen. Verdammt, läuft hier nicht – das Switchblade hat keine Lust, in eine Ecke gedrängt werden! 135 mm Federweg am Heck und 150 mm an Front klingen zunächst einmal nach Trailbike und Alpencross, doch die fette FOX 36-Federgabel macht deutlich, dass das Switchblade auch vor gröberen Aufgaben nicht zurückschreckt. In Sachen Laufräder hat der Kunde die Wahl zwischen 29″ und 27.5+. Damit das Tretlager mit Plus-Reifen nicht zu tief kommt, gibt es einen Spacer unter dem Steuerrohr. Wir sind das Switchblade mit 29″-Laufrädern und dem Spacer gefahren, um den Lenkwinkel etwas abzuflachen.
Ausstattung des Pivot Switchblade PRO XT/XTR
Federgabel: FOX 36 Factory 150 mm
Dämpfer: FOX FLOAT Factory DPS Evol 135 mm
Bremsen: Shimano XT
Schaltung: Shimano XT/XTR
Sattelstütze: FOX Transfer 125 mm
Vorbau: Phoenix Trail Enduro
Lenker: Phoenix Carbon Riser
Laufradsatz: Reynolds Carbon 29 Enduro
Reifen: MAXXIS HighRoller II 29×2.3
Gewicht: 13,32 kg
Preis: 8.499 €



Das auffälligste Feature findet sich am Heck. Kaum hat sich der Boost-Achsen-Standard durchgesetzt, geht Pivot den nächsten Schritt und präsentiert die Super Boost Plus 157-Achse. Die aus DH-Bikes bekannte Breite wird mit einem nochmals breiteren Naben-Flansch kombiniert als normale Boost-Naben und soll dadurch alle Vorteile von Boost bieten – nur noch mal verstärkt. Das Ergebnis sind neben steifen Laufrädern vor allem die unverschämt kurzen 428-mm-Kettenstreben und eine Reifenfreiheit, die selbst bei fiesesten Matsch-Bedingungen ausreichen dürfte. DT Swiss, Industry 9 und Reynolds sind bereits an Bord, SRAM bietet ein ähnliches Konzept mit 157-mm-Naben an, das ebenfalls kompatibel ist.


Geometrie des Pivot Switchblade 29
Größe | XS | S | M | L | XL |
---|---|---|---|---|---|
Sattelrohr | 368 mm | 406 mm | 425 mm | 457 mm | 495 mm |
Oberrohr | 550 mm | 582 mm | 615 mm | 635 mm | 660 mm |
Steuerrohr | 85 mm | 90 mm | 101 mm | 108 mm | 120 mm |
Lenkwinkel | 67,3 ° | 67,3 ° | 67,3 ° | 67,3 ° | 67,3 ° |
Sitzwinkel | 74,7 ° | 74,5 ° | 74,2 ° | 74,2 ° | 74,2 ° |
Kettenstrebe | 428 mm | 428 mm | 428 mm | 428 mm | 428 mm |
Tretlager Höhe | 340 mm | 340 mm | 340 mm | 340 mm | 340 mm |
Radstand | 1111 mm | 1133 mm | 1167 mm | 1190 mm | 1220 mm |
Reach | 390 mm | 410 mm | 440 mm | 460 mm | 485 mm |
Stack | 600 mm | 605 mm | 615 mm | 620 mm | 630 mm |
Das Pivot Switchblade auf dem Trail
Auf dem Trail wird schnell klar, dass das Konzept voll aufgeht. Das Switchblade liegt deutlich satter auf dem Trail als das kurzhubigere Mach 429 Trail, verfügt aber wie sein kleiner Bruder über einen extrem breiten Einsatzbereich – nur eben weiter in Richtung Abfahrt gerückt. Die lange und flache Geometrie lädt zum Gasgeben ein, während das Bike dank der kurzen Kettenstreben sehr agil und wendig bleibt. Das Switchblade klettert mühelos für ein Bike dieses Kalibers und eignet sich damit auch für lange Tagestouren.

Egal ob auf einer schnellen Feierabendrunde über flache Flowtrails oder im steileren Gelände, das Switchblade vermittelt sehr viel Sicherheit und Fahrspaß. Die Parts sind stimmig gewählt und passen zum Charakter des Bikes. In unserem Testbike waren die optionalen Reynolds Carbon-Laufräder mit 28 mm Innenbreite verbaut, die dank geringem Gewicht für eine spritzige Beschleunigung sorgen – das laute Freilaufgeräusch hingegen ist Geschmackssache. Groß gewachsene Fahrer werden sich eine Sattelstütze mit mehr Hub wünschen und die Shimano XT-Bremsen hatten mit dem bekannten Druckpunkt-Problem und der kleinen 160er Scheibe am Hinterrad zu kämpfen, ansonsten konnte die Ausstattung aber voll überzeugen.

Fazit
Mit dem Switchblade stellt Pivot eine echte Allzweckwaffe auf die 29er- bzw. Plus-Laufräder. Das schicke Bike aus Arizona wildert irgendwo zwischen Trailbike und Enduro-Terrain und deckt die Anforderungen beider Kategorien mit Bravour ab. Die gelungene Geometrie und das fantastische Fahrwerk machen es zu einem echten Traumbike – sofern man bereit ist, den saftigen Preis zu bezahlen.
Mehr zum Switchblade erfahrt ihr auf der Pivot Website!
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Text: Fotos: Noah Haxel