Erst letztes Jahr hat der Bocholter Direktversender ROSE ein komplett überarbeitetes Fullsuspension Line-Up präsentiert [wir berichteten] und dennoch gab es auch bei der diesjährigen Produktpräsentation im österreichischen Kirchberg ein spannendes neues Bike zu sehen: den Prototyp des neuen ROSE PIKES PEAK, der über eine interessante Geometrieverstellung verfügt.

Der ROSE Pikes Peak Prototyp ist noch aus Aluminium gefertigt, das Serienbike ist vermutlich ab Mitte 2016 in Carbon verfügbar.
Der ROSE PIKES PEAK-Prototyp mit 27,5″-Laufräder ist noch aus Aluminium gefertigt, das Serienbike ist vermutlich ab Frühjahr 2016 in Carbon verfügbar.

Auf den ersten Blick sieht das neue ROSE PIKES PEAK aus wie viele aktuelle Viergelenk-Bikes auf dem Markt, seine Besonderheit lässt sich erst beim zweiten Hinsehen erkennen. Es handelt sich um eine ausgeklügelte Geometrieverstellung an der unteren Dämpferaufnahme. Mit dem PROGEO (Progression und Geometrie) genannten System lässt sich die Geometrie und auch die Progression des Hinterbaus in vier Stufen verstellen.

DIe Besonderheit des neuen Rose Pikes Peak: Die Geometrieverstellung an der unteren Dämpferaufnahme.
Die Besonderheit des neuen ROSE PIKES PEAK: die Geometrieverstellung an der unteren Dämpferaufnahme.

Ganz neu ist die Idee natürlich nicht, gibt Max Sistenich, der Konstrukteur des ROSE PIKES PEAK zu. Dennoch unterscheidet sich das System von vielen anderen auf dem Markt vor allem durch eins: seine Einfachheit! Die Geometrieverstellung lässt sich innerhalb weniger Sekunden mit nur einem einzigen Inbus-Schlüssel durchführen. Alle Teile bleiben während der Verstellung fest am Rad und können so nicht irgendwo im Wald verloren gehen. Beim Verstellen sieht der Fahrer sofort das Ergebnis und weiß daher, in welcher Einstellung er sich gerade befindet.

Je nach Postion des Flipchips ändert sich der Lenk- und Sitzwinkel, sowie die Progression des Dämpfers.
Je nach Position des Flipchips ändern sich der Lenk- und Sitzwinkel sowie die Progression des Dämpfers.
Mit einem Inbus einfach die Verschraubung lösen und schon lässt sich die Geometrie anpassen. Während des gesamten Vorgangs müssen keine Einzelteile vom Rad demontiert werden.
Mit einem Inbus einfach die Verschraubung lösen und schon lässt sich die Geometrie anpassen. Während des gesamten Vorgangs müssen keine Einzelteile vom Rad demontiert werden.

Beim hier gezeigten Rad handelt es sich noch um einen frühen Prototyp des ROSE PIKES PEAK. Das Serienbike wird nach Angaben von Max Sistenich vorerst nur mit einem Carbonrahmen erhältlich sein. Dieser verfügt über den neuen Boost 148-Hinterbaustandart und eine neue optimierte Zugführung. Auf eine Umwerferaufnahme wurde bewusst verzichtet, um so die Lagerpunkte nicht nur besser und breiter positionieren zu können, sondern die Lager selbst auch noch robuster zu gestalten, was die Steifigkeit des Hinterbaus zusätzlich erhöht. Außerdem lassen sich kürzere Kettenstreben für ein noch agileres Handling realisieren.

Deutlich zu erkennen: beim hier gezeigten Rad handelt es sich noch um einen Prototyp.
Deutlich zu erkennen: Beim hier gezeigten Rad handelt es sich um einen Prototyp.
Für die kommende Saison wird bei allen Modellen die Zugführung optimiert und wandert vom Steuerohr zum Oberrohr.
Für die kommende Saison wird bei allen Modellen die Zugführung optimiert. Die Zugeingänge wandern vom Steuer- zum Oberrohr und werden dort gespannt. Das soll nerviges Klappern verhindern.
1-fach only! Die Vorteile im Rahmendesign überwiegen und so entschied sich ROSE gegen die Möglichkeit einen Umwerfer zu montieren.
1-fach only! Die Vorteile im Rahmendesign überwiegen und so entschied sich ROSE gegen die Möglichkeit, einen Umwerfer zu montieren.

Das neue ROSE PIKES PEAK soll in zwei Versionen mit unterschiedlichen Federwegen (150 bzw. 165 mm am Heck und 150 bzw. 160 mm an der Front) angeboten werden. Der unterschiedliche Federweg am Heck ergibt sich aus dem Hub des Dämpfers, die unterschiedliche Einbaulänge der Federgabel beeinflusst die Geometrie. So ist der Lenk- und Sitzwinkel am 150-mm-Bike um 0,5° steiler als beim 160-mm-Modell. Wie bei den anderen Rädern wird es auch vom PIKES PEAK mehrere Ausstattungsvarianten geben, die sich im ROSE-eigenen Online-Konfigurator noch völlig frei an die persönlichen Vorlieben anpassen lassen.

Langes Oberrohr, kurzer Vorbau – ein Konzept das sich bewährt hat!
Langes Oberrohr, kurzer Vorbau – ein Konzept, das sich bewährt hat!
Je nach Einbaulänge der Federgabel variiert die Geometrie der beiden Modelle um 0,5°.
Je nach Einbaulänge der Federgabel variiert die Geometrie der beiden Modelle um 0,5°.

Die Geometrie des neuen ROSE PIKES PEAK lässt sich am besten mit den Worten „lang und flach“ beschreiben. Mit einem sehr langen Hauptrahmen (Reach 445 mm Gr. M) und einen flachen Lenkwinkel (65,5°) richtet sich das Bike vor allem an Fahrer, die es bergab gerne laufen lassen. Dennoch soll sich das Bike dank der kurzen Kettenstreben (430 mm) erstaunlich agil navigieren lassen.

Die Geometrie im Überblick

Größe M 160 mm(steil) M 160 mm (flach) M 150 mm(steil) M 150 mm (flach)
Oberrohr 616mm 619mm 616mm 617mm
Kettenstreben 430mm 430mm 430mm 430mm
Lenkwinkel 66,5° 65,5° 67° 66°
Sitzwinkel 75° 74° 75,5° 74,5°
Tretlagerhöhe -2mm -15mm -5mm -18mm
Reach 455mm 445mm 460mm 450mm
Stack

600mm 607mm 596mm 604mm

Die finalen Ausstattungsvarianten, Preise und weiteren Geometrien stehen uns aktuell noch nicht zur Verfügung. Das Rad wird vermutlich ab Frühjahr 2016 verfügbar sein. Wir werden das PIKES PEAK in Kirchberg einem ersten Fahrtest unterziehen, um zu sehen, wie gut die neue Geometrieverstellung und die Geometrie an sich funktioniert. Den Artikel hierzu findet ihr in Kürze hier auf ENDURO.

Für weitere Informationen besucht: rosebikes.de

Text & Bilder: Christoph Bayer