Das Stumpjumper ST ist die Version mit weniger Federweg des super vielseitigen Klassikers. Es soll noch effizienter sein und dennoch hohen Fahrspaß liefern. Kann es mit weniger Federweg noch immer in jeder Situation überzeugen?

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail- und Touren-Bike unter 3.200 € im Test

Specialized Stumpjumper ST COMP | 130/120 mm (v/h)
14,68 kg in Größe L | 3.099 € | Hersteller-Website

Das Specialized Stumpjumper ist das Synonym eines vielseitigen Trail-Bikes. Seit Jahren prägt es die Entwicklung unseres Sports mit und hat mittlerweile einige Evolutionsstufen durchlaufen. Das Stumpjumper ST ist die Short-Travel-Version des bekannten Bikes. Es besitzt mit 120 mm Federweg am Heck und 130 mm vorn je 20 mm weniger als das klassische Rad und soll so noch mehr Vortrieb und eine noch größere Tourentauglichkeit besitzen. Mit einem Preis von 3.099 € ist es das zweitteuerste Bike im Test. Gleichzeitig ist es aber das schwerste Modell und besitzt noch dazu die einfachste Ausstattung – keine guten Vorzeichen.

Specialized verbaut als einziger Hersteller eine Shimano SLX 1×11-Schaltung mit geringer Bandbreite. Das Fahrwerk kommt von FOX. Eine 34 Rhythm-Federgabel und ein FLOAT DPS Performance-Dämpfer sind in dieser Klasse Standard. Auch die Bremsen fallen mit der Shimano MT501 einfach aus, bieten aber dank großer Bremsscheiben anständige Verzögerungswerte. Ein richtig dickes Lob gebührt Specialized dagegen für die verbauten Kontaktpunkte zum Fahrer. Lenker, Vorbau, Griffe und Sattel sind perfekt und überzeugen mit gelungener Ergonomie und hohem Komfort. Auch die Specialized-eigene Reifenkombi aus Eliminator und Purgatory konnte auf dem Trail überzeugen.

Griffig
Die Specialized-Reifen punkten mit viel Grip bei geringen Rollwiderstand und gutem Pannenschutz.
Hochwertig
Der Rahmen des Stumpjumper ST wirkt hochwertig und punktet mit schönen Details wie dem extra dicken Kettenstrebenschutz.
Aus der Vergangenheit
Mittlerweile gibt es 1×12-Antriebe zu allen Preis-Punkten. Die verbaute 1×11-Variante passt da nicht mehr ins Bild. Die geringe Bandbreite limitiert die Touren-Tauglichkeit.

Specialized Stumpjumper ST COMP

3.099 €

Specifications

Fork FOX 34 Rhythm 130 mm
Rear Shock FOX FLOAT DPS Performance 120 mm
Seatpost X-Fusion Maniac 150 mm
Brakes Shimano MT501 203/180 mm
Drivetrain Shimano SLX 1x11 30 (11-46)
Stem Specialized Trail 50 mm
Handlebar Specialized Trail 780* mm
Wheelset Specialized Alu 29
Tires Specilaized Eliminator/Purgatory 2,3"

Technical Data

Size S M L XL
Weight 14,68 kg

Specific Features


Super komfortabel
Sattel und Griffe sind bekanntlich Geschmackssache, aber die Specialized-eigenen Produkte haben jeden Tester überzeugt. Hier will man nicht mehr absteigen.
Absolute Pflicht
Der Verstellhebel am Dämpfer lohnt sich sowohl bergauf als auch in der Abfahrt. Im Uphill unterdrückt er das Wippen, bergab liefert er mehr Gegenhalt auf flowigen Trails.

Die Geometrie des Specialized Stumpjumper ST

Specialized war einer der ersten Hersteller, die angefangen haben, ihre Bikes mit kürzeren Sattelrohren auszustatten. Das hat den Vorteil, dass man das Rad nicht anhand seiner Höhe, sondern nach der Länge wählen kann. Außerdem können längere Teleskopsattelstützen verbaut werden. Der Reach unseres Test-Bikes in Größe L ist mit 455 mm eher kurz, das Tretlager dagegen mit einer Absenkung von 39 mm sehr tief. Lenk- und Sitzwinkel fallen mit 67,5° bzw. 75,1° eher konservativ aus. Das Stumpy besitzt auch einen Flip-Chip. Wir sind das Rad aber ausschließlich im flachen Setup gefahren.

Größe S M L XL
Sattelrohr 380 mm 410 mm 455 mm 505 mm
Oberrohr 570 mm 593 mm 624 mm — mm
Steuerrohr 100 mm 100 mm 125 mm — mm
Lenkwinkel 67,5° 67,5° 67,5° 67,5°
Sitzwinkel 75,8° 75,5° 75,1° —°
Kettenstrebe 437 mm 437 mm 437 mm 437 mm
Radstand 1.143 mm 1.163 mm 1.192 mm —- mm
Reach 415 mm 435 mm 455 mm 475 mm
Stack 612 mm 612 mm 635 mm — mm
Helm Bell 4Forty MIPS | Jersey Fasthouse Dropper MTB Jersey
Shorts ION Scrub Amp | Schuhe Leatt DBX 4.0

Bevor man einen Fuß über das Specialized Stumpjumper ST schwingt, macht es Sinn, den Sattel möglichst weit nach vorn zu schieben. Denn dann fällt die Sitzposition ausreichend zentral und komfortabel aus. Bereits auf den ersten Metern fühlt man sich hier super wohl. Geht es bergauf, lohnt der Griff zum Dämpfer auf jedem Untergrund, denn das Fahrwerk wippt selbst im runden Tritt spürbar und sackt bei steileren Anstiegen schnell weg. Im technischen Uphill punktet das Stumpy mit guter Traktion, allerdings sollte man hier aufgrund des tiefen Tretlagers auf seine Pedalstellung achten. Bei steilen Uphills freut man sich über das 30er-Ritzel, denn mit maximal 46 Zähnen fällt die Übersetzung am Heck gering aus.

Die Geometrie ist top, das Fahrwerk leider flop! Bergab ist das Stumpy schnell am Limit

Bergab fällt ebenfalls das tiefe Tretlager auf, allerdings sehr positiv. Denn man steht super integriert im Specialized Stumpjumper ST. Das sorgt für ein hohes Sicherheitsgefühl und macht das Rad obendrein in Kurven super ausgewogen. Das Stumpy fährt sich super intuitiv und gutmütig. Es ist in engen Sektionen agil und direkt und erfordert wenig Input vom Fahrer. Speziell Anfänger und passive Fahrer werden mit diesem Rad glücklich. Die große Schwäche des Stumpjumper ST ist allerdings sein Hinterbau. Trotz eines serienmäßig verbauten, großen 0,6er-Volumenspacers ist das Rad viel zu linear und schlägt schon bei mäßigen Geschwindigkeiten und mittleren Schlägen hart durch. Wer es hier richtig laufen lässt, der malträtiert seine Sprunggelenke ebenso wie die hintere Felge.

Wie fährt sich das Specialized Stumpjumper ST im Vergleich zur Konkurrenz?

Trotz lediglich 120 mm Federweg am Heck, lässt sich das Stumpjumper im Uphill ganz schön bitten und fällt im Vergleich zu den anderen Bikes zurück. Dazu trägt neben dem stark wippenden Fahrwerk auch die hecklastige Fahrposition bei. In der Abfahrt punktet es mit einem gutmütigen Handling, das dem des Neuron ähnlich ist, und kombiniert das mit dem Komfort des SCOTT Genius. Leider rauscht es aber zu schnell durch den Federweg und schlägt hart durch. Für harte Trails ist das Rad daher nicht geeignet.

Tuning-Tipp: Es lohnt sich, das Stumpjumper COMP Alu 29 mit mehr Federweg und 1×12-Antrieb zum gleichen Preis zu wählen

Riding Characteristics

12

Uphill

1
  1. sluggish
  2. efficient

Agility

2
  1. cumbersome
  2. playful

Stability

3
  1. nervous
  2. confident

Handling

4
  1. demanding
  2. balanced

Suspension

5
  1. harsh
  2. plush

Fun Factor

6
  1. planted
  2. poppy

Value for money

7
  1. terrible
  2. very good

Intended Use

XC

8

Trail

9

Enduro

10

Downhill

11

Fazit

Das Specialized Stumpjumper ST COMP ist ein Rad, das sich nur für Tourenfahrer eignet, die Wert auf richtig viel Komfort legen und bergab langsam und in gemäßigten Terrain unterwegs sind. Sein Handling ist gutmütig und intuitiv, sein Fahrwerk dagegen schnell überfordert. Gemessen am Preis ist die Ausstattung leider sehr dürftig. Wir empfehlen hier das Stumpjumper COMP 29 mit mehr Federweg zu wählen!

Tops

  • sehr komfortable Kontaktpunkte
  • schicke Optik
  • intuitives, gutmütiges Handling

Flops

  • Fahrwerk schlägt schnell und hart durch
  • starkes Wippen bergauf
  • schwache Ausstattung zum hohen Preis

Mehr Informationen findet ihr unter specialized.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste Trail- und Touren-Bike unter 3.200 € im Test

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