Der Kampf um den Titel der besten Enduro-Federgabel tobt. Aufgemotzte Federgabeln mit dickeren Standrohren haben die Arena der Gladiatoren betreten und ihren schmächtigeren Vorfahren den Fehdehandschuh vor die Füße geknallt. Wir haben 9 der besten 170-mm-Federgabeln getestet. Doch welche steht ganz oben?

Die beste MTB-Federgabel 2021 – Wir haben 9 der besten 170-mm-Federgabeln getestet. Doch welche steht ganz oben?

Man kann durchaus sagen, dass sich während der letzten beiden Jahre nicht allzu viel getan hat in der Mainstream-Federgabel-Szene. Natürlich gab es kleine Verbesserungen für einige der führenden Federgabeln, aber nichts wirklich Bahnbrechendes. Doch in diesem Jahr haben einige Hersteller anstelle von kleinen, evolutionären Schritten einen gigantischen Sprung gemacht. Natürlich reden wir von FOX und RockShox, die beide ihre neuen 38-mm-Plattformen veröffentlicht haben, um ihr Angebot der bereits bestehenden 35- und 36-mm-Enduro-Federgabeln zu erweitern. Gemeinsam mit der neuen Manitou Mezzer Pro haben diese kräftigeren und robusteren Federgabeln bei uns die Frage aufgeworfen: Sind steifere Gabeln besser? Machen uns steifere Gabeln schneller oder verleihen sie uns mehr Kontrolle? Um das herauszufinden, haben wir die dicken Federgabeln der neuesten Generation in unserem Vergleichstest gegen die besten Federgabeln der 35- und 36-mm-Modellreihen antreten lassen und sie auf ruppigen und gnadenlosen, schottischen Trails hart rangenommen.

Inhaltsverzeichnis


Federgabel-FAQ

Was ist eine MTB-Federgabel?

Was ist eine MTB-Federgabel?

Dämpfung – Die Funktion der Dämpfung ist es, die kinetische Energie der Feder in Wärmeenergie umzuwandeln,üblicherweise indem Öl durch die einstellbare Öffnung gedrückt wird. Die Dämpfung hilft dabei, die Geschwindigkeit zu kontrollieren, mit der die Federgabel komprimiert wird bzw. wieder ausfedert. Die Dämpfungskartusche findet sich im gegenüberliegenden Gabelholm zur Feder.

Feder – Die Feder absorbiert die Energie, die bei einem Schlag auftritt, und isoliert den Fahrer davon. Sie speichert die Energie zunächst und setzt sie dann wieder frei. Damit dies kontrolliert geschieht, wird überschüssige Energie in Wärme umgewandelt. Wie stark eine Feder ist, wird durch die Federhärte definiert, also dem Verhältnis der benötigten Kraft pro Distanz, um die sich die Feder komprimiert. Die Feder befindet sich im gegenüberliegenden Gabelholm zur Dämpfungskartusche. Meist kommt keine klassische gewickelte Stahlfeder, sondern eine Luftfeder zum Einsatz.

Chassis – Im Gehäuse der Federgabel befinden sich Feder und Dämpfungskartusche. Das Chassis stellt also eine solide und stabile Plattform für die im Inneren befindlichen Bauteile dar, sodass diese effektiv ihren Dienst verrichten können. Das Chassis ermöglicht dem Fahrer außerdem eine präzise Lenkung.

Was ist der Unterschied zwischen Stahl- und Luftfedern in Federgabeln?

Die Feder-Komponente der Federgabel ist entweder eine Luftfeder oder eine spiralförmige Stahlfeder. Generell verhalten sich Stahlfederdämpfer linear. Das bedeutet: Der Weg, um welchen die Feder bei einer bestimmten Belastung komprimiert wird, ist stets gleich, unabhängig davon, wo sich die Feder gerade in ihrem Federweg befindet. Einige Hersteller fertigen mittlerweile sogar progressive Federn. Diese besitzen variierende Abstände zwischen den einzelnen Windungen der Feder, sodass gegen Ende ihres Federwegs eine größere Kraft erforderlich ist, um die Feder um den gleichen Weg zu komprimieren wie zu Beginn. Die bei Weitem beliebteste Wahl sind heutzutage Luftfedern und die meisten Mountainbikes sind mit Luftfedergabeln ausgestattet. Eine Luftfeder ist eine gedichtete Kammer, die mit Luft gefüllt ist. Bei einer Komprimierung drückt das Casting der Federgabel einen internen Luftkolben nach oben gegen die Luft in der Kammer. Dadurch reduziert der Luftkolben das Volumen der Luftkammer und erhöht so den Druck. Dieser Druckanstieg bewirkt eine entgegengesetzte Kraft auf den Luftkolben und drückt ihn wieder zurück. Anders als Stahlfedern besitzen Luftfedern eine progressive Kennlinie: Die erforderliche Kraft, um die Feder zu komprimieren erhöht sich exponentiell im Verlauf des Federwegs. Der Vorteil von Luftfedern ist der, dass ihre Federhärte vom Luftdruck in der Luftkammer definiert wird. Daher lassen sie sich leicht vom Nutzer einstellen, und zwar mithilfe einer simplen Pumpe.

Was macht die Negativfeder in meiner Federgabel?

Bevor eure Federgabel damit beginnen kann, als Reaktion auf einen Schlag einzufedern, muss sie zunächst ein gewisses Losbrechmoment überwinden. Das Losbrechmoment ist die Summe der Kräfte aus der Haftreibung der Dichtungen und dem Luftdruck in der Positivluftkammer, der dem Luftkolben entgegensteht. Um das Losbrechmoment zu reduzieren, können entweder eine Luft- oder eine Stahlfeder hinter dem Kolben genutzt werden: So wird der Luftfeder der Hauptkammer entgegengewirkt und das Losbrechmoment ausgeglichen. Das Ganze nennt man Negativfeder. Die meisten Luft-Negativfedern nutzen ein Ventil oder Bypass-Dimple, um den Druck in der Negativ- und Positivfeder anzugleichen, sodass der Druck an dieser Stelle auf jeder Seite des Luftkolbens gleich ist.

Was macht die Dämpfung in meiner Federgabel?

Die Kraft eines Schlags überträgt Energie auf das Fahrwerk und der Job der Dämpfungskartusche ist es dabei, diese Energie in Wärme umzuwandeln, indem die Dämpfungsflüssigkeit dazu gezwungen wird, durch verengte Kanäle zu fließen. Die Dämpfungsflüssigkeit nimmt die dabei entstehende Hitze auf und gibt sie schließlich an die Umgebungsluft ab. Der Zweck der Dämpfungskartusche ist hierbei, die Geschwindigkeit zu kontrollieren, mit der sich die Feder komprimiert und ausdehnt. Wie auch die Luftfeder ist die Dämpfungskartusche eine Kammer, die einen Kolben beherbergt, der sich auf und ab bewegt und mit dem Casting verbunden ist. Anders als bei der Luftfeder ist die Kammer jedoch mit einer Dämpfungsflüssigkeit gefüllt, im Normalfall einem speziellen Öl. Wird die Dämpfungskartusche komprimiert, verdrängt das Volumen des einfedernden Schafts einen Teil des Öls und drückt es durch die einstellbaren Öffnungen der Compression-Dämpfung. Beim Ausfedern zieht das Casting den Schaft wieder aus der Kartusche (natürlich nicht ganz auseinander). Am Kopf dieses Schafts sitzt der Trennkolben und die Rebound-Dämpfung, durch dessen einstellbare Öffnungen das Öl fließen muss, um von einer Seite des Trennkolbens zur anderen zu gelangen. Durch dieses Fließen der Flüssigkeit wird sowohl beim Ein- als auch beim Ausfedern Reibung erzeugt und die in der Feder zwischengespeicherte Energie wird in Hitze umgewandelt

Was ist die Zugstufe?

Die Zugstufe (Rebound) kontrolliert die Geschwindigkeit, mit der die komprimierten Fahrwerkselemente nach einem Schlag wieder ausfedern. Wenn die Zugstufendämpfung zu niedrig ist (-), dann federt das Fahrwerk zu schnell aus und fühlt sich holprig und außer Kontrolle an. Wenn die Zugstufe jedoch zu hoch ist (+), dann kann sich das Fahrwerk nach wiederholten Schlägen nicht schnell genug wieder erholen und wird mehr und mehr komprimiert bzw. sinkt immer tiefer in seinen Federweg ein – was in einer lausigen Performance mündet.

Was ist die Low-Speed-Druckstufe?

Die Low-Speed-Druckstufe (LSC – low speed compression) bestimmt die Charakteristik eures Fahrwerks bei langsamen Schaftgeschwindigkeiten (nicht Fahrgeschwindigkeiten) und beeinflusst hauptsächlich den mittleren Federwegsbereich.
Ihr habt das Gefühl, eine gute Federrate mit passender Performance bei kleinen Schlägen erreicht zu haben, verbunden mit gutem Durchschlagsschutz – soweit, so gut. Doch dem Bike fehlt es an Support im mittleren Federwegsbereich und es taucht tief in seinen Federweg ein, wenn ihr stark bremst, steile Trails fahrt oder das Bike aus Kurven herauskatapultieren bzw. vor Absprüngen abziehen wollt? Dann wird es Zeit, die Low-Speed-Druckstufe zu erhöhen. Dadurch verringert sich die Sensitivität des Fahrwerks, also schraubt die Low-Speed-Druckstufe nur so stark rauf, bis ihr genügend Gegenhalt erreicht habt.

Was ist die High-Speed-Druckstufe?

Die teuersten Federgabeln und Dämpfer besitzen eine einstellbare High-Speed Druckstufe (HSC – high speed compression). Diese sorgt für die Kontrolle der Dämpfung, wenn das Fahrwerk bei hohen Schaftgeschwindigkeiten komprimiert wird (große, schnelle Schläge). Wenn ihr der Meinung seid, dass eure Federgabel oder euer Dämpfer zu einfach durchschlagen und ihr einen Highend-Dämpfer bzw. eine solche Federgabel mit entsprechender Einstell-Option besitzt, dann könnt ihr die High-Speed-Druckstufe einstellen. Dabei sorgt eine höhere High-Speed-Druckstufe für eine progressive Dämpfung und reduziert das Maß an Federweg, das die Federgabel bei Highspeed-Schlägen nutzt (Schaftgeschwindigkeit, nicht Fahrgeschwindigkeit). Ein geringeres Maß an High-Speed-Druckstufe resultiert in einer degressiven Dämpfung, die zulässt, dass der komplette Federweg bei starken, schnellen Schlägen freigegeben wird.

Einstellung meiner Federgabel: Soll ich die Anpassungen ausgehend von vollständig geöffnet oder vollständig geschlossen vornehmen?

Ihr solltet die Anzahl an „Klicks“ bei der Einstellung eurer Federgabel stets ausgehend von vollständig geschlossen (maximale Dämpfung) betrachten. Das gibt euch einen besseren Anhaltspunkt, als wenn ihr die Ölkanäle im Inneren eurer Gabel komplett öffnet. Der letzte Klick neigt dazu, ein wenig schwammiger auszufallen, aufgrund der unterschiedlichen Toleranzen von Federgabel zu Federgabel.

Wie soll ich den SAG meiner Federgabel einstellen?

Bei der Einstellung eurer Federgabel ist der SAG wichtig. Der SAG gibt an, wie stark eure Federgabel unter der Last des Fahrergewichts (inklusive Ausrüstung) einfedert. Eine korrekte Einstellung des SAGs ist der einzige Weg, den optimalen Luftdruck für euer Gewicht und euren Fahrstil zu finden. Die meisten Federgabel-Hersteller empfehlen 15–20 % SAG, abhängig von eurem Fahrstil. Der SAG kann auch als Tuning-Methode angesehen werden. Ändert ihr den SAG eurer Federgabel, verändert ihr auch die Geometrie eures Bikes: Weniger SAG sorgt dafür, dass die Front des Bikes auf steilen Trails und beim Bremsen hoch bleibt, resultiert allerdings auch in einem schlechteren Ansprechverhalten mit weniger Kurventraktion. Mehr SAG hingegen sorgt für ein komfortableres Fahrgefühl und mehr Grip, verringert jedoch beim starken Bremsen und auf steilen Trails die Höhe eurer Front. Alles eine Frage der Balance. Generell lässt sich sagen, dass mehr SAG (20 %) besser für das Kurvenfahrverhalten ist, das Gewicht auf dem Vorderrad erhöht und dabei hilft, dass die Front des Bikes durch Kurven taucht. Weniger SAG (15 %) hingegen ist besser für die Laufruhe bei hohen Geschwindigkeiten und für die Treteffizienz.

Wie oft sollte ich meiner Federgabel einen Service gönnen?

Machen wir uns nichts vor: Niemand gibt gern für einen Service Geld aus, denn stattdessen würden wir all unsere entbehrliche Kohle lieber in funkelnde neue Bike-Ausrüstung investieren. Doch andererseits würde man sich auch keinen Ferrari 488 kaufen und dann niemals das Öl wechseln. Federgabeln sind komplexe, sich bewegende Teile und benötigen daher regelmäßige Schmierung. Wenn ihr Zeit investiert, um eure Gabel in einem guten Zustand zu halten, dann wird euch das einen spürbaren Performance-Vorteil verschaffen. Alle Federgabeln in diesem Test nutzen spezielles Öl in ihren Castings, um die Dichtungen zu schmieren. Auch wenn ein vollständiger Service der Dämpfungskartusche jenseits der Fähigkeiten der meisten Hobby-Mechaniker liegt, so ist ein Lower-Leg-Service ein absolut machbarer Prozess. Die meisten Hersteller nehmen euch mit nützlichen How-to-Videos und Tutorials an die Hand, und wenn ihr lernt, wie ihr einen grundlegenden Service durchführen könnt, dann ist das sowohl für euer Bike als auch für euch selbst ein absolutes Vergnügen. Regelmäßig das Öl zu wechseln, wird nicht nur eure Mechaniker-Skills fördern, sondern euch außerdem eine seidenweiche Funktion eurer Federgabel bescheren.

Was mache ich, wenn meine Federgabel knarzt?

Knarzende Federgabeln sind nervtötend und ein sehr kleiner Teil der Federgabeln nahezu alle Hersteller leidet darunter. Verdächtige Symptome sind ein scharfes Knacken oder Knarzen beim Bremsen oder kompletten Einfedern. Das Problem lässt sich manchmal auf Schmutz oder Staub unter dem Gabelkonus zurückführen, doch oft sind es die Standrohre, die in ihrer Presspassung in der Gabelkrone knacken. Sowohl RockShox als auch FOX gelten hierbei als die größten Sünder – allerdings nicht unbedingt, weil ihre Gabeln mehr knarzen als andere, sondern weil ihre Federgabeln weitaus beliebter sind und daher selten auftretende Probleme in größerer Zahl vorkommen. Wenn eure Gabel bei starkem Bremsen knarzt, dann solltet ihr als Erstes den Gabelkonus und die Auflageflächen des Steuersatzes checken und reinigen. Sollte eure Federgabel daraufhin noch immer knacken, wird es Zeit für professionelle Hilfe: Gebt eure Gabel bei einem Service-Center ab. Viele Hersteller werden die Gabelkrone im Rahmen der Garantie ersetzen.

Kann ich den Federweg meiner Gabel einstellen?

Wenn ihr euch regelmäßig neue Rahmen zulegt oder gern mit der Geometrie eures Bikes spielt, könnte eine Federgabel mit verstellbarem Federweg erstrebenswert sein. Auch wenn es vor einigen Jahren Systeme zur Einstellung des Federwegs direkt auf dem Trail gab, neigten solche Systeme dazu, die Performance zu beeinträchtigen. Die aktuellen Topmodelle unter den Enduro-Federgabeln besitzen festgelegte Federwege, doch einige Gabeln, wie etwa die Manitou Mezzer Pro, verfügen über einen intern verstellbaren Federweg, sodass sie es euch erlauben, den Federweg mittels Reduzierstücken um bis zu 50 mm zu verändern. Dazu ist zwar eine teilweise Demontage der Federgabeln erforderlich, doch das Ganze erlaubt einem ein hohes Maß an Flexibilität und nimmt dem Experimentieren mit Federwegsveränderungen den Schrecken. Der Federweg der anderen Federgabeln lässt sich anpassen, doch in den meisten Fällen muss eine Luftfeder mit anderer Länge erworben werden.

Warum haben wir nicht längst Upside-Down-Federgabeln wie Motorräder?

Schon seit Jahren warten wir auf eine anständige Upside-Down-Federgabel. Seitdem Motorräder mit Upside-Down-Gabeln unterwegs sind, gibt es dort kein Zurück mehr. Also, warum haben wir noch keine umgedrehte Gabel? Invertierte Federgabeln machen eine Menge Sinn, denn wenn man einen Trail herunterdonnert, dann befindet sich die höchste Belastung in Längsrichtung, der eure Federgabel ausgesetzt ist, direkt unter der Krone, da dort die Hebelwirkung am größten ist. An einer Standard-Federgabel ist das genau dort, wo die Standrohre mit der Krone verbunden sind. Bei einer Upside-Down-Gabel hingegen kann dieser Bereich erheblich dicker gefertigt werden, unter Nutzung von mehr Material, wodurch eine höhere Längssteifigkeit erreicht wird. Doch aufgrund der fehlenden Gabelbrücke leiden Upside-Down-Federgabeln seit jeher unter erhöhtem seitlichen Flex. Während der letzten Jahre haben wir einige Upside-Down-Federgabeln getestet und festgestellt, dass sie zwar viele Vorteile in puncto Fahrkomfort bieten, ihnen allerdings noch immer die Lenkpräzision in Situationen fehlt, in denen sie unter hoher Last stehen. Doch genau diese benötigen aggressive Fahrer. Zudem sind solche Federgabeln nur für einen Aufpreis erhältlich. Auch zu diesem Test haben wir eine Upside-Down-Federgabel eingeladen, doch die Teilnahme wurde abgelehnt, da der Hersteller davon ausging, dass unser Fazit identisch ausfallen würde.


Kampf der Titanen. Die neuen RockShox ZEB und FOX 38 haben Federgabel-Steifigkeit auf ein neues Level gehoben. Ist das nun der neue Maßstab für Enduro-Performance oder mehr, als wir brauchen?

Was macht eine gute Federgabel aus?

Ohne Frage – Federgabeln sind komplexe Bauteile. Dennoch bestehen sie im Wesentlichen aus drei Komponenten. Erstens besitzen Sie eine Feder, um brutale Schläge zu absorbieren, wenn man mal wieder blauäugig in eine völlig verrückte Linie steuert. Zweitens besitzen die Federgabeln eine ölgefüllte Dämpfungskartusche. Diese kontrolliert die Geschwindigkeit der Feder, indem sie Öl durch kleine Kanäle drückt und somit die kinetische Energie der Feder in Hitze umwandelt. Die besten Dämpfungskartuschen bieten in steilem Terrain Support bzw. Gegenhalt, sorgen dafür, dass die Federgabeln auch bei starkem Bremsen und Gewichtsverlagerungen des Fahrers hoch in ihrem Federweg stehen, und ihren kompletten Federweg nur dann nutzen, wenn es wirklich nötig ist. Zuletzt brauchen die Federgabeln eine steife Gesamtkonstruktion bzw. Chassis, die es erlaubt, Steuerimpulse vom Lenker akkurat auf den Trail zu übertragen, auch unter Druck sauber die Linie zu halten und die euch von Bäumen fernhält. Bei all den unendlichen Einstellungsoptionen sollte sich die beste Federgabel problemlos auf euren Fahrstil und eure Home-Trails abstimmen lassen, ohne dass ihr dafür einen Doktortitel in Fahrwerkskinematik braucht.

Wir sind uns nicht unbedingt sicher, ob ein Finger so aussehen sollte. Aber wir kümmern uns nun mal um die harte Arbeit, damit ihr es nicht tun müsst. Stuart durfte sich nach einem brutalen Highspeed-High-Sider über ein paar neue Metallteile in seiner Hand freuen.
Die IRT-Kammer in der Manitou Mezzer Pro erlaubt es euch, die Charakteristik des mittleren Federwegsbereichs und die Progression anzupassen, ohne dabei Kompromisse hinsichtlich des Ansprechverhaltens eingehen zu müssen.
Der OTT-Einsteller an der DVO Onyx SC D1 erhöht oder verringert die Federvorspannung der Negativfeder – so könnt ihr das Ansprechverhalten tunen.
Eine präzise Dämpferpumpe ist unerlässlich, wenn ihr eine Federgabel wie die Manitou Mezzer Pro besitzt, die mit niedrigen Luftdrücken arbeitet. Wenn man nur 50 psi in der Hauptkammer hat, machen 2–3 psi einen erheblichen Unterschied aus.

So findet ihr die richtige Federgabel für euer Bike

Wenn es darum geht, die beste Federgabel für euer Bike auszuwählen, gilt es, einige Punkte zu beachten.

Laufradgröße
Zuerst muss man die Laufradgröße berücksichtigen. Ja, man kann zwar rein physikalisch ein 27,5”-Laufrad in einer 29”-Federgabel unterbringen, doch der Abstand zwischen Achse und Krone (zumindest beim Kauf einer Federgabel mit identischem Federweg) ist bei der längeren 29”-Federgabel ein anderer, wodurch sich die Geometrie eures Bikes verändert.

Federweg
Wenn ihr nicht gerade die Persönlichkeit eures Bikes verändern wollt bzw. nicht ganz genau wisst, was ihr tut, dann ist es das Beste, bei dem Federweg zu bleiben, mit dem das Bike ab Werk ausgeliefert wird. Verbaut ihr eine Federgabel mit mehr Federweg, erhöhen sich dadurch sowohl die Stack-Höhe als auch das Tretlager eures Bikes, was sich wiederum auf das Handling auswirkt. Wenn ihr eine Federgabel mit mehr Federweg montiert, könntet ihr außerdem die Garantie für euer Bike verlieren.

Luft oder Stahl?
Stahlfedergabeln- und Dämpfer erleben im Enduro-Sektor gerade so etwas wie eine Wiederauferstehung. Endlich wird Fahrern bewusst, dass das Gesamtgewicht ihrer Bikes weniger wichtig ist, als deren Performance, sodass sie nunmehr Produkte auswählen, die sich positiv auf die Fahrqualität auswirken – und nicht bloß auf der Waage eine schlanke Figur machen. Federgabeln mit Stahlfeder benötigen weniger Dichtungen, was für verringerte Reibung sorgt. Nicht umsonst sind sie seit jeher die Meister des Ansprechverhaltens bei kleinen Schlägen, glätten den Trail und bieten massig Grip. Luftfedergabeln hingegen sind sicherlich die beliebteste Wahl. Auch wenn sie einer Stahlfeder in Sachen Sensitivität wohl noch immer nicht das Wasser reichen können (obwohl sie mittlerweile sehr nah dran sind), sind sie signifikant leichter und einfacher auf verschiedene Fahrergewichte abstimmbar. Bei einer Stahlfedergabel erfordert die Anpassung oftmals die Installation einer anderen Feder. Es liegt in der Natur der Sache von komprimierter Luft im Inneren der Luftfeder: Luftfedergabeln weisen generell eine stärkere Progression auf, die ihnen ab der Mitte und am Ende ihres Federwegs mehr Support verleiht. Allerdings besitzen auch viele der neuesten Stahlfedergabeln Technologien, die den Support gegen Ende des Federwegs erhöhen, wie etwa die mechanische Ramp Control in der MRP oder das Luftvolumen im Casting der Marzocchi Bomber Z1 Coil, das als zusätzliche Luftfeder agiert.

Federgabeln mit Stahlfeder passen zu Fahrern, die sich maximalen Grip und minimalen Service-Aufwand wünschen und sich nicht um ein wenig extra Gewicht scheren.

Welcher Offset ist der beste?

Das Konzept ist simpel: Je kürzer der Federgabel-Offset, desto länger der Gabelnachlauf (auch Trail genannt). Dieser wird definiert durch den Abstand zwischen dem Aufstandspunkt des Laufrads und der Kreuzung von Lenkachse und Boden. In der Theorie stabilisiert ein längerer Nachlauf die Lenkung. Traditionsgemäß verpassten die Hersteller 29er Bikes längere Offsets, um einen kürzeren Trail für eine direktere Lenkung zu erzeugen. Doch diese Denkweise ändert sich so langsam – jetzt, da wir mit den großen Laufrädern in zunehmend härterem Terrain unterwegs sind. Viele Hersteller bieten mittlerweile mehrere Offsets pro Laufradgröße an. Die RockShox Lyrik Ultimate etwa ist sowohl mit 51 mm, als auch 42 mm Offset für 29”-Laufräder erhältlich (46 und 37 mm bei 27,5”). Nach intensiven Tests mit beiden Offsets im direkten Vergleich sind wir der Meinung, dass die Unterschiede im Fahrgefühl denkbar klein ausfallen und schon allein durch eine veränderte Fahrposition beeinflusst werden. Für unsere eigenen Bikes wählen wir meistens den kürzeren Offset, da sich daraus keine Verringerung der Agilität oder ein negatives Lenkverhalten zu ergeben scheint.

Was für einen Unterschied können 2 mm mehr beim Standrohr-Durchmesser schon machen?

Casting-Steifigkeit – Ist dicker immer besser?

Der Durchmesser der Standrohre einer Federgabel diktiert oft den Einsatzbereich. Federgabeln mit dickeren Standrohren sind schwerer und steifer und werden daher meistens mit längeren Federwegen verwendet, für eine abfahrtsorientiertere Nutzung.

Ein heißes Thema in der Welt der Enduro-Federgabeln sind aktuell die Modelle mit dickeren 38-mm-Standrohren. Diese sollen erheblich stabiler und steifer sein. Das mag zwar wie eine übertriebene Begeisterung für läppische 2 mm wirken, doch bei identischer Wandstärke führt eine Verdopplung des Rohrdurchmessers zur Vervierfachung der Steifigkeit des Rohrs. Kleine Veränderungen des Rohrdurchmessers spielen daher eine größere Rolle, als man vielleicht denken würde. Doch wie immer gilt es dabei, den Sweet Spot zu finden, da mit einer Erhöhung des Rohrdurchmessers oftmals auch eine Gewichtszunahme einhergeht. Außerdem müssen wir uns auch die Frage stellen: Ab wann ist eine Federgabel zu steif? Genau wie bei übertrieben steifen Carbon-Laufrädern, die den Grip in bestimmten Situationen reduzieren können, ist eine gewisse Nachgiebigkeit auch bei Federgabeln wichtig.

Wenn ihr Rennen fahrt, zu den deutlich schwereren Fahrern gehört oder einfach so hart am Gas hängt, dass ihr die FOX 36 oder RockShox Lyrik zum Flexen bringt, dann wird die neueste Generation der Super-Federgabeln genau euer Ding sein! Wenn ihr jedoch eher nach einem Allround-Bike für spaßige Touren mit euren Kumpels und Feierabendrunden sucht, dann können die leichteren und komfortableren 36/35-mm-Castings die beste Wahl sein. Es liegt wohl in der Natur von uns Mountainbikern, stets nach den neuesten Modellen und Flaggschiff-Produkten zu streben, doch wenn ihr ehrlich zu euch selbst seid hinsichtlich der Frage, wie und wo ihr fahrt, dann werdet ihr schlussendlich bei einem ausgewogeneren Bike landen, das am besten zu eurem Fahrverhalten passt.

Wie soll ich meine Federgabel einstellen?

Es gibt nicht mehr gute und schlechte Federgabeln, sondern nur noch gute und herausragende. Daher ist aktuell – mehr als je zuvor – das korrekte Setup entscheidend. Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, wie ihr das meiste aus eurem Bike herausholen könnt, dann seht euch unseren ausführlichen Federgabel-Setup-Guide an. Nehmen wir beispielsweise die unglaublich gute RockShox Lyrik Ultimate: Wenn ihr diese schlecht abstimmt, dann wird sie eine schlechtere Performance abliefern als eine vernünftig eingestellte RockShox Yari RC. Anders als bei Dämpfern, mit denen die Rahmenkonstrukteure die Kinematik des Hinterbaus nutzen können, um die auf den Dämpfer wirkenden Kräfte zu kontrollieren, gilt bei allen Federgabeln stets dasselbe Hebelverhältnis, nämlich 1:1. Ungleiche Fahrer mit unterschiedlichen Fahrstilen wünschen sich möglicherweise ein individuelles Ansprechverhalten von ihren Federgabeln. Einige wollen butterweiches Ansprechen bei kleinen Schlägen, andere brauchen massig Support für fette Sprünge und hohe Geschwindigkeiten und wieder andere wollen einfach nur ein unkompliziertes Touren-Setup. Die Hersteller stehen dabei vor der Aufgabe, die Wünsche derer zu erfüllen, die ein vernünftiges Setup direkt aus dem Karton wollen, aber auch jene zu befriedigen, die es lieben, herumzubasteln und sich den Kopf über jeden einzelnen Klick an Druckstufe zerbrechen. Hersteller, die auf Tuning fokussiert sind, wie DVO, FOX und Manitou, erlauben es, nahezu jeden Aspekt der Fahrwerks-Performance zu modifizieren, um den Vorlieben des Fahrers zu entsprechen. Marzocchi, Öhlins und RockShox hingegen versuchen, das Setup unkompliziert zu halten.

Es ist wichtig, dass ihr eure Federgabel vernünftig einstellt. Einige Federgabeln, wie etwa die Manitou Mezzer, nutzen niedrige Luftdrücke in der Hauptfeder, sodass kleine Veränderungen des Drucks eine große Auswirkung haben. Andere Federgabeln benötigen ein spezifisches Setup, doch die Basics sind immer gleich. Seht euch unseren Federgabel-Setup-Guide an und erfahrt mehr über die Magie im Inneren einer Federgabel.

Das Teilnehmerfeld – Welche Federgabeln sind bei unserem Vergleichstest dabei?

Was für ein Line-up: 10.246 € der feinsten Fahrwerksprodukte auf dem Markt.

Das Ziel dieses Tests lautete, die ultimative Enduro-Federgabel zu finden. Also die Federgabel, die auf allen Untergründen die bestmögliche Performance liefert – von schnellen, losen, natürlichen Singletrails bis hin zu angsteinflößenden Vollgas-Downhill-Strecken. Doppelbrückengabeln durften nicht teilnehmen, ebenso wenig schmächtige und nachgiebige Trail-Federgabeln, die zu viel Wert auf Gewichtsreduktion legen. Wir testeten jede Federgabel mit 170 mm Federweg und 29“-Laufrädern – mit Ausnahme der FOX 36, die wir aufgrund ihrer neuen Position im Line-up von FOX mit 160 mm auf den Prüfstand stellten. Sowohl FOX als auch RockShox haben eine gigantische Modellpalette, daher testeten wir die FOX 36 und RockShox Lyrik ebenso wie die kräftigeren Schwergewichte FOX 38 und RockShox ZEB. Die Manitou Mezzer Pro und Öhlins RXF36 M.2 Air sollten in unserem Testfeld nicht fehlen, da beide über drei Luftkammern und damit extreme Abstimmbarkeit verfügen. Wir wollten auch einige Stahlfeder-Optionen dabeihaben, da sie für Fahrer, die sich minimalen Wartungsaufwand und eine leichte Einstellbarkeit wünschen, absolut Sinn machen. Die MRP Ribbon Coil stach dabei mit ihrem Ramp Control-Feature heraus, das es erlaubt, die Progression am Ende des Federwegs einzustellen. Über die Marzocchi Bomber Z1 Coil hatten wir bisher auch nur Gutes gehört. Abgerundet wird unser aus neun Federgabeln bestehendes Testfeld von der DVO Onyx SC D1. Sie ist der feuchte Traum aller Tuning-Nerds, da sie weitreichende Kontrolle über jeden Aspekt der Federgabel gewährt.

Federgabel Federwegsoptionen Gewicht Preis
DVO Onyx SC D1 160–180 mm 2,34 kg 1.051 €
FOX 36 2021 Grip2 Factory 150, 160 mm 2,18 kg 1.459 €
FOX 38 2021 Grip2 Factory 160, 170, 180 mm 2,32 kg 1.589 €
Manitou Mezzer PRO 160, 170, 180 mm 2,10 kg 1.050 €
Marzocchi Bomber Z1 Coil 170, 180 mm 2,61 kg 840 €
MRP Ribbon Coil 140, 150, 160 mm 2,24 kg 940 €
Öhlins RXF36 M2 Air 120, 140, 150 , 160 , 170 mm 2,14 kg 1.189 €
RockShox Lyrik Ultimate 2021 150, 160, 170, 180 mm 2,06 k 1.039 €
RockShox ZEB Ultimate 150, 160, 170, 180, 190 mm 2,32 kg 1.089 €

Wo sind die Formula Selva, Intend Edge, EXT ERA und die fette, neue Öhlins RFX38?

Keine Frage, in diesem Vergleichstest ist die Abwesenheit einiger Hersteller auffällig. EXT, Formula und Intend wurden eingeladen, mit ihren Federgabeln an unserem Test teilzunehmen. EXT wollte zunächst seine Vorbesteller glücklich machen, bevor sie uns eine Federgabel schicken konnten. Eine ihrer Gabeln sollte demnächst bei uns eintreffen, sodass wir ein Update für diesen Test nachschieben werden, sobald wir auch sie hart rangenommen haben. Formula war der Meinung, dass ihre Selva R nicht zum Testfeld der neuesten Federgabeln mit 38-mm-Casting passen würde, daher lehnten sie die Teilnahme ab – möglicherweise arbeiten sie bereits an etwas Neuem? Wir hätten uns auch gewünscht, eine neue Upside-Down-Federgabel von Intend in unserem Test zu sehen. Doch der Eigentümer Cornelius gab zu verstehen, dass unsere Erkenntnisse ähnlich ausfallen würden, wie beim letzten Test einer solchen Federgabel und so lehnte auch er unser Angebot zur Teilnahme ab. Als wir mit unseren Test-Sessions begannen, war das massive RXF38-Modell von Öhlins noch ein streng gehütetes, schwedisches Geheimnis. Doch wir sind bereits sehr gespannt darauf, die Öhlins-Modelle mit steiferem Chassis bald im direkten Duell gegen die Konkurrenz antreten zu lassen.

So haben wir die Federgabeln getestet

Auch wenn es unbestreitbar spaßig ist, Federgabel zu testen – ein einfacher Job ist es nicht. Mit grenzenlos anpassbaren Luftfedern, Bottomless-Tokens und 4-fach einstellbaren Dämpfungskartuschen sind die möglichen Konfigurationen einer jeden Federgabel nahezu unendlich – und dabei denken wir noch nicht einmal an Custom-Tuning. Eine gut abgestimmte, durchschnittliche Federgabel wird mit Leichtigkeit eine schlecht eingestellte, herausragende Federgabel übertreffen, daher ist es wichtig, sicherzustellen, dass jede Federgabel vor dem Test korrekt eingestellt wird. Wir waren neugierig und wollten via Instagram von euch wissen, wie viel Zeit ihr für das Setup eurer Federgabel verwendet. Bei den beiden Antwortmöglichkeiten „weniger als eine Stunde“ oder „mehr als eine Stunde“ gaben uns mehr als 650 von euch Rückmeldung, und die Antworten fielen 50/50 aus. Das bedeutet, dass auf jeden von euch, der mit Vergnügen bei jeder Fahrt die Low-Speed-Druckstufen-Einstellung schrittweise optimiert, ein anderer Biker kommt, der seine Federgabel einmal auf dem Parkplatz einstellt und danach nie wieder anrührt.

Die Federgabeln wurden während unserer Testläufe im laufenden Testbetrieb gewechselt – an dieser Stelle ein fettes Danke an unseren Kumpel und Mechaniker Tom Corfield von The Bike God für die Unterstützung!
Nach unserem Test nutzten wir jede Federgabel über einen längeren Zeitraum, um die Haltbarkeit und Service-Freundlichkeit beurteilen zu können.
Wenn sich die Kennlinie mittels Tokens anpassen ließ, experimentierten wir damit, um zu sehen, wie zusätzliche Tokens die Kennlinie veränderten.
Den SAG maßen wir mit den von den Herstellern empfohlenen Luftdrücken – meistens befand er sich im Bereich von 15–20 %.

Viele Firmen arbeiten mit Hochdruck daran, das Setup ihrer Federgabeln zu vereinfachen. Fast alle Modelle in diesem Vergleichstest besitzen mittlerweile Sticker mit den empfohlenen Luftdrücken auf den Tauchrohren. Einige bieten sogar interaktive Tuning-Apps an, um den Fahrern dabei zu helfen, ein gutes Grund-Setup zu erhalten. Die Firma, die sich dabei am meisten ins Zeug legt, ist sicherlich RockShox. Sie geben euch nicht nur ihre Trailhead-App an die Hand, die euch durch das Setup eures Fahrwerks führt, sondern die ZEB und Lyrik verfügen beide über eine SAG-Anzeige auf den Standrohren der Federgabel, sodass ihr im Handumdrehen bestimmen könnt, ob der Luftdruck in der Federgabel korrekt ist.

Simpel, effektiv und leichter zu benutzen als ferngesteuertes Timing – auf den DH-Teststrecken verwendeten wir am Lenker befestigte Stoppuhren, um die Streckenzeiten zu erfassen. So konnten wir sehen, ob bestimmte Federgabeln es uns ermöglichten, schneller zu fahren.

Wie haben wir getestet?

Während unserer Back-to-Back-Tests im direkten Vergleich stellten wir die Federgabeln zunächst gemäß der Herstellerempfehlungen und anhand des genauen Fahrergewichts (fahrfertig) ein. Der SAG der Gabeln wurde dabei dokumentiert und – falls vom Hersteller angegeben – die empfohlenen Druckstufeneinstellungen vorgenommen. Die Zugstufe stellten wir stets gemäß der Vorlieben des Testfahrers ein, um die Sicherheit auf den herausfordernden Trails zu erhöhen. Zahlreiche Shuttle-Fahrten wurden daraufhin durchgeführt, um das empfohlene Setup zu bewerten und sich Notizen zu machen, bevor die Testfahrer schließlich die Freiheit bekamen, die Federgabeln auf ihre ganz persönlichen Vorlieben anzupassen. Die Federgabeln wurden dann in der Mittagspause getauscht, sodass ein guter Orientierungswert für den Direktvergleich bestand, während die Erfahrungen noch frisch waren. Die Fahrzeit der Runs wurde gemessen, um die Gabeln später vergleichen zu können, und die Tester fuhren mit Geschwindigkeiten, die sich zwar als hoch, aber nicht außer Kontrolle bezeichnen lassen.

Adrenalin Uplift ersparte uns die üblichen Strapazen bergauf und bescherte uns eine maximale Anzahl an Abfahrten.

Wo haben wir getestet?

Nirgends ist es so schön wie zuhause, und das gilt vor allem für unser UK-Office in Schottlands Tweed Valley. Aufgrund der per Shuttle erreichbaren Weltklasse-DH- und Enduro-Trails direkt vor unserer Haustür entschieden wir uns, den Test nahe unserer Heimat stattfinden zu lassen – auf Strecken, die wir bereits tausende Male unter den Stollen hatten. Mit der Unterstützung der Shuttles von Adrenalin Uplift erreichten wir unsere beiden Teststrecken, Abkömmlinge des legendären iXS-Downhill-Tracks: gespickt mit Highspeed-Wurzelfeldern, Kurven, die einem die Augen hervortreten lassen und einigen ziemlich großen Step-Downs. Die zweite Teststrecke führte uns von den Doubles von „Make or Brake“ hinein in die extrem ausgewaschenen und zerfahrenen Kurven von „Gold Run“. Beide Strecken boten dabei knapp über drei Minuten reinen Abfahrtsspaß und alle Testfahrer kannten jede Inside-Line und Kompression in- und auswendig.

Da wir die Federgabeln im direkten Vergleich testeten, kristallisierten sich schnell unsere Team-Favoriten heraus: die Federgabeln, die es uns mit totalem Selbstvertrauen ermöglichten, härter und schneller zu fahren.
„Ich krieg’ dich!“ … Wir sind keine Rennen gefahren. Wirklich nicht.
Mit geworfenem Anker hinein in die Kurven – die neueste Generation an Federgabeln ermöglicht über den gesamten Federweg hinweg deutlich mehr Kontrolle.
An dieser Stelle braucht man eine vorhersehbare Federgabel: Wenn es kaum Grip gibt, dann muss man darauf vertrauen können, dass die Federgabel jedes noch so kleine Häppchen Traktion aufspürt.

Das Test-Team

Was Fahrwerk und Setup angeht, hat jeder andere Präferenzen. Daher war es für uns wichtig, ein breites Test-Team antreten zu lassen, um die Federgabeln auf Herz und Nieren zu prüfen.

Trev Worsey, 80 kg: Redakteur und Testfahrer
„Wenn es um Fahrwerke geht, dann sind mir ein paar Dinge wichtig. Ich bevorzuge sehr steile und super rutschige Trails, daher brauche ich eine Federgabel, die im mittleren Federwegsbereich viel Gegenhalt bietet und dabei zugleich super feinfühlig anspricht, für ein Maximum an Grip und Kontrolle.“
Finlay Anderson, 74 kg: Redakteur, Fotograf und Testfahrer
„Ich will dieses Jahr mein Fahrkönnen verbessern: Fettere Sprünge, größere Drops und höhere Geschwindigkeiten. Daher brauche ich eine Federgabel, die es mit richtig groben Schlägen und saudummen, eigentlich gar nicht vorhandenen Landungen aufnehmen kann – und die nicht allzu viel Wartung benötigt.“
Stuart Wilcox, 73 kg: Ex-Pro EWS-Racer; höllisch schnel
„Ich verbringe zwar nicht mehr so viel Zeit auf dem Bike wie einst, aber ich liebe es noch immer, Vollgas zu geben. Mir ist ein satter Support der Dämpfungskartusche wichtig. Außerdem will ich ein Gabel-Chassis haben, das auch bei Highspeed standfest ist. Ich lege auch Wert darauf, dass die Federgabel sich leicht einstellen lässt, da ich es dieser Tage bevorzuge, einfach nur zu fahren, statt ewig herumzudoktern.“

Anmerkung der Redaktion: Stu ging leider heftig zu Boden, bevor wir sein Profilbild schießen konnten. Hier seht ihr ihn in voller Kampfmontur – mit Ausnahme des Visiers. Gute Besserung Stu!“

Tom Corfield, 95 kg: Professioneller Bike-Mechaniker
„Mit meinen 95 kg brauche ich absolute Rückendeckung vom Chassis der Federgabel. Ich bin vor allem an den neuen FOX 38- und ZEB-Plattformen interessiert, da ich Federgabel-Flex natürlich stärker spüre, als die kleinen Jungs im Test.“
Alex Balfour, 84 kg: Mountainbike-Guide und Trainer.
„Ich verbringe meine Sommer gern damit, auf alpinen Singletrails von ganz oben nach ganz unten zu surfen. Ich suche daher Allround-Fahrwerks-Performance, mit spitzenmäßigem Grip und top Support. Zuverlässigkeit und Haltbarkeit sind ebenfalls sehr wichtig für mich, da mein Bike jedes Jahr eine lange Saison voller Beanspruchung überleben muss.“
Lokale Trails zum Testen sind einfach unschlagbar: Unsere Testfahrer hatten bereits hunderte von Fahrten auf den beiden Teststrecken auf ihrem Konto.
Nach jeder Abfahrt machten wir uns Notizen zu den Themen Support, Grip und Spots, wo wir Vollgas geben konnten und wo wir eher mal auf die Bremsen angewiesen waren.
Auf den sanfteren Abschnitten des Trails zählt vor allem der Support im mittleren Federwegsbereich, damit man bei Absprüngen und Landungen nicht durch den Federweg rauscht.
Jap, wir kennen und lieben die sketchy Secret Lines, wie dieses versteckte Road-Gap.

Vier Erkenntnisse aus unserem 2021er-Federgabeltest

Mit den massiveren 38-mm-Plattformen waren wir kein Stück schneller unterwegs

Sieht man sich unsere Abfahrtszeiten an, so resultiert der Wechsel von einer FOX 36 zu einer FOX 38 bzw. der Wechsel von einer Lyrik Ultimate zu einer ZEB Ultimate nicht in einem erkennbaren Geschwindigkeitsanstieg. Obwohl wir in Terrain unterwegs waren, das wie gemacht schien für die dickeren Federgabeln, waren unsere 75 bis 90 kg schweren Testfahrer mit den (verhältnismäßig) kleineren Plattformen genauso schnell. Die mächtige FOX 38 empfanden wir als etwas sensitiver, zudem bot sie geringfügig mehr Grip, aber auf der Stoppuhr wirkte sich das kaum aus. Allerdings waren wir nicht mit Race-Speed unterwegs, sondern stattdessen mit der schnellstmöglichen Geschwindigkeit, die uns das jeweilige Bike ohne gesteigertes Crash-Risiko erlaubte. Mit anderen Worten: die Art Geschwindigkeit, mit der man seinen Kumpels auf einem Trail eben nachjagt. Rennfahrer könnten daher in der Lage sein, aus den steiferen Castings hier und da noch ein paar Sekunden herauszukitzeln, wenn sie am Limit fahren. Aber wenn ihr euer Fahrkönnen eher im Mittelfeld einordnet, dann wird euch ein Upgrade zu einem 38-mm-Casting nicht zwangsläufig an die Spitze eurer lokalen Trail-Szene befördern.

Auch wenn sie ohne Zweifel pfeilschnell sind: Im Enduro-Terrain fuhren wir mit den Federgabeln der neuen 37- und 38-mm-Plattformen nicht bedeutend schneller als mit den besten 35- und 36-mm-Federgabeln.

Bei einigen Federgabeln dauert das Setup deutlich länger

Damit wir das Beste aus ihren Produkten herausholen können, müssen es uns die Fahrwerkskonstrukteure einfach machen. Wenn man in ein Auto steigt, dann braucht man schließlich nicht erst eine Gebrauchsanweisung, um herauszufinden, wie man die Lüftung wärmer stellt. Bei Federgabeln sollte es genauso laufen. RockShox ist hierbei Vorreiter, denn sowohl die Lyrik- als auch die ZEB-Plattformen lassen sich innerhalb von 10 Minuten abstimmen und besitzen einen breiten Funktionsbereich. Die Manitou Mezzer hingegen ist die am schwersten einzustellende Federgabel. Mit ihren geringen Luftdrücken und der äußerst sensitiven IRT-Kammer ist sie definitiv ein Produkt für Leute, die sich gern Zeit dafür nehmen, Einstellungen vorzunehmen.

The Manitou Mezzer PRO’s IRT is a great way of adjusting the fork feel. However, it has a very strong impact on the fork’s performance and takes time to dial in.

Stahlfedern haben ihre Daseinsberechtigung

Die Marzocchi Bomber Z1 war wirklich ein Highlight dieses Vergleichstests. Ja, sie ist einfach gestrickt. Ja, man muss zunächst die Federhärte finden, die zu einem passt. Und ja, sie ist ein schweres Ungetüm. Doch hat man einmal die passende Feder gefunden, dann lässt einen ihre erstklassige Performance mühelos mit den „großen Jungs“ mithalten. Sie arbeitet überraschend progressiv, bietet massig Support und ist in unserem Vergleichstest das absolute Schnäppchen – wenn man das zusätzliche Gewicht verschmerzen kann. Doch einfach eine Stahlfeder in eine Gabel zu packen, macht sie nicht automatisch spitze – für die richtige Balance braucht es ebenso ein stabiles Chassis. Die MRP Ribbon Coil frustrierte uns mit ihrem schwammigen Fahrgefühl und bremste uns bei den Abfahrten aus.

Wir hätten nicht gedacht, dass wir so sehr auf die Marzocchi Bomber Z1 stehen würden. Sie ist eine erstklassige Federgabel für ihr Geld, wenn ihr das zusätzliche Gewicht verkraften könnt.

Was ist mit 20-mm-Achsen passiert?

Da die meisten Hersteller ihren Marketing-Fokus auf Casting-Steifigkeit und präzise Lenkung legen, fühlt es sich ein wenig so an, als hätten man hinsichtlich der 20-mm-Achsen eine Chance vertan. Obwohl die neuen 38-mm-Plattformen mittlerweile 190 mm an Federweg bieten, sind 15-mm-Achsen aktuell der universelle Standard bei Single-Crown-Federgabeln – und das steifere und stabilere 20-mm-Steckachs-Format ist aus dem Enduro-Sektor nahezu komplett verschwunden. Entgegen aller Vernunft besitzt keine der Federgabeln in diesem Test eine 20-mm-Option. Was das Jahr 2021 angeht, ist zumindest für Single-Crown-Federgabeln die 20-mm-Steckachse gestorben.

Haben wir 20-mm-Achsen zu früh abgeschrieben? Da sie steifer und stabiler sind, hätten sie bei den neuesten 38 mm-Plattformen der RockShox ZEB und FOX 38 eine Menge Sinn gemacht.

Unser Fazit: Welche ist die beste Enduro-Federgabel des Jahres 2021?

Was für ein Kampf der Titanen! Die Bilanz nach unserem Test: Stürze, gebrochene Knochen, unzählige Schläge und eine ganze Menge Freudenschreie. Insgesamt war der Standard der Federgabeln im Test äußerst beeindruckend und nie zuvor fiel es uns derart leicht, so schnell zu fahren.

Beginnen wir mit der Gabel, die uns am wenigsten überzeugte, die MRP Ribbon Coil. Sie hatte damit zu kämpfen, Steinfelder und grobe Schläge vernünftig zu meistern, gab ihren Federweg zu schnell frei und besaß ein zu flexibles Casting. Verglichen mit den besten Konkurrenten bremsten wir mit ihr früher und wagten uns mit weniger Selbstvertrauen an unser Limit.

An der Öhlins RXF M.2 deutet nichts auf einen bloßen Trail-Charakter hin und sie ist ein hervorragendes Upgrade zu ihrem Vorgängermodell. Die Ramp-Up-Kammer macht die Einstellung der Federkennlinie einfacher als es mit einem Austausch von Tokens der Fall wäre und erlaubt es euch, schnell ein Setup zu finden, das für euch passt. Verglichen mit den Spitzenreitern unseres Tests fehlt ihr jedoch das butterweiche Ansprechverhalten bei kleinen Schlägen. Dafür arbeitet die straffe Dämpfung jedoch umso besser, je schneller man unterwegs ist. Die DVO Onyx SC D1 ist ein wahrer Traum für Tuning-Fans. Dank ihres OTT-Einstellers waren wir tief beeindruckt von der Fähigkeit der Gabel, am Boden zu kleben wie eine Stahlfedergabel. Mit harten und schnell aufeinanderfolgenden Schlägen macht die Onyx kurzen Prozess, allerdings ist sie ein schweres Geschütz.
Wenn ihr euch wirklich kein Stück für das Setup eures Fahrwerks interessiert und einfach eine Federgabel wollt, die funktioniert, dann kauft eine Marzocchi Bomber Z1 Coil. Sie lässt sich völlig mühelos einstellen und legt eine Performance aufs Parkett, die ihrem kleinen Preisschild trotzt. Unter unseren Testkandidaten ist sie der wahre Geheimtipp, allerdings ist sie nichts für Grammzähler, da sie dem Bike eine Menge Mehrgewicht verleiht.

Die FOX 36 2021 hat ebenfalls einige stimmige Updates erhalten, und auch wenn sie hinsichtlich ihres Einsatzgebiets heruntergestuft wurde auf eine „All-Mountain“-Federgabel, so hatten wir nicht das Gefühl, dass sie uns auf Vollgas-DH-Trails zurückhalten würde.
Im direkten Vergleich zur RockShox Lyrik 2021 hatten wir bei der letztgenannten das Gefühl, schneller ein gutes Setup erreicht zu haben. Zudem steht die Lyrik höher in ihrem Federweg, wodurch sie die Geometrie des Bikes besser aufrechterhält, während sie trotzdem genügsam die fetten Schläge schluckt. Die RockShox Lyrik gewann unseren letztjährigen Vergleichstest und ist noch immer die Federgabel, die es zu schlagen gilt. Das 2021er-Modell bietet eine verbesserte Performance und noch immer einen grandiosen Preis sowie generell alles, was man braucht. Es sei denn, euer Fahrstil verlangt nach einem super steifen Chassis. Daher ist sie unser Kauftipp.

Der Kampf der Schwergewichte. Sind die neuesten Federgabeln mit ihren mächtigeren 37- und 38-mm-Standrohren besser, oder ist das Wettrüsten zu weit gegangen?

Kommen wir nun zu den Schwergewichten. Wenn Laufruhe bei groben Schlägen, Steinfelder und fette Gaps zu eurem alltäglichen Bike-Vokabular gehören, dann werdet ihr euch zweifellos zu den Federgabeln mit einem stärkeren Chassis hingezogen fühlen. Die Manitou Mezzer bietet eine beeindruckende Performance, doch ihr werdet Geduld und Präzision benötigen, um das Beste aus ihr herauszukitzeln. Was Support im mittleren Federwegsbereich angeht, ist die Mezzer eine Meisterin ihres Fachs. Steile Trails bewältigt sie deshalb mit müheloser Gelassenheit. Ihre schwerfällige Dämpfung lieferte aber nie so wirklich das seidenweiche Fahrgefühl, das wir uns erhofft hätten. Die RockShox ZEB Ultimate benötigt ebenfalls Präzision beim Luftdruck, um ein optimales Setup zu erreichen. Dennoch lässt sie sich in wenigen einfachen Schritten einstellen. Sie steht hoch in ihrem Federweg, bietet satten Support und ist ohne Zweifel einer unserer Lieblinge. Doch auch wenn die FOX 38 Factory nicht ganz so einfach einzustellen ist wie die ZEB – sobald sie einmal abgestimmt ist, ist ihr Ansprechverhalten butterweich, ohne dabei Abstriche hinsichtlich des Supports im mittleren Federwegsbereich zu machen. Auf die FOX 38 war einfach immer Verlass, egal wo sie sich in ihrem Federweg befand. Und wenn es wirklich mal richtig zur Sache ging, dann war sie die Federgabel, mit der jeder unserer Testfahrer unterwegs sein wollte. Somit ist sie unser Testsieger.

TESTSIEGER FOX 38 GRIP2 Factory

FOX 38 RC2 FLOAT Factory | 2,32 kg | 1.589 € | ridefox.com

Die neue FOX 38 ist mehr als nur eine aufgemotzte 36, stattdessen fühlt sie sich eher wie eine Mini-40 an, mit herausragender Dämpfung und erstklassigem Support. Mit 170 bis 180 mm Federweg ist sie die ideale Federgabel für die neuesten knallharten, abfahrtsorientierten 29er-Enduro-Bikes und E-MTBs. Für alle, die im Bikepark an ihr Limit gehen wollen, ist die FOX 38 perfekt. Von allen Enduro-Gabeln liefert sie die beste Performance und sichert sich somit den Testsieg. Den kompletten Test findet ihr hier.

Stärken

  • top Balance aus Steifigkeit und Nachgiebigkeit
  • Grip und Support auf einem neuen Level

Schwächen

  • eine unsere Federgabeln knarzte in der Vergangenheit
  • Einstellrädchen könnten definierter einrasten

KAUFTIPP RockShox Lyrik Ultimate 2021

RockShox Lyrik Ultimate 2021 | 2,06 kg | 1.039 € | www.sram.com

Die RockShox Lyrik RC2 sicherte sich 2018 den Testsieg, und das jüngste Ultimate-Modell ist noch immer die Messlatte für alle anderen Federgabeln. Die FOX 38 und ZEB mögen zwar die bessere Wahl für schwergewichtige Bikepark-Shredder sein, doch auf ruppigen alpinen Natur-Trails ist die Lyrik Ultimate wirklich alles, was man braucht. Mit einer 1A-Performance und einem hervorragenden Preis ist die Lyrik noch immer unsere wärmste Empfehlung – und nicht umsonst unser Kauftipp. Hier gelangt ihr zum ausführlichen Test

Stärken

  • herausragende Sensitivität und Performance
  • müheloses Setup

Schwächen

  • keine Schnellspanner-Achse

Die weiteren Teilnehmer im Test

DVO ONYX SC D1

DVO Onyx SC D1 | 2,34 kg | 1.051 € | dvosuspension.com

Die DVO Onyx SC D1 ist eine potente und steife Federgabel. Ihr OTT-Einsteller erlaubt eine Feineinstellung der Sensitivität, ohne dabei den Gegenhalt zu beeinträchtigen. Die Federgabel fühlt sich äußerst wertig an und im direkten Vergleich liefert sie eine ähnliche Trail-Performance wie unser Kauftipp, die RockShox Lyrik. Allerdings ist die Gabel nicht die leichteste. Doch wenn ihr nach einer außergewöhnlichen Federgabel sucht, die ihr ganz nach euren eigenen Vorstellungen tunen könnt, dann wird euch die DVO Onyx nicht ausbremsen. Den kompletten Test findet ihr hier

Stärken

  • exzellente Dämpfung
  • OTT funktioniert hervorragend

Schwächen

  • zu viele und schwergängige Klicks
  • schwer

FOX 36 2021 GRIP2 Factory

FOX 36 RC2 FLOAT Factory | 2,18 kg | 1.459 € | ridefox.com

Auf dem Trail fühlt sich die FOX 36 Factory an wie eine … nun ja, FOX 36. Sie ist eine absolut erstklassige Federgabel. Die GRIP2-Dämpfungskartusche verleiht einem riesige Kontrolle über die Zug- und Druckstufenkreisläufe, sowohl mit High-, als auch Low-Speed-Einstellung. Ist die FOX 36 einmal eingestellt, fallen Grip und Support herausragend aus. Allerdings ist sie ohne Zweifel eine überaus teure Federgabel – und die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht. Hier geht’s zum ausführlichen Test

Stärken

  • beeindruckend ausgewogene Performance
  • volle Kontrolle über das Fahrgefühl

Schwächen

  • teuer im Vergleich zur Lyrik
  • korrektes Setup erfordert Erfahrung

Manitou Mezzer PRO

Manitou Mezzer Pro | 2,1 kg | 1.050 € | hayesbicycle.com

Die Manitou Mezzer Pro erfordert eine völlig andere Herangehensweise an das Setup und auch etwas mehr Aufmerksamkeit, um eine optimale Performance zu erreichen. Tuner oder Fahrer, die ein bestimmtes Setup bevorzugen, werden die Manitou Mezzer lieben, da sie unbegrenzte Kontrolle bietet. Wir konnten massig Support im mittleren Federwegsbereich erreichen, ohne dabei den Endbereich zu beeinträchtigen. Doch wir schafften es nie, das feine Ansprechverhalten bei kleinen Schlägen zu erhalten, das die besten Federgabeln in diesem Test boten. Unseren vollständigen Eindruck lest ihr hier

Stärken

  • unendliche Tuning-Optionen
  • fantastische Kontrolle über Mitte und Ende des Federwegsbereichs

Schwächen

  • etwas komplexeres Setup
  • Sensitivität ist zwar gut, aber nicht herausragend

Marzocchi Bomber Z1 Coil

Marzocchi Bomber Z1 Coil | 2,61 kg | 840 € | marzocchi.com

Wenn ihr auf der Suche nach einem möglichst kurzen Setup seid, euch maximalen Grip und minimalen Wartungsaufwand wünscht und euch das Gewicht egal ist, dann ist die Marzocchi Bomber Z1 die Federgabel für euch und wird euch außerdem einen Haufen Kohle sparen. Allerdings ist die Federgabel wirklich schwer und beschert eurem Bike daher ein beträchtliches Mehrgewicht. Wenn ihr genau in der Mitte einer Federhärte liegt, dann wird die Z1 wahrscheinlich direkt aus dem Karton eine herausragende Performance bieten. Lest hier unseren vollständigen Test

Stärken

  • äußerst gute Performance und Sensitivität bei kleinen Schlägen
  • progressiver als erwartet

Schwächen

  • schwer
  • Performance hängt davon ab, ob die Federhärte zu euch passt

MRP Ribbon Coil

MRP Ribbon Coil | 2,24 kg | 940 € | mrpbike.com

Insgesamt erwies sich die MRP Ribbon Coil als eine komfortable und extrem feinfühlige Trail-Federgabel. Doch wenn man sie in ruppigem Terrain hart rannimmt, dann ist sie für aggressive Fahrer nicht steif genug und es fehlt ihr an Support. Wenn ihr euch eine steife Enduro-Federgabel wünscht, dann würden wir uns woanders umsehen. Den kompletten Test findet ihr hier

Stärken

  • butterweiche Performance bei kleinen Schlägen
  • Ramp Control erhöht die Kontrolle über den Endbereich des Federwegs

Schwächen

  • hoher Casting-Flex
  • lineares Feeling und wenig Gegenhalt

Öhlins RXF 36 M2 Air

Öhlins RXF36 M.2 Air | 2,14 kg | 1.189 € | ohlins.com

Auch wenn zusätzliche Luftkammern zur Optimierung kompliziert klingen mögen, lässt sich die Öhlins in der Praxis super easy einstellen und sie performt außerordentlich stark. Sie ist steifer und besser als die originale RXF und daher eine ernstzunehmende Alternative zu den Giganten FOX und RockShox. Mit ihrer straffen Dämpfungsabstimmung ist die Öhlins RXF M2 eine Federgabel, die sich für schwere oder aggressivere Fahrer am besten anfühlt – und je schneller ihr unterwegs seid, desto besser wird sie. Den kompletten Test findet ihr hier

Stärken

  • fein abstimmbar Dank der Ramp-Up-Luftfeder
  • Support und Performance sind exzellent

Schwächen

  • starke Dämpfung passt eher zu schweren und schnellen Fahrern
  • nur mäßige sensibel bei kleinen Schlägen

RockShox ZEB Ultimate

RockShox ZEB Ultimate 2021 | 2,32 kg | 1.089 € | sram.com

Wenn euch eine RockShox Lyrik nicht steif genug ist, dann werdet ihr die RockShox ZEB lieben. Die ZEB ist super präzise, mühelos einzustellen und liefert all das zu einem attraktiven Preis. Sie ist eine Federgabel für Fahrer, die ihre Airtime in Sekunden messen oder den O-Ring sogar in Kurven bis an den obersten Anschlag schieben. Aufgrund ihrer minimalen Compliance müsst ihr allerdings wirklich knallhart unterwegs sein, um das Beste aus ihr rauszuholen. Für die meisten von euch dürfte die Lyrik die rundere Wahl sein. Hier gelangt ihr zu unserem ausführlichen Test.

Stärken

  • gutes Setup lässt sich sehr leicht erreichen
  • steifste Federgabel im Test, hält jede noch so verrückte Linie

Schwächen

  • muss knallhart gefahren werden
  • brilliert nirgendwo wirklich

Weitere wichtige Artikel für euch

Das perfekte Setup – So stellst du dein Mountainbike-Fahrwerk richtig ein | Under Pressure! – 15 Dämpferpumpen im Test | So verhindert ihr Armpump – Setup, Training und Fahrtechnik- Tipps |

Alle Federgabeln im Test: DVO Onyx SC D1 | FOX 36 2021 Grip2 Factory | FOX 38 2021 Grip2 Factory | Manitou Mezzer PRO | Marzocchi Bomber Z1 Coil | MRP Ribbon Coil | Öhlins RXF36 M2 Air | RockShox Lyrik Ultimate 2021 | RockShox ZEB Ultimate

Text: Trev Worsey Fotos: Finlay Anderson

Über den Autor

Trev Worsey

Trevor liebt Whisky, das Biken und alles dazwischen. Er wurde zwar in England geboren, fühlt sich aber als waschechter Schotte. Dementsprechend ist er nicht nur schlechtes Wetter gewöhnt, sondern ist auch ein echter Spezialist, wenn es um steile und anspruchsvolle Trails geht. Mit über 40 muss er sich eigentlich nichts mehr beweisen, kann jedoch trotzdem mit vielen jungen Wilden mithalten. Damit das nicht allzu sehr überhandnimmt, steht „Think about Brook“ auf seinem Oberrohr. Sein Sohn Brook wurde von Anfang an mit dem Bike-Virus infiziert. Gemeinsam mit seiner jungen Familie und den zwei Hunden sieht man Trevor fast ausschließlich draußen, sei es beim Biken, Graveln, Wandern, Surfen oder Kanu fahren – egal bei welchem Wetter. Ein echter Schotte eben.