GHOST präsentiert das neue SL AMR X als Gegner gegen leere Versprechungen und heiße Luft im Dämpfer. Das Besondere an dem Bike: der Stahlfederdämpfer im Hinterbau. Doch geht dieses Konzept in einem Trailbike auf und ist das SL AMR X die absolute Allzweckwaffe?

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Ghost SLAMR X 5.9 AL | 150/145 mm (v/h) | 14,90 kg | 2.599 €

GHOST hat sich extrem gewandelt. Die einst triste Marke mit angestaubtem Image hat die Modellpalette über die Jahre kontinuierlich überarbeitet und allen Rädern einen markanten, eigenständigen Look verpasst. Die neueste Kreation ist das SL AMR X 5.9 AL, das auf 29”-Laufrädern rollt, dank neuem Umlenkhebel einen deutlich steiferen Rahmen haben soll und 145 mm Federweg am Heck besitzt, die von einem Cane Creek DB Inline-Stahlfederdämpfer verwaltet werden. Mit einem Preis von 2.599 € ist das GHOST das günstigste Bike im Test.

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Dennoch kommen hochwertige MAXXIS Minion DHF/DHR II-Reifen in der Wide Trail-Variante zum Einsatz, die auf 30 mm breiten DT Swiss-Laufrädern montiert sind. Top sind außerdem die SRAM GX-Eagle-Schaltung und auch die MAGURA MT Thirty2-Bremsen. Kritik gibt es allerdings für die Teleskopsattelstütze mit lediglich 115 mm Hub und auch die SR SUNTOUR AION-Federgabel kann nicht mit den Modellen von RockShox oder FOX im Test mithalten. Sie spricht nur mäßig an und ist stark überdämpft, wodurch wir nie den Federweg komplett ausnutzen konnten. Außerdem schade: Das lange Sitzrohr des Rahmens macht es schwierig, eine Teleskopsattelstütze mit mehr als 125 mm Hub zu verbauen.

  Der Hinterbau des SL AMR X lässt sich kaum aus der Ruhe bringen!

Auch wenn man es aufgrund des hohen Gewichts und des Stahlfederdämpfers nicht direkt vermuten würde, klettert das GHOST SL AMR X erstaunlich effizient und komfortabel bergauf. Der Hinterbau wippt kaum und besitzt viel Traktion. Gerade bei technischen Anstiegen ist das genial! Gebremst wird der Vorwärtsdrang etwas von den breiten MAXXIS Minion-Reifen. Sie besitzen bergab zwar grandiosen Grip, machen das Rad aber auch etwas behäbig. Die große Stunde des GHOST schlägt in der Abfahrt. Der Hinterbau saugt Wurzeln und Steine effizienter auf als ein Staubsauger die Krümel unterm Küchentisch. Dank des tiefen Tretlagers (30 mm Drop) steht man angenehm integriert im Bike und hat in Kurven viel Traktion. Der Hauptrahmen ist mit einem Reach von 446 mm zwar eher kurz, dennoch besitzt das Rad ein hohes Maß an Laufruhe und Stabilität. Leider kann die Federgabel nicht mit der Performance des Hinterbaus mithalten. Schnelle, harte Schläge erfordern mit ihr viel Kraft in den Armen. Im Antritt ist das GHOST mit seinem hohen Gewicht und den griffigen Reifen etwas träge. Enge Sektionen bergab meistert das Rad dagegen erstaunlich agil und auch bei Richtungswechseln ist es alles andere als behäbig.

Das Ghost SLAMR X 5.9 AL im Detail

Federgabel SR Suntour 150 mm
Dämpfer Cane Creek Inline Coil CS 145 mm
Bremsen Magura MT Thirty2 200/180 mm
Schaltung SRAM GX Eagle
Sattelstütze RJD Dropper 115 mm
Vorbau Ground Fiftyone 45 mm
Lenker Ground Fiftyone Race 780 mm
Reifen Maxxis Minion DHF / Maxxis Minion DHR II
Laufradsatz DT Swiss M1900 Spline
Gewicht 14,90 kg
Preis 2.599 €

Die Benchmark
An der SRAM GX Eagle-Schaltung führt für Trailbikes aktuell kein Weg vorbei. Sie begeistert mit ihrer großen Bandbreite und smoothen Schaltvorgängen.
Schick
Sowohl die Formsprache als auch die Lackierung weiß zu überzeugen
Sahnig
Der Cane Creek DB Inline-Stahlfederdämpfer verleiht dem GHOST einen sehr satten Hinterbau.
Super nervig
Das laute Klappern der Züge am GHOST SL AMR X und am Giant Trance bringt einen auf anspruchsvollen Abfahrten fast um den Verstand! Je leiser, desto besser!
Überfordert
Die SR SUNTOUR AION-Federgabel kann nicht mit der Konkurrenz mithalten. Sie spricht leider nur mäßig an und ist stark überdämpft.

Die Geometrie des Ghost SLAMR X 5.9 AL

Größe S M L XL
Oberrohr 569 mm 595 mm 621 mm 655 mm
Steuerrohr 100 mm 105 mm 110 mm 120 mm
Lenkwinkel 65,5° 65,5° 65,5° 65,5°
Sitzwinkel 74° 74° 74° 74°
Kettenstrebe 438 mm 438 mm 438 mm 438 mm
BB Drop 30 mm 30 mm 30 mm 30 mm
Radstand 1157 mm 1183 mm 1209 mm 1243 mm
Reach 398 mm 422 mm 446 mm 476 mm
Stack 609 mm 615 mm 619 mm 628 mm

  Tuning-Tipps: Züge polstern oder im Rahmen befestigen und Federgabel tauschen

Fazit

Wir sagen es euch lieber gleich: Wer ein agiles, flinkes Trailbike sucht, wird hier nicht fündig. Das GHOST SL AMR X 5.9 AL giert nach Gravitation. Mit seinem potenten Hinterbau und den großen Laufrädern ist es wie gemacht für anspruchsvolle Abfahrten. Leider wird es dort jedoch von seiner Federgabel gebremst.

Stärken

+ top Hinterbau
+ klettert komfortabel bergauf
+ top Reifen
+ sehr berechenbar

Schwächen

– Federgabel unsensibel und überdämpft
– klappernde Züge nerven
– Sattelstütze hat zu wenig Hub

Uphill
Downhill
Laufruhe
Agilität
Preis/Leistung


Mehr Infos findet ihr unter: ghost-bikes.com

Das Testfeld

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Alle Bikes im Test: Canyon Spectral CF 8.0 | Ghost SLAMR X 5.9 AL | Giant Trance 1.5 LTD | ROSE ROOT MILLER 2 | Trek Fuel EX 8 29 XT | Whyte T-130 S | YT JEFFSY 29 AL Comp


Dieser Artikel ist aus ENDURO Ausgabe #033

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Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Valentin Rühl

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Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für ENDURO. Er kümmert sich federführend um das sechs Mal im Jahr erscheinende Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.