Da die trockenen Trails des Sommers gerade nur noch eine blasse Erinnerung sind, wird es Zeit, einen Mudguard zu installieren. Wir haben 7 der besten MTB-Schutzbleche getestet, um herauszufinden, bei welchem der Schlamm auf dem Trail bleibt, anstatt in euer Gesicht zu fliegen.

Zurzeit befinden wir uns mitten in der Saison, in der Mountainbiken Motivation, einen Sinn für Humor und die richtige Ausrüstung erfordert. Falls ihr euch noch nicht nach draußen getraut habt, dann seht euch unsere besten Tipps zum Mountainbiken bei Regen an. Sie dürften euch helfen, auch den schlammigsten Trails noch eine gehörige Portion Spaß abzuringen. Der wichtigste Tipp lautet: Montiert ein Schutzblech. Doch für welchen Mudguard solltet ihr euch entscheiden? Traditionsgemäß haben viele Fahrer lange, wacklige Schutzbleche an ihrem Bike, die unterhalb der Gabelbrücke befestigt werden. Auch wenn solche Schutzbleche natürlich ein gewisses Maß an Schutz bieten – wenn der Trail technischer wird, dann machen sie ungefähr so viel Spaß wie ein Zahnarztbesuch und wackeln herum wie eine lose gewordene Füllung. Wenn ihr mehr als nur Gravel-Road-Touren im Sinn habt, dann solltet ihr euch dringend ein vernünftiges Schutzblech für raues Gelände besorgen. Wir haben sieben der besten Optionen getestet, um herauszufinden, welche die erste Wahl bei Schmuddelwetter ist.

Was muss das beste MTB-Schutzblech können?

Schutzbleche, Mudguards oder auch Fender reduzieren drastisch den Beschuss in Form von Schmutz und Spritzwasser, der von eurem Vorderrad in eure Richtung abgefeuert wird. Dadurch schützen sie nicht nur euch selbst davor, mit einer Extraschicht Schlamm überzogen zu werden, sondern auch euer Bike und die Dichtungen eurer Federgabel. Außerdem verhindert ein Mudguard, dass sich eure Brille mit Dreck zusetzt – eure Waschmaschine wird es euch danken. Die besten MTB-Schutzbleche sollten sich leicht montieren lassen, guten Schutz bieten und so stabil sein, dass sie wieder ihre ursprüngliche Form annehmen, sollten sie bei einem Crash mal umknicken. Der Gedanke an die Umwelt sollte natürlich ebenfalls eine Rolle spielen, und da es sich hier um ein simples Teil handelt, das zu 100 % aus Plastik besteht, würden wir uns wünschen, dass mehr Mudguards aus recyceltem Material gefertigt sind.

Ein guter Mudguard gehört zum Winter einfach dazu, denn er hält Schmutz und Spritzwasser von eurem Gesicht fern und schützt auch euer Bike

Warum haben wir keine Mudguards fürs Hinterrad getestet?

Euch ist bestimmt schon aufgefallen, dass in diesem Test keine Schutzbleche für das Hinterrad dabei sind. Zwar gibt es viele Optionen auf dem Markt, doch wegen der vielen verschiedenen Hinterbau-Designs ist es schlicht und einfach schwer für uns, ein universelles Hinterrad-Schutzblech zu empfehlen. Die Front-Schutzbleche in diesem Test können an jedem Bike montiert werden (mit Ausnahme von Lefty- und Manitou Reverse Crown-Federgabeln) und die Modelle von Mudhugger und Mucky Nutz lassen sich sogar am Heck eures Bikes installieren, wenn euer Hinterbau kompatibel ist.

Kann sich ein MTB-Schutzblech komplett mit Schlamm zusetzen?

Wenn der Schlamm zähflüssig und klebrig ist, kann sich das Schutzblech manchmal komplett zusetzen. Sowohl der Mucky Nutz als auch der Mudhugger haben einen scharfkantigen Schaber an der Rückseite des Schutzblechs, der den Schlamm abstreifen soll. Doch der CRUD XL verfügt als einziger Fender über eine weiche Nase inklusive „Notluke“, durch die sich der Schlamm nach oben türmen kann und dann seitlich unterhalb der Gabelbrücke entkommt. Das macht den CRUD XL zur besten Option, falls der Schlamm auf euren Hometrails zäh und klebrig ist. Allerdings bezahlt man dieses Feature mit ausbleibendem Schutz für die Federgabeldichtungen.

Der CRUD XL Fender verfügt über eine weiche Nase. Dank ihr kann der Schlamm sich nach oben schieben und dann zur Seite rausfallen – das verhindert, dass das Schutzblech komplett verklebt.

Passt ein Mudguard bei jeder Laufradgröße?

Alle Schutzbleche in diesem Test sind universell einsetzbar und lassen sich an Bikes mit jeglicher Laufradgröße verwenden – mit Ausnahme von Plus- und Fat-Bikes natürlich. Doch auch wenn ihr sehr voluminöse 2,5”-Reifen oder breitere Modelle an einem 29er verwendet, ist es das Beste, sorgsam die Reifenfreiheit zu checken, um ganz sicher zu gehen, dass der Abstand ausreicht.

Mit einigen Reifen kann es ganz schön eng werden! Aber selbst mit unserer Testbereifung in den Dimensionen 29” x 2,5” war bei allen Schutzblechen stets genügend Abstand vorhanden.

Wie viel Spielraum zwischen Schutzblech und Reifen brauche benötige ich?

Alle getesteten Mudguards werden unterhalb der Gabelbrücke befestigt, doch zwischen Gabelbrücke und Reifen herrscht nur ein begrenztes Platzangebot. Wenn ihr 29”-Laufräder mit breiten Reifen nutzt, dann wird der Mudguard dem Reifen zwangsläufig sehr nahe kommen. Faustregel: Damit Schutzblech und Reifen nicht aneinander reiben, sollten dazwischen mind. 18 mm Abstand sein, also ungefähr die Breite eures Zeigefingers. Ist der Mudguard installiert, empfehlen wir euch, einmal komplett den Luftdruck aus eurer Federgabel entweichen zu lassen und sie maximal einzufedern, um sicherzugehen, dass die Tauchrohre den Fender nicht berühren.

Wird mein MTB-Mudguard bei einem Crash zerbrechen?

Bikes haben ein hartes Leben, speziell im Winter. Deshalb sollte ein Mudguard vor allem zäh sein. Alle Testkandidaten wurden aus flexiblem Polypropylen hergestellt, das seine ursprüngliche Form wieder annimmt, wenn es geknickt oder gequetscht wurde.

Während unserer Tests haben wir es den Schutzblechen nicht gerade leicht gemacht – wir haben sie verbogen und sind auf ihnen rumgetrampelt, um zu sehen, ob sie danach wieder ihre ursprüngliche Form annehmen

So befestigt ihr ein Mudguard an eurem MTB

Die Zeiten, als wacklige Schutzbleche im Wind flatterten, sind endgültig vorbei! Alle Mudguards in diesem Test werden für ein Maximum an Sicherheit zwischen den Tauchrohren und unterhalb der Gabelbrücke montiert. Dadurch wird das Schutzblech auch in unmittelbarer Nähe zum Reifen platziert und somit in bestmöglicher Position, um den Beschuss zu minimieren. Die einfachsten Designs werden mit Kabelbindern aus Plastik sicher an Gabelbrücke und Tauchrohren befestigt. Der CRUD XL verwendet abnehmbare O-Ringe aus Gummi, um den Mudguard stabil an Ort und Stelle zu verankern, und der Mojo DFender wiederum verfügt über eine Klemmschelle, wodurch er schnell und werkzeugfrei befestigt und wieder abgenommen werden kann. Alle Fender in unserem Testfeld lassen sich selbst vom ungeschicktesten Schrauber in nur wenigen Minuten montieren.

Was, wenn man den Mudguard wieder abnehmen will?

Die meisten Mudguards in diesem Test werden mit günstigen Kabelbindern befestigt. Wenn ihr also häufiger euer Schutzblech abnehmen wollt, würden wir empfehlen, es mit Klettband oder wiederverwendbaren Kabelbindern zu fixieren, um Müll zu vermeiden. Der DFender und der CRUD XL sind die einzigen Mudguards in unserem Testfeld, die eine einfache und schnelle Demontage erlauben. Doch generell sind Schutzbleche mittlerweile deutlich unauffälliger und ästhetischer, daher kann man sie eigentlich auch die ganze Zeit am Bike lassen.

Es gefällt uns, dass der Mucky Nutz wiederverwendbares Klettband zur Befestigung nutzt und keine Plastik-Kabelbinder

Die Mudguards im Test

Es gibt buchstäblich Hunderte Mudguards auf dem Markt und viele davon sind „Abkömmlinge“ vom simplen Marshguard. Außerdem gibt es auch viele traditionell geformte, lange und schmale Schutzblech-Designs, die oftmals mit einem einzelnen Schnellverschlusseinsatz unter dem Gabelschaft befestigt werden. Doch mit nur einem einzelnen Befestigungspunkt sind diese Schutzbleche oft wackelig, lärmend und lenken auf technischen Trails vom Geschehen ab. Alle Fender, die wir für diesen Vergleichstest ausgewählt haben, sind sicher genug befestigt für abenteuerlichstes Trail-Biken und Enduro-Trails. Eröffnet wird unser Testfeld vom einfachen AMS Mud Guard, einer dickeren und stylisheren Version des klassischen Marshguard. Er bietet zwar nur minimalen Schutz, sieht jedoch derbe lässig aus. Für etwas mehr Schutz und Abdeckung sorgen der Mucky Nutz MugGuard, der Mudhugger FRX und der RRP ProGuard. Sie alle nutzen Kabelbinder oder Klettbänder zur Befestigung an Tauchrohren und Gabelbrücke und sitzen nahe am Reifen, für maximalen Schutz. Der CRUD XL und der Mojo DFender sind beide so konzipiert, dass sie sich schnell und einfach werkzeuglos befestigen und wieder entfernen lassen, wohingegen der RRP ProGuard die Gewinde an der Brücke von kompatiblen Federgabeln zur Arretierung nutzt – mehr Teamfahrer-Look geht nicht.

Modell AMS Mud Guard CRUD XL Fender Mojo DFender Mudguard Mucky Nutz MugGuard Mudhugger FRX RRP ProGuard RRP ProGuard BOLT ON
Gewicht 36 g 195 g 142 g 85 g 83 g 111 g 102 g
Länge 240 mm 580 mm 470 mm 380 mm 420 mm 460 mm 390 mm
Preis 14,00 € 34,95 € 49,00 £* 19,99 £* 25,00 £* 35,99 £* 35,99 £*

*Viele der getesteten Mudguards werden im UK von spezialisierten Mudguard-Firmen produziert – vielleicht ein Beleg für das Wetter auf den Inseln. Alle bieten auf ihren Websites jedoch weltweiten Versand an.

Unser Fazit

Alle Schutzbleche in diesem Test hielten uns den gröbsten Beschuss vom Leib, die besten erlaubten es uns sogar, ohne Brille zu fahren. Wenn ihr vorwiegend in wirklich klebrigem Schlamm unterwegs seid, dann würden wir euch als einzigen Mudguard den CRUD XL-Fender empfehlen, da nur er sich tatsächlich niemals komplett mit Schlamm zugesetzt hat. Seine Konstruktion hat jedoch zur Folge, dass er den Dichtungen der Federgabel keinen Schutz bietet. Der AMS Mud Guard hingegen ist ein wahrer Minimalist hinsichtlich seiner Ästhetik – allerdings ist seine Schutzwirkung auch eher minimalistisch. Nichtsdestotrotz ist er eine fantastische Option für alle, die nur sehr selten auf nassen Trails unterwegs sind. Unser einhelliger Teamfavorit ist der Mojo DFender, der sich innerhalb von Sekunden befestigen lässt und trotzdem bombenfest sitzt. Wenn ihr hart am Limit unterwegs seid, maximale Reifenfreiheit benötigt und absolute Sicherheit und Stille wollt, dann ist der Mojo DFender die beste Wahl – und daher unser Testsieger. Die Schutzbleche von Mucky Nutz, Mudhugger und RRP nehmen sich nicht viel, machen alle einen tadellosen Job und bieten ein grandioses Preis-Leistungs-Verhältnis. Letztendlich hat uns vor allem der RRP ProGuard in der BOLT ON-Version überzeugt, aber er ist leider nur mit einer begrenzten Anzahl an Federgabeln kompatibel. Nach langen Diskussionen sicherte sich daher der umweltbewusstere Mucky Nutz MugGuard unsere Auszeichnung als Kauftipp.

Das beste MTB-Schutzblech – Mojo DFender Mudguard

Mojo DFender Mudguard | 142 g | 49 £

Der Mojo DFender geht einen anderen Weg als der Rest unseres Testfelds und bedient sich mit seiner Ästhetik stark am Motocross-Style. Anstelle von Kabelbindern oder O-Ringen aus Gummi nutzt er eine sichere Klammer, die sich mit einer einzelnen Rändelschraube werkzeugfrei anbringen und entfernen lässt. Die Klemme ist so konzipiert, dass sie die Gabelbrücke fest umschließt, und der Mudguard lässt sich – mit ein wenig Übung – innerhalb von Sekunden anbringen. Für den DFender sind verschiedene Passform-Adapter erhältlich, damit der Installationswinkel für die verschiedenen Federgabeln passt. Kompatibel ist der Mudguard jedoch mit den meisten FOX- sowie 27,5”-RockShox-Federgabeln – und neue 29”-Klemmungen kommen bald auf den Markt. Auch mit unserer 29“-Öhlins RXF-Federgabel funktionierte das Ganze, aber klärt am besten mit Mojo direkt ab, welchen Adapter ihr am wahrscheinlichsten brauchen werdet. Obwohl der DFender stabiler aussieht als der Rest der Schutzbleche in unserem Test, weist er die gleiche Flexibilität auf und nimmt flugs seine Ursprungsform wieder an, wenn er verbogen wird. Auf dem Trail gab es zwei Highlights: zum einen, wie sicher der Mudguard an der Gabelbrücke sitzt, ganz ohne wahrnehmbares Wackeln oder Scheuern.

Zum anderen, wie effektiv die Schutzwirkung des Fenders ausfällt. Er ist breiter als die Konkurrenten und wickelt sich förmlich um den Reifen, wodurch ihr kaum was abkriegt von dem Schlammfeuerwerk, das euer Vorderreifen abfackelt. Gerade seine Rückseite wird effektiv abgeschirmt. Die einzigen Probleme, die uns auffielen: In der Aussparung der Klemmschraube können sich Schlamm und Dreck sammeln und der Mudguard schirmt die Dichtungen der Tauchrohre nicht ab. Davon abgesehen ist seine Performance jedoch überragend. Der Mojo DFender ist im UK erhältlich und wird europaweit versendet.

Wenn ihr auf einen unverkennbaren Motocross-Look steht und einen Mudguard wollt, der sich innerhalb von Sekunden entfernen lässt, dann bietet der Mojo DFender eine herausragende Schutzwirkung in einem durchdachten Paket: unser verdienter Testsieger! Wenn er an eure Federgabel passt, solltet ihr zuschlagen.

Stärken

  • schnelle Deinstallation
  • hervorragende Schutzwirkung

Schwächen

  • keine universelle Passform
  • teuer

Mehr Info unter: mojo.co.uk


Unser Kauftipp – Mucky Nutz MugGuard

Mucky Nutz MugGuard | 85 g | 19,99 £

Der im Spritzgussverfahren gefertigte Mucky Nutz MugGuard besteht zu 100 % aus recyceltem Material und ist in zwei Größen erhältlich, in einer kurzen Version mit 400 mm Länge (getestet) und einer längeren Variante mit 600 mm. Bei einem Gewicht von 85 g ist der Mucky Nutz MugGuard gleichsam stabil wie flexibel und hat seine Form auch trotz unserer wildesten Verdreh- und Umknick-Versuche nicht verloren. Kompatibel ist er mit allen Laufradgrößen und mit Reifen bis zu einer Breite von 3“ (mit einer Boost-Federgabel). Der Fender verfügt über eine kleine, nach vorn gerichtet Lippe, die Spritzer zurück auf den Reifen lenkt. Besonders gut hat uns gefallen, dass der Befestigungspunkt für die Gabelbrücke ein Stück eingelassen ist, denn dadurch wird die Reifenfreiheit maximiert.

Der breitere „Oberarm“ hingegen schützt die Dichtungen der Federgabel. Wer sein Schutzblech gern regelmäßig abnimmt, bekommt von Mucky Nutz eine Rolle Klettband spendiert, wodurch ein schnelles und einfaches Abnehmen ermöglicht wird – alternativ können natürlich auch Kabelbinder für eine permanente Fixierung genutzt werden. Auf dem Trail bietet der Mucky Nutz MugGuard großartigen Schutz in einem minimalistischen Paket.

Der Mucky Nutz MugGuard ist erschwinglich und arbeitet tadellos. Wir würden das kürzere Modell für ganzjähriges Biken verwenden und das längere für wirklich schlimme Winter. Wenn der Preis eine Rolle spielt, dann ist der MugGuard schlichtweg alles, was man braucht, und sichert sich somit unseren Kauftipp.

Stärken

  • einfach und sicher
  • Lippe an der Front funktioniert super

Schwächen

  • Kurzversion ist womöglich ein klein wenig zu kurz als Ganzjahreslösung

Mehr Info unter: muckynutz.com


AMS Mud Guard im Test

AMS Mud Guard | 36 g | 14 €

Einfacher geht’s nicht – das originale Marshguard-Design ist mittlerweile von vielen Herstellern verfügbar. Der in Barcelona designte und hergestellte AMS Mud Guard mit 240 mm Länge ist eine dieser Optionen. Er wird aus einem einzigen Stück gefertigt und ist mit seinen 1,2 mm etwas dicker als die meisten anderen Modelle. Dadurch fällt er robuster aus und wiegt 36 g. Sein Spritzschutz ist natürlich den längeren und mächtigeren Fendern in diesem Test nicht gewachsen, daher können wir diesen Mudguard für wirklich nasse Bedingungen nicht empfehlen.

Allerdings bietet der AMS Mud Guard deutlich mehr Schutz als gänzlich ohne Fender unterwegs zu sein und ist damit perfekt für Fahrer, die die Ästhetik ihres Bikes nicht ruinieren wollen. Befestigt wird er blitzschnell mit vier Kabelbindern. Zudem schützt der AMS Mud Guard auch die Dichtungen der Tauchrohre und erhöht so ihre Lebensdauer. Insgesamt gewährt er gerade genug Schutz, um den gröbsten Beschuss daran zu hindern, euer Gesicht zu kitzeln. Erhältlich ist er in 18 coolen Designs – ihr findet also sicher eine Option, die zu eurem Bike passt.

Wenn ihr nach einem super unauffälligen Schutzblech Ausschau haltet, das ein cooles Design mitbringt, dann ist der AMS Mud Guard eine erschwingliche und gut funktionierende Option. Doch da seine Schutzwirkung ziemlich limitiert ist, empfiehlt er sich bestenfalls für Fahrer, die nur gelegentlich im Regen unterwegs sind.

Stärken

  • simpel und erschwinglich
  • coole Designs
  • günstig

Schwächen

  • nicht so viel Schutz wie ein „richtiger“ Fender

Mehr Info unter: allmountainstyle.com


CRUD XL Fender im Test

CRUD XL Fender | 195 g | 34,95 €

Der neue CRUD XL Fender lässt sich werkzeugfrei installieren und soll mit allen Federgabeln auf dem Markt kompatibel sein. Befestigt wird er mit sechs wuchtigen O-Ringen aus Gummi, die um die Tauchrohre gespannt und dann in die vorgeformten Aufnahmen eingefädelt werden. Die Arme des Fenders sind an den Kontaktpunkten zu den Tauchrohren mit Neopren gepolstert. Auch wenn er mit seinen 195 g ziemlich schwer ausfällt, sitzt der CRUD XL Fender bombenfest, sobald er montiert ist. Was seine Schutzwirkung angeht, so arbeitet sein langes Schutzblech auf schlammigen Trails fehlerlos und verschont euch von nahezu jeglichen nach oben gerichteten Schlammattacken des Vorderrads. Während unseres Tests erwies sich die spritzgussgeformte ABS-TPU-Konstruktion als äußerst zäh und der Mudguard zerbrach nicht und verformte sich auch nicht, selbst als er versehentlich zusammengedrückt wurde. Das Highlight seines Designs ist die einzigartige weiche Nase, die sich unterhalb der Gabelbrücke befindet. Sie funktioniert wie eine flexible Falltür und erlaubt es Schlamm, nach oben zu entkommen, wenn sich der Reifen langsam zusetzt.

Selbst unter Einsatz des zähesten schottischen Schlamms konnten wir den CRUD XL Fender nicht verstopfen! Die geringe Entfernung des Fenders zum Reifen führte jedoch zu etwas Geräuschentwicklung und wenn ihr etwas wilder unterwegs seid, ist gelegentlicher Kontakt zum Reifen hörbar. Die einzigen Schwierigkeiten bei der Montage hatten wir mit der FOX 34, wo die Klemmung der Federgabel für die Bremsleitung den Fender nach rechts drückte. Wir haben darüber mit CRUD gesprochen und die Empfehlung erhalten, die Klemme an der Gabel zu entfernen und die Bremsleitung stattdessen mit dem O-Ring des Mudguards zu fixieren. Das funktioniert zwar einwandfrei, reduziert allerdings die Flexibilität, da man nicht einfach schnell den Mudguard demontieren kann, ohne die Klemme wieder zu installieren. Außerdem hat uns ein wenig enttäuscht, dass der Fender nicht auch die Dichtungen der Tauchrohre mit abschirmt.

Wenn euer Hauptaugenmerk auf Funktion, cleaner Ästhetik und schneller Installation liegt, dann ist der CRUD XL Fender der beste Mudguard auf dem Markt. Er ist kompatibel mit den meisten Federgabeln, erschwinglich und eine überraschende Hightech-Lösung für winterliche Ausflüge. Nur die Tatsache, dass die Dichtungen der Federgabel ungeschützt bleiben, hat uns enttäuscht.

Stärken

  • schnelle Installation
  • cleveres Design verhindert ein Verstopfen durch Schlamm

Schwächen

  • Kabelklemmung der FOX 34 muss zur Installation entfernt werden
  • kein Schutz für die Dichtungen der Federgabel

Mehr Info unter: crudproducts.com


Mudhugger FRX im Test

Mudhugger FRX | 83 g | 25 £

Wir alle wollen weniger Plastik in unserem Leben, daher ist es grandios, dass der neue Mudhugger FRX zu 100 % aus recyceltem schwarzem Polypropylen gefertigt wird. Mudhugger ist mittlerweile zu einer Ikone innerhalb der Rennszene geworden und die Mudguards der Marke werden von der Elite des DH- und EWS-Zirkus empfohlen, beispielsweise von Loic Bruni und Sam Hill. Der 420 mm lange Mudhugger FRX ist elegant zurückhaltend und kompatibel mit allen Laufradgrößen sowie mit Reifenbreiten bis zu 3” (jedoch nur an Boost-Federgabeln). Der Fender verfügt an seiner Front über eine nach unten gezogene Lippe, die Spritzer zurück zum Reifen lenkt, allerdings auch den Abstand zum Reifen verringert. Wenn ihr noch mehr Schutz wollt, könnt ihr die MAX Extender-Verlängerung mithilfe von einpressbaren Noppen anbringen, die zusätzliche 10 cm Schutz verleiht. Dass die Löcher für die MAX-Verlängerung vorgeformt, jedoch nicht ausgestanzt sind, sieht natürlich schick und clean aus, wenn ihr euch gegen die Verlängerung entscheidet. Mit seinem Gewicht von 83 g ist der Mudhugger FRX äußerst robust und selbst unsere wildesten Versuche, ihn zu verbiegen, ließen ihn lediglich zurück in seine ursprüngliche Form schnipsen.

Der Mudhugger FRX wird mit vier bis sechs Kabelbindern fixiert und wenn ihr mehr Kabelbinder hinzufügen wollt, sind auch hier die zusätzlichen Löcher zur Befestigung an der Gabelbrücke vorgeprägt, aber nicht ausgestanzt. Individualisierung ahoi: Wenn ihr euer Bike persönlicher gestalten wollt, steht euch dafür eine breite Palette an Decal-Sets zur Verfügung. Die Schutzwirkung fällt gut aus und nichts wackelt, außerdem sind auch die Dichtungen der Tauchrohre geschützt – super! Die einzige kleine Problemzone ist die Reifenfreiheit des Mudhugger FRX, denn er weist die niedrigste von allen getesteten Schutzblechen auf. Das dürfte allerdings nur wichtig für euch sein, wenn ihr Schlammreifen mit sehr hohen Stollen nutzt.

Der Mudhugger FRX ist ein unauffälliger Mudguard, der großartigen Schutz bietet. Seine MAX-Verlängerung verpasst ihm zusätzliche Wintertauglichkeit und macht den Mudhugger FRX zur perfekten Ganzjahreslösung.

Stärken

  • stabil und flexibel
  • erschwinglich und effekti

Schwächen

  • Reifenfreiheit geringer als bei der Konkurrenz

Mehr Info unter: themudhugger.co.uk


RRP ProGuard BOLT ON im Test

RRP ProGuard BOLT ON | 102 g/126 g | 35,99 £

Falls euch jemals die Gewinde auf der Rückseite eurer Gabelbrücke aufgefallen sind und ihr euch gewundert habt, warum zur Hölle niemand einen Fender herstellt, der sich dort befestigen lässt – nun gibt es jemanden! Der RRP ProGuard BOLT ON ist der erste zur Direktmontage vorgesehene größere Mudguard seiner Art. Kompatibel ist er mit folgenden Federgabeln: FOX 32, 34, 36 und 40, Marzocchi Z1 und Z2 sowie den Modellen von Öhlins und SR Suntour. Mit seinen neuen Montagehalterungen wurde die Kompatibilität also noch mal erhöht. Wenn der ProGuard an eure Federgabel passt, lässt er sich direkt an der Gabelbrücke festschrauben, ganz ohne hässliche Kabelbinder. Das macht ihn mit Abstand zum raffiniertesten und elegantesten Mudguard auf dem Markt. Erhältlich ist er in zwei Längen: 470-mm-Standard und 390-mm-Mini. Der Fender wird inklusive Montagehalterung, zwei Inbusschlüsseln sowie Gummipads ausgeliefert, die eure Tauchrohre schützen. Das Schutzblech funktioniert mit allen Laufradgrößen und Reifen bis zu einer Breite von 3”. Die Schraubversion des ProGuard ist um 6 mm höhenverstellbar und falls nötig, lässt sich auch der Winkel anpassen.

Der Fender besitzt an seiner Front eine kleine absenkbare Blende, um den Spritzschutz zu maximieren, und ein längeres Hinterteil mit einem abgewinkelten Ende. In zähem Schlamm hat das dafür gesorgt, dass sich der Mudguard nicht ganz so schnell von Schlamm befreien konnte, wie es mit der scharfen Schnittkante der Modelle von Mucky Nutz und Mudhugger der Fall war. Doch das flexible und widerstandsfähige Polypropylen hat sich als zäh und robust erwiesen. Ein verlängertes Schild verhindert zudem, dass Schlamm auf die Dichtungen eurer Tauchrohre gefeuert wird. Während unseres Tests empfanden wir die Standard-Länge als perfekt für harte Winter, wohingegen das Mini-Modell großartig als Ganzjahresoption funktioniert. Wenn ihr eurem Fender noch einen persönlichen Touch verleihen wollt, bietet RRP 11 separat erhältliche Decal-Optionen in verschiedenen Farben an.

Wenn ihr aussehen wollt wie ein Teamfahrer und eine kompatible Federgabel euer Eigen nennt, dann ist der RRP ProGuard BOLT ON der heißeste Mudguard auf dem Markt! Er ist erschwinglich und mit einer top Performance gesegnet – ein Mudguard der Extraklasse.

Stärken

  • cleaner Look
  • absolut sicherer Schutz

Schwächen

  • nicht kompatibel mit RockShox-Federgabeln

Mehr Info unter: rapidracerproducts.com


RRP ProGuard im Test

RRP ProGuard | 120 g/131 g | 35,99 £

Falls eure Federgabel nicht mit der BOLT ON-Version des RRP ProGuard kompatibel ist, gibt es auch eine klassische Variante mit einer universellen Passform. Der Hochglanz-Look des RRP ProGuard sieht edel aus, doch nach ein paar Wochen kam es uns so vor, als würde der ProGuard leicht verkratzen und seinen schicken Look nicht lange halten können. Alternativ könnt ihr von Anfang an ein mattes Finish erreichen, indem ihr Kontaktspray wie WD40 oder GT85 auftragt. So oder so, stabil ist der Fender allemal und nahm auch unsere härtesten Anstrengungen, ihn zu verbiegen, gelassen hin. Durch die Halterung für die Gabelbrücke sollen zusätzliche 4 mm an Reifenfreiheit hinzukommen und die Dichtungsschilde verbieten es Schlamm und Dreck, an eure Gabeldichtungen zu gelangen. Der hintere Teil des Fenders schien sich in Kurven ein wenig abzusenken und zu reiben, verglichen mit einigen der anderen Mudguards im Test.

Um die Kompatibilität zu maximieren, gibt es insgesamt 24 Löcher zur Befestigung an der Gabelbrücke, die zwar vorgeprägt, jedoch nicht ausgestanzt sind. Dadurch könnt ihr die Löcher, die ihr braucht, einfach herausbrechen. Der Fender ist in zwei verschiedenen Längen erhältlich: einer 494-mm-Standardlänge sowie als längere MAX PROTECTION-Option mit 582 mm. Auf dem Trail bot bereits die Standard-Version fantastischen Schutz, daher sollten nur Leute die MAX PROTECTION-Option in Betracht ziehen, die ständig auf super nassen Trails unterwegs sind.

Der RRP ProGuard ist hochwertig verarbeitet und bietet ein herausragendes Maß an Schutz. Zwar wird er mit einfachen Kabelbindern an der Federgabel fixiert, aber ist er einmal montiert, bietet er reichlich Reifenfreiheit und tadellose Performance.

Stärken

  • exzellenter Schutz für die Dichtungen der Federgabel
  • gigantische Reifenfreiheit

Schwächen

  • zerkratzt leicht

Mehr Info unter: rapidracerproducts.com

Text & Fotos: Trev Worsey

Über den Autor

Trev Worsey

Trevor liebt Whisky, das Biken und alles dazwischen. Er wurde zwar in England geboren, fühlt sich aber als waschechter Schotte. Dementsprechend ist er nicht nur schlechtes Wetter gewöhnt, sondern ist auch ein echter Spezialist, wenn es um steile und anspruchsvolle Trails geht. Mit über 40 muss er sich eigentlich nichts mehr beweisen, kann jedoch trotzdem mit vielen jungen Wilden mithalten. Damit das nicht allzu sehr überhandnimmt, steht „Think about Brook“ auf seinem Oberrohr. Sein Sohn Brook wurde von Anfang an mit dem Bike-Virus infiziert. Gemeinsam mit seiner jungen Familie und den zwei Hunden sieht man Trevor fast ausschließlich draußen, sei es beim Biken, Graveln, Wandern, Surfen oder Kanu fahren – egal bei welchem Wetter. Ein echter Schotte eben.