Seit der Eurobike 2023 präsentiert sich das Unternehmen mit einem überarbeiteten Markenauftritt: neues Logo, neue Flankengestaltung – kurze Zeit später folgten außerdem frische Produktideen wie die neuen Radialreifen. Damit will Schwalbe nun nicht weniger als die Konstruktion moderner MTB-Reifen revolutionieren. Gelingt dieser Schachzug? Wir haben daher gleich elf Modelle aus dem aktuellen Line-up auf Herz und Noppen getestet.
| Modell | Gewicht | Preis |
|---|---|---|
| Magic Mary ADDIX Ultra Soft Super Downhill 29 x 2,40 |
1.394 g | 74,90 € |
| Tacky Chan ADDIX Ultra Soft Super Downhill 29 x 2,40 |
1.355 g | 74,90 € |
| Tacky Chan ADDIX Ultra Soft Super Gravity 29 x 2,40 |
1.271 g | 74,90 € |
| Tacky Chan ADDIX Soft Super Gravity 29 x 2,40 |
1.260 g | 74,90 € |
| BIG BETTY ADDIX Soft Super Gravity 29 x 2,60 |
1.335 g | 74,90 € |
| Magic Mary ADDIX Ultra Soft Super Gravity 29 x 2,60 |
1.243 g | 74,90 € |
| Hans Dampf ADDIX Soft Super Gravity 29 x 2,35 |
1.219 g | 74,90 € |
| Magic Mary ADDIX Ultra Soft Gravity Pro Radial 29 x 2,50 |
1.361 g | 79,90 € |
| Albert ADDIX Soft Gravity Pro Radial 29 x 2,50 |
1.355 g | 79,90 € |
| Albert ADDIX Ultra Soft Gravity Pro Radial 29 x 2,50 |
1.352 g | 79,90 € |
| Magic Mary ADDIX Ultra Soft Trail Pro Radial 29 x 2,50 |
1.080 g | 73,90 € |
Die Karkassen im Überblick
Bei Schwalbe erfolgt die Benennung der Karkassen relativ gut nachvollziehbar. Hier wird mehr oder weniger der Einsatzzweck hinter die Bezeichnung „Super” gehängt. Die fünf Karkassen Super Race, Super Ground, Super Trail, Super Gravity und Super Downhill bieten ein großes Spektrum von leichten, schnell rollenden Karkassen bis hin zu robusten, mehrlagigen Konstruktionen für härteste Einsätze. Bei der neuen Radialkarkasse weicht Schwalbe von dieser Namensgebung etwas ab. Hier wird der Einsatzzweck nun vor die Bezeichnung „Pro” gesetzt.
Super Race
Der Fokus bei der Super Race-Karkasse liegt auf niedrigem Rollwiderstand und geringem Gewicht. Daher befindet sich nur eine schmale Schutzeinlage im Bereich der Lauffläche. So eignet sich die Super Race-Karkasse mit 67-TPI-Gewebedichte ausschließlich für den XC-Race-Einsatz.
Super Ground
Die Super Ground-Karkasse möchte Pannenschutz und ein gutes Rollverhalten vereinbaren. Es handelt sich bei der Super Ground-Karkasse um eine typische einlagige Karkassenkonstruktion, bei der drei Lagen Karkassenmaterial mit 67 TPl im Bereich der Lauffläche übereinanderliegen. Für erhöhten Pannenschutz hat Schwalbe eine Schutzeinlage von Wulst zu Wulst eingearbeitet. Sie erhöht vor allem den Schnittschutz an den Seitenwänden und sorgt obendrein dafür, dass die Super Ground-Reifen auch ohne Dichtmilch gut die Luft im Reifen halten. Die Super Ground-Karkasse markiert aber definitiv das unterste Ende der Skala für Trail- und Enduro-Biker. Für den harten Trail-Einsatz sind die Seitenwände zu dünn, ab etwa 80 kg Körpergewicht gehören Pinch-Flats am Hinterrad zur Tagesordnung. Leichte Fahrer profitieren hingegen vom geringeren Rollwiderstand und Gewicht und kommen mit der Super Ground-Karkasse an der Front gut zurecht.
Super Trail/Trail Pro
Die Super Trail bzw. bei Radialreifen als Trail Pro bezeichnete Karkasse ist analog zur Super Ground-Karkasse als einlagige Konstruktion mit 67-TPI-Karkassenmaterial aufgebaut. Sie setzt aber zusätzlich noch auf eine Gummieinlage an der Seitenwand, die als Durchschlagschutz dient und dem Reifen insgesamt mehr Stabilität verleiht. Schwalbe sieht das Einsatzgebiet dieser Karkasse sehr breit gefächert. Mit dem moderaten Gewicht soll sie dennoch genügend Pannenschutz liefern, um sich neben All Mountain- und Trail-Einsätzen auch bis in Enduro-Gefilde vorzuwagen. Verglichen mit dem Testfeld liefert die leichte Super Trail-Karkasse im aktuellen Labortest mit Radialaufbau jedoch nur im unteren Bereich ab. Sie bietet einen soliden Schutz bei Durchschlägen, der vergleichbar mit der Hardwall-Karkasse von Pirelli ist, jedoch etwas geringfügiger als der von MAXXIS EXO+ Karkasse ausfällt. Damit empfiehlt sich die Trail-Karkasse von Schwalbe für Enduro-Einsätze nur am Vorderrad.
Super Gravity/Gravity Pro
Wer auf Nummer sicher gehen will, kann mit der Super Gravity- bzw. Gravity Pro-Karkasse am Enduro-Bike gar nicht falsch liegen. Denn in Sachen Pannenschutz spielt sie ganz vorne mit. Im Gegensatz zur Super Trail-Karkasse kommt sie mit vier statt drei Lagen Karkassenmaterial mit 67 TPI daher, welche mit der Schutzeinlage von Wulst zu Wulst sowie der Gummieinlage an der Seitenwand kombiniert sind. Damit erreicht die Gravity-Karkasse von Schwalbe sehr gute Werte bei Durchstich und Durchschlag. Besonders beim Durchstich glänzt die Schwalbe Gravity-Karkasse, wo sie auch Downhill-Karkassen anderer Hersteller deutlich übertrifft. Hier muss sie sich nur der hausinternen Downhill-Karkasse geschlagen geben.
Super Downhill
Viel hilft viel: Die Super Downhill-Karkasse von Schwalbe ist eine klassische zweilagige Karkassenkonstruktion, bei der sechs Lagen mit 68-TPI-Karkassenmaterial auf der Lauffläche und vier Lagen an der Seitenwand auch bei niedrigen Luftdrücken noch ausreichend Schutz bieten sollten. Doch nicht nur die Karkassenlagen sind doppelt ausgeführt, auch die schon in den Super Trail- und Super Gravity-Karkassen eingesetzte Gummieinlage am Reifenwulst ist bei der Super Downhill-Karkasse gleich zwei Mal vorhanden. Das soll die Seitenwände noch weiter stabilisieren und den Durchschlagschutz maximieren. Beim Durchschlagtest im Labor liefert die Schwalbe Super Downhill-Karkasse mit knapp 600 mm Fallhöhe einen sehr guten Wert, der nur noch von der Specialized GRID Gravity-Karkasse und MAXXIS DH-Casing getoppt werden konnte. Beim Schutz gegen Durchstiche macht Schwalbe allerdings niemand etwas vor. Hier erzielt die Super Downhill-Karkasse die besten Werte im Test. Bei den relevanten Durchstichen mit dem 5-mm-Meißel stammen die absoluten Maximalwerte des Testfelds sowohl an der Seitenwand als auch auf der Lauffläche von Schwalbes Super Downhill-Karkasse.
Radialkarkasse
Neu bei Schwalbe sind seit August 2024 die sogenannten Radialreifen, bei denen die Karkassenfäden in einem wesentlich stumpferen Winkel nahe 90° verlaufen statt der normalerweise üblichen 45° von Diagonalreifen. Zum Zeitpunkt des Tests gibt es vier Modelle, die den neuen Karkassenaufbau nutzen: Albert, Shredda Front und Shredda Rear sowie den Klassiker Magic Mary. Schwalbe verspricht gravierende Vorteile: Durch die punktuelle Verformbarkeit sollen die Pneus mehr Grip, mehr Dämpfung, mehr Sicherheit und satte 30 % mehr Auflagefläche bei gleichem Druck liefern.
Es gibt jedoch auch einen Nachteil, den Schwalbe sogar selbst eingesteht: Reifen mit Radialkarkasse weisen – bedingt durch ihre Verformungsfreudigkeit – einen höheren Rollwiderstand auf. Bei einem Magic Mary mit Ultra Soft-Mischung fällt der Rollwiderstand mit Gravity Pro-Radialkarkasse in unserem Labortest etwa 4,3 Watt höher aus als beim gleichen Modell mit 45° Super Gravity-Karkasse. Mit einer Luftdruckerhöhung kann dem natürlich entgegengewirkt werden – laut Schwalbe klappt das, ohne dass die Vorteile der Radialkarkasse dabei verloren gehen. Selbst bei 50 % mehr Reifendruck sollen Reifen mit Radialkarkasse noch immer eine um 15 % erhöhte Auflagefläche gegenüber Reifen mit herkömmlichem Karkassenaufbau bieten. Unserer Erfahrung nach empfiehlt es sich tatsächlich die Radialreifen mit etwa 0,2 bar mehr Luftdruck zu fahren – auf Hardpack-Strecken geht sonst merklich Geschwindigkeit verloren und man muss hier und da deutlich mehr in die Pedale treten, um Sprünge zu schaffen. Ist der richtige Druck eingestellt, wird man auf dem Trail mit einer sehr guten Dämpfung und einem hohen Gripniveau belohnt. Wegen der guten Verformbarkeit stellt sich das Gefühl ein, als würde der Reifen Hindernisse nicht nur überrollen, sondern geradezu umschlingen.
Aktuell gibt es Radialreifen nur in zwei der fünf Karkassenbauweisen: als Trail Pro und Gravity Pro. Während eine Ground Pro-Karkasse vermutlich den Zweck verfehlen würde, wäre eine Downhill Pro-Radialkarkasse vermutlich für viele interessant. Wir sind sicher, dass Schwalbe diese noch liefern wird.
Direkter Vergleich: Diagonalreifen vs. Radialreifen
Schwalbe betont, dass die Radialkarkasse zwar die namensgebende Konstruktionsweise mit anderen Karkassenfädenwinkeln nutzt, doch die Anzahl der Karkassenlagen bzw. die Materialstärke unverändert ist. Damit soll weiterhin ein gutes Pannenschutzniveau erzielt werden. Jedoch erreicht die Radial-Version der Gravity-Karkasse im Labor schlechtere Pannenschutzwerte als ihr Pendant mit konventioneller Diagonal-Bauweise. Zwar berücksichtigt der ohne Luft durchgeführte Durchstichtest nicht, dass sich der Reifen in der Realität beim Kontakt mit spitzen Hindernissen verformen kann; allerdings zeigt auch der mit Luftbefüllung durchgeführte Durchschlagversuch beim Radialreifen ein etwas schlechteres Ergebnis. Damit liegt die Schlussfolgerung nahe, dass die Vorteile der Radialkarkasse mit einem etwas geringeren Pannenschutz einhergehen und man gegebenenfalls zur nächst stabileren Karkasse greifen sollte, wenn hoher Pannenschutz die oberste Priorität ist. Heißt das, dass wir von der Radialkarkasse abraten würden? Keineswegs! Denn abseits vom Labor auf dem Trail sieht die Welt oftmals anders aus: Hier ist der Radialreifen vor allem in Sachen Dämpfung im Vorteil.
Die Gummimischungen im Überblick
Schwalbe hat für das Mountainbike-Segment vier unterschiedliche Gummimischungen entwickelt. Von schnell rollend bis maximal griffig lautet das Lineup wie folgt: ADDIX Speed, ADDIX Speedgrip, ADDIX Soft und ADDIX Ultra Soft.
Aus welcher dieser Mischungen ein Reifen aufgebaut ist, erkennt man bei Schwalbe nicht nur am Schriftzug an der Reifenflanke, sondern darüber hinaus auch auf der Lauffläche durch einen farbigen Streifen. Die Kennzeichnung erfolgt anhand folgenden Musters:
Roter Streifen = ADDIX Speed
Blauer Streifen = ADDIX Speedgrip
Orangener Streifen = ADDIX Soft
Violetter Streifen = ADDIX Ultra Soft
ADDIX Speed
ADDIX Speed ist Schwalbes schnelle XC-Race-Mischung, deren Hauptaugenmerk auf der Verringerung des Rollwiderstands liegt. Sie wird daher ausschließlich mit Reifenprofilen für den XC-Einsatz kombiniert. An den relevanten Reifen für den Trail- und Enduro-Einsatz spielt ADDIX Speed daher keine Rolle.
ADDIX Speedgrip
ADDIX Speedgrip ist Schwalbes Universal-Compound, der die umfangreichste Einsatzbandbreite der Schwalbe-Gummimischungen bedient. Daher ist ADDIX Speedgrip in der größten Anzahl der Mountainbike-Reifen vertreten. Man findet die ADDIX Speedgrip-Gummimischung sowohl bei Reifen für den XC-Einsatz als auch bei den etwas grobstolligeren All Mountain- und Trail-Reifen wie Nobby Nic, Wicked Will und Hans Dampf. Für den Trail- und All Mountain-Einsatz ist die ADDIX Speedgrip-Gummimischung für ein schnell rollendes Setup am Hinterrad empfehlenswert, wo der Kompromiss aus Grip und niedrigem Rollwiderstand gut aufgeht. Am Vorderrad würden wir hingegen immer zur weicheren ADDIX Soft- oder gar ADDIX Ultra Soft-Mischung greifen.
ADDIX Soft
Die aggressivsten Reifenmodelle für den Enduro- und Gravity-Einsatz bauen bei Schwalbe mindestens auf die ADDIX Soft-Gummimischung. Dieser Compound soll gegenüber ADDIX Speedgrip ein gutes Plus an Dämpfung und Grip liefern, ohne dass der Rollwiderstand durch die Decke geht. Das macht ADDIX Soft zu einem vielseitigen Compound, der nicht nur im Gravity-Bereich gut funktioniert. Kombiniert mit dem entsprechenden Profil fällt der Rollwiderstand in unserem Labortest nämlich erstaunlich niedrig aus. Es gibt daher auch für den Trail-Einsatz keinen Grund, einen Reifen mit der schneller rollenden ADDIX Speedgrip-Gummimischung am Vorderrad zu fahren. Wenn Abfahrten im Fokus stehen, empfiehlt sich ADDIX Soft definitiv für Trail-Einsätze auch am Hinterrad. Für den harten Enduro-Ride ist sie auf jeden Fall die richtige Wahl am Hinterrad.
ADDIX Ultra Soft
Während die ADDIX Soft-Mischung noch einen vielseitigen Kompromiss darstellen soll, ist ADDIX Ultra Soft ganz klar als kompromisslose Gummimischung für maximale Kontrolle bergab konzipiert. Die Gummimischung mit dem höchsten Grip und der höchsten Dämpfung von Schwalbe soll zudem ganzjahrestauglich sein. Insbesondere in Verbindung mit einem Radialreifen ergibt sich eine exzellente Dämpfung. Am Hinterrad empfiehlt sich die Mischung wegen des hohen Rollwiderstands ausschließlich für Bikepark-Einsätze, wenn Anstiege nicht aus eigener Kraft erfolgen.
Die Profile im Überblick
Albert
Während der Albert in seiner Namensgebung – im Vergleich zu seinem Vorgänger – abgespeckt hat, hat der Reifen in puncto Stollenanzahl eher zugelegt. Sein geschlossenes Profil soll damit vor allem auf härteren Böden gut performen und zudem die besten Rolleigenschaften unter den Radialreifen liefern. Das von uns getestete Modell liefert mit ADDIX Soft-Mischung trotz Radialkarkasse mit 36,7 Watt ein gutes Ergebnis. Wer die Vorzüge der Radialkarkasse nutzen möchte, aber beim Rollwiderstand nicht über die Stränge schlagen will, für den empfiehlt sich der Albert – insbesondere am Hinterrad, denn auch hier profitiert man von der Dämpfungswirkung. Mit Ultra Soft-Mischung macht der Albert auch am Vorderrad eine gute Figur, denn er ist dank seines breiten Grenzbereichs gut berechenbar. Der Albert wird wahlweise mit 2,5″ oder 2,6” Breite sowie den Karkassen Trail Pro oder Gravity Pro angeboten. Bei der Gummimischung stehen ADDIX Soft und ADDIX Ultra Soft zur Verfügung.
Hans Dampf
Als Allrounder für All Mountain und Enduro konzipiert, soll der Hans Dampf sowohl bergab als auch bergauf punkten. In der Tat rollt der Hans Dampf mit der von uns getesteten Super Gravity-Karkasse und ADDIX Soft-Gummimischung im Labor sehr leicht und befindet sich in den Top 3 Rollwiderstandswerten im Test. Mit der ebenfalls erhältlichen ADDIX Speedgrip-Gummimischung können Uphill-Fanatiker nochmal ein paar Watt einsparen – für die meisten ist die ADDIX Soft-Mischung jedoch die goldene Mitte aus Rollwiderstand und Abfahrts-Performance am Hinterrad. In puncto Grip und Traktion kann der Hans Dampf seine Alleskönner-Qualitäten jedoch nicht ganz verbergen. Beim Einsatz im Bikepark geht es – wenngleich noch kontrollierbar – merklich rutschiger zu als mit grobstolligeren Reifen. Hier sind sowohl der Tacky Chan als auch der Big Betty die bessere Wahl.
Beim Hans Dampf kann neben den zwei Optionen bei der Gummimischung auch zwischen zwei Breiten ausgewählt werden: 2,35” und 2,6” stehen hier zur Verfügung. Zudem gibt es den Hans Dampf in Super Trail- und Super Gravity-Karkasse. Neben den gängigen Laufradgrößen sind auch 26”- und 24”-Versionen erhältlich.
Tacky Chan
Schwalbe vermarktet den Tacky Chan als ihren schnellsten Downhill-Reifen, der sowohl am Vorder- als auch am Hinterrad gut funktionieren soll. Tatsächlich rollt er nur geringfügig schlechter als ein Hans Dampf, bietet aber spürbar mehr Abfahrts-Performance durch seine gute Bremstraktion. Er ist leichter als ein Magic Mary und bietet laut Schwalbe die stabileren Seitenstollen. Nach unserer Erfahrung ist der Grenzbereich des Tacky Chans breiter, dafür jedoch nicht so hoch wie bei einem Magic Mary. Ganze vier Karkassen stehen beim Tacky Chan zur Wahl: Super Ground, Super Trail, Super Gravity und Super Downhill. Bis auf die Version mit Super Downhill-Karkasse kann zwischen ADDIX Soft- und ADDIX Ultra Soft-Gummimischung gewählt werden. Keine Auswahl gibt es hingegen bei der Breite, die mit 2,4“ immer gleich ausfällt.
Big Betty
Der Big Betty ist ein echter Klassiker im Schwalbe Portfolio, der schon in den 90er-Jahren auftauchte. Zwischenzeitlich verschwand der Reifen, ist nun wieder voll zurück auf dem Trail. Auch der Big Betty hat spürbar mehr Abfahrts-Performance als der Hans Dampf bei einem verkraftbar erhöhten Rollwiderstand. In ADDIX Soft-Mischung bietet der von uns getestete Big Betty mit Super Gravity-Karkasse neben einem niedrigeren Rollwiderstand auch eine hohe Pannensicherheit. In Verbindung mit der sehr guten Bremstraktion ist der Big Betty damit ein hervorragender Allround-Hinterradreifen für den harten Enduro-Einsatz. Fürs Vorderrad liefern andere Schwalbe-Modelle mehr Grip.
Der Klassiker Big Betty ist in diversen Ausführungen erhältlich. Mit 2,4” und 2,6“ Breite, ADDIX Soft- und ADDIX Ultra Soft-Mischung sowie Super Trail-, Super Gravity- und Super Downhill-Karkassenausführung. Auch beim Big Betty gibt es neben 27,5” und 29” noch weitere Varianten mit 20”, 24” und 26”.
Magic Mary
Der Magic Mary ist als Allrounder für den Gravity-Einsatz am Vorderrad konzipiert. Der grobstollige Reifen mit seinen massiven Seitenstollen bietet eine hervorragende Kurvenführung auf weichen Böden. Dank des offenen Profildesigns und der damit einhergehenden guten Selbstreinigung funktioniert er auch bei Matsch noch sehr gut.
Zum Zeitpunkt des Tests wird der Magic Mary sowohl als Radial- als auch als Diagonalreifen angeboten. Wir sind beide Varianten mit derselben Gummimischung gefahren und konnten somit die Unterschiede feststellen. Die Radial-Version punktet mit einem Plus in Sachen Dämpfung und Grip. Für den Einsatz am Vorderrad würden wir daher die Radial-Version stets bevorzugen. Beim von uns gewichteten Pannenschutz-Gesamtwert erzielt der Magic Mary mit Super Downhill-Karkasse den Spitzenwert des Testfelds. Wir vermissen noch eine Downhill Pro-Radialkarkasse des Magic Mary im Reifen-Portfolio! Auch mit konventioneller Karkasse überzeugt der Magic Mary mit einem sehr berechenbaren und gut gedämpften Fahrerlebnis, das von starkem Grip untermauert wird.
Die Radial-Version ist mit Trail Pro- und Gravity Pro-Karkasse jeweils mit 2,5” Breite erhältlich. Die Trail Pro-Variante wird ausschließlich mit ADDIX Soft-Mischung angeboten, während die Gravity-Variante auch mit ADDIX Ultra Soft bestellt werden kann.
Die “konventionelle“ Version des Magic Mary erhaltet ihr – ähnlich Big Betty und Tacky Chan – mit diversen Karkassen und Durchmessern.
Unsere Empfehlung
Enduro – Allround (v/h): Magic Mary Radial Gravity Pro ADDIX Ultra Soft/Albert Radial Gravity Pro ADDIX Soft
Trail – Grip (v/h): Albert Radial Trail Pro ADDIX Ultra Soft/Tacky Chan Super Gravity ADDIX Soft
Trail – leicht rollend (v/h): Tacky Chan Super Trail ADDIX Soft/Hans Dampf Super Trail ADDIX Speedgrip
Alle weiteren Informationen findet ihr auf der Website von Schwalbe.
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Text: Lars Engmann Fotos: Peter Walker


