Mountainbiker haben in Baden-Württemberg einen schweren Stand: Die immer noch gültige 2-Meter-Regel verbietet das Befahren von Trails kategorisch und die in seltenen Fällen von vermutlich Geisteskranken gestellte Fallen gefährden das Trailfahrten zusätzlich. Angesichts dieser, für Biker prekären Situation ist es eine umso erfreuliche Neuigkeit, dass im Zuge des Projekts Gipfeltrail rund 200 km Wanderwege im Hochschwarzwald für Mountainbiker freigegeben werden sollen.

Das Projekt Gipfeltrail wurde durch die Hochschwarzwald Tourismus Gesellschaft (HTG) initiiert, die damit den Schwarzwald als Urlaubsdestination für Mountainbiker attraktiver machen möchte. Dafür braucht es neben etablierten Anreizen auch die Sicherheit, sich legal auf Trails bewegen zu dürfen – was hiermit geschehen soll.

Gemeinsam auf natürlichen Trails biken – genau das wird im Schwarzwald bald auch legal möglich.
Gemeinsam auf natürlichen Trails biken – genau das wird im Schwarzwald bald auch legal möglich.

Langfristig sollen zehn Prozent des Wanderwegnetzes, also ca. 800 km, im gesamten Schwarzwald für Mountainbiker freigegeben werden. Rund 25% davon sind Singletrails, an denen auch keine baulichen Änderungen vorgenommen werden sollen – für Freunde von naturbelassenen Strecken wird also einiges geboten.

Die ersten 138 km, wovon 34 km auf Singletrails verlaufen, werden am 12. September 2015 offiziell freigegeben. Der Rest der 200 km ist Teil der sogenannten Nordschleife, die im Laufe des Jahres 2016 freigegeben werden soll, nachdem die Verhandlungen mit privaten Grundstückseigentümern abgeschlossen sind.

Vortrieb pur!
Langfristig sollen insgesamt 800 km Wanderwege auch für Mountainbikes freigegeben werden –bei rund 200 km davon handelt es sich um Singletrails.

Für uns Mountainbiker ist es positiv zu sehen, dass wir auch endlich in Deutschland als touristische Zielgruppe ernstgenommen werden und passende Angebote geschaffen werden. Wir können uns nur wünschen, das diese Entscheidung vielleicht sogar eine gewisse Signalwirkung hat undso manchen Politiker dazu bringt, noch einmal über die Sinnhaftigkeit der 2-Meter-Regel nachzudenken…

Text: Martin Stöckl Bilder: Christoph Bayer


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