Steile Rock-Roller, enge North Shores, große Sprünge, technische Wurzelfelder und endlos viel Flow – nirgends sind die Trails so abwechslungsreich wie in British Columbia. Wir waren drei Wochen vor Ort und haben in dieser Zeit dem Norco Sight C7.1 ordentlich auf den Zahn gefühlt. Wie sich das Bike in seiner kanadischen Heimat geschlagen hat, erfahrt ihr hier.

Norco Sight C7.1 | Gewicht: 12,10 kg | Federweg: 150 mm/140 mm | Preis: 6.799 €
Norco Sight C7.1 | Gewicht: 12,10 kg | Federweg: 150 mm/140 mm | Preis: 6.799 €

Wie die Trails in Kanada sind? Unglaublich unterschiedlich. Jede Region ist anders. Das perfekte Bike für einen dreiwöchigen Roadtrip muss deshalb vor allem extrem vielseitig sein. Das Norco Sight C7.1 soll dank 150 mm Federweg in Front und 140 mm am Heck, einer ausgewogenen Geometrie und einem geringen Gewicht (12,10 kg) genau das bieten.

Tief in den Wäldern Kanadas – auf das Norco Sight C7.1 ist immer Verlass.
Tief in den Wäldern Kanadas – auf das Norco Sight C7.1 ist immer Verlass.

Das Fahrwerk des Sight C7.1 besteht aus einer RockShox PIKE RCT3 Solo Air in Front und einem Cane Creek DB Inline-Dämpfer am Heck. Letzterer erfordert etwas Geduld beim Setup, der durch die DIALED-App ermittelte Base-Tune passte in unserem Fall aber sehr gut. Die Ausstattung des 6.799 € teuren Carbon-Bikes lässt kaum Wünsche offen. Die SRAM XX1-Schaltung ist ebenso bewährt, wie es die Guide RSC-Bremsen oder die DT SWISS XM 1501 SPLINE ONE-Laufräder sind.

Die Ausstattung des Norco Sight C7.1

Federgabel: RockShox PIKE RCT3 150 mm
Dämpfer: Cane Creek DB Inline
Bremsen: SRAM Guide RSC
Schaltung: SRAM XX1/X01
Sattelstütze: RockShox Reverb Stealth 125 mm
Vorbau: Race Face Turbine 60 mm
Lenker: Race Face Next 760 mm
Laufradsatz: DT Swiss EX1501 SPLINE ONE
Reifen: Schwalbe Magic Mary/Nobby Nic
Gewicht: 12,1 kg
Preis: 6.799 €

Setup-Skills required – die Abstimmung des Dämpfers erfordert Geduld.
Setup-Skills required – die Abstimmung des Dämpfers erfordert Geduld.
Eine Instanz: Die RockShox PIKE RCT3 ist nach wie vor zu Recht extrem beliebt.
Eine Instanz: Die RockShox PIKE RCT3 ist nach wie vor zu Recht extrem beliebt.
Nervig: Die Zughüllen rutschten während des Tests permanent aus dem Rahmen.
Nervig: Die Zughüllen rutschten während des Tests permanent aus dem Rahmen.
Der 60 mm lange Vorbau passt gut ins Gesamtkonzept …
Der 60 mm lange Vorbau passt gut ins Gesamtkonzept …
… der 760 mm schmale Lenker könnte aber gerne breiter sein – kürzen kann man schließlich immer.
… der 760 mm schmale Lenker könnte aber gerne breiter sein – kürzen kann man schließlich immer.
Gangwechsel erledigt der SRAM XX1-Antrieb schnell und präzise. Kettenverluste gab es auch ohne Kettenführung keine.
Gangwechsel erledigt der SRAM XX1-Antrieb schnell und präzise. Kettenverluste gab es auch ohne Kettenführung keine.
Dauerläufer – die DT Swiss EX 1501 SplineOne-Laufräder gehören zu den zuverlässigsten auf dem Markt.
Dauerläufer – die DT Swiss EX1501 SPLINE ONE-Laufräder gehören zu den zuverlässigsten auf dem Markt.

Die Geometrie des Norco Sight C7.1

Größe S M L XL
Sattelrohr 406 mm 444 mm 482 mm 520 mm
Oberrohr 580 mm 607 mm 628 mm 650 mm
Steuerrohr 101 mm 101 mm 119 mm 149 mm
Lenkwinkel 66,9 ° 66,9 ° 66,9 ° 66,9 °
Sitzwinkel 74,0 ° 73,6 ° 73,3 ° 72,9 °
Kettenstreben 423 mm 427 mm 431 mm 435 mm
Tretlager Höhe 341 mm 341 mm 341 mm 341 mm
Radstand 1110 mm 1136 mm 1165 mm 1193 mm
Reach 396 mm 415 mm 436 mm 465 mm
Stack 585 mm 595 mm 604 mm 613 mm

Das Norco Sight C7.1 auf dem Trail

Dass unser Testrad in der Vergangenheit bereits einiges mitgemacht hat, sah man ihm aufgrund etlicher Schrammen und tiefer Kratzer deutlich an. Kurz nach Testbeginn versagte der Cane Creek-Dämpfer wegen einer defekten Dichtung den Dienst. Diese wurde jedoch schnell ersetzt und das Federbein funktionierte im Anschluss ohne weitere Probleme.

Der Hinterbau spricht trotz des geringen Federwegs sehr fein an und besitzt eine angenehme Endprogression. Er steht stabil im mittleren Federweg und gibt sehr gutes Feedback. Das gesamte Fahrwerk wirkt sehr harmonisch und ausgewogen. Kritik? Fehlanzeige!

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Bergauf klettert das Sight C7.1 sehr effektiv. Das Vorderrad hält auch bei steilen Anstiegen stets Bodenkontakt. Der Climbswitch am Dämpfer blieb die meiste Zeit ungenutzt. In technischen Anstiegen überzeugt das Norco obendrein mit viel Traktion und selbst die härtesten Climbing-Trails erklimmt man mit ihm gelassen.

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Bergab schlägt die große Stunde des Sight vor allem auf flowigen und verwinkelten, kurvenreichen Trails. Dank seiner kompakten und sehr ausgewogenen Geometrie erledigt es Richtungswechsel schnell, flink und ohne großen Körpereinsatz. Wird der Trail rougher, werden die Abfahrten steiler und die Drops größer, fehlt es ihm etwas an Laufruhe und das Norco erfordert einen beherzten Fahrstil. Hier bremsen der etwas zu steile Lenkwinkel (66,9°) und der kurze Hauptrahmen (Reach 436 mm in Größe L) den Vorwärtsdrang. Richtig unsicher fühlt man sich jedoch nie und selbst im Bikepark Whistler machte das Norco eine gute Figur.

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Die Reifenkombination, bestehend aus einem Schwalbe Magic Mary am Vorderrad und einem Nobby Nic am Heck, passt zum Einsatzbereich. Wer es bergab gerne stehen lässt, tauscht den Hinterreifen allerdings besser gegen ein aggressiver profiliertes Modell wie z. B. den Schwalbe Hans Dampf.

Fazit zum Norco Sight C7.1

Das Norco Sight C7.1 hat uns in den drei Wochen in Kanada jede Menge Spaß bereitet. Es begeistert mit seinem agilen Handling, top Klettereigenschaften und einem sehr gutem Hinterbau. Auf schnellen und harten Abfahrten hätten wir uns allerdings etwas mehr Laufruhe und Stabilität gewünscht. Wer die Bremse gerne offen lässt, greift daher besser zum großen Bruder Range.

Weitere Informationen findet ihr auf Norco.com

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Text & Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.