Mit dem Ransom 900 RC 2024 präsentiert SCOTT nach dem Trail-Bike Genius und dem Cross-Country-Bike Spark nun auch das Enduro-Bike mit neuem Look und verstecktem Dämpfer. Es kommt mit 170/160 mm Federweg (v/h) und rollt auf 29”-Laufrädern daher. Wir haben für euch getestet, was es auf und neben den Trails kann!

SCOTT Ransom 900 RC | 170/160 mm (v/h) | 15,8 kg in Größe L | 9.999 € | Hersteller-Website

So wie Käse und Berge zur Schweiz gehören, gehört das Ransom Enduro-Bike zu SCOTT. Bereits 2006, als das erste SCOTT Ransom vorgestellt wurde, hat es mit konsequentem Leichtbau, spannenden Eckdaten wie 160 mm Federweg und guter Uphill- und Trail-Performance für Aufsehen gesorgt. Nun, ca. 17 Jahre und einige Evolutionsstufen später, stellt SCOTT das neue Ransom vor. Krasser Gegensatz zu allen bisherigen Ransom-Modellen ist die moderne Designsprache, die sich mittlerweile durch das ganze Portfolio der Schweizer Bike-Marke zieht: von E-Bikes wie dem Light-E-MTB SCOTT Lumen oder dem Full-Power-E-Mountainbike Patron über Cross-Country-Bikes wie dem Spark bis hin zu Trail-Bikes wie dem Genius. Nun reiht sich auch das SCOTT Ransom als letztes Bike im Portfolio in den neuen Designansatz ein. Dabei haben die Entwickler einen hohen Wert auf Integration gelegt und lassen den Dämpfer wie von Zauberhand im Inneren des Carbonrahmens verschwinden. Aber das Enduro-Bike der Schweizer soll nicht nur mit Zaubertricks und neuem Design glänzen, sondern auch mit herausragender Abfahrts-Performance und guten Allroundqualitäten. Dafür bekommt es 170/160 mm Federweg (v/h) spendiert und rollt auf 29”-Laufrädern daher, mit einem Flip-Chip kann es auch auf ein Mullet-Setup – mit 29” vorne und 27,5”-Laufrad hinten – umgerüstet werden. Einigen von euch kommt jetzt sicherlich das Bold Unplugged in den Sinn, das Anfang 2023 vorgestellt wurde und auf die gleichen Eckdaten und einen ähnlichen Designansatz setzt. Doch obwohl die Bikes sich äußerlich ähnlich sehen, unterscheiden sie sich im Detail. Das macht schon der komplett neu entwickelte 6-Bar-Hinterbau am neuen Ransom klar. Bold Cycles ist die Tochterfirma von SCOTT und beide Firmen profitieren vom Know-how der jeweils anderen. SCOTT legt bekanntlich auch hohen Wert auf ein niedriges Gewicht, da macht auch das neue Ransom keine Ausnahme. Das von uns getestete Topmodell 900 RC zaubert in Größe L nur 15,8 kg aus dem Hut – das ist fast ein Kilogramm weniger als der Durchschnitt im letzten Enduro-Vergleichstest. Aber Gewicht ist ja bekanntlich nicht alles. Den Besitzer wechselt das Topmodell SCOTT Ransom 900 RC für 9.999 €.

Das SCOTT Ransom 900 RC 2024 im Detail

Zumindest optisch hat das neue SCOTT Ransom 900 RC 2024 auf den ersten Blick nicht mehr viel mit dem Vorgänger gemein. Der Dämpfer verschwindet im Carbonrahmen und sorgt für eine cleane Optik. Über einen Knopfdruck am Unterrohr öffnet sich die Serviceklappe werkzeuglos und man erhält leichten Zugang zum Dämpfer. Für das Setup muss man das Bike entweder auf den Kopf drehen oder zumindest auf die Seite legen. Das Ablesen des Negativfederwegs gestaltet sich einfacher als bei einem herkömmlichen FOX-Dämpfer, da sich der SAG bequem durch den Indikator am Tretlager ablesen lässt.

Sesam öffne dich: Durch einen Knopfdruck lässt sich das Cover am Unterrohr leicht abnehmen und man erhält Zugriff auf den im Rahmen verbauten Dämpfer.
Durch den SAG-Indikator am Tretlager lässt sich der Negativfederweg bequem ablesen und man kann auf das lästige Messen wie bei einem herkömmlichen FOX-Dämpfer verzichten.

Der große Ausschnitt im Unterrohr dient zugleich auch als Staufach, in dem sich das sogenannte Save The Day-Kit versteckt, das viele vielleicht bereits aus dem Bold Unplugged kennen. Es enthält einen Schlauch, Reifenheber und einen Speichenschlüssel, ein Multitool ist per Gummi-Strap auf der Innenseite der Serviceklappe befestigt. Durch eine kleine zweite Serviceklappe hinten am Sattelrohr, die von Magneten an Ort und Stelle gehalten wird, hat man von hinten Zugriff auf den Dämpfer. Das ist vor allem dann praktisch, wenn die Einstellrädchen von einem nachgerüsteten Dämpfer ungünstig platziert sind.

Im Unterrohr versteckt sich neben dem Dämpfer das Save The Day Kit mit den nötigsten Essentials, wie Schlauch, Reifenheber und Speichenschlüssel.
Auf der Innenseite der Serviceklappe ist ein kleines Multitool mit einem Strap sicher befestigt.

Der Hinterbau des SCOTT Ransom 900 RC 2024 wird von einem gut dimensionierten Sitz- und Kettenstrebenschutz geschützt, der unschöne Macken im Lack verhindert. Die Kette wird von einer Kettenführung im Zaum gehalten, die mit dem Bashguard der verbauten SRAM Transmission-Schaltgruppe kompatibel ist. Klapperfrei geht es auch bei den Zügen zu. Sie laufen direkt am Steuersatz in den Rahmen und treten erst kurz vor ihrem Wirkungsort wieder ans Tageslicht.

Der Sitz- und Kettenstrebenschutz fällt groß aus und verhindert unschöne Macken im Lack.
Die Kettenführung hält die Kette im Zaum und ist auf den Bashguard der SRAM Transmission-Schaltgruppe angepasst.
Die Züge laufen direkt durch den Steuersatz in den Rahmen und treten erst kurz vor ihrem Wirkungsort aus dem Rahmen.

Das TracLoc-System und die Dämpfer-Kompatibilität am neuen SCOTT Ransom 900 RC 2024

Im neuen SCOTT Ransom 900 RC 2024 ist der FOX FLOAT X Nude-Luftdämpfer verbaut, der exklusiv für SCOTT entwickelt wurde. Der Dämpfer ist speziell an die Integration in den Rahmen angepasst und alle Einsteller und das Ventil sind so platziert, dass man sie bei geöffneter Serviceklappe unter dem Tretlager gut erreichen kann. Im Vergleich zu den bisherigen SCOTT-Modellen mit integriertem Dämpfer steht er nicht vertikal im Sattelrohr, sondern ist liegend verbaut, was zu einem tiefen Schwerpunkt beiträgt. Die Integration in den Rahmen soll sich laut SCOTT nicht neben dem Look vor allem auch auf die Performance auswirken. Im Rahmen ist der Dämpfer besser vor Dreckbeschuss geschützt und soll konstanter arbeiten, da er nicht den starken Temperaturwechseln ausgesetzt ist, wie bei einem Dämpfer, der im direktem Fahrtwind steht.

Die Einsteller und das Ventil des FOX FLOAT X Nude-Luftdämpfers wurden speziell an die Integration in den Rahmen angepasst und sind so platziert, dass sie bei geöffneter Serviceklappe gut zu erreichen sind.

Der Dämpfer wird durch das von SCOTT entwickelte TracLoc-System angesteuert, das im Gegensatz zum TwinLoc-System nur auf den Dämpfer, statt auf das komplette Fahrwerk zugreift. Dadurch kann auch an der Gabel eine hochwertige Kartusche verbaut werden, die ansonsten der TwinLoc-Ansteuerung zum Opfer gefallen wäre. Über den TracLoc-Hebel am Lenker kann zwischen den drei Modi Climb, Ramp Control und Open Mode gewechselt werden. Im Climb Mode wird die Kompression im Dämpfer geschlossen, im Uphill geht damit weniger Energie im Fahrwerk verloren, weil er nicht mehr so stark wippt. Der Ramp Control Modus ist wie ein Volumenspacer to go. In diesem Modus wird eine der beiden Luftkammern des Dämpfers blockiert, wodurch das Gesamtvolumen im Dämpfer verringert wird und für mehr Progression sorgt und man höher im Federweg steht. Der Open Mode entspricht, wie der Name schon sagt, dem normalen offenen Setting, wie man es auch von anderen Dämpfern kennt. Die Bedienung durch den Hebel ist vor allem am Anfang noch etwas gewöhnungsbedürftig und man drückt schnell mal den falschen Hebel oder ist sich während der Fahrt doch nicht ganz sicher, in welchem Modus man sich befindet. Außerdem stören die zusätzlichen Hebel und Züge den sonst cleanen Look am Cockpit.

Ist der Nude-Dämpfer verbaut, erfolgt die Ansteuerung über den TracLoc-Hebel, über den die drei Modi gewählt werden können. Am Anfang ist die Bedienung noch gewöhnungsbedürftig und die vielen Kabel stören das sonst cleane Cockpit

In Serie ist das SCOTT Ransom 900 RC 2024 mit dem speziellen FOX FLOAT X Nude-Luftdämpfer ausgestattet. Dennoch hat man die Möglichkeit, eine Reihe anderer Luft- und Stahlfederdämpfer zu fahren, wie z. B. FOX FLOAT X2, DHX2 oder RockShox Super Deluxe Air, die auch besser zu einem Enduro-Bike passen als ein FLOAT X-Dämpfer. Bei der Umrüstung kann man sich dann auch gleich von dem TracLoc-System verabschieden, da es mit keinem anderen Dämpfer kompatibel ist. Aber das SCOTT Ransom 900 RC tritt sich auch ohne Lockout effizient genug, aber dazu gleich mehr.

Neben integriertem Dämpfer kommt auch ein neues Hinterbau-Konzept zum Einsatz. Der Horst-Link-Hinterbau wird durch einen 6-Bar-Hinterbau ersetzt und der Hauptdrehpunkt wandert an das Tretlager. Bei einem Service lässt sich das Hauptlager mit einem Innenlagerschlüssel T47 öffnen, den bestimmt jeder in seiner Werkstatt liegen hat ;)

Der Hauptdrehpunkt des neuen 6-Bar-Hinterbaus befindet sich um das Tretlager und lässt sich zum Servicen mit einem Innenlagerschlüssel T47 öffnen.

Die Ausstattung des SCOTT Ransom 900 RC 2024

Wir haben das Topmodell SCOTT Ransom 900 RC 2024 getestet, das auf Performance und Leichtbau getrimmt ist. Das FOX Factory-Fahrwerk kommt mit goldglänzender Kashima-Beschichtung und besteht aus einer 38er-Federgabel mit hochwertiger GRIP2-Kartusche und einem FOX FLOAT X Nude Factory-Luftdämpfer. Das Fahrwerk liefert eine top Trail-Performance und lässt sich bis ins Detail an die eigenen Vorlieben anpassen.

Die hochwertige GRIP2-Dämpfungskartusche der FOX 38 Factory Federgabel lässt mit einer Verstellbarkeit von High- und Lowspeed-Compression und -Rebound keine Wünsche offen.

Das elektrische SRAM X0 Eagle Transmission-Schaltwerk wechselt präzise die Gänge und verzichtet auf ein Schaltauge. Durch die direkte Montage am Rahmen ist das Schaltwerk sehr robust. Kombiniert ist es mit dem älteren SRAM AXS Rocker-Controller statt mit den neuen AXS-Pods. Durch den Matchmaker lässt sich der AXS Rocker-Controller besser in Sachen Ergonomie einstellen.

Das SRAM X0 Eagle Transmission-Schaltwerk ist direkt am Rahmen verschraubt und daher sehr robust.
Der ältere SRAM AXS Rocker-Controller lässt sich durch den Matchmaker besser an die Ergonomie anpassen als die neueren SRAM AXS-Pods.

Ebenfalls von SRAM ist die CODE Ultimate Stealth-Vierkolbenbremse, die auf 200-mm-Bremsscheiben vorne und hinten zupackt und genug Bremspower auch auf langen Abfahrten zur Verfügung stellt. Die Duncan-Sattelstütze mit satten 210 mm Hub liefert die Hausmarke Syncros. Sie lässt sich fast komplett im Sattelrohr versenken und schränkt die Bewegungsfreiheit des Fahrers nicht ein. Neben dem Carbonrahmen ist auch am einteiligen Syncros Hixon iC-Cockpit mit einer Breite von 800 mm Carbon im Überfluss zu bestaunen, das zwar schick aussieht, aber sich leider nur durch Kürzen in der Breite auf den Fahrer einstellen lässt. Auch die Verstellung der Lenkerhöhe ist durch die One-Piece-Lösung nur durch Kürzen des Gabelschafts möglich, was keinen Weg zurück ermöglicht.

Die SRAM CODE Ultimate Stealth-Vierkolbenbremse mit den 200-mm-Bremsscheiben leistet auch unter harten Bedingungen zuverlässig ihren Dienst.
Die Syncros Duncan-Sattelstütze lässt sich fast komplett im Sattelrohr versenken und bietet mit 210 mm ordentlich Hub.
Das einteilige Syncros Hixon iC-Cockpit aus Carbon passt gut zum cleanen Erscheinungsbild des Ransom, lässt sich aber kaum an den Fahrer anpassen.

Zum Glück ist SCOTT bei den Laufrädern am Enduro-Bike vom Carbon-Zug abgesprungen und verbaut stabile Race Face Turbine R-Alu-Laufräder, auf die MAXXIS-Reifen aufgezogen sind. Vorne ist ein ASSEGAI mit einer pannenanfälligen EXO+ Gummimischung und einer weichen MaxxGrip-Gummimischung verbaut, hinten ein DISSECTOR mit härterer MaxxTerra-Mischung und robuster Doubledown-Karkasse. Während der eher schwach profilierte Hinterreifen für wenig Rollwiderstand sorgt und unter trockenen Bedingungen noch ausreichend Grip liefert, kommt er an seine Grenzen, sobald es nass wird. Hier raten wir euch ein Upgrade auf ein gröberes Modell, wie z. B. den MAXXIS Minion DHR II.

Der auf den Race Face Turbine R Alu-Laufrädern montierte MAXXIS DISSECTOR-Reifen am Heck funktioniert auf trockenen und harten Untergründen noch gut, in losem oder nassem Terrain kommt er schnell ans Limit.

Tuning-Tipp: Reifen mit gröberem Profil für mehr Grip

Weitere Ausstattungsvarianten des SCOTT Ransom 2024

Vom neuen SCOTT Ransom gibt es insgesamt 5 Ausstattungsvarianten, die sich preislich zwischen 5.199 € und 9.999 € bewegen. Dabei setzen alle Modelle auf 170 mm Federweg (v/h) und 29”-Laufräder. Es wird auch eine Contessa-Variante geben, die der Ausstattung des Ransom 910 ähnelt und sich speziell an Frauen richtet. Der Carbonrahmen der Modelle unterscheidet sich in den Carbon-Lay-ups HMX und HMF. Nur das Topmodell SCOTT Ransom 900 RC kommt mit dem teureren HMX-Lay-up, bei dem hochwertigere Carbon-Fasern verwendet werden. Dadurch sind weniger Carbon-Lagen nötig und das Rahmengewicht fällt bei gleicher Steifigkeit im Vergleich zum HMF-Lay-up niedriger aus. Alle anderen Ransom-Modelle kommen mit dem etwas schwereren HMF-Carbon-Lay-up, bei dem der Hauptrahmen aus Carbon besteht und der Hinterbau aus Aluminium gefertigt wurde.

Den Anfang im Portfolio macht das SCOTT Ransom 930 für 5.199 €. Es setzt beim Fahrwerk auf eine Mischung aus RockShox- und FOX-Komponenten: Vorne werkelt eine RockShox ZEB Domain Solo Air-Federgabel und hinten ein FOX FLOAT X Nude EVOL-Luftdämpfer. Geschalten wird mechanisch mit einer Shimano DEORE 12-fach-Schaltgruppe und gebremst mit Shimano MT520-Vierkolbenbremsen in Kombination mit 203-mm-Bremsscheiben.

Das Ransom 920 kommt für 5.999 € mit einer RockShox ZEB Select+ Gabel und einen FOX FLOAT X Nude EVOL-Luftdämpfer. Die Gabel bietet zwar eine etwas geringere Einstellbarkeit als die Ultimate-Modelle von RockShox, kommt aber mit der gleichen Dämpfungskartusche, die eine hohe Trail-Performance bietet. Verzögert wird mit SRAM DB8-Vierkolbenbremsen mit 200-mm-Bremsscheiben vorne und hinten. Es ist die Einsteigerbremse von SRAM und wird untypisch für SRAM mit Mineralöl befüllt, was aber der Brems-Performance keinen Abbruch tut. Die Gänge werden mit einem mechanischen SRAM NX Eagle 12-fach Schaltwerk gewechselt, das mit dem Trigger aus der günstigeren SX-Gruppe kombiniert ist.

Das Ransom 910 ordnet sich mit 7.999 € unter dem Topmodell ein und greift auf die robuste SRAM GX Eagle Transmission zurück, die die Gänge elektrisch wechselt. Das Fahrwerk liefert FOX: Vorne kommt die 38 in der Performance Elite-Variante mit hochwertiger GRIP2-Kartusche zum Einsatz, hinten der FLOAT X Nude EVOL-Luftdämpfer. Die Gabel verzichtet zwar auf die glänzende Kashima-Beschichtung, steht aber der im Topmodell verbauten Factory-Variante in nichts nach. Ordentlich Bremspower bieten die SRAM CODE RSC Stealth-Vierkolbenbremsen mit 200-mm-Bremsscheiben. Auf die Syncros Revelstoke 2.0 Alu-Laufräder ist eine MAXXIS ASSEGAI/DISSECTOR-Reifenkombi aufgezogen, die auch auf allen anderen Ransom-Modellen zu finden ist. Sie kommt vorne in der weichen MaxxGrip-Gummimischung und EXO+ Karkasse und hinten mit der härteren MaxxTerra-Mischung mit robuster Doubledown-Karkasse.

Die Geometrie des SCOTT Ransom 900 RC 2024

Das SCOTT Ransom 2024 ist in 4 verschiedenen Größen von S bis XL erhältlich. Der Reach in Größe L fällt mit 483 mm moderat aus und auch das Sattelrohr ist mit 440 mm nicht überdurchschnittlich lang oder kurz. Die Sattelstütze mit 210 mm Hub bietet zwar eine Menge Hub, lässt sich aber nicht vollständig im Rahmen versenken. Die Kettenstreben bleiben mit einer Länge von 440 mm über alle Rahmengrößen hinweg gleich lang. Der Lenkwinkel von 63,8° kann über exzentrische, um 180° drehbare Lagerschalen auf 64,9° angepasst werden. Für eine mittlere Position ist im Lieferumfang auch noch ein Lagerschalen-Set mit 64,4° enthalten. Verändert man den Lenkwinkel, werden dabei auch der Reach, die Tretlagerhöhe und der Stack beeinflusst. Wer will, kann das SCOTT Ransom durch den Flip-Chip an der Kettenstrebe auch im Mullet-Setting – mit 29” vorne und 27,5” hinten – fahren, vorausgesetzt man besitzt das passende hintere Laufrad.

Größe S M L XL
Oberrohr 569,9 mm 598,7 mm 624,4 mm 649,1 mm
Steuerrohr 95 mm 100 mm 115 mm 125 mm
Lenkwinkel 63,8° 63,8° 63,8° 63,8°
Sitzwinkel 77° 77,2° 77,4° 77,6°
Kettenstrebe 440 mm 440 mm 440 mm 440 mm
Tretlagerabsenkung 25 mm 25 mm 25 mm 25 mm
Radstand 1.206,6 mm 1.238,8 mm 1.270,4 mm 1.299,8 mm
Reach 428 mm 458 mm 483 mm 508 mm
Stack 614,8 mm 619,3 mm 632,8 mm 641,7 mm

Das SCOTT Ransom 900 RC 2024 auf dem Trail

Wir hatten die Gelegenheit, das SCOTT Ransom 900 RC 2024 im Rahmen eines Presse-Camps im sonnigen Spanien, nahe Girona, für euch zu testen. In den Hügeln war von schnellen Flowtrails mit Anliegern und Sprüngen, über Enduro-Tracks mit Steinfeldern und Wurzeln, bis hin zu Steeps über Rock-Rolls alles zu finden – und natürlich Sand, sehr viel Sand. Auch Höhenmeter auf verschiedenen Uphills wurden gesammelt. Zudem kennen wir uns in der Gegend ziemlich gut aus, da wir unseren jährlichen E-MOUNTAINBIKE Vergleichstest dort durchführen und die Teststrecken uns sehr vertraut sind.

Auf dem Weg Richtung Trail sitzt man gut integriert im Bike, in der Ebene lastet ein leichter Druck auf den Händen. Im Uphill steigt dadurch das Vorderrad nicht und man hat auch in losem Sand noch genug Kontrolle, um die angepeilte Linie zu treffen. Dabei wippt der straffe Hinterbau nur minimal und generiert gute Traktion. Obwohl der Finger direkt in Griffweite des TracLoc-Hebels ist, nutzt man ihn so gut wie nie, denn das Ransom klettert im offenen Modus effizient und sprintet willig los, sobald man in die Pedale tritt.

Auch auf dem Trail merkt man sofort, wie effizient sich das SCOTT Ransom 900 RC 2024 bewegen lässt. Vor allem auf trockenem und hartem Untergrund beschleunigt man schnell. Pusht man dann noch über den nächsten Roller und Anlieger, lässt sich dank dem straffen Fahrwerk eine Menge Speed generieren. Mit Highspeed pumpt man sich wie auf einem Pumptrack von Anlieger zu Anlieger und zieht spontan an Kanten ab, um etwas Höhenluft zu schnuppern. Rasselt man dann zu schnell in ein Steinfeld, wartet das Fahrwerk und vor allem der Hinterbau mit hohen Reserven auf.

Das SCOTT Ransom 900 RC punktet mit einem intuitiven Handling, bei dem man sich direkt wohl fühlt. Der Fahrer bekommt gutes Feedback vom Untergrund und weiß immer, was unter den Reifen passiert. Apropos Reifen: Der Hinterreifen funktioniert zwar gut bei trockenen Bedingungen mit hartem Untergrund, kommt aber in losem Terrain wie Sand oder bei Nässe schnell an seine Grenzen. In offenen Kurven zeigt das Ransom eine gute Balance und trotz der hohen Front muss das Gewicht nicht aktiv auf das Vorderrad verlagert werden. Die hohe Front gibt einem in steilen Sektionen eine extra Portion an Sicherheit und technische Linien lassen sich durch das direkte Fahrverhalten mit chirurgischer Präzision halten. Wird der Trail allerdings schneller, erfordert es einen erfahrenen Piloten, der mit dem direkten Handling des SCOTT Ransom 900 RC umgehen kann.

Für wen ist das SCOTT Ransom 900 RC 2024?

Das SCOTT Ransom 900 RC ist für alle, die noch einige Gipfel aus eigener Kraft bezwingen wollen und dafür ein effizientes Enduro-Bike mit ordentlich Reserven suchen. Durch das direkte Handling richtet es sich vor allem an erfahrene Piloten, aber auf weniger wilden Trails kommen auch Einsteiger voll auf ihre Kosten. Gerade auf flowigen Trails generiert man durch das starke Fahrwerk viel Geschwindigkeit und bietet genug Reserven, wenn es doch mal richtig zur Sache geht. Das Ransom ist auch für alle, die mit einem hohen Maß an Integration und dem polarisierenden Design aus der Masse herausstechen wollen, aber auf der Kehrseite auch mit etwas Herumschrauben oder Einstellen leben können.

Fazit zum SCOTT Ransom 900 RC 2024

SCOTT bietet beim neuen Ransom 900 RC 2024 neben polarisierender Optik auch eine hohe Trail-Performance. Es kommt mit cleveren Detaillösungen wie dem Staufach im Unterrohr. Im Uphill ist man effizient unterwegs, bergab punktet es mit einem starken Fahrwerk, direktem Handling und guter Balance. All das macht das SCOTT Ransom 900 RC zu einem guten Allrounder und sorgt für hohen Fahrspaß, egal ob auf Flowtrails oder Enduro-Strecken.

Tops

  • starkes Fahrwerk
  • präzises und intuitives Handling
  • clevere Detaillösungen
  • hohes Maß an Integration

Flops

  • Einschränkungen bei der Pflege und Service
  • Reifenwahl

Für mehr Informationen besucht scottsports.com


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Text: Mike Hunger Fotos: Daniel Geiger, Mike Hunger

Über den Autor

Mike Hunger

Von Slopestyle und Landschaftsfotografie, hin zu Enduro und Actionfotografie. Mike probiert gerne neue Dinge aus und hat eine Vorliebe für Action. Und Handwerk: So zieht es ihn mit seinem Syncro-Van, den er selbst restauriert und umgebaut hat, regelmäßig auf verschiedenste Roadtrips. Natürlich immer mit dabei ist sein Bike und seine Kamera, um die feinsten Trails von Italien bis in die Alpen unter die Stollen zu nehmen und die schönsten Momente festzuhalten. Durch seine Ausbildung als Industriemechaniker, seiner Erfahrung aus dem Radsport und seinen Foto-Skills kann er das Know-How perfekt in den journalistischen Alltag umsetzen und testet jetzt als Redakteur die neuesten Bikes und Parts. Als “Foto-Nerd” hält er außerdem die Tests fotografisch fest und sorgt im Magazin für geiles Bildmaterial.